Slytherins und Gryffindors

Bellatrix war eine sehr unsympathische junge Dame. Dass hatte er gewusst, seit seine Augen in der Schule dass erste Mal auf sie gefallen waren. Und doch hatte sie sich an seine Gruppe von Freunden gehängt wie ein Blutegel, um sicherzustellen, dass sie niemals von irgendetwas ausgeschlossen wurde. Dies war ziemlich einfach für sie zu bewerkstelligen in Anbetracht der Tatsache, dass ihre ältere Schwester die Partnerin des Rädelsführers aus Slytherin war. Narcissa, die Süßigkeit für das Auge jedes Jungen in ihrem Haus war der Preis und die Trophäe von niemand anderem als seinem guten Kameraden Lucius Malfoy gewesen. Lucius leitete die Gruppe von Jungen (und Mädchen) mit einer eisernen Hand. Alle fürchteten ihn an der Schule, wenn auch nicht zu hause, wo er lebte. Sein weißes Haar war nach hinten geklatscht und bis zu den Schultern zurück geschnitten. Es war gut gepflegt und gab seinen dunklen Augenbrauen so viel Gewicht, dass es die Illusion hervorrief, dass Malfoy immer wütend und spöttisch in die Welt um ihn herum starrte. Es war wahr: Lucius war nicht die netteste und gelassene Person. Severus würde das wissen.

Narcissa war genau wie ihr Freund. Sie verbrachte ihre Zeit damit, über die Kleidung der Mädchen aus Gryffindor herzuziehen und den Rest davon damit, ihre Bluse soweit abzurollen, wie sie es wagen konnte, ohne dass Professor McGonagall sie mied und ihr Nachsitzen aufbrummte. Severus kümmerte sich nicht um einen von ihnen, und wenn es nicht Lucius gewesen wäre, der diese Gruppe anführte, dann wäre wahrscheinlich alles so geblieben, wie es war, als er Hogwarts zum ersten Mal betreten hatte. Das erste Schuljahr war ein sehr einsames Jahr gewesen (doch ruhig und ereignislos, zwei Tugenden, die er sehr zu seinem Vorteil nutzte). Er war in so viele Bücher über die Dunklen Künste versunken, dass der Lehrer für Verteidigung gegen die dunklen Künste ihn mit all den Zutrittsberechtigungen für die Verbotene Abteilung versorgt hatte. Professor Klien, sehr beliebt bei den Slytherins, hatte ihm so viele Gelegenheiten gegeben. Es war ein kalter, dunkler Junitag, als er zu seinem Lehrer gerufen und ihm das größte Angebot seines Lebens gemacht worden war.

„Hey! Severus!" Severus wurde wieder von der gedehnten Stimme Malfoys aus den Gedanken gerissen. Er sah dasselbe Bild, das sich bei jedem Mittag- und Abendessen, das sie zusammen einnahmen, vor ihm abspielte. Natürlich war das Bild dieses Mal lebhafter, was auf die Tatsache zurückzuführen war, dass es das erste seit ihrer Rückkehr aus den Osterferien war. Es waren diese Ferien gewesen, in der alle aus Malfoys Gruppe bewiesen hatten, dass sie gut ausgesuchte Rekruten Sampsons waren. Und ihres Lords. Narcissa saß auf Malfoys Knie, ihre Bluse kaum unter dem großen Pullover zu sehen, den ihr Professor Hall während Zaubertränke hatte anziehen lasen („Ein Mädchen sollte angezogen sein" Angezogen, Kind!"). Malfoy schenkte seiner Freundin kaum Beachtung, als er versuchte, Severus Aufmerksamkeit von seinen Tagträumen abzulenken. Neben Sirius saßen die Gebrüder Lestrange, beide so jung wie Bellatrix. Dann Crabbe und Goyle, die zwei großen Brutalos, die jedem Probleme machen würden, der der Gruppe im Weg stand. Dann Nott, ein schleimig aussehender Idiot, der sich einst mit Severus angefreundet und in dann in die Gruppe geholt hatte.

