Kapitel 1. Reise in die Vergangenheit
Dein Freund ist da, dich willkommen zu heißen.
Narcissa Malfoy kam sehr früh nach Hause.
Das Malfoy Anwesen war leer…sehr leer. Draco war noch in der Schule und Lucius…ja Lucius war nun in Askaban.
Cissa konnte nicht mehr weinen, sie hatte einfach keine Tränen mehr.
Ein Hauself erschien und nahm seiner Herrin den Umhang ab.
Wie sollte ihr Leben nun weitergehen?
Lucius war schon immer da gewesen, wie sollte sie nur ohne ihn auskommen? Gut, Narcissa konnte sehr gut auf sich selbst aufpassen, doch fehlte ihr jetzt etwas, das sie zu einem Ganzen machte.
Ihr fehlte ihr Mann. Wie von selbst trugen ihre Füße sie zu seinem Arbeitszimmer.
Alles hier erinnerte sie an Lucius, doch brachte sie seine Aura die noch so präsent war ihm etwas näher.
Severus hatte ihr versprochen, dass alles wieder gut werden würde und er hielt ihr gegenüber immer seine Versprechen.
Das war schon damals so gewesen…ja damals.
Narcissa setze sich in den Schreibtischstuhl ihres Mannes und legte ihren Kopf auf die Arbeitsfläche. Eine Weile lag sie einfach nur da, hörte dem Feuer im Kamin zu und dann, ganz langsam, schweiften ihre Gedanken ab.
Ab zu einer Zeit, in der sie Lucius wohl liebend gerne in Askaban gesehen hätte.
Damals…
Sie lächelte leicht, als sie daran dachte. Niemals hätte sie gedacht, dass sie für diesen Malfoy jemals so viel empfinden würde und keiner hätte gedacht, dass er diese Gefühle auch noch erwidern würde. Ja damals….
„…. Lucius Malfoy, Narcissa Black ihr seit nun eins…"
Narcissa nahm nur noch flüchtig wahr, wie ihr ein Ring über ihren rechten Ringfinger geschoben wurde und wie sie diese Geste auch durchführte.
Nur flüchtig nahm sie wahr, wie sie und ihr Mann den Gang entlang gingen , nur flüchtig kamen die Glückwünsche der Gäste bei ihr an…nur flüchtig nahm sie die Feier mit.
So richtig zu sich kam Narcissa wohl erst als Lucius die Tür schloss.
Die Tür zu ihrem ,nun, gemeinsamen Schlafzimmer.
Langsam kam er auf sie zu. „Ich muss zugeben, schön bist du und das ist noch untertrieben.", kam die kalte Stimme ihres Mannes an ihr Ohr.
Wie ein Geier umkreiste er sie, als wolle er sich direkt auf sie stürzen und sie verschlingen.
Doch was wäre, wenn er das vorhatte.
Cissa schluckte, als sie spürte wie sich kalte und zugleich feste Hände auf ihre Schultern legten. „Du weißt, die Ehe ist erst dann vollzogen, wenn ich dich zu einer Frau gemacht habe.", sagte er und seine Lippen legten sich auf ihren Hals. Narcissa schloss ihre Augen.
SO sollte sie also zur Frau werden. So sollte sie also den Akt der Ehe vollziehen.
Nur den, dem mein Herz gehört, werde ich heiraten.
Diese Worte hatte sie vor Jahren, so schien es ihr, zu ihrer Schwester Andromeda gesagt.
Es schien ihr so lange her, so vergangen.
Die frisch gebackene Mrs. Malfoy wurde aus ihren Gedanken gerissen, als sie merkte, wie das schwere Hochzeitskleid von ihrem Körper glitt.
Der Blick Lucius' ließ sie schaudern.
Seines Hemdes hatte er sich entledigt, während er sich wieder vor sie gestellt hatte. „Wir haben beide eine Pflicht zu tun und sei froh, dass du mich abbekommen hast. Ich bin ein Gentleman und weiß, wie man eine Dame behandelt. So wäre es dir bei McNair oder Anderen nicht ergangen, sie hätten sich gleich grob das genommen, was sie wollen…Also entspann dich, dann wird es vielleicht sogar schön.", sagte er und trat dichter auf sie zu.
Wie schon den ganzen Tag, lag in seinen Worten nicht ein bisschen Gefühl.
