Hier nach ewiger Wartezeit das zweite Kapitel. Kapitel 3 ist ebenfalls schon fertig, bei vielen Reviews gibt es das auch bald. Übrigens möchte ich anmerken, dass durchaus Unterschiede zum Epilog auftauchen können. So ist Ted in Band 7 am Bahnhof, um Victoire 'zu verabschieden', d.h. sie hat noch ein Jahr auf Hogwarts vor sich. Hier ist sie allerdings bereits fertig. ;)

Chapter 2 – The new Sorting Hat

James, Noah und Helena gingen in die andere Richtung, direkt auf die pferdelosen Kutschen zu. Der Potter-Nachkömmling wandte sich nun dem Hufflepuff zu und grinste; die Lovegood-Zwillinge gehörten wohl zweifelsohne zu seinen besten Freunden in Hogwarts und Noah war ein Kamerad und Verbündeter. Tatsächlich waren sich die beiden ziemlich ähnlich, sie vergnügten sich gerne und ließen die Regeln manchmal auch außer Acht. „Wo warst du vorhin im Zug?", fragte James seinen Freund und Noah rollte mit den Augen. „Ich hab euch gesucht", meinte er. „Schwesterherz war ja plötzlich verschwunden und bis ich euer Abteil gefunden hatte, waren die Mädchen schon wieder am Abhauen und ich habe nur noch einen Jungen gesehen, der sagte, ihr seid da gewesen. Übrigens; froh, deinen Bruder in Hogwarts zu haben?", fragte er mit einem Grinsen im Gesicht und James ließ ein genervtes Stöhnen hören. Während sie in die Kutsche kletterten, warf er einen Blick über die Schulter, doch die Erstklässler waren wohl schon mit Hagrid in Richtung des Schwarzen Sees verschwunden. „Wie waren die Ferien?", fragte er Noah beiläufig, nachdem sie sich gesetzt hatten. „Oh, abgesehen davon, dass ich eine ansteckende Krankheit bekommen habe und eine Salbe aus gekochten Nargeln mich vor dem St.Mungo gerettet hat? Ganz wunderbar", meinte er sarkastisch. „Wer war der Junge vorhin im Zug? Der, der mir gesagt hat, ihr wärt da gewesen?" „Albus", gähnte James, „mein Bruder. Dann war vorher noch Rose da, Rose Weasley, unsere Cousine." „Ja, und sie ist verwandt mit Mad-Ear! James ist mit ihm verwandt!", warf Helena aufgeregt ein und doch schien Noah nicht halb so aufgeregt deshalb zu sein wie sie. Er hatte von Lunas Erziehung eindeutig weniger abbekommen als seine Schwester; diese hatte eines mit ihrer Mutter gemein: Beide zeigten eine ungeheure Begeisterung für völlig uninteressante und banale Dinge.

James gähnte; er wartete geradezu darauf, dass sich die Kutsche in Bewegung setzte, als die Tür aufging und erneut ein bekanntes Gesicht eindrang: wieder war es das von Teddy Lupin, der heute raspelkurze, dunkelblonde Haare trug. Reflexartig schoss dem Jungen ein Gedanke in den Kopf; sollte er Ted fragen, was er mit dem Schulleiter besprochen hatte? Vielleicht würde ihm dies dabei helfen zu erraten, wo er dessen Stimme bereits einmal gehört hatte... Noch immer fragte er sich, ob Bran vielleicht eben jener Schulleiter aus dem Lehrerabteil war; doch noch nie hatte er diesen Namen gehört und so verwarf er diese Idee wieder. Doch wer verbarg sich dann dahinter und warum war Teddy überhaupt hier? „Oh. Entschuldigung." Teds Stimme kam erst verzögert in sein Bewusstsein und noch ehe er auch nur eine einzige seiner Fragen stellen konnte, war der Metamorphmagus auch schon wieder verschwunden.

