Disclaimer: Die Jungs und die zugrundeliegende Serie gehören immer noch nicht mir sondern Eric Kripke + Team , und ich verdiene immer noch nichts mit der Story.
Weiß nicht, dieses Kapitel ist wohl etwas „trocken", aber man muss erstmal die Story einleiten bis „richtige" Handlung kommt. Aber es werden eben schon die wichtigen Mysterien gestellt, um die es gehen wird in der Story. Viel Spaß beim lesen, rätseln und Review schreiben!*frech grins*
GLG,Kritty
Appóretos - Verbotener Raum
Mit einem Mal war er wieder wach. Schmerzen überkamen ihn abermals, verwirrende Orientierungslosigkeit und die Unfähigkeit, sich zu bewegen , ergriffen ihn. Dean spürte, wie er seine Stirn runzelte – das tat er wirklich, oder? Konnte er sich doch bewegen? Der Jäger versuchte, die Augen zu öffnen, doch noch bevor er wusste ob er sie würde öffnen konnte oder nicht,presste er sie wieder zusammen, schnappte nach Luft, als ihn eine erneute Schmerzwelle überflutete. Verdammt. Das tut weh!
Ein oberflächliches Gefühl des Wiedererkennens schlich sich in seine Gedanken. Schmerzen. Einsamkeit. Sam. Sam. Sam?
Kein Sam. Und Dean merkte, das noch etwas fehlte. Irgendetwas stimmt nicht. Sammy. Was stimmt nicht?
Wirre Gedanken rasten durch seinen Kopf, dutzende Gefühle jagten durch seinen Körper. Schmerz. Einsamkeit. Furcht. Müdigkeit. Verwirrtheit. Knopf. Krankenhausbett. Krankenhausbett? Bin ich in einem Krankenhausbett?
Deans knirschte mit den Zähnen, das meinte er zumindest. Atmete durch die Nase ein und aus, als ihn die nächste Woge von Schmerz mitzureißen drohte. Natürlich, ein Krankenhausbett.
Wo sollte er sonst sein, wenn ihn solche Schmerzen plagten? Sam wird ihn zu einem Krankenhaus geschleppt , er selbst dabei laut protestiert haben. Sam wird hier irgendwo sein. Er ist sicherlich in der Nähe. So muss es sein.
Er spürte sein Herz in der Brust klopfen, konnte das schnellerwerdende Pochen beinahe in seinen Ohren hören. Der Versuch, seine Finger oder seine Beine überhaupt zu spüren schlug fehl. Oder doch nicht? Er versuchte, seinen Verstand arbeiten zu lassen, seine wilden Gedanken zu ordnen. Die zuckenden Blitze vor seinen geschlossenen Augen einzufangen und aus seinem Kopf zu verbannen.
Er schaffte es nur halbwegs und zurück blieb ein schmerzhaftes Klopfen hinter seinen Augen, sein Denken war wie in Watte gepackt – doch halbwegs klar und nur die schmerzhaften Schübe in seinen Armen, Beinen und seiner Brust unterbrachen den verzweifelten Versuch, sich Klarheit zu verschaffen. Wenn er vor Schmerz nach Luft schnappen musste und mit einer ermüdenden Anstrengung die Zähne zusammenbeißen, die Augen zusammengepressen und in Gedanken die Hände zu Fäusten ballen musste. Dann schaltete sein Verstand sekundenlang ab, nahmen seine Gedanken den rasenden Spurt in seinem Kopf wieder auf und dann leisteten sich die Blitze in der Schwärze unter seinen Augenlidern einen gnadenlosen Kampf. Doch Dean glaubte nicht, dass auch nur ein Laut von seinen Lippen kam. Für ihn schien es so, als würde er gequälte Schreie von sich geben, hin und wieder ein Keuchen über seine Lippen schicken – doch in Wirklichkeit konnte er nicht sagen, ob die Geräusche die er glaubte zu machen überhaupt seinen Mund verließen.
Ich muss klar werden. Sam. Wo ist Sam?
Langsam wurde er sich der Situation bewusst, klärte sich der Nebel in seinem Kopf – was bedeutete dass er auch die furchtbaren Schmerzen um einiges stärker wahrzunehmen begann als zuvor. Doch das war Dean egal. Schmerzen war er gewöhnt, konnte er aushalten. Doch das Gefühl, hilflos zu sein, keine Kontrolle zu haben und nicht zu wissen was vor sich geht – die reinste Folte für den jungen Jäger.
