1. Wie all die Jahre zuvor
Birds and butterflies
Rivers and mountains she creates
But you'll never know
The next move she'll make
You can try
But it is useless to ask why
Cannot control her
She goes her own way.
(Within Temptation – Mother Earth)
(Einige Jahre später)
"Wo in Merlins Namen ist Severus?", fragte Evans forsch.
Der gleichaltrige Schüler Ihr Gegenüber grinste überlegen und antwortete dann: „Woher soll ich das wissen? Keine Ahnung wo sich dieser Saftpanscher herumtreibt. Vielleicht braut er ja mal wieder was mit seinem Chemiebaukasten zusammen, wie gesagt, keine Ahnung. Bin ja auch nicht der Babysitter von dem kleinen Sniffelus."
Zwinkernd steckte der schwarzhaarige Junge die Hände in die Hosentaschen, drehte sich auf dem Absatz rum und schlenderte lässig die Haupttreppe der Eingangshalle hinunter.
Fassungslos stand die Schülerin auf dem ersten Treppenabsatz.
„Und? Kannst du mit wenigstens sagen, was ihr mit ihm gemacht habt? Ich habe eigentlich kein Bedürfnis, die Angelegenheit mit Professor McGonagall zu klären. Aber ihr lasst mir sonst keine andere Wahl", wandte sie sich mit einem leicht drohenden Unterton in der Stimme an einen Gryffindorschüler mit ungesundem Aussehen und einer verblassten Narbe im Gesicht, welcher unweit von ihr an einer Wand gelehnt, die Szenerie kaugummikauend beobachtet hatte. Diese zuckte jedoch lediglich mit den Schultern, machte einen entschuldigenden Gesichtsausdruck und nuschelte nur noch: „Tut mir Leid, Lily. Mach was du für richtig hältst. Es wird dir und Severus nichts nützen."
Für ihn war das Gespräch somit beendet und daher setzte er seinem Freund hinterher.
Die rothaarige Schülerin wurde mittlerweile wirklich wütend, wobei sie sich nicht oft zu einer solchen Gefühlsregung hinreißen ließ. Eigentlich war sie ein sehr ruhiger Mensch, aber die ständigen Provokationen dieser Bande von Gryffindorjungen, welche sich aus Sirius Black, James Potter, Remus Lupin und Peter Pettigrew zusammensetzte, brachte sie in letzter Zeit immer öfters dazu die Geduld zu verlieren. Die „Anschläge" der Unruhestifter zentralisierten sich meist auf eine Gruppe von Slytherinschülern aus derselben Jahrgangsstufe, der auch ihr „Lieblingsopfer" Severus Snape angehörte. Severus war ein guter Freund von Lily, was den meisten Außenstehenden wohlmöglich sehr merkwürdig vorkam, da die Häuser Gryffindor und Slytherin seit jeher verfeindet waren. Ein Zustand den die Mitglieder der besagten Bande, so machte es den Eindruck, solange wie möglich aufrechterhalten wollten.
Heute hatten sie Severus gleich nach dem Abendessen abgefangen. Lily war zu spät aufgefallen was passiert war und nun versuchte sie ihren Freund aus einer wahrscheinlich misslichen Lage zu retten.
Es half alles nichts, sie musste Professor McGonagall informieren.
Lily wusste auch ganz genau, wo sie ihre Hauslehrerin finden würde. Sozusagen aus sicherer Quelle war ihr bekannt, dass die Lehrerin die Aufsicht während einer Strafarbeit zweier Schüler hatte, eine dieser Schüler war ihre beste Freundin.
Evans eilte durch die Gänge, über die Treppen des Schulgebäudes und verursachte beinahe einen Zusammenstoss mit der gesuchten Lehrkraft.
„Professor McGonagall, dürfte ich Sie wohl kurz sprechen, es ist wirklich wichtig, es geht um …", setzte sie an wurde dann aber von ihrer Lehrerin unterbrochen: „Ich bedauere, meine Liebe, aber ich habe es sehr eilig und muss dringend zu einer Besprechung. Gerne könne Sie nachher in meinem Lehrerzimmer vorbeikommen und Ihr Anliegen vortragen, sagen wir in einer dreiviertel Stunde", schon war McGonagall weitergeeilt.
Innerlich verfluchte die Schülerin den heutigen Tag.
Was sollte sie nun machen? Doch dann fiel ihr ein, dass es noch eine weitere Person gab, welche ihr helfen konnte, auch wenn diese sicherlich die Angelegenheit ein wenig anders klären würde als ein Lehrer.
Lily grinste bei dem Gedanken und rannte schnell weiter.
Die Tür wurde aufgerissen und eine nach Atem ringende Schülerin stolperte herein. Der Junge und das Mädchen, welche eindeutig mit anderen Sachen beschäftigt waren, als mit Strafarbeiten, sprangen sofort auseinander. Die Aufsichtsperson der Beiden, Professor McGonagall, war vor einigen Minuten zum Schulleiter beordert worden. Die Abwesenheit der Lehrerin war selbstverständlich gefundenes Fressen für die beiden Schüler gewesen, was sie nun ausnutzten.
