Die Ermittler

Tsunade stellte im Verlauf des Vormittags Shizune eine Etage für fünf Büroabschnitte zur Verfügung. Shizune hatte schon ungefähre Vorstellungen, welche Shinobi sie in ihrem Team haben wollte und streunte nun durch Konoha. Zuerst einmal bahnte sie sich den Weg zur Bibliothek, wo sich auch das Archiv befand. Dort hoffte sie auf Hagane Kotetsu und Kamizuki Izumo zu treffen und einige Aufzeichnungen zu dem Fall vor fünfunddreißig Jahren zu finden. Zudem wollte sie die beiden im Team haben, da sie in Sachen Informationsbeschaffung schon fast unschlagbar waren.

Als Shizune in den kühlen Bau trat, schwankte Izumo gerade mit einem gewaltig hohen Stapel Papiere in einen der schmalen Gänge zwischen den Regalen.

„Hallo Izumo!" Shizune trat neben den jungen Mann und brachte ihr Anliegen vor: „Du hast sicher schon von dem Mord an Yamanaka Ino gehört."

„Mmh", machte Izumo nur und wankte nach rechts.

„Ich habe mich entschlossen in diesem Fall zu ermitteln und suche noch Helfer und dachte dabei an dich und Kotetsu."

„Aha", sagte Izumo und bog noch einmal rechts ab.

„Izumo, PASS AUF!", schrie Kotetsu hinter Izumos Stapel, doch es war schon zu spät. In einer weißen Wolke stoben die Dokumente in die Luft und flatterten langsam auf den Holzboden.

„Oh, das tut mir Leid", sagte Shizune schnell, weil sich irgendwie schuldig an diesem Malheur fühlte und begann die Zettel aufzusammeln.

„Ich habe dir schon tausendmal gesagt, dass du nicht ein Meter hohe Stapel durch die Bibliothek schleppen sollst!", tadelte Kotetsu seinen Kollegen und packte die letzten zwanzig Zentimeter eines vollständigen Meters auf den Stapel in Izumos Armen.

„Ja, ja, ich merk's mir fürs nächste Mal", grummelte Izumo und schob sich an Shizune vorbei. „Solange ich die Papiere wegräume, kannst du dich schnell mit Shizune kurzschließen." Über Kotetsus Gesicht huschte ein amüsiertes Lächeln, doch einen Augenblick später wandte er mit ernstem Gesichtsausdruck Shizune zu. „Wie können wir dir denn helfen?", fragte er.

„Indem ihr mir Dokumente zu dem Mask-of-Death-Fall vor fünfunddreißig Jahren raussuchen könntet. Außerdem würde ich euch auch anderweitig einsetzen wollen", erklärte Shizune kurz. Kotetsu grinste etwas eigenartig, nickte dann aber. „Ich kann dir nicht versprechen, dass wie etwas finden werden. Vor dreiundzwanzig Jahren hat es hier drin ordentlich gebrannt. Wir machen uns auf die suche und wenn wir etwas finden, dass du gebrauchen könntest, melden wir uns."

„Gut, dann wünsche ich viel Erfolg und wenn ihr etwas findest, wisst ihr ja, wo ihr mich findet." Mit diesen Worten machte Shizune auf dem Absatz kehrt und rauschte aus dem Gebäude auf der Suche nach ihrem nächsten Mitarbeiter. Ihr Gefühl zog sie zu einem der bekanntesten Süßwarengeschäfte Konohas. Wie vermutet traf sie dort auch auf die gesuchte Person.

„Anko!", rief Shizune über die Straße. Die Mitarashi wandte sich um und musterte Shizune etwas skeptisch und zog mit den Zähnen ein Reisklößchen von einem Zahnstocher. „Was ist denn?", fragte sie dann ebenfalls über die Straße rufend. Shizune huschte über die staubige Straße, kam neben Anko zum Stehen und fragte: „Hast du von Ino gehört?"

„Ja … Und ich muss sagen, dass ich das recht spannend finde." Anko grinste breit.

Da habe ich ja den richtigen Riecher gehabt freute sich Shizune. „Ich werde in dem Fall ermitteln und suche noch ein paar Mitarbeiter. Hättest du Lust mitzumachen?"

„Natürlich, wenn du schon so dumm fragst! Diesem Typen werden wir kräftig in den Hintern treten!"

Shizune nickte zustimmend. „Genau."

„Wer ist eigentlich noch von der Partie?", fragte Anko dann, nachdem sie noch ein Reisklößchen genüsslich verschlungen hatte.

„Bis jetzt Izumo und Kotetsu", antwortete Shizune und war schon halb drauf und dran weiterzumarschieren, um noch den Letzten im Bunde, der ihr vorschwebte, von ihrer Aktion zu unterrichten.

„Die zwei Hokage-Laufburschen? Putzig … und der nächste wird wahrscheinlich Kakashi sein", riet Anko und klang dabei mehr als zuversichtlich.

„Nein", erwiderte Shizune und rauschte davon. Sie schritt die Hauptstraße hinunter und sah sich in alle Richtungen um, doch konnte sie nirgendwo einen Mundwinkel mit einer Art Senbon entdecken.

„Du rennst jetzt schon das fünfte Mal hier lang. Suchst du irgendetwas oder irgendwen?", riss eine Stimme Shizune aus ihren Gedanken. Perplex starrte sie in Kakashis vermummtes Gesicht.

„Äh … ja, ich suche Genma", antwortete die Frau, nachdem sie ihre Gedanken neu sortiert hatte.

„Der ist unterwegs auf einer Sondermission und das kann noch eine Weile dauern, bis er wieder da ist", erwiderte Kakashi. „Warum suchst du ihn denn jetzt so dringend? Außerdem müsstest du als Helferchen der Hokage Bescheid wissen, welcher Ninja im Dorf ist und welcher nicht."

„Das du auch immer alles so haarklein durchleuchten musst", grummelte Shizune. Ihr fiel Anko ein, als sie fragte, ob Kakashi dabei sei. Vielleicht war es doch nicht schlecht, den Jonin mit dem Schlafzimmerblick ins Team aufzunehmen.

„Ich suche noch jemanden für mein Team. Ich ermittle im Fall Mask of Death", sagte Shizune dann.

„Die Mask of Death ist wieder unterwegs … Ich habe schon davon gehört. Wer ist alles im Team?", erkundigte sich Kakashi.

„Izumo, Kotetsu und Anko", zählte Shizune auf.

„Du solltest Jiraiya als Spezial-Informant dazunehmen", sagte Kakashi prompt. Shizune zog die rechte Augenbraue nach oben.

„Er ist schon viel rumgekommen und vielleicht kann er uns ein paar Informationen aus dem Umland beschaffen. Die Mask of Death war seit Jahren nicht in Konoha unterwegs, was aber nicht zwingend bedeuten muss, dass das Umland verschont geblieben ist."

„Das klingt einleuchtend", räumte Shizune ein. „Das ist eine gute Idee … Bist du jetzt eigentlich dabei oder nicht?"

„Ich bin dabei", erwiderte Kakashi bestimmt. Shizune nickte schweigend.

Das Team ist klasse. Und Jiraiya könnte wirklich einen guten Informanten abgeben … Die Mask of Death sollte sich warm anziehen!