Er lag da. Fing an, seinen Körper wieder zu spüren. Dieses ferne Gefühl sagte ihm, er sei in einem Krankenhausbett. Und noch andere Dinge, aus denen er nicht schlau wurde. Knopf. Einsamkeit. Müdigkeit. Müde war er. Er spürte die bleierne Trägheit mit jeder Minute schwerer auf ihm lasten, je mehr Klarheit er in seinem verwirrten Verstand erlangen konnte. Einsam - Sammy. Verdammt, wo bist du? - er konnte nicht sagen ob er einsam, allein gelassen, war. Seine Augen weigerten sich, sich öffnen zu lassen. Nicht nur, dass Deans Lider unglaublich schwer zu sein schienen – er spürte auch nur bei dem kleinsten Versuch sie zu öffnen und sich ein Bild von der Situation zu machen, dass ihn sofort Übelkeit und Schwindel überkommen würden - und das hinderte ihn daran, die Augen mit aller Kraft aufzureißen. Doch so konnte er nicht sehen, ob Sam bei ihm war. Ob er verletzt war. Oder noch schlimmer.... Sam. Sammy, dir geht es gut, nicht wahr? Sam, sag etwas! Der junge Jäger spürte , wie sich sein Herzschlag beschleunigte. Das unangenehme Pochen seines Herzens stimmte ein in das schmerzende Ziepen seiner Brust , ließ eine Welle aus eisigem Schmerz auf ihn los, als ihn eine schiere und erdrückende Angst überkam. Wieder ballte er gedanklich seine Hände zu Fäusten – und diesmal spürte er , wie seine schwitzigen Hände tatsächlich gehorchten und zu zittrigen Fäusten geballt neben ihm lagen. Sam. Nur sein kleiner Bruder beherrschte sein Denken. Sam. Du bist hier. Bei mir. Richtig? Sammy!
Er ignorierte die Schmerzen in Armen, Beinen und seiner Brust, ignorierte seinen immer noch lahmen Verstand und ignorierte die wahrscheinlich auf ihn zukommende Übelkeit – und versuchte mit aller Kraft, die Augen zu öffnen. Als würden schwere Gewichte an seinen Lidern hängen brauchte er gefühlte Stunden um auch nur sein rechtes Lid ein wenig anzuheben, und er musste Luft holen um auch das andere leicht zu öffnen. Er fühlte es, fühlte dass er seine Augen ein klein wenig geöffnet hatte – und er erwartete die Übelkeit, erwartete das Gefühl erdrückenden Schwindels. Doch nichts davon kam und Dean würde einen erleichterten Seufzer von sich geben, wenn er nicht in dem Moment bemerken würde, dass er nichts sah. Das Öffnen seiner Augen schien keinen Unterschied gemacht zu haben. Denn jetzt sah er genau das, was er mit geschlossenen Augen gesehen hatte – unheilsvolle Schwärze, drohene Dunkelheit. Nur die Blitze waren verschwunden, die ihn noch vorhin beim Aufwachen gequält hatten. Dean starrte in die Dunkelheit über ihm, unfähig , sich zu bewegen, gefangen von dem Gedanken dass er offensichtlich rein garnichts sehen konnte. Er konnte sich nicht orientieren, war zu erschöpft um sich zu bewegen, die Schmerzen waren noch nicht verschwunden – auch wenn sie schwächer geworden waren, wofür der Jäger äußerst dankbar war – und er fühlte sich nicht dazu in der Lage, auch nur einen Ton hervorzubringen. Oder? Sam? Er dachte an Sam und gleichzeitig wollte er nach seinem Bruder rufen. Doch sein Gehirn schien den Befehl nicht geben zu können. Er dachte den Namen seines kleinen Bruders und wollte seinen Mund bewegen, seine Stimmbänder vibrieren lassen und so der Situation etwas weniger Aussichtslosigkeit zu verpassen. Sam herbeizurufen. Doch das Ergebnis war ein verweifelter Ruf in Gedanken, ein stummes Bewegen seiner rauen Lippen und schließlich ein raues Stöhnen, das sofort das Bedürfnis nach Wasser in ihm auslöste.
