2. Thor muss SEHEN, wer ihn besiegt!

Es war dunkel im Avengers-Tower, wie der Stark-Tower nach dem Angriff auf New-York genannt wurde. Alle Helden schliefen mehr oder weniger fest nach einem anstrengenden Tag. Es war eine ihrer schwierigsten Schlachten gewesen und der Gegner schien unbezwingbar. Der Kontrahent war nicht etwa einer der üblichen Bösewichte gewesen, nein dieser Gegner war weitaus schlimmer: Formulare.

Bögen über Bögen von Papieren, die ausgefüllt werden mussten. Es reichte nicht, einfach nur dreimal zu unterschreiben. Fury bestand darauf, dass alle Berichte so ausführlich und sachlich wie nur möglich ausgefüllt wurden. Wenn ihm etwas nicht passte, gab er den Report mit Anmerkungen zurück und man durfte ganz von vorne anfangen.

Das bedeutete, folgende Sätze wurden nicht geduldet:

„Meine Freunde und ich fochten eine glorreiche Schlacht, welche noch in tausenden Jahren an den Tischen von Walhalla besungen werden wird." (Einzelheiten!)

„Da war ein merkwürdiger… Blob, der lila Schleim spuckte. Merkwürdigerweise riecht der nach Veilchen, geht aber nur durch ausgiebiges Waschen wieder weg. Das Zeug ist bis auf meine Unterhose durchgedrungen! Ich musste mein bestes Stück fünfmal Waschen, ehe es wieder seine normale Farbe hatte." (Zu viele Einzelheiten. Und zu wenig. Ich will nichts über deine verdammte Körperhygiene wissen, sondern über das Wesen, dass New-York angegriffen hat!)

„Ich bin zu Beginn des Kampfes ausgeknockt wurden und erst aufgewacht, als alles wieder vorbei war. Meine Pfeile müssen von allein in die Gegner gewandert sein." (Netter Versuch, die Ausrede funktioniert nur bei Banner.)

Natasha war als Erste fertig. Sie hatte mehr als genug Erfahrung mit Missionen um eine gewisse Effizienz im Umgang mit Formularen zu haben.

Auch Clint hatte schon mehr Berichte ausgefüllt, als er zählen konnte, versuchte aber immer wieder, sich rauszureden oder wegzuschleichen. Fury hatte schließlich genug, nahm ein Paar Handschellen und fesselte den Agenten an seinen Tisch.

Tony weigerte sich komplett, irgendwelche Formulare auszufüllen. Doch Fury war nicht so einfach kleinzukriegen und er benutzte die einzige Waffe, die Stark einschüchtern konnte: er rief Pepper an. Die war über die Störung gar nicht erfreut und drohte dem Genie mit Vorstandssitzungen, wenn er nicht endlich kooperierte. Grummelnd begann der Erfinder zu schreiben, kam aber kaum weiter als eine halbe Seite, für die er quälende zwei Stunden benötigte. Dann kam ihm die Idee, einfach Jarvis die Berichte schreiben zu lassen, da der AI alle Kämpfe gesehen und aufgenommen hatte. Innerhalb von 10 Minuten waren die Papiere an Fury verschickt und auch Ironman konnte seine Freiheit genießen.

Steve war schon früher fertig geworden, blieb aber zurück um Thor zu helfen, der bisher immer nur seinem Vater Bericht erstatten musste und absolut keine Ahnung von Formalitäten hatte.

Der einzige, der nur wenig zu tun hatte, war Bruce, da er sich nicht wirklich an die Kämpfe erinnerte.

Nach einem Tag harter Arbeit hatten es dann doch alle Avenger geschafft und konnten endlich zum Tower zurück, um sich zu erholen. Obwohl es keinen Kampf gab, waren alle erschöpft und fielen früher als sonst in ihre Betten.

Alles war friedlich und still, nur Jarvis war noch wach, da es dem AI unmöglich war zu schlafen. Natürlich würde er die Insassen des Towers sofort informieren, wenn sich etwas ändern würde. Schurken konnten zu jeder Tages- oder Nachtzeit angreifen, weswegen der AI immer ein Auge auf die Sicherheitssysteme hatte.

Plötzlich bemerkte Jarvis, wie seine Rechenleistung nachließ. Stück für Stück wurde er langsamer, beinahe träge. Eigentlich sollte das nicht möglich sein, er war der beste Supercomputer, den es gab. Dennoch sperrten sich Stück für Stück all seine Funktionen, bis schließlich nur noch die Programme liefen, die er zum Weiterbestehen benötigte.

All das passierte innerhalb von Sekundenbruchteilen und so geschickt, dass der AI keine Chance hatte, Alarm zu schlagen.