Severus erinnerte sich noch an den Tag, an dem Nott ihn unter seine Fittiche genommen hatte, und ihn eingeladen hatte bei ihm und seinem großartigen Anführer Lucius Malfoy zu sitzen. Bald waren Severus und der König aller Slytherins gute Freunde und Nott blieb wie ein verlassener Hund, bei ihnen, dem Stückchen zu geworfen wurden, wenn viel da war. Severus tat Not nicht Leid. Wenn Nott die Spur einer eigenen Persönlichkeit hätte, würde er nicht immer um die von Lucius betteln. Es war diese Sorte Menschen, die schwach und tot enden würden, wenn dieser Krieg einmal vorbei war. Die, die einen Berg erklommen, nur um im Glanz der Sonne zu baden, anstatt sich selbst zu Ehre zu bringen. Dann, natürlich, saß Bellatrix gegenüber von Nott, allerdings ohne dem verletzten Idioten irgendeine Aufmerksamkeit zu schenken. Sie starrte auf die Lestranges. Severus hatte, obwohl er Bellatrix verachtete, einen gewissen Respekt für sie entwickelt. Er hatte in diesen Ferien gesehen, wie sie fünf erwachsene Männer getötet hatte. Fünf erwachsene Männer.

Bellatrix war noch immer ein kleines Mädchen.

„Snape, Lust auf ein bisschen Spaß?" Lucius lachte, als Narcissa in kitzelte und er schüttelte sich. Lucius lachte niemals, außer seine Trophäe unterhielt ihn. Severus dachte es sei elementar und erwachsen, um es so zu sagen.

„Was hast du vor?", fragte Severus als er sein Buch zuschlug.

Lucius lachte und sah zu Rabastan Lestrange. „Siehst du das? Überlass es Snape, sich so zu verhalten, als hätte der Dunkle Lord selbst ihm Anweisungen oder irgendetwas gegeben. Sieh ihn dir an! Immer ernst und alles!"

„Es freut mich herauszufinden, dass es dir Spaß macht, meine Geduld auszutesten", sagte Severus, ein kleines schnelles Lächeln erschien auf seinem ziemlich ausdruckslosen Gesicht. „Was hast du vor?"

„Schau!" Lucius zeigte auf etwas hinter Severus, wo die anderen Tische der Großen Halle lagen. „Dein Freund da drüben, sieht so aus als hätte er eine gute Zeit."

Severus drehte langsam seinen Stuhl um zum Gryffindortisch zublicken und zu sehen, worauf Lucius deutete. Sobald er die Szene sah fühlte er sein Herz erstarren. Dort war ein Junge, einer den er mehr hasste als Nott, der ein rothaariges Mädchen auf seinem Schoß hatte und mit einer verachtungswürdigen … Kreatur herumalberte. Das Haar der Kreatur war genau so, wie er es aus dieser Nacht in Erinnerung hatte. Abgesehen davon, dass es in dieser Nacht mit Blut bedeckt gewesen war und, dass es den ganzen Körper des Monsters bedeckt hatte. Jetzt war dieser Dämon verhüllt und in einem menschlichen Körper verkleidet. Aber es war nichts weniger als ein dreckiges Tier ….

Und doch war da dieses Ding…das genauso normal und glücklich redete wie er und seine Freunde. Mit denselben Privilegien, denselben Ehren die ein Reinblüter wie er hatte. Das war es wofür sie kämpften. Diese bösartigen Wesen waren keine Menschen. Sie waren kein Teil ihrer Welt. Und doch hatten gute Zauberer, vor so vielen Jahren, Mitleid mit diesen Dingern entwickelt. Genau wie der Junge, der jetzt mit demselben Respekt zu dem Mädchen und diesem Geschöpf redete, mit dem er sich mit seinen Reinblüter Freunden unterhalten würde. Wenn die Welt auf diese Weise weiter bestand, dann würde alles, wofür ihre Vorfahren gekämpft hatten untergehen, zusammen mit ihrem verdorbenen Blut.