„Weißt du, wer das war?", hörte er Helenas Frage in seinem Ohr, doch antworten konnte er nicht mehr darauf. Stimmen waren von draußen zu hören; eine war die von Ted und die andere offensichtlich die des Mannes aus dem Lehrerabteil; der Mann mit den dunkelbraunen Haaren und der dunklen Kleidung. „Bist du sicher, dass du das tun willst, Ted?", fragte der Mann und sofort war Teddy Lupins Antwort zu hören. „Wenn nicht, dann wäre ich jetzt nicht hier, nicht wahr? Hör zu, ich habe mich angeboten und dabei bleibt es. Aber du, du solltest dir das noch einmal überlegen, Bran. Du musst dich da nicht einmischen, einer allein reicht dafür -" – „Nein, tut er nicht! Du bist dir der Gefahr nicht bewusst, Ted. Das ist kein netter Abenteuerurlaub für dich und Mademoiselle Weasley. Hier geht es um weit mehr als du dir vorstellen kannst!"

Mehr bekam James von dem Gespräch nicht mit, denn die Kutschen hatten sich in Bewegung gesetzt. Auch Noah und Helena hatten es wohl mitbekommen, und Helena war wohl auch der Name Bran aufgefallen. Das war also derjenige, dem Ted versprochen hatte, nichts zu sagen. Er hatte sich für etwas angeboten und Bran war sich nicht sicher, ob er es allein schaffen konnte... Doch was war diese Aufgabe, für die Teddy ausgewählt worden war? Ein ratloser Blick von den Zwillingen verriet ihm, dass keiner in der Kutsche einen Verdacht hatte, was dies bedeutete. „Wer ist dieser Bran?", fragte Noah und James zuckte mit den Schultern. Warum war Albus jetzt nicht bei ihnen? Sein kleiner Bruder las so gut wie jedes Buch und wenn Bran irgendein bekannter Zauberer war – was James aufgrund des geringen Alters des Mannes für unwahrscheinlich hielt – dann würde Albus es wissen. Naja, nur noch eine halbe Stunde Geduld und es war soweit. Langsam rollten die pferdelosen Kutschen den Weg zum Schloss hinauf...

Albus lief eilig hinter Hagrid her; immer darauf bedacht, Schritt zu halten. Es dauerte nicht lange und die Gruppe der etwa dreißig Erstklässler hatte den See erreicht. Sechs kleine und ein größeres Boot waren in Ufernähe platziert, bereit um bestiegen zu werden. Hagrid selbst nahm sich das große Boot und füllte es schon allein aus. Albus sprang sofort in das Boot, das dem des Wildhüters am nächsten war. Ihm folgten zwei Jungen, von denen einer mausbraunes und der andere strohblondes Haar besaß; ein dunkelhaariges Mädchen und Scorpius Malfoy. Die Boote setzten sich in Bewegung und dem Jungen fiel auf, dass die Boote offensichtlich verzaubert worden waren: Von außen wirkten sie viel zu klein, als dass sie mehr als zwei Personen tragen könnten, doch der Innenraum schien weit geräumiger zu sein. „Na, schon aufgeregt?", sprach ihn nun Hagrid von dem großen Boot aus an, das seinem am nächsten war. Er nickte und blickte zu dem gewaltigen Mann auf, senkte den Blick dann jedoch wieder auf die Wasseroberfläche. Hatte er gerade etwas von der Dunkelheit des Sees aus funkeln sehen? Sicher hatte er sich dies nur eingebildet. Doch viel Zeit, um darüber nachzugrübeln, blieb ihm nicht. Zu schnell bewegten sich die Boote über das Wasser und der Elfjährige fragte sich sogleich, von wem oder was sie angetrieben wurden – konnten Thestrale auch schwimmen?