„Bella, du musst schnell mitkommen und deinen missratenen Cousin…", plapperte die Rothaarige noch im Hereinkommen los, stockte dann aber aufgrund der sich ihr darbietenden Situation.
Ihre beste Freundin und dieser Idiot von Potter waren gerade dabei sich gegenseitig unter den Hals zugehen, mit Flüchen konnten sie sich einander nicht belegen, da Prof. McGonagall bereits vorsorglich beide Zauberstäbe der Schüler beim Verlassen des Unterrichtsraumes konfisziert hatte.
James Potter und Bellatrix Black gerieten immer aneinander.
Es war bereits die zweite Strafarbeit innerhalb der ersten Woche des neuen Schuljahrs. Die Strafarbeiten würden sich wahrscheinlich auf das ganze Jahr verteilen.
Seit dem ersten Schuljahr legte sich James Potter permanent mit Bellatrix Black der Cousine seines besten Freundes an. Nun gut, man konnte es natürlich drehen und wenden wie man wollte, auch Bellatrix gehörte sicherlich nicht zu den zartbesaiteten, vorbildlichen und absolut anständigen Schülerinnen Hogwarts. Nein, diese junge Dame war freilich kein unbeschriebenes Blatt und so war es nicht verwunderlich, dass auch sie keine Gelegenheit ausließ, um ihrem erklärten „Erzfeind" oder auch „Unausstehlichen Nr. 1" namens James Potter in irgendeiner Art und Weise das Leben so schwer wie möglich zu machen. Dabei konnte mit Sicherheit keiner der Freunde des Jeweiligen oder gar die Beiden selbst, erklären, wie damals alles im ersten Schuljahr begonnen hatte. Es war nun leider so, dass sich die Auseinandersetzungen auch im sechsten Schuljahr fortsetzen sollten, genau wie all die Jahre zuvor.
„Ich hoffe du redest nicht gerade von Sirius", blaffte Potter die beste Freundin seines Gegenübers an.
Er konnte es nicht ausstehen, wenn jemand auch nur ansatzweise eine abfällige Bemerkung über seinen besten Freund machte, insbesondere dann nicht, wenn es eine Gryffindor war, welche sich mit dem Feind verbrüdert hatte. Allein schon bei dem Gedanken, dass Lily Evans aus dem Hause Gryffindor mit diesem rechthaberischen und streitsüchtigen Miststück von Bellatrix Black aus dem Hause Slytherin befreundet war, stellten sich ihm die Nackenhaare. Auch wenn er zugeben musste, dass Black ein recht gutaussehendes Miststück war. Aber das tat im Moment nichts zur Sache.
Potter und Black funkelten sich mit roten Köpfen immer noch zornig an. Ferner prangerte auf Potters linker Gesichtshälfte ein dunkelroter Handabdruck, verursacht durch die mächtige Ohrfeige, welche ihm Bellatrix verpasst hatte. Diese wiederum rieb sich am Hinterkopf. Potter hatte, nach der Ohrfeige, das erst Beste gegriffen was er von Bellatrix erwischen konnte und das waren ihre Haare gewesen.
„Du dreckige Mistratte, hast mir ein Büschel Haare ausgerissen", brüllte Bellatrix wütend und schon musste sich James vor einem Wälzer von Schulbuch mit der Aufschrift „Theorien Transsubstantieller Transfigurationen " in Sicherheit bringen, welches seine Angreiferin versuchte ihm mit aller Wucht an den Kopf zu schleudern.
„Bella, bitte komm jetzt einfach mit, es ist wirklich dringend, verdammt noch mal!", mischte sich nun Evans aufgebracht ein und zog ihre Freundin nun hinter sich her, ohne diesen Potter auch nur eines Blickes zu würdigen, raus aus dem Klassenzimmer, bevor Bellatrix ein weiteres Buch von McGonagalls Schreibpult greifen konnte.
Im Laufen hörten Beide noch James brüllen: „Tja, ich würd mal sagen, es ist nicht verwunderlich, dass Slytherin das letzte Quidditchspiel verloren hat, wenn solche schlechten Jäger in der Mannschaft spielen, die nicht einmal anständige Würfe hinbekommen. Ich würde mich schämen an deiner Stelle. Und so jemand wie DU ist Kapitän einer Quidditchmannschaft. Mach dir lieber mal keine Hoffnung, BLACK, dass DU als Spielerin bei den europäischen Schulmeisterschaften dabei bist. Dafür werden nur wirklich, wirklich WIRKLICH gute Spieler nominiert."
„Potter, du bist so gut wie…", schrie Bellatrix zurück wurde allerdings durch Lily unterbrochen: „Himmel Herrgott noch mal, lass ihn doch einfach soviel Blödsinn labern wie er will. Du weißt doch, wie dieser Idiot ist" fuhr Lily ihre Freundin nun ungeduldig an, während sie Bellatrix weiterschleifte, da diese sich schon wieder umgedreht hatte um in den Klassenraum zu Potter zurückzukehren.
Manchmal war es wirklich ziemlich anstrengend mit Bellatrix Black befreundet zu sein.
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