So, dass ist nun mein erstes Chapter zu She saves my World. Ich war mir nicht ganz sicher, ob ich die beiden Teile als zwei Kapitel oder doch nur als eins hochladen sollte. Am Ende habe ich mich doch für eins entschieden.
Den Titel habe ich genommen um noch mal zu verdeutlichen, wie verschieden diese Leben sind, von denen ich hier erzähle.
Und nun viel Spaß beim lesen.
Eure Nessi.C.
Zwei verschiedene Welten
Er sah aus dem Fenster. Betrachtete die einzelnen Schneeflocken, die sich langsam zu Boden bewegten und tanzten. Sollten sie für andere schön sein und alles wundervoll gestalten, legten sie sich hier wie ein erdrückendes Tuch auf das
Grundstück.
Der Wind tobte und ließ die kahlen Äste der Bäume sich biegen und drohte ihnen, sie zu zerbrechen. Der Teich war mit dickem Eis zu gefroren und vergrub sein Leben weit unten, falls es dort überhaupt noch leben gab.
Ein einzelner Vogel, der diesen Winter wohl nicht nach Süden fliegen würde, kämpfte sich durch den tobenden Wind und an seinem Fenster vorbei. Der Vogel schien einsam, allein. Genauso wie er.
Vorsichtig legte Draco Malfoy seine Stirn gegen das kalte, vereiste Fenster und schaute zu, wie der Winter seine Machtspielchen trieb und sein Atem an dem kalten Glas niederschlug. Er gab es nicht gerne zu, aber ja, er war alleine und meistens auch einsam. Auch wenn man es ihm nicht ansah.
Schließlich war er auch nur ein Mensch. Ein Mensch, der in die falsche Welt rein geboren worden war. Nein, nicht der Unterschied zwischen Muggel oder Zauberer, wie er. Es lag einfach daran, dass er in die oberste Schicht der Zauberer aufgewachsen war. Natürlich würde er dies auch nie als Fehler irgendjemandem beichten, doch so war es. Wäre er in einer mittleren Familie geboren oder gar in einer armen, wäre er nie so einsam gewesen, wie jetzt. Woher er dies wusste?
Es waren Winterferien. Seine Eltern hatten darauf bestanden, dass er nach Hause kam und Weihnachten mit ihnen feierte. Bei diesem Gedanken schnaubte er. Verbringen, war wohl das richtige Wort. Er sollte Weihnachten in ihrem Anwesen verbringen. Aber was er wollte, war ihnen egal.
Zumindest seinem Vater, denn das letzte was seine Mutter ihm gesagt hatte, hatte ihm Geborgenheit gegeben. Genauso, dass er seit Tagen alleine war. Warum? Daran wollte er jetzt nicht denken. Am liebsten würde er nie wieder daran denken und es einfach vergessen. Doch das ging nicht und er wusste es.
Natürlich hatten sein Vater darauf bestanden, dass er nicht nach Hogwarts zurückkehren sollte, bevor die Schule wieder anfing.
„Ich will nicht, dass du länger als nötig in diesem Affenhaus sitzt!", hatte sein Vater gesagt und drohend mit dem Zeigefinger herumgewirbelt.
Draco hatte sich wie immer gefügt und saß nun hier. Was hätte er auch tun sollen? Sich gegen seinen Vater wehren? Wieder schnaubte er und sein Atem kondensierte sofort, als er das kalte Glas berührte. Sein Vater hätte ihn gefoltert und blutend liegen gelassen.
Unbedacht fuhr er sich mit der Hand über die Schultern. Er wusste, dass sich dort Narben abbildeten, wie am restlichen Körper. Narben, die er in seiner Kindheit davon tragen musste. Hatte er einmal etwas falsch gemacht, einen Zauber nicht richtig ausgeführt, als er noch nicht in der Schule gewesen war, nicht richtig Messer und Gabel gehalten oder seinem Vater widersprochen, wurde er sofort mit dem Cruciatus bestraft.
„Wer nicht hören will muss fühlen. Böse Kinder werden immer bestraft, Draco.", hatte sein Vater immer gesagt, als er mit einem breiten Grinsen über ihn gestanden hatte und seinen Zauberstab gelangweilt in der Hand drehte. Das sein Sohn vor Qualen fast gestorben wäre, schien ihm nichts auszumachen und so war es auch.
Seine Hand blieb auf seiner Brust liegen. Dort, wo er das Herz vermutete, doch es existierte nicht mehr. An dieser Stelle gähnte nur noch ein riesiges Loch.
