Name der Geschichte: Löwin in der Schlangengrube
Autorin: Mond-chan
Pairing: GW/BZ (erstmal)
Genre: Romantik und Drama
Rating: ab 16 Jahren
Kapitelanzahl: 29 an der Zahl
Update: wöchentlich
Disclaimer: Harry Potter gehört JKR, die Geschichte und die erfundenen Personen Mond-chan
Meiner Betaleserin Windy gilt mein besonderer Dank. Süße, du bist die Beste
Ein großer Dank geht an die Kommischreiber Claire Fraser, night angel, abbyMalfoy, Becca, Lovely-Sweetheart
Danke für euere tollen kommis, ich hab mich sehr gefreut.
Hier gibt's das nächste Kapitel. Ich hab ja gesagt, die Tage können variieren, deshalb gibt's das neue erst heute, am sonntag, 23.6.
Viel Spaß dabei
2. Die Folter
Ginnys Augen hatten sich schnell an die Dunkelheit gewöhnt und so konnte sie erkennen, wie die Gestalt auf sie zukam. „Sind schon drei Stunden vergangen?" fragte sie mit zitternder Stimme. Die Gestalt hielt vor ihr an und schlug die Kapuze zurück. Ginny erkannte dieses Gesicht sofort.
„Blaise Zabini!" quietschte sie erschrocken auf und drückte sich an die Wand.
„Ja, der bin ich. Sei bloß leise, wenn sie mich hier erwischen, dann bin ich dran." flüsterte der
Schwarzhaarige. Ginny verstummte und ließ zu, dass er sich neben sie setzte. „Was machst du denn hier?" fragte sie dann leise. „Wenn ich das wüsste?", antwortete er sehr leise, sodass sie ihn nur schwer verstand. Nach einer kurzen Zeit der Stille übergab er Ginny eine Salbentube und redete mit wieder festerer Stimme "Hier ist etwas für deine Wunden."
Nach kurzem Zögern, nahm sie die Tube von ihm entgegen und musterte das Gesicht ihres ehemaligen Klassenkameraden genauer. Sie verstand nicht, was dieser hier bei ihr wollte. Wieso war er gekommen? Machte er sich Sorgen? Doch,...nein das konnte nicht sein. Aber was dann? Weiterhin starrte sie ihn an und kam zu dem Schluss, dass sie ihn wohl oder übel fragen musste! Sie öffnete den Mund, doch kam keine Silbe über ihre Lippen. Was, wenn das ein Trick war und sie so an den Aufenthaltsort der anderen kommen wollten. Was sollte sie denn jetzt machen? Wieso hatten die anderen sie nur alleine zurückgelassen. Hätten sie sich ihr nicht anvertrauen können? Sie senkte den Kopf und betrachtete die Tube.
Blaise stand auf. „Ich muss los, wenn mich jemand hier erwischt, dann ist die Hölle los. Ich erklär dir später, warum ich zu dir gekommen bin." flüsterte er hastig, als könnte er Ginnys Gedanken erraten. Bevor Ginny antworten konnte, hatte Blaise schon die Kapuze über den Kopf gezogen und begab sich zur Tür. Kurze Zeit später hörte Ginny das inzwischen vertraute Geräusch des Schlüssels, dann entfernten sich die Schritte von Blaise und es herrschte wieder eine erdrückende Stille.
Ginny fühlte sich noch einsamer als zuvor. Sie richtete ihre Aufmerksamkeit auf die Tube. Vorsichtig schraubte sie den Deckel auf und drückte etwas von dem weißen Gel auf ihre Handfläche. Dann schob sie ihren knielangen Rock etwas nach oben und schmierte die Salbe auf das aufgeschürfte Knie. Sie biss die Zähne zusammen, da es brannte. Das gleiche machte sie mit dem Kratzer auf ihrem Rücken, den sie glücklicherweise mit einer Hand erreichen konnte.
Dann schraubte sie den Deckel wieder zu und versteckte die Tube unter dem Kissen. Dann wartete sie und hing ihren Gedanken nach.
Etwa eine Viertelstunde später ertönten abermals Schritte auf dem Korridor und hielten vor Ginnys Kerkertür an. Die Gryffindor wurde blass, als sie sich wieder an die Drohung erinnerte. Die Tür wurde geöffnet und drei vermummte Gestalten kamen herein. Wortlos trat einer von ihnen auf sie zu, fesselte Ginny mit einem Zauber und band ihr ein Tuch vor die Augen. Die anderen zwei packten sie an den Schultern und schleiften sie mit. Es ging durch den Korridor, dann eine Treppe hinauf und nochmals ein kurzer Gang, der bei einer Tür endete. Der Mann stieß diese auf und schubste Ginny hinein. Ihr wurde die Augenbinde abgenommen und es schien, als wäre die Zeit stehen geblieben. Die schweren Vorhänge, der Richtertisch, hinter dem drei vermummte Personen saßen und die Fackeln an den Wänden, dazu eine spanische Wand (sowas wie eine Abtrennung aus Plastik, die man zusammenschieben kann, dahinter sind die Folterinstrumente) und ein Seil, das von der Decke hing. Ginny wurde vor den Richtertisch geführt. Die Fesseln verschwanden. Der Mann in der Mitte erhob sich. „Ginevra Weasley, ich habe eine Frage an dich und ich rate dir, sie mir zu beantworten! Wo ist Harry Potter?"
