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LovelyCrazyFly: Wir haben uns wirklich wahnsinnig über deinen Kommentar gefreut und hoffen, die Geschichte gefällt dir auch weiterhin! :)**

Kapitel 2

„PROTEGO!", rief ich und wehrte Wurmschwanz' Fluch ab. Blitzschnell rappelte ich mich auf und schwang meinen Zauberstab ein zweites Mal. „Expelliarmus!" Überrumpelt sah der Mann seinem Zauberstab hinterher, der durch den Raum flog.
Mit einem Knall öffnete sich die Tür, und zwei weitere Todesser eilten mit wehenden Mänteln hinein. Der Linke, ein dürrer Mann mit dunkelbraunem Haar, hob den Zauberstab, doch ich kam ihm zuvor. „Protego! Stupor!" Der Mann wurde in einem hohen Bogen gegen die Wand geschleudert, doch in diesem Moment fühlte ich, wie mir mein eigener Zauberstab aus den Händen gerissen wurde. Angsterfüllt drehte ich mich zu der zweiten Person um, die den Raum betreten hatte, einer dünnen, dunkelhaarigen Frau die mich mit wahnsinnigen Augen ansah. Bellatrix Lestrange.
Sie hatte ihren Zauberstab auf mich gerichtet, als hinter ihr noch mehr Todesser in den Raum strömten. Verdammt. Gegen die würde ich nie ankommen, schon gar nicht ohne meinen Zauberstab.
„Was ist hier los, Bella?", fragte eine schneidende Stimme hinter ihr, und ein Mann mit langen, hellblonden Haaren und eisgrauen Augen. Ich hatte ihn noch nie zuvor gesehen, aber die Ähnlichkeit mit Draco Malfoy war unverkennbar.
„Wurmschwanz hat sie mitgebracht", ließ Bellatrix mit einem schmalen Lächeln verlauten, „Ich sage, wir töten sie!"
Ich schluckte schwer, ein Knoten formte sich in meiner Brust. Das war es also. So würde ich sterben, durch eine verrückte Todessern, und niemand würde mich jemals finden.
„Denkst du nicht", sagte der Mann, von dem ich glaubte, dass er Draco Malfoys Vater war, „dass es an dem dunklen Lord ist, zu entscheiden, was mit dieser Spionin passiert?"
Bellatrix lachte. „Spionin? Sie ist nur ein Kind. Lass mich sie töten!"
Ich machte vorsichtig einen Schritt zurück, nur um gegen einen weiteren Todesser zu prallen.
„Nicht so hastig", knurrte er und packte sie an den Schultern. „Hände hinter den Rücken", befahl er knapp. Ich schluckte noch einmal und bewegte zitternd meine Arme nach hinten.
„Incarcerus." Ich spürte, wie die dünnen Fesseln sich eng um meine Handgelenke wickelten.
„Ich denke, Lucius hat recht, Bellatrix", sagte der Todesser, diesmal mit erhobener Stimme, „Immerhin hat sie unser Versteck gefunden. Der dunkle Lord wird sehr verärgert sein, wenn wir diese Aufgabe nicht ihm überlassen." Grob stieß er mich vorwärts. Lestrange warf einen verachtenden Blick in unsere Richtung.
„Schön", zischte sie, „Wenn ihr es für nötig haltet, die Zeit des dunklen Lords mit einer solchen Lappalie zu verschwenden. Als ob es einen Unterschied macht, ob ich sie jetzt oder er sie in einer Minute tötet." Sie machte kehrt und stolzierte durch die Tür hinaus, durch die sie gekommen war,
Der Todesser gab mir erneut einen Stoß, und ich stolperte vorwärts, ihr hinterher. Wir durchquerten eine karge Halle, und traten dann durch eine weitere Tür an deren anderem Ende.
„Mein Lord", hauchte Bellatrix ehrfürchtig, und senkte den Kopf, bevor sie zur Seite trat. „Diese Spionin wurde von Wurmschwanz in unser Versteck gebracht."
Das Blut gefror mir in den Adern, als ich ihn zum ersten Mal sah. Keine von Harrys Beschreibungen hatte die Abscheulichkeit des dunklen Lords auch nur annähernd getroffen. Seine Haut war so weiß, dass sie fast blau zu sein schien, und man die Adern durchscheinen sehen konnte. Sein Gesicht war schlangenhaft, mit zwei Schlitzen wo die Nase hätte sein sollen, und seine Augen… sie waren butrot, und strahlten eine Kälte und Grausamkeit aus, die ich noch nie bei einem Menschen gesehen hatte. Ich konnte seinem Blick nicht standhalten und wand zitternd das Gesicht ab.