Draco hatte seinen Vater immer gehasst und das tat er heute noch. Nein, er hasste ihn nicht mehr. Das, was er für seinen Vater empfand, konnte man nicht in Worte fassen. Er verabscheute ihn, wünschte ihm das Schlimmste und vieles mehr. Sollte sein Vater ihm noch einmal über den Weg laufen, würde er ihn umbringen. Das hatte er sich geschworen.
Aber seine Mutter? Nein, er liebte sie. Nein, er hatte sie geliebt. Auch wenn sie die Augen vor ihm und den Grausamkeiten verschlossen hatte, wusste er, dass sie ihm, tief im Innern, dieselbe liebe entgegen gebracht hatte. Die Liebe, die sie ihm nie öffentlich zeigen dürfte.
So, wie es eine Mutter eigentlich hätte tun müssen. Doch auch sie wurde von seinem Vater unterdrückt und… Ein Kloß bildete sich in seinem Hals und er schüttelte den Kopf. Nein, daran dachte er jetzt am besten nicht.
Zurück zum Thema. Er war sich nicht einmal sicher, ob sie seinen Vater überhaupt geliebt hatte. Einmal, als er alleine mit ihr gewesen war - dass war einer der schönsten Abenden in seinem Leben - hatte sie so eine Andeutung gemacht.
„Bei uns Reinblüter, Draco, wird von den Eltern bestimmt, wen du später zu heiraten hast.", hatte sie traurig gesagt und ihm über den Arm gestreichelt. Er war Dreizehn gewesen. „Ich hoffe, dass du dennoch selbst wählen kannst, mein Sohn. Denn ich weiß, dass du das nicht verdient hast. Du sollst glücklich werden."
Dann hatte sie geweint und er hatte sie in den Arm genommen. Das erste Mal so richtig in seinem Leben und bis heute, hatte er es nur ein Mal wiederholt. In der dunkelsten Nacht seines Lebens. Obwohl er sich manchmal wünschte, sie einfach umarmen zu können.
Er wusste, dass sie, wenn sie sich in ihrem Zimmer eingeschlossen hatte, geweint hatte. Er hatte sie gehört. Doch zu ihr gehen hatte er nie gekonnte. Also hatte er sich an seine Wand gesetzt und die Augen geschlossen. Er hatte versucht da zu sein, obwohl er es nicht konnte und gehofft, dass seine Mutter wusste, wie viel sie ihm bedeutet hatte. Noch heute.
Draco seufzte und legte seinen Kopf gegen die Wand. Sein Blick schweifte hoch zur steinernen Decke. Stein, kalt und hart. Dies war sein zu Hause gewesen, so lange er denken konnte. Zumindest nannte er es sein zu Hause, obwohl ihm nie danach war. Hogwarts, ja, dort fühlte er sich wohl.
Hier war es immer dunkel und kalt. Er fühlte sich einsam und allein gelassen. Doch so hatte er sich schon immer gefühlt. Dies war ihm aber erst vor ein paar Jahren aufgefallen. Damals hatte er gedacht, dieses Gefühl wäre normal.
Er lachte hohl auf. Normal. Er war echt eine arme Schlange. Er hatte viel zu früh erleben müssen, was es heißt, allein und einsam zu sein. Genaugenommen seit dem er laufen und sprechen konnte.
Er ließ sich an der Wand hinunterrutschen, zog die Beine an und vergrub sein Gesicht in seinen Händen.
***
Sie ließ sich vom Wind das Haar zerzausen und sich die Schneeflocken ins Gesicht wehen. Sie liebte den Winter, wenn er so war. So weiß, dass alles aussah, als wäre es mit feinem Puderzucker überdeckt. Es musste nicht kalt oder nass sein. Nein, aber der Schnee könnte für sie die ganze Zeit so liegen bleiben.
Sie schaute hoch zu den Bäumen. Kleine Eiszapfen hatten sich gebildet und hingen wie Kristalle von den Ästen. Sollten sie für manche bedrohlich wirken, fand sie sie einfach wunderschön. Sie hauchte in die Luft und schaute interessiert zu, wie ihr Atem kondensierte und in die Luft stieg. Dann kicherte sie. Warum? Das wusste wohl keiner.
Hermine Granger war einfach gut drauf und zeigte es den anderen. Nach einem gelungenen Weihnachtsfest, hatte sich die Familie erneut versammelt und spazierte durch einen nahegelegenen Wald.