Ginny holte tief Luft und fasste all ihren Mut zusammen. „Ich weiß es nicht!" fauchte sie und bekam eine Ohrfeige des Mannes neben ihr. Ihre Wange brannte. „Du willst die Wahrheit nicht sagen? Nun gut, dann sieh." Er deutete auf die Wand, die jetzt zusammengeschoben wurde. Dahinter kamen die Werkzeuge eines Henkers zum Vorschein. Ein ebenfalls vermummter Mann trat hervor. Er führte die Geräte vor wie ein Gaukler auf dem Jahrmarkt sein Spielzeug. Sanft strich er über die geflochtenen Ruten; befriedigt nickte er, als er eine von ihnen in die Fingerschrauben legte, das Gewinde zudrehte und die Reiser mit einem leisen Knacken zerbrachen. Ginnys Beine wurden mit einem male sehr schwach. Sie fing an leicht zu beben.
Der Mann schloss die Beinschrauben, bis nur noch ein winziger Spalt zwischen den hölzernen Bohlen klaffte; er zog das Seil, das von der Decke hing, zu sich herab, befestigte einen Sack mit einem schweren Gewicht daran und riss ihn mit einem heftigen Ruck in die Höhe. Zufrieden lächelte er, als das Gewebe riss und das Gewicht auf den Boden polterte. Die ganze Zeit über sprach er kein Wort; als er seine Vorführung beendet hatte, ließ er die Wand wieder auseinander ziehen und verschwand hinter ihr.
„Bringt sie in die Kammer zurück." befahl der Richter. „In ein paar Tagen wirst du erneut verhört und dann wirst du die Wahrheit sagen. Gesünder wäre es für dich" drohte er und Ginny wurde abgeführt, nachdem ihr wieder die Augenbinde umgebunden worden war.
Nach kurzem Weg kamen sie an ihrer Zelle wieder an. Ihre Wächter stießen sie durch die offene Kerkertür, sodass Ginny in den Raum stolperte und hinfiel. Böses Lachen erklang unter den Kapuzen. Dann wurde die Tür wieder abgesperrt und die Schritte verschwanden. Ginny fühlte sich von der Vorstellung aufeinmal sehr müde und schwach. Ihr ganzer Körper fing an zu zittern. Sie taumelte zur Pritsche und fiel darauf. Kurze Zeit später war sie eingeschlafen.
Zwei Tage vergingen. Der einzige Besuch in dieser Zeit war jemand, der ihr immer ein Tablett mit Essen vorbeibrachte Am dritten Tag kamen wieder die vermummten Männer und führten Ginny erneut in die Folterkammer. Es sah genauso aus wie bei ihrem erstem „Besuch", nur dass die Spanische Wand fehlte. Ginnys Knie wurden wieder weich. Der Richter erhob sich.
„Ginevra Weasley, hiermit wirst du zum letzten Mal gütlich ermahnt, zu sagen, wo Harry Potter steckt."
Die schweren Vorhänge. Die vermummten Personen. Das Seil, das wie ein Galgenstrick von der Decke baumelte, Ruten, Zwingen, Blöcke, eiserne Fesseln. Dies alles verängstigte sie schon, doch sie blieb standhaft und zeigte ihre Angst nicht.
„Ich weiß nicht, wo er ist." sagte sie mit fester Stimme. Der Richter stand auf. „Legt ihr die Fingerschrauben an." Ginny wurde blass, als zwei Gehilfen des Henkers sie zu einem kleinen, massiv gebauten Tisch zerrten, auf den eine Eisenzwinge geschraubt war. Einer drückte sie auf den Hocker davor nieder und hielt sie fest, der andere zog ihre Arme über den Tisch und legte ihre Finger zwischen die eisernen Bänder.
Ginny betrachtete ihre Finger. Meine Finger werden nicht knacken und brechen, wie das Reisig. Ob ich hinterher mit ihnen noch etwas fühlen kann? fragte sie sich etwas eingeschüchtert.
Sie sah den kurzen Blick nicht, den Henker und Richter austauschten, und merkte nicht, wie der Henker herantrat und an der großen Flügelschraube drehte.
Der erste Schmerz kam überraschend, deshalb stieß Ginny einen kurzen Schrei aus. Dann presste sie die Lippen zusammen. Es war auszuhalten. Sie war stark
„Wo ist Harry Potter?" hörte sie wieder die Frage, die sie nicht beantworten konnte.
„Ich weiß es nicht." wiederholte sie. Der Richter winkte wieder, wieder senkte sich die Schraube ein Stück. Ginny biss sich so fest auf die Lippen, dass sie Blut schmeckte. Sie schloss die Augen und lenkte ihr ganzes Denken auf ihre Finger, auf die Schmerzen, die darin wühlten, auf die ungeheure Last, die sie niederdrückte.