Wie kalt konnte man nur sein, fragte sich Narcissa wohl wissend, dass sie eines Tages eines Bessern belehrt werden würde.
Lucius trat schließlich noch einen weiteren Schritt auf sie zu und legte seine Lippen auf die ihren. Im Gegensatz zu dem Kuss bei der Trauung war dieser…anders.
Narcissa vermochte es nicht zu sagen, doch gefiel ihr dieser Kuss.
Er war nicht grob, nicht Besitz ergreifend. Er war warm, schützend, leidenschaftlich und zärtlich.
Dass Lucius Malfoy zu irgendeiner Zärtlichkeit im Stande war, wäre ihr bis zu diesem Kuss nie in den Sinn gekommen.
Doch täuschte man sich bekanntlich viel zu oft in Menschen.
Hatte sie sich auch getäuscht? Starke Arme umfassten sie und zogen sie dicht an seinen Körper.
Der Kuss wurde noch etwas verstärkt, bevor sie gänzlich entkleidet wurde. Das schüchterne junge Etwas wurde von dem erfahrenen gut aussehenden, und nun auch nackten, Mann ins Bett getragen und sanft auf diesem abgelegt. Er betrachtete seine Frau und ein leichtes Grinsen lag auf seinem Gesicht. Narcissa würde bei jedem anderen dieses Grinsen falsch einordnen, bei ihm auch, wäre da nicht diese etwas in seinen Augen…..
Narcissa seufzte und richtete sich auf, als die Uhr 12 schlug.
„Herrin das Essen ist aufgetragen." Cissa schaute zu dem Elf „Danke, aber ich habe keinen Hunger."
Sie stand auf und machte sich auf den Weg in den Park, der zu dem großen Malfoy Anwesen gehörte. Genau hier war es gewesen, als sie erkannt hatte, wer Lucius Malfoy wirklich war.
Cissa setze sich, genau wie damals, an der selben Stelle auf die Bank.
„…Geht es dir gut?", fragte eine kalte Stimme hinter der jungen Frau „Ich kann mich nicht beklagen", sprach sie in einem einstudierten höflichen Ton.
Kurz darauf setze sich ihr Mann neben sie. „Weißt du, ich habe schon viele Menschen getroffen, Narcissa, doch keiner war bis jetzt so wie du."
Er blickte sie an „Nun, wie bin ich denn?", fragte sie und schaute ihm nach, als er sich erhob und zu einem Rosenbeet ging.
Er kniete sich nieder und strich mit seinen Fingern über die Blüten dieser edlen Blume „Du bist wie die Rose, Narcissa. So stolz, so wunderschön. Du hast Dornen wie sie, die du immer ausgefahren hast, um dich zu schützen.
Du hast immer einen Schutzpanzer um dich, doch vielleicht solltest du es einfach nur zulassen, dass Leute nah genug an dich herankommen.", sagte er und pflückte die Blume.
Ohne seine Miene zu verziehen, tat er dies, wohl wissend, dass die Rose ihn stach und sein Finger blutete.
„Du magst es, unter deinem Schutzkäfig aus Dornen nicht wissen, aber du verletzt ungewollt die Menschen, die versuchen sich dir zu nähern…"
Er lächelte sie kurz liebevoll an, bevor er ihr die Rose ins Haar steckte.
„Sie verblasst schon neben dir", sagte er leise und betrachtete seine Frau mit einem schon fast liebevollen Blick. „Bitte?" fragte Narcissa schließlich.
„Die Rose , sie verblasst neben deiner Schönheit…"
Er beugte sich zu ihr und gab ihr einen Kuss auf die Stirn „Ich werde für ein paar Tage verreisen, geschäftlich …es gibt auch Rosen ohne Dornen, Narcissa. Sie sind selten, aber es gibt sie und es wäre schön, eine solche vorzufinden, wenn ich wiederkomme."
Mit wehendem Umhang ging Lucius Malfoy wieder rein und verließ kurz darauf das Anwesen.
Narcissa schaute ihm nach. Ihre Hand fuhr zu ihrem Haar. Was war das denn?
Doch musste sie sich eingestehen, dass es sie glücklich machte. Glücklich, zu wissen, dass sie nicht das Parfüm einer anderen an ihrem Mann riechen würde, wenn er zurückkommen würde.
Jeder sieht, was du scheinst. Nur wenige fühlen, wie du bist.