Ich frage mich, wie der Verbotene Wald im Winter von Innen aussieht., dachte sie und schaute angestrengt in die Ferne. Sie versuchte sich den Wald an ihrer Schule vorzustellen. Doch etwas hielt sie davon ab. Es war wohl die Magie. Nicht die, wie sie Hexen und Zauberer besaßen.
Nein, es war schlicht und einfach diese Art, die die Menschen verzauberte. Durch ihre nicht selbstverständliche Art. Mochte der verbotene Wald zum Beispiel noch so angsteinflößend sein, hatte er dennoch etwas Schönes und besonderes. Sie lächelte. Würde Voldemort nichts existieren, wären nicht so viele dunkle Gestalten unterwegs und desto sicherer und schöner würde der Verbotene Wald noch sein.
Es würden Zentauren und Einhörner on maß dort rum laufen und vielleicht, zumindest erhoffte sich dies ein kleiner Teil von ihr, wäre er sogar heller. Ein noch größerer Teil von ihr, so zu sagen der Rest, wünschte sich nichts mehr als das. Sie wusste, dass sie es schaffen konnten, doch gleichzeitig würden sie ein großes Opfer bringen müssen.
Wie viele ihrer Freunde würden das Leben verlieren? Würde sie es? Sie wagte gar nicht daran zu denken. Doch eins war sicher. Wenn sie ihr Leben geben musste, für den Traum, eine bessere und schönere Welt zu bekommen und vielleicht auch für einen Freund zu retten, dann würde sie dies tun.
Ohne Zweifel. Denn die nächste Generation sollte in Frieden nebeneinander leben könne, ohne in derselben Angst, wie sie und all ihre Mitmenschen, leben zu müssen.
Sie seufzte auf und im selben Moment traf ein Schneeball unerwartete auf ihren Oberarm. Erschrocken wirbelte sie herum und sah ihre Cousine, die sich vor Lachen den Bauch hielt, einige Meter entfernt. Hermine grinste und bückte sich. Ihre Hände berührten den eiskalten Schnee, doch es machte ihr nichts aus.
Wie Pulver und doch perfekt für einen Schneeball. Innerlich rieb sie sich die Hände. Man hatte sich mit ihr angelegt, also musste man auch den Preis dafür zahlen. Sie holte aus und warf. Mit einem dumpfen Schlag traf er ihre Cousine, die Hermine erstaunt ansah.
„Ja, Kusinchen, ich kann mittlerweile perfekt werfen.", rief sie ihr rüber und wurde unvorbereitet von hinten zu Boden gestürzt. Lachend drehte sie sich um, nur um in das Gesicht ihres Cousins zu blicken, der genießerisch grinste. Er liebte es einfach, wenn andere ihm unterlegen waren.
Doch Hermine war nicht irgendeine. Um genau zu sein war sie Hermine Jane Granger, Hexe auf Hogwarts und in Gryffindore, dass Haus, das für Mut und Tapferkeit galt. Ach und ja, bevor sie es vergas. Sie war die beste Freundin eines gewissen Harry Potters, der von Voldemort seit seinem elften Lebensjahr, dass auch ihres gewesen war, verfolgt wurde und sie somit all seine Abenteuer hautnah miterleben dürfte.
Mit einer gekonnten Bewegung schlug sie ihrem Cousin ausreichend Schnee ins Gesicht. Er viel orientierungslos zurück in den Schnee und rieb sich das Gesicht. Lachend stand Hermine auf und stemmte ihre Hände in die Hüfte.
„Regel Nummer eins.", sagte sie. „Leg dich nie mit einem Gryffindore an, Dave."
Ihr Cousin sah sie von unten her an, stand auf und schüttelte lachend den Kopf.
„Hermine, Dave, kommt schon.", schrie Jane Granger und winkte den beiden zu. Lachend setzten sich die Kinder in Bewegung und schlenderten durch den Schnee.
Hermines Blick schwang hinauf zum Himmel, wo ein Vogel gerade seine Bahnen zog. Einer. Er sah einsam aus. Doch darüber machte sie sich keine Gedanken mehr, als man sie an der Hand packte und sie lachend mit fort zog. Der Tag, die Ferien, waren einfach zu schön, um sich schlechte Gedanken zu machen. Dafür hatte sie auch noch in Hogwarts genügend Zeit. Zu erst wollte sie einfach die restlichen Tage genießen…
Und? Lob oder Kritik? Lasst mich wissen, was ihr von diesem Chap haltet.