„Eine Spionin?", sagte Lord Voldemort mit einer Stimme, die mindestens ebenso grauenvoll war wie sein Äußeres, „Tötet sie. Und bringt mir Wurmschwanz."
Ein diabolisches Grinsen verzerrte Bellatrix' Gesicht, als sie sich zu mir umdrehte.
Malfoy trat vor. „Herr", bedeutete er und senkte den Kopf in der gleichen Weise, in der es Bellatrix vor ihm getan hatte.
„Lucius?" Wieder diese Stimme. Ich würde alles tun, um nur dieser Stimme entkommen zu können.
„Herr, ich möchte vorschlagen, sie am Leben zu lassen. Ich habe aus sicherer Quelle erfahren, dass Potters Freundin Cho Chang verschwunden ist, und ich denke, es könnte sich bei dieser Spionin um sie handeln. Sie könnte nicht nur über wichtige Informationen verfügen, sondern auch einen guten Köder darstellen." Er lachte. „Wir wissen ja alle, wie unvorsichtig der Junge bereit ist, zu handeln, um seinen Heldenkomplex zu bestätigen."
Trotz der Schrecklichkeit der ganzen Situation musste ich stark an mich halten, um nicht laut loszulachen. Ich, Harrys Freundin? Wenn Lucius Malfoy nur wüsste, was eben dieser Harry Nacht für Nacht mit seinem Sohn machte. Nein, ein solches Interesse hegte er an mir bestimmt nicht.
„Potters Freundin?", grinste der dunkle Lord, obwohl es mehr wie ein Zähne fletschen aussah. „Das ist in der Tat… interessant. Wenn das so ist, wäre es natürlich ratsam, sie am Leben zu lassen."
Bellatrix warf Malfoy einen giftigen Blick zu. Mein Atem stockte. Ich würde nicht sterben? Naja, zumindest noch nicht. Sobald Voldemort seinen Fehler bemerkte, würde er mich mit Sicherheit töten.
Mit einem Mal lief es mir kalt den Rücken hinunter. Vielleicht wäre es besser, wenn ich jetzt sterben würde. Besser, als in der Gefangenschaft von Todessern zu sein. Ich hatte von Dingen gehört, die sie mit Menschen gemacht hatten, Dinge die so furchtbar waren, dass ich sie mir gar nicht vorstellen wollte. Andererseits würde ich so vielleicht doch noch die Chance bekommen, mich für Cedrics Tod zu rächen. Oder zumindest ein paar von ihnen zu töten. Wenn ich nur irgendwie an einen Zauberstab gelangen könnte…
„Dolohow! Bring sie weg!", befahl Lord Voldemort mit schneidender Stimme, und ich wurde erneut von einem Todesser gepackt. Als ich mich zu ihm hindrehte, erkannte ich den Mann, den ich vorhin an die Wand geschleudert hatte. Blut tropfte aus seiner Nase, aber sonst sah er unversehrt aus. Nur sehr wütend. Mit einem Mal realisierte ich, dass mein Schockzauber wohl doch nicht so stark gewesen war, wie ich gedacht hatte.
Unsanft stieß der Mann mich vorwärts, zurück in die Halle, aus der wir gekommen waren, und dann auf eine eher unscheinbare Tür zu meiner linken zu. Grob packte er mich an meinen Schultern, sodass seine Fingernägel sich in meine Haut bohrten, und öffnete die Tür.
„Der dunkle Lord hat es nicht gerne, wenn man seine Gefangenen ohne seine Erlaubnis misshandelt", zischte er mir ins Ohr, „Ansonsten würdest du meine Rache jetzt zu spüren bekommen." Er bohrte seine Nägel noch tiefer in mein Fleisch. Ich biss meine Zähne fest zusammen, um keinen Laut des Schmerzes von mir zu geben.
„Ich hoffe aber", fügte er hinzu, „dass ich in den nächsten Wochen die Gelegenheit dazu bekommen werde." Er stieß mich mit einer solchen Kraft in den kleinen Raum vor uns, dass ich strauchelte und fiel. Mit einem Knall warf er die Tür ins Schloss, und ich war von Finsternis umgeben.