„Wo. Ist. Er?" Ginny schüttelte den Kopf. „Verdammt noch mal, ich weiß es nicht!" fluchte sie mit schmerzverzerrter Stimme.
Plötzlich ließ der Druck nach, ihre Finger waren wieder frei. Einen Augenblick lang spürte sie nichts. Es tut gar nicht weh dachte sie und sah erstaunt die blauen Male unter den Nägeln und die dunklen Blutstropfen, die träge über die Fingerspitzen auf die Tischplatte rollten.
Dann jedoch kamen die Schmerzen, stärker als vorher, tobten durch die Finger, pochten so heftig, dass der ganze Körper zuckte und der Kopf wie unter Hammerschlägen dröhnte. Wie aus der Ferne hörte Ginny die Stimme des Richters. „Bringt sie in die Zelle zurück. Bis sie die Wahrheit sagt, wird sie gefoltert."
Willenlos ließ Ginny sich abführen. Als ihre Bewacher sie in die dämmrige Zelle stießen,taumelte sie und fiel zu Boden. Dann wurde es dunkel um sie.
/Flashback/
Ginny schlenderte durch die Winkelgasse. Sie war auf der Suche nach Zutaten für einen Trank, den sie nach langer Suche in einem schwarzmagischen Buch gefunden hatte. Der Trank würde bewirken, dass George zum einen überleben würde und zum anderen normal trauern konnte, wenn er erwachen sollte. Ginny glaubte ganz fest daran, wusste aber auch um die Gefahr für George, der den Tod seines Zwillings nicht überleben würde. Deshalb brauchte sie den Trank. Die meisten Zutaten hatte sie schon, es fehlten nur noch ein halbes zermahlenes Horn von einem Einhorn und ein Wundsekret eines seltenen Käfers. Das Sekret kaufte Ginny in einer Apotheke, doch wo sollte sie ein zermahlenes Horn herkriegen? Einhörner waren magische Wesen, welche nicht "legal" getötet werden dürfen, wegen ihrem wertvollen Horn. Deshalb war es sehr schwer, an ein solches zu kommen.
Sie kam an der Abzweigung zur Nockturngasse vorbei und beschloss kurzerhand, sich dort umzusehen. Dort sollte eigentlich etwas zu finden sein.
Sie wanderte durch die dunkle Gasse. Ganz geheuer war es ihr nicht, besonders da es viele Gerüchte über diese Gasse gab und sie selber noch nie diese betreten hatte. Hier trieben sich normalerweise nur die schlimmsten Zauberer rum. Von Schwarzmagiern bis zu Verschmähten und Verrätern. Also kein geeigneter Ort für sie.
Es waren kaum Zauberer unterwegs. Eine schwarze Katze huschte vor Ginny über die Straße. Leichter Nebel zog auf.
Plötzlich richteten sich Ginnys Nackenhaare auf. Sie wurde beobachtet. Sie wusste es. Schnell wirbelte die Rothaarige herum, doch da war niemand. Natürlich war da niemand. Wer sollte sie denn bitte schön verfolgen? Ginny ging weiter. Trotzdem wurde sie das Gefühl nicht los, dass jemand da war und jedem ihrer Schritte folgte. Ginny begann zu schwitzen.
Sie tastete in ihrer Jackentasche nach ihrem Zauberstab und umgriff diesen. Langsam ging sie weiter, jederzeit dazu bereit, ihren Zauberstab zu ziehen, wenn es nötig wäre.
Drei vermummte Gestalten tauchten mit einem Mal vor ihr auf. Ginny wich zurück und hob ihren Zauberstab. "Expelliarmus!" donnerte eine tiefe Stimme, die scheinbar von dem Mittleren der drei kam. Ginnys Zauberstab wurde ihr aus der Hand gerissen und von dem Mann aufgefangen. Ohne groß zu überlegen, drehte Ginny sich um und rannte los, doch weit kam sie nicht. Schon nach kurzer Zeit hörte sie erneut die Stimme einer Person, welche die Worte "Impedimenta" rief und gleich darauf "Incarcerus". Ginny spürte, wie sie gelähmt wurde und sich gleichzeitig Seile um ihren Körper schlangen, so dass sie der Länge nach hinfiel. Sie konnte sich nicht mehr rühren. Egal was sie versuchte, es funktionierte einfach nicht. Die drei Todesser kamen auf sie zu und stellten sich um sie. Einer von ihnen streckte die Hand aus und packte sie...
/Flashback Ende/
Jemand hielt sie fest! Ginny schrie und riss die Augen auf. Eine schwarz gekleidete Gestalt stand vor ihr. Ginny erkannte nicht, wer es war. Sie schluchzte auf, riss sich los und fiel von der Bank. So schnell sie konnte, krabbelte sie in eine Ecke und kauerte sich zusammen. "Geht weg!" murmelte sie, von Schluchzern geschüttelt.
So, wieder mal ein gemeines Ende, aber ihr wisst ja, dass ich die story bereits fertig habe, ich will nur, dass ihr lust kriegt, weiterzulesen bis denne