Ich kann nichts tun. Sam. Wo bist du? Der junge Mann spürte Panik in sich aufsteigen. Er wollte die Augen nicht schließen, aus Angst sie nicht wieder öffnen zu können und somit etwas zu verpassen. Er wollte seinen Körper bewegen, wollte spüren dass er noch vorhanden war. Er wollte, dass er wenigstens eine kleine Lichtquelle mit den Augen ausmachen konnte . Er wollte, dass der unterschwellige Schmerz in seinen Gliedern und seiner Brust endlich aufhörte, aufhörte ihn zu quälen. Und vor allen Dingen wollte er, dass Sam bei ihm war, unverletzt und lebend. Eine dumpfe Verzweiflung gesellte sich zu seiner aufsteigenden Panik, nagte an seinem Verstand, brachte sein Herz zum Rasen und schnürte ihm fast die Luft ab. Sam! Bitte, Sammy! Irgendwas in seinem Kopf brachte ein trockenes Lachen hervor und flüsterte ihm zu, dass es jämmerlich war, so nach seinem kleinen Bruder zu jammern. Dass es nicht die Art des großen Bruders wäre, zusammenzubrechen und in Gedanken zu flehen. Doch Dean hörte nicht darauf, er versuchte, sein Atmen unter Kontrolle zu bekommen und seine Gedanken abermals zu ordnen – er musste sich zusammenreißen, nicht weil es ihm seine innere Stimme sagte, sondern weil er Sam helfen musste. Falls sein Bruder irgendwo in seiner Nähe lag, verletzt, dann lag es an ihm, ihm zu helfen, für ihn da zu sein. Alles Risiko vergessend schloss er wieder die Augen – was um einiges schneller ging als das zuvorige Öffnen. Er atmete gezwungen ruhig durch die Nase ein und aus, ignoriere weiterhin den erdrückenden Schmerz, drängte ihn wieder in den Hintergrund seines Denkens. Ordnete seine Gedanken weiterhin. Krankenhausbett, ich bin in einem Krankenhausbett. Es ist dunkel. Warum war es dunkel? Selbst in einem Krankenhaus war es nie gänzlich dunkel. Schmerzen. Ich habe Schmerzen. Schmerzen in seinen Beinen, Armen und in seiner Brust. Den Schmerz definieren konnte er nicht. Er war eisig, fühlte sich aber trotzdem an wie Feuer das seinen Körper von innen auffraß, besonders in seiner Brust. Einsamkeit. Dieses Gefühl machte ihm Angst und er schluckte hart, als ihn das bekannte Gefühl überkam. Er war offensichtlich allein – falsch, er konnte es nicht wissen, da es dunkel gewesen war als er die Augen geöffnet hatte. Sam. Den Gedanken schob er beiseite, obwohl alles in ihm schrie, an diesem Gedanken erst musste er sich darüber klarwerden lassen, in welcher Situation er war. Knopf. Der Knopf. Drück den Knopf, Dean. Dean zog seine schwitzige Stirn in Falten. Die anderen Gedanken waren zugeordnet worden, rasten nicht mehr in seinem Kopf herum. Doch dieser Gedanke jagte hin und her durch seinen langsam erwachenden Verstand.
....Drück den Knop, Dean....Dean, du musst den Knopf drücken...Es tut mir leid, Dean... bin eingeschlafen...Du hast Schmerzen,ich sehe es!. Drück den Knopf...spiel nicht den Helden...Gut, Dean!..hast den Knopf gedrückt..... Spürst du es?...Ich werde da sein...
Die blanke Erkenntnis traf ihn wie ein giftiger Pfeil und er riss die Augen auf – und diesmal überkam ihn die vorhin erwartete Übelkeit und er keuchte erschrocken auf. Sam. Du musst hier sein. Du hast gesagt, dass du da sein wirst. Du warst vorhin da. Ich hab den Knopf gedrückt. Sammy. Sam! Er gab dem Bedürfnis nicht nach, die Augen wieder zu schließen, schluckte krampfhaft und knirschte mit den Zähnen. Ziellos rasten sein Blick durch die Dunkelheit vor ihm und er atmete hastig durch die Nase ein und er seinen Magen wieder unter Kontrolle hatte , erfasste er plötzlich das ganze Puzzle – er war schon einmal aufgewacht, hatte diesselben Schmerzen gelitten und war genauso orientierungslos gewesen, wie vor wenigen Minuten – gefühlten Stunden. Sam war eingeschlafen und hatte ihm erst nicht sagen können, wie er die Schmerzen loswerden konnte. Und dann, dann war er nicht mehr alleine gewesen, denn Sam war aufgewacht. Der Knopf. Er hatte den Knopf drücken sollen und dann war alles gut gewesen. Und Sam hatte versprochen, wieder da zu sein wenn er das nächste Mal aufwachen würde. Sam, ich bin wieder wach. Sam, du bist okay, nicht wahr? Erst jetzt registrierte er, dass seine offenen Augen wieder in die gleiche Dunkelheit wie vorhin starrten. Mit nur einem Unterschied – sein Kopf war leicht gedreht, obwohl er sich nicht erinnern konnte, ihn bewegt zu haben. Und nicht alles war dunkel. Seine Augen starrten auf eine kleine Lichtquelle, etwas hinter seinem Kopf, auf der Höhe seines Ohres. Ein runder, kleiner Knopf leuchtete in einem schwachen, hin und wieder blinkenden Hellgrün. Wo ist Sam? Sam, da ist der Knopf.