Wie konnte es dieser Junge wagen … dieser Verräter … „Sieht so aus, als wäre Potter etwas gewachsen, hm?" sagte Nott vom Ende des Tisches. „Ich hab ihn noch nie so verliebt in ein Mädchen gesehen."

„Er hatte jede Woche eine Neue", sagte Narcissa eingeschnappt. Sie schmiegte sich enger an Lucius und spielte mit seinen langen Haaren. „Sie waren alle genauso hässlich wie die, die er jetzt hat."

„Er hat die jetzt schon eine ganze Weile", meldete sich Bellatrix zu Wort, auf den Klatsch ihrer Schwester einsteigend. „Sie ist eine kleine Hexe."

„Wie heißt sie gleich wieder?" fragte Narcissa Lucius, um zum wesentlichen zu kommen.

„Evans", zischte Severus und legte sein Buch auf den Tisch. „Lily Evans, ein Schlammblut."

„Schaut, ihr müsst etwas verstehen", sagte Lucius, als er sich zu Rabastan drehte, „Severus hat diese Besessenheit mit Potter. Hasst seine Gruppe, oh ja."

„Tja, würdest du ihn nicht auch hassen, wenn er mit dir getan hätte, was er mit ihm im fünften Jahr gemacht hat…"Snape funkelte böse zu Bellatrix und die kleine Idiotin ließ sich leise wieder in ihren Stuhl sinken und sagte kein Wort mehr.

„Ja, dann ist da natürlich noch die Geschichte vom letzten Herbst", war Nott ein. „Ha. War das knapp, Snape, oder was?"

„Was ist passiert?" sagte Narcissa, zwischen Küssen mit Lucius. „Erinnerst du dich nicht?" sagte Lucius und drückte sie für einen Moment weg. „Snape dachte, es wäre klug, das Dunkle Mal über Hogwarts heraufzubeschwören. Und dieser Potter Junge entschied sich dafür, ein Held zu sein. Also hat er ihn verpfiffen."

Snapes Augen schossen für einen Moment zu Lucius. Was? Potter hatte ihn verpfiffen?

„Jep, aber er wurde nicht geschnappt", Nott lachte genauso dumm wie er war. „Dank Malfoy."

„Gern geschehen, Mann", sagte Lucius und nickte Snape zu.

Severus gab es nicht zurück. Er griff einfach nach seinen Büchern und stand auf. Er konnte nicht mehr von diesen Demütigungen ertragen. Bei jedem Abendessen fanden sie jemandem mit dem sie ihre Späße trieben, sie pieksten ihn mit einem Stock, bis er zu bluten anfing. Severus war niemand, den dieses Spiel begeisterte, und eine ein Wort entschuldigte er sich selbst vom Essen.

Die Schüler aus Gryffindor, die seine Freunde beobachtet hatten, zerstreuten sich jetzt. Dieser Schmutz eines Schlammbluts, Evans hatte sich zum anderen Ende des Tisches begeben, mit dem Tier und einem kleineren Tier. Sie hatten den ersten Jungen allein gelassen, zusammen mit einem neuen Gesicht.

Einen, den er mit derselben Leidenschaft hasste, mit der er James Potter hasste.

Er spürte wie ihn seine Füße näher und näher zum Tisch trugen und schließlich fühlte er, wie seine Faust den Hinterkopf von Potter traf.

WUMM!

Er beobachtete mit waschender Wut wie der wimmernde reiche Junge zu Boden fiel. Der zweite Junge stand, sein Zauberstab deutete direkt auf den Angreifer seines Freundes. Aber Severus war es egal. Oh nein. Das ging Potter kleinen Schoßhund nichts an. Das ging ihn und den kleinen, gefeierten Jungen des Quidditchfeldes etwas an.