„Hagrid?", versuchte er die Aufmerksamkeit des Halbriesen auf sich zu lenken, ohne dass die anderen im Boot allzu viel davon mitbekamen. Vorsichtig lehnte er sich aus dem Boot und wäre beinahe ausgerutscht, doch sein Griff war fest und seine Füße blieben auf ebenso solidem Grund. „Kannst du mir sagen, ob du einen Bran kennst?", fragte er ihn fast schon schüchtern, als ihm Teds Worte von vorhin wieder einfielen. Hagrid blickte ihn ein wenig überrascht an; eine seiner buschigen Augenbrauen schien ein Stück nach oben zu wandern. „Du meinst doch nicht etwa Bran Corey?" – „Ja, kann sein, aber wer ist-", setzte Albus an, doch abrupt verstummte er. Ein neugieriges, bleiches Gesicht war in Hörweite gekommen. „Hallo, Potter", begrüßte ihn die nun nur noch halb so arrogante Stimme von Scorpius Malfoy. Natürlich, nun waren keine Slytherins in der Nähe, vor denen er seine Familienehre wahren musste. Doch Albus war nicht der Typ, der besonders nachtragend war, und so hatte er Scorpius' provozierendes Verhalten im Hogwarts-Express bereits wieder vergessen.

„Hallo, Scorpius." Im Gegensatz zu dem Blondschopf begrüßte ihn Albus mit dem Vornamen und der Sohn Draco Malfoys konnte ein Schmunzeln nicht unterdrücken. Jedoch sagte er nichts, was dem Lärmpegel allerdings keinen Abbruch machte. Nicht nur, dass aus den anderen Booten reichliche Gespräche herauszuhören waren; das dunkelhaarige Mädchen gesellte sich nun ebenfalls zu den Jungs, so dass Albus das Gespräch mit Hagrid vorerst wohl komplett vergessen konnte. Doch die Enttäuschung darüber wollte er sich nicht anmerken lassen; lächelnd begrüßte er das Mädchen und selbst Scorpius konnte sich zu einem mehr oder weniger freundlichen ‚Hallo' durchringen. Das Mädchen jedoch schien nicht annähernd so schüchtern und zurückhaltend zu sein. „Hey, ich bin Tracey", schoss sie gleich drauf los und noch ehe auch Albus sich vorstellen konnte, fing das quirlige Mädchen gleich wieder an zu reden. „Ich glaube, ich komme nach Ravenclaw; meine ganze Familie war da. Und ihr? Wie heißt ihr?", fragte sie nun mit forderndem Blick, als ob sie bereits seit Minuten auf eine Antwort wartete. „Scorpius Malfoy", brummte eben dieser neben Albus und er war darüber so überrascht, dass sein dahingemurmeltes „Albus" beinahe unterzugehen schien. Doch Tracey musste es gehört haben, denn sogleich fing sie wieder an zu sprechen. „Albus? Wie Albus Dumbledore?" Al nickte und er war froh, nicht auch noch seinen Nachnamen verraten zu haben, sonst hätte er wohl ein Interview über seinen Vater geben müssen. Doch zu seinem Glück kam Tracey nicht dazu, weitere Fragen zu stellen. Die Boote waren auf der anderen Seite des Sees angekommen.

Den Erstklässlern bot sich ein beeindruckender Anblick. Für die älteren Schüler mochte es vielleicht nicht mehr ganz so interessant sein, doch nach einer Fahrt über den Schwarzen See kam einem Hogwarts bei Nacht noch viel imposanter vor als sonst. Die Lichter, die vom Schlossinneren nach außen schienen, waren nur schwach und Albus konnte keines der Fenster der Großen Halle zuordnen. Dennoch war es auf dem Vorplatz, auf dem sie sich nun befanden, hell genug, um die nähere Umgebung problemlos erkennen zu können. Der Weg, der von Hogsmeade hinauf aufs Schloss führte, lag auf der anderen Seite des Schlosses und so würde Albus seinen Bruder wohl frühestens bei der Auswahlzeremonie wieder sehen.

„Corey ist noch nicht da... Wo steckt der Kerl bloß?", hörte der junge Potter den Wildhüter murmeln. Plötzlich fiel ihm ein, dass er noch nichts über eben jenen Bran Corey erfahren hatte und dies schleunigst nachholen sollte. Instinktiv sah er sich nach Tracey, dem Mädchen aus dem Boot, um, doch sie schien bereits in ein Gespräch mit einem großen, blonden Jungen vertieft zu sein. Beruhigt trat der Elfjährige zu Hagrid hinüber. „Hagrid? Du wolltest mir noch erzählen, wer dieser Bran ist... Bran Corey." „Wie kommst du überhaupt darauf?", war nur die kurze Antwort des Halbriesen und Al seufzte. „Bitte, Hagrid." „Tut mir Leid, aber viel kann ich dir auch nicht sagen. Alles, was ich weiß, wirst du noch früh genug erfahren, glaub mir." Zufrieden war Al mit dieser Antwort nicht – doch er kannte Hagrid gut genug um zu wissen, dass er ihm liebend gerne mehr erzählt hätte, wenn er gekonnt hätte. Doch in diesem Falle musste er sich damit einfach zufrieden geben.