Sam war weit weg. Sowohl körperlich als auch geistlich schien ihm die Entfernung zwischen ihm und seinem – verletzten- Bruder mehr als zwei Meilen zu sein – tatsächlich waren es nur um die 5 Meter. Doch Tatsache war, dass zwischen ihm und Dean eine undurchdringliche Mauer stand, und selbst wenn er sie mit bloßen Händen einfach aus dem Weg räumen könnte – der jüngste Winchester würde weder seinen müden Gliedern befehlen können, sich zu bewegen, noch konnte er klar denken. Sein Hirn formte nur müde, langsame Gedanken, jene Gedanken die man kurz vorm Einschlafen hat.
Dumpf starrte er in die Dunkelheit. Die harte Wand hinter seinem Rücken strahlte eisige Kälte aus, der Boden unter ihm war leicht feucht und die Ketten um seine Handgelenke scheuerten seine ohnehin schon in Mitleidenschaft gezogene Haut auf. Um Sam herum gab es nichts außer bedrohliche Schwärze. Nur aufgrund des raschen Blickes den er auf den sogenannten Raum, in dem er nun gefangen saß, erhaschen hatte können, wusste er, dass in der Dunkelheit vor ihm und zu seinen Seiten nichts als gähnende Leere wartete. Keine Möbel, kein Fenster. Garnichts. Sie hatten ihn in einen dieser Verbotenen Räume geschuckt. Räume mit steinigen Mauern waren das, Räume mit erdigem, mit Unkraut überwachsenen Böden. Räume ohne Licht. Aber in jedem Raum gab es Ketten, an der Wand befestigt und unzerstörbar. Und in so einem Raum saß Sam jetzt, an eben so einer Kette. Beide Arme über seinem Kopf befestigt, die Beine leicht angezogen und den Kopf schwer und so gut es ging auf die Seite gelegt, saß er da und versuchte, die hellen Punkte vor seinen Augen zu vertreiben, die vor den Augen zu zucken pflegten, wenn man lang oder intensiv in grelles Licht geschaut hatte und dann in dumpfe Dunkelheit geworfen wird. Der junge Jäger seufzte. Seine Schultern taten weh, seine Handgelenke brannten und sein Knie – er vermutete immer noch dass er es irgendwie verdreht hatte – schmerzte höllisch. Er schüttelte leicht den Kopf um die vielen aufblitzenden Punkte vor seinen Augen zu vertreiben, die vielen Knöpfe die jedesmal unheilvoll vor seinen Augen auftauchten – egal ob geschlossen oder geöffnet. Er verlagerte sein Gewicht etwas und streckte vorsichtig sein rechtes Bein. Er hatte es besser erwischt als Dean...
Bei dem Gedanken an Dean machte sein Herz einen Sprung und er biss sich auf die Unterlippe. Verdammt, Dean!
Er schloss die Augen, diesmal um nicht die grellen Blitze, sondern die aufkommenden Bilder zu vertreiben. Dean...sein Bruder, hilflos und verletzt auf....diesem Bett. Kein Bett, aber er war ...darauf gebettet gewesen. Und Dean wusste nicht, worauf er gelegen hatte. Dean hatte garnichts gewusst, dachte Sam bitter. Sein großer Bruder war in einer Verfassung gewesen, in der er Dean noch nie gesehen hatte. Nicht mal nach mehr als zuviel Alkohol war der ältere Winchester so... bemitleidenswert gewesen. Und bemitleiden wollte Sam seinen Bruder ganz bestimmt nicht. Allerdings schnürte es ihm die Kehle zu und er vergaß schier zu Atmen, wenn er an das Bild dachte, dass Dean abgegeben hatte. Liegend. Schwitzend. Zitternd. Das allzu blasse Gesicht in eine schmerzverzerrte Maske verzogen, die Augen zusammengepresst und die Hände schwach zur Faust geballt. Sam schluckte und verlagerte abermals sein Gewicht. Die Ketten um seine Hände rasselten leise, ein eiserner Klang hallte durch den hohlen Raum. Tief einatmen, Sam. Befahl sich der Braunhaarige. Dean passiert nichts.