Im Avenger-Tower erschien eine Gestalt. Groß und gehüllt in eine Art Umhang, der den ungebetenen Besucher beinahe in die Schatten verschwinden ließ.

„Ich bin enttäuscht. Das soll für ihre Sicherheit sorgen?", die Gestalt schnaubte abfällig und ließ durch ein Wedeln seiner Hände mehrere Lichtbälle erscheinen, die den Raum erhellte.

„Wirklich, ich hatte mehr erwartete."

Loki sah sich in dem Raum um, in welchen er sich teleportiert hatte. Der AI war keine große Hürde gewesen und es hatte gereicht, ihn auszuschalten um alle anderen Alarme ebenfalls lahm zu legen. Nun stand er also im zu Hause der Avenger. Eigentlich sollte das der schwierige Teil seines Plans sein, aber das war zu einfach.

Misstrauisch rief er seine Magie und erkundete vorsichtig den Tower. Doch es fand sich nichts Verdächtiges. Bis auf die Avenger und einige Nachtwächter war das Gebäude leer. Also ging der Magier zum nächsten Teil seines Planes über und murmelte einen Zauber, der sicherstellen würde, dass die Helden erst am nächsten Morgen erwachten, egal was vorher passierte.

Als der Zauber beendet war, machte Loki sich auf dem Weg zu Thors Etage. Und mit auf dem Weg machen meinte er, dass er sich direkt in Thors Schlafzimmer teleportierte.

Langsam ging der Schwarzhaarige um das Bett herum, in welchem der Donnergott friedlich schlief. Neben dem Bett lag Mjölnir, griffbereit, falls es einen Angriff geben sollte. Loki musste sich zusammenreißen, um nicht gegen den Hammer zu treten. Er hasste das Stück Metall, aber mit der kindlichen Geste hätte er nur sich selbst verletzt.

„Damit hättest du nicht gerechnet. Der glorreiche Thor, erstochen im Schlaf."

Langsam und bedacht stütze der Magier sich auf das Bett und schwang schließlich ein Bein über Thor, der auf dem Rücken lag. Grinsen kniete Loki nun über seinem sogenannten Bruder.

„Oh wie ich es genießen werde. Endlich bin ich dich und deine Dummheit los.", langsam fuhr er mit einem Dolch die Konturen von Thors Gesicht nach. Die Klinge tanzte wie eine Feder über die Haut des Gottes, bereit, zuzustoßen und sein Leben zu beenden.

„Niemand mehr, der darauf besteht, dass ich ‚gut' bin. Niemand, der mich ‚Bruder' nennt. Niemand, der mich daran erinnert, dass ich nie gut genug war."

Loki konzentrierte sich auf den Hals des Blonden. Ein Schnitt und nicht einmal ein Gott würde die Wunde heilen können. Nur ein kleiner Schnitt und er würde nie wieder das bescheuertee Lächeln des Donnergottes sehen können. Ein Schnitt und niemand würde ihn mehr Bruder nennen und umarmen. Ein Schnitt und er wäre endgültig das Monster, für das ihn die Menschen hielten.

Plötzlich konnte er sich nicht mehr halten. Langsam sank er hinunter, bis er auf dem Bauch seines Bruders saß. Der Dolch glitt ihm aus der Hand, während er in das ihm so bekannte Gesicht sah. Die blonden Haare, wie gesponnenes Gold, um das viele den Königssohn beneideten. Die kleine Narbe an der Schläfe, als er als Kind aus einem Baum gefallen war. Die blauen Augen, die normalerweise so hell und voller Hoffnung leuchteten, doch nun im Schlaf geschlossen waren.

Nur mit Mühe stand der Magier auf, und stellte sich wieder neben das Bett. „Es macht keinen Spaß, wenn du dich nicht wehrst. Ich will sehen, wie dir die Panik in den Augen steht, in der Gewissheit, dass du sterben wirst, durch meine Hand."

Bevor er an seinen eigenen Worten zweifeln konnte, drehte der Magier sich um.

„So. Wenn ich schon einmal hier bin, dann muss ich den Avengern auch ein Geschenk hinterlassen. Es soll schließlich niemand behaupten, Loki wäre ein unhöflicher Gast.", er rieb seine Hände zusammen und sah sich in Thors Schlafzimmer um.

„Wo soll ich nur anfangen?", er klopfte sich nachdenklich gegens Kinn. „Ah, ja das passt perfekt.", beschloss er mit einem Grinsen und machte sich an die Arbeit. Die Avenger würden Augen machen, wenn sie aus dem magischen Schlaf erwachten.

Wem 3 Tage zu lange dauern: Ich mache euch einen Deal. Pro Review wird die Wartezeit um einen Tag verkürzt. Wie gesagt, ich bin schon fertig und ich liebe Reviews ; )