„Hagrid!", unterbrach plötzlich die Stimme eines Mannes das holprige Gespräch. „Tut mir Leid, dass es so lange gedauert hat." „Kein Problem", meinte Hagrid nur und warf Albus einen viel sagenden Blick zu, den dieser sofort richtig deutete. Das musste also Bran Corey sein; dieser Mann sah tatsächlich so aus, als könne er mit Teddy Lupin befreundet sein. Albus hatte weder die Begegnung im Zug noch Teds Gespräch mit Bran vor der Kutsche mitbekommen und so kannte er Corey bisher nur vom Namen. Wahrscheinlich hätte er sich diesen Mann so oder so ähnlich vorgestellt, doch er war sich sicher, ihn nie gesehen zu haben. Wer auch immer Bran Corey war, er tauchte nicht in einem wichtigen Buch auf, das Al gelesen hatte. Auch in keinem der Schulbücher wurde er erwähnt...

„Kommt bitte mit", erklang nun die helle Stimme des Mannes, der sich soeben in Bewegung gesetzt hatte. „Ich werde euch nun in die Große Halle führen, wo ihr in eure Häuser eingeteilt werdet. Willkommen in Hogwarts."

James bekam währenddessen von alledem nichts mit und hatte auch schon fast das mitgehörte Gespräch von Ted und diesem Bran vergessen. Die gesamte Fahrt hoch zum Schloss hatten sie damit verbracht, über die Ferien und andere wichtige Dinge zu sprechen. Noah empörte sich darüber, dass England die Qualifikation für die Quidditchweltmeisterschaft nächsten Sommer nur knapp erreicht hatte, Helena erzählte von diversen Gerüchten, wer der neue Schulleiter sein würde (diese Gerüchte waren natürlich allesamt im Klitterer veröffentlicht worden), und James berichtete ausführlich von dem Mann im Zug, welcher wohl eben dieser Bran war, der vorhin mit Teddy Lupin gesprochen hatte. So hatten sie das Ende des kurzen Weges schneller erreicht, als sie erwartet hatten, und während sie ausstiegen und den gewohnten Weg ins Innere des Schlosses liefen, murmelten sie noch immer. Erst als sie die Große Halle erreicht hatten, verstummten sie vorerst und suchten sich ihre Plätze. Noah verabschiedete sich von seiner Schwester und James und machte sich auf in Richtung der Hufflepuffs, während der Schwarzhaarige gemeinsam mit Helena zwei Plätze bei den Gryffindors suchte.

Sein Blick schweifte sofort hinüber zum Lehrertisch, doch es waren noch einige Plätze frei. Ganz in der Mitte stand wie immer der große Stuhl des Schulleiters, der im Moment jedoch nicht besetzt war. Links daneben war ebenfalls ein freier Platz, während auf der rechten Seite ein Mann mit kurzem braunem Haar saß, welches an der einen oder anderen Stelle bereits einige graue Strähnen aufwies. Neben diesem Lehrer saß eine bekannte Gestalt – Neville Longbottom, welcher dieses Jahr zum ersten Mal in Hogwarts unterrichten sollte. Zwei Plätze links des Schulleiterstuhls, direkt neben dem freien Platz, wurde ein weiterer großer Stuhl soeben von Rubeus Hagrid besetzt, der auch als Wildhüter weiterhin an den Festlichkeiten teilnahm. Am rechten Rand des Tisches war Firenze der Zentaur zu sehen, der sonst nur sehr selten in die Halle kam und den Blick sehnsüchtig nach oben richtete und die verzauberte Decke anstarrte, welche den Sternenhimmel zeigte. Links von Firenze saß Gary Brucks, der seit Slughorns Abtreten vor Jahren Zaubertränke unterrichtete. Eine etwas korpulentere, rothaarige Frau saß links neben Hagrid; sie war James ebenfalls noch unbekannt. Das letzte neue Gesicht der Runde bildete eine weitere Dame, die bereits ziemlich in die Jahre gekommen zu sein schien; sie schien mindestens so alt wie Hagrid zu sein.