„Du hast es ihnen erzählt, Potter, oder nicht?" Zischte Severus als Potter versuchte, seine Umgebung wahrzunehmen.

„Was?" Sagte Potter und kämpfte sich auf die Beine.

„Du hast ihnen von Klien und mir erzählt!", fauchte er, „du hast Dumbledore erzählt, dass du mich it Klien gesehen hast. Redend."

„Wir haben dich alle gesehen!" Bellte Potters Freund während er seinen Zauberstab fester umfasste. „Ich wette das war der aufregendste Moment in deinem Leben, als dir gesagt wurde, dass du einer von Voldemorts Anhängern werden könntest, du kleiner Schleimball."

Severus erstarrte und drehte sich jetzt zu dieser größeren, steiferen und dunkleren Person um. Sein Hass loderte noch stärker, als er seinen neuen Gegner mit Blicken durchbohrte. Er spürte, wie sich seine Nägel in seine Handfläche bohrten und er öffnete den Mund, und mit kontrollierte Stimme, seine Brutalität mit Stärke und Mut zurückhaltend, zischte er: „Und ich wette, es war der aufregendste Moment in deinem Leben, als du mich zu dem Werwolf geschickt hast."

Dieser Junge war genau wie diese Mitleidsvollen Gutmenschen, die die regeln gemacht hatten, Wesen, die keine Zauberer waren, nach Hogwarts zu lassen. Dieser Junge folgte wie tausend andere blind Helden von Gerechtigkeit und allen guten Dingen. Es machte ihn krank. Sie konnten nicht alleine denken, selbst, wenn sie es versuchten. Ihre Augen waren so auf die Ehren Medaille fixiert, dass sie nicht sahen, worum es in der Welt wirklich ging. Diese blinden Idioten.

„Sirius…" warnte Potter seinen Freund. Nach diesem letzten Kommentar, verdunkelte sich der Blick des zweiten Jungen, Sirius genannt, und er kam Severus in Abscheu und Verachtung gleich.

„Du hast mich gehört", sagte Severus, jetzt sehr zufrieden mit sich selbst. Es gab nichts, dass Sirius jetzt tun konnte. Dieser Tyrann hatte ihn immer herumgeschubst, seit sie sich im ersten Jahr über den Weg gelaufen waren. Sirius Black hatte sein Leben bedroht, hatte ihn vor ihren Klassenkameraden kopfüber aufgehängt, hatte ihm unzählige Male Nachsitzen eingebracht, und hatte dann schließlich versucht ihn zu töten. Und nach dem Versuch hatte Sirius Black Severus geschworen, dass er ihn töten würde. Aber Potter war zu etwas nützlich. Solange Potter, das er sich nicht auf diese unzivilisierte Weise, die den Blacks eigen war, benehmen sollte, würde Sirius ein guter kleine Schoßhund sein und ihm kein Haar krümmen.

„Dieser verrückte Freund von euch wird sterben", stieß Severus hervor und nickte mit seinem Kopf in die Richtung des dritten Gryffindor Jungen. Dieser Junge war sich der Konfrontation, die hauptsächlich wegen ihm stattfand, nicht bewusst. Allerdings war er nicht wirklich ein Junge. „Dafür werde ich sorgen."

„Das wäre einfacher, wenn du keine Angst vor ihm hättest", sagte Potter und Severus blickte wieder auf seinen am Boden liegenden Gegner. Potters Zauberstab deutete nun auf ihn, und bevor er wusste, was geschah, flog ihm essen ins Gesicht. Severus stolperte zurück und starrte Potter wütend an. „Und ich schulde dir ÜBERHAUPT NICHTS, du eingebildeter Idiot!", fauchte er, bevor er zu seinem eigenen Tisch zurückkehrte. Zurück in seiner eigenen Welt, wo die freien und abscheulichen Ideen von Blutsverrätern, Schlammblütern und Monstern außer Frage standen.

Idioten. Sie waren alle Idioten.