Aber er würde nicht da sein. Würde nicht da sein, wenn sein Bruder aufwachte. Sams Herz machte einen Sprung und er keuchte leise auf. Dean würde nicht wissen, was zu tun war. Er würde Schmerzen haben, orientierungslos sein und er würde sich Sorgen um Sam machen. Oh Gott, Dean! Es tut mir leid! Er presste die Augen zusammen und schüttelte leicht mit dem Kopf. Oh wie er es hasste, wenn sein Kopf so langsam funktionierte. Denken war eine seiner größten Stärken, er konnte es sich gerade jetzt nicht leisten, sein Hirn einschlafen zu lassen. Er atmete laut aus und zog sein schmerzendes Bein wieder an. Dean war so viel schlimmer dran als er. Seine Beine...und seine Arme....geschweige denn seine Brust....dem jungen Winchester stieg die Galle hoch. Und er selbst war in einem der Verbotenen Räume. Dean war in einem Gepriesenen Raum. Dean, es tut mir leid!
Sam konnte nicht anders, er keuchte auf als ihm die ganze Situation bewusst wurde, als ihn die Ralität durch den leichten Nebel um sein Denken mit voller Wucht traf. Dean. War noch. Da drin. Und er selbst war draußen. Man hatte ihn von der Seite seines Bruders genommen. Weil er ihm GEHOLFEN hatte. Geholfen, zu verstehen was vor sich ging. Geholfen, diese verdammten Knopf zu drücken. Das war es doch was sie gewollt hatten. Und er hatte Dean sogar selbst den Knopf drücken lassen. Hatte Dean sich das Verderben trotzdem in die Blutbahnen schießen lassen.... Sam presste die Augen noch fester zusammen und umgriff die Ketten mit seinen schwitzigen Händen, ignorierte das brennende Reiben das diese Bewegung verursachte. Er musste sich an etwas klammern, musste sich beherrschen um seine Wut und seine Verzweiflung nicht laut rauszubrüllen. Dean hatte die Droge gebraucht, er hatte höllische Qualen erleiden müssen. Sam wusste das. Und doch spürte er ein schlechtes Gewissen, so groß und erdrückend wie er es zuletzt nach seinen Fortgang nach Palo Alto gespürt hatte. Durch sein unbedachtes Handeln hatte er sie wieder herbei gerufen, und sie hatten ihn aus dem Gepriesenen Raum geschleppt, ihn ein Stückchen den kalten Gang entlang geschleift und dann in diesen Verbotenen Raum geschuckt. Das Licht von draußen hatte den Raum nur sekundenlang in dumpfes Licht gehüllt und hatte ihm die raue Mauer offenbart die ihn nun von seinem Bruder trennte. Wieder trat das Bild von seinem zitternden Bruder vor seine Augen, sein bleiches Gesicht, von dem Sam glaubte, jede Emotion abgelesen zu haben, denn in diesen Momenten der Schwäche war Dean körperlich so gut wie bewusstlos gewesen und Sam hatte genau gewusst, was Dean in den wenigen Minuten des Wachseins gedacht haben musste.
Er selbst hatte es trotz aller Foltereien, trotz aller Blitze, Lichter und wilder Effekte geschafft, für ein paar Minuten einzuschlafen. Wieder aufgewacht war sein erster Blick ein Blick in Richtung Deans gewesen – und erst jetzt wurde ihm bewusst, wie ihm das Herz in die Hose gerutscht war, was für eine improvisierte, verweifelte Adrenalinhandlung es gewesen war. Er hatte Dean fast nicht erreichen können. Mental und körperlich. Er hatte ihn berühren können, grade so. Aber er hatte lange auf ihn einreden müssen, bis Dean.... Sam drückte die stählernen Ketten in seinen Händen etwas fester. Und jetzt ist er alleine....Oh Gott...Dean
Wieder machte sein Herz einen Satz, seine Kehle schnürte sich zu und nun spürte er, wie sich seine Augen mit Tränen füllten. Er würde alleine sein. Niemand würde mit ihm reden, ihm sagen was zu tun sei. Ich habe es versprochen... wurde ihm schmerzlich klar.
Er öffnete den Mund und tat etwas, das er solange wie möglich vermeiden hatte wollen.
Er rief leise in den dunklen, leeren Raum hinein.
Und wusste, dass man ihn hören würde.
TBC
A/N: Vermutungen bitte nicht in Reviews, wenn ihr sie mittteilen wollt / Fragen habt-einfach eine Mail an mich *grins*
glg,Kritty