„Wer das wohl alles ist? Was die unterrichten werden?", fragte er nun Helena, doch die schien nicht ganz so ratlos zu sein wie er. „Das da ist Wilhelmina Raue-Pritsche", meinte sie mit einem Nicken zu der älteren Dame. „Mum hatte vor kurzem ein Interview mit ihr über Nargel. Sie übernimmt wohl Hagrids Posten, aber sie ist verrückt. Sie ist eine von denen, die noch immer nicht wahrhaben wollen, dass es Nargel tatsächlich gibt." James zog kurz die Augenbrauen hoch. „Ah ja. Und wer ist das?", fragte er und machte deutlich, dass er den Mann mit den grauen Strähnen meinte. „Ich weiß seinen Namen nicht,", meinte Helena, „aber ich weiß, dass er nicht Zauberkunst unterrichtet. Das ist der Job der einen rothaarigen Frau. Sie ist echt bekannt, weißt du? Anna Francis. Sie hat irgendeinen Spruch erfunden, der Blei in Gold verwandelt... Oder umgekehrt? Ich weiß es nicht mehr." „Blei in Gold. Ganz sicher? Ich glaube, du verwechselst da was." „Nein, ganz sicher, das ist -"

„Dürfte ich um eure Aufmerksamkeit bitten?", unterbrach sie plötzlich die tiefe, beruhigende Stimme eben jenes Mannes, den er im Lehrerabteil des Zuges gehört hatte und den Bran als Schulleiter bezeichnet hatte – McGonagalls Nachfolger. Sofort blickte James zum Lehrertisch und wirkte sofort überrascht. Das war tatsächlich – „Kingsley Shacklebolt!", flüsterte Helena aufgeregt. „Der ehemalige Zaubereiminister!" Ja, es war Kingsley Shacklebolt – ehemaliger Mitkämpfer gegen Voldemort, früherer Zaubereiminister und nun Schulleiter von Hogwarts. „Ich möchte euch das diesjährige Lehrerkollegium vorstellen. Adam Trust wird von nun an Verwandlung unterrichten und somit auch den Posten des Hauslehrers von Gryffindor übernehmen." Der Mann mit den grauen Strähnen stand kurz auf und erntete Beifall. „Anna Francis" – der Beifall ging bei ihr schon jetzt los – „ist die neue Lehrerin für Zauberkunst. Außerdem wird sie für die Geschicke des Hauses Ravenclaw verantwortlich sein. Neville Longbottom wird indes den Posten des Hauslehrers von Hufflepuff übernehmen und außerdem das Fach Kräuterkunde unterrichten." Auch Neville stand nun auf und hätte einer seiner früheren Mitschüler seine Selbstsicherheit gesehen, wäre der Unterschied wohl mehr aufgefallen.

„Leider wird Rubeus Hagrid seinen Posten als Lehrer für die Pflege Magischer Geschöpfe niederlegen. Er wird uns nur noch als Wildhüter zur Verfügung stehen. Seinen Lehrauftrag übernimmt Wilhelmina Raue-Pritsche." Auch für die beiden gab es Applaus. Die übrigen Lehrer wurden nicht vorgestellt; sie waren den meisten ohnehin bereits bekannt. Dennoch fehlte Bran; auch Ted Lupin war nicht zu sehen. Ein Platz am Lehrertisch war noch frei und selbst wenn in diesem Moment die Flügeltür nicht aufgegangen wäre, hätte James auf den Aufenthaltsort des unbekannten Mannes setzen können.

Da war er: Bran, der dunkelhaarige, junge Mann vor einer ganzen Schar von Erstklässlern. James fiel auf, dass der Sprechende Hut noch gar nicht platziert worden war und doch war sein Blick woanders; schnell entdeckte er Albus und grinste ihm zu. Dieser schien sichtlich nervös zu sein und James bereute ein wenig, dass er seine Angst nur noch weiter geschürt hatte. Die Gruppe war inzwischen vorne angekommen und Shacklebolt hatte seinen Zauberstab gezückt. Es war wieder relativ laut geworden und so konnte James die Worte nicht verstehen, die er murmelte, doch kurz darauf war der Stuhl mit dem Hut erschienen. „Lasst die Zeremonie beginnen!", waren die letzten Worte des Direktors, ehe er sich wieder setzte und Bran das Wort erteilte.

„Mein Name ist Bran Corey. Ich werde dieses Jahr Verteidigung gegen die dunklen Künste unterrichten. Ich bin sicher, dass ihr einige Fragen habt, doch dafür ist jetzt nicht die Zeit. Ich werde nun erst einmal mit der Auswahl beginnen. Abbes, Jerome!" „Was ist mit dem Lied?", warf James sofort flüsternd ein. Der Hut hatte diesmal nicht gesungen; sofort hatte die Auswahl begonnen und doch schien dies Helena mal wieder kaum zu beeindrucken. „Das ist nicht derselbe Hut. Schau mal genau hin, da sind gar keine Flicken!" Und sie hatte Recht. Der Sprechende Hut war durch eine neue Version ersetzt worden, die wesentlich neuer und sauberer wirkte. James hatte keinerlei Erklärung dafür und ausnahmsweise schien auch Helena ratlos. Doch ihre Unaufmerksamkeit wurde schnell bestraft, denn soeben war Scorpius an die Reihe gekommen.

„Malfoy, Scorpius!"

„SLYTHERIN!"

Unbeeindruckt davon, verfolgte der Gryffindor nur halbherzig die Zeremonie und wartete, bis die Schlange immer kleiner wurde. Schließlich waren nur zwei Personen für ihn wichtig, deren Auswahl er nicht verpassen wollte.

„Potter, Albus Severus!"

Bei diesem Namen verstummte für einen Moment jegliches Gemurmel, wie es auch bei James' Zeremonie gewesen war.

Albus zitterte ein wenig, als er sich auf den Stuhl setzte. Er hatte auch bemerkt, dass mit dem Hut etwas nicht stimmte; sein Vater hatte ihn als viel älter und kaputter beschrieben. Dieser Hut war neu und ordentlich und schien gar nicht ausgeleiert; im Gegenteil schien er sogar perfekt zu passen.

„Na, was haben wir denn da? Potters kleinen Jungen, was?"

Albus gab keine Antwort. Ich will zu James, dachte er. Ich will nach Gryffindor.

„Gryffindor, hä? Dein Bruder ist also da? Tut mir leid, Junge, aber bei mir läuft es ein wenig anders. Du kommst dahin, wo du hin passt.

„Ich passe nach Gryffindor!", murmelte Al.

„Meinst du? Soll ich dir das Gegenteil beweisen? Von mir aus geh dorthin, aber komm nicht zu mir, wenn du im Schatten stehst..."

„Das werde ich nicht!"

„Na gut... GRYFFINDOR!"

Albus kam es wie eine Ewigkeit vor, bis der Sprechende Hut dieses Wort ausrief und er sich zu Helena und James setzen konnte.

Klatschend empfing dieser seinen kleinen Bruder. „Was hat dich aufgehalten?", fragte er, doch erhielt er keine Antwort.

„Simmons, Tracey!", ging es mit dem Mädchen aus dem Boot weiter.

„RAVENCLAW!"

„Soaney, Ryan!"

„HUFFLEPUFF!"

„Toal, Henry!"

„SLYTHERIN!"

„Weasley, Rose!"

„GRYFFINDOR!"

„Keine Überraschung!", meinte James und zögerte nicht lange, als sich wenige Momente später sowohl Rose als auch das Essen am Tisch befanden und die Zeit der Auswahl und langen Reden vorüber war.