Alte und Neue Gefühle

Leise hörte das klappern von Geschirr, Stimmen die sich im Flüsterton unterhielten. Im ersten Moment wusste er nicht wo er war. Doch da viel ihm alles wieder ein. Voldemort, der Friedhof, die Todesser, ja die Todesser, er hatte sie getötet. Er Harry Potter hatte vier Menschen getötet. Langsam öffnete er seine Augen. Er lag in einem Krankenbett, sie haben ihn anscheinend ins St. Mungo Krankenhaus gebracht. Ron und Hermine saßen neben dem Bett und hörten sofort auf sich zu unterhalten als Harry seine Augen öffnete.

Hermine viel Harry um den Hals: „ Harry du bist aufgewacht! Ich hatte solche Angst um dich. Du hast seit drei Tagen keinen pieps von dir gegeben."

Als Hermine ihn wieder losließ war er froh denn sein ganzer Körper schmerzte. „Wie geht es den anderen? Wurde irgend jemand verletzt?" war das erste was Harry von seinen Freunden wissen wollte.

„Nein, nein es geht allen gut. Ginny ist zwar auch im St. Mungo weil sie einen starken Schock Zauber abbekommen hat aber sie darf das Krankenhaus in ein paar Tagen wieder verlassen sie schimpft schon wieder über Fleur, also kann es ihr gar nicht so schlecht gehen." erklärte Ron

Etwas zögernd und vorsichtig fragte Hermine: „Harry wo bist du an diesem Abend überhaupt hergekommen? Hast du gewusst das wir angegriffen werden? Und wo warst du eigentlich? Du wolltest doch schon längst von der Winkelgasse zurück sein, wir haben uns schon Sorgen gemacht. Und wo zum Teufel hast du die ganzen Verletzungen her? Ron hat Recht die Todesser haben dich doch gar nicht getroffen."

Harry sah auf seine Decke hinunter er wollte seinen Freunden nicht in die Augen sehen.

Ohne aufzublicken fing er an zu erzählen was seit dem Besuch bei Florish und Botts passiert war bis zu dem Punkt an dem er Voldemort gegenüber stand und er nur leise hervorbrachte: „Ich habe es getan."

Aus dem Augenwinkel sah er wie Ron sofort etwas Fragen wollte doch Hermine hielt ihn zurück. „Voldemort ist tot. Ich habe ihn getötet. Ihn und vier Todesser!" Beide, Ron und Hermine konnten kaum fassen was sie da hörten als Ron los stammelte „Aber wie hast du das geschafft, ich meine das ist doch großartig, oder? Harry was ist los warum freust du dich denn nicht? Es ist vorbei." Harry sah ihn total entgeistert an „Hast du überhaupt gehört was ich gesagt habe? Ich habe vier Menschen getötet, klar Todesser, aber Menschen? Wie kann so etwas großartig sein?"

„Harry," sagte Hermine „es ist nicht deine Schuld! Du konntest nicht anders, du musstest Voldemort töten. Das noch andere gestorben sind konnte ja keiner vorhersehen! Der Krieg hat viele Opfer gefordert und dank dir wird das alles ein Ende haben!"

Harry wusste irgendwo tief in seinem inneren das Hermine recht hatte aber es machte die Sache nicht einfacher. In seinen Augen war er jemand der vier Menschen getötet hatte. Vier Menschen die vielleicht gar nichts dafür konnten unter Voldemorts Einfluss zu stehen.

„Ron" sagte Harry „kannst du Ginny sagen das es mir leid tut das ich nicht schnell genug war um sie zu beschützen!"

„Das sagst du ihr besser selber, sie liegt gleich neben an!" erwiederte Ron.

„Ich kann nicht!" sagte Harry leise und dachte kurz daran wie er sie in letzter Zeit behandelt hatte, ab dem Zeitpunkt als er mit ihr Schluß gemacht hatte, hatte er sie ignoriert, nein mehr als das er hatte so getan als ob sie nicht existieren würde. Nicht einmal auf ein guten Morgen oder ein Hallo von ihr hat er reagiert. Er hatte einfach durch sie hindurch gesehen. Mit der Zeit wurde Ginny immer abweisender und verschlossener zu ihm. Am Ende war in ihren Augen nur purer Haß für ihn zu sehen. Er hatte sogar ein Gespräch von Ginny und Hermine mitbekommen, Ginny hatte sich bei ihr ausgelassen, das sie der Meinung war das Harry nicht mit ihr Schluß gemacht weil er sie schützen wollte sondern weil er sie einfach nicht mehr liebte. Hermine versuchte zwar es ihr auszureden aber hatte es nicht geschafft. Selbst Ron und Hermine waren manchmal der Ansicht das Harry zu hart zu Ginny sei. „Ich war sehr hart zu , ich hab es gesehen in ihren Augen sie hast mich nur noch. Wie könnte sie mir dann jetzt glauben, das ich sie beschützen wollte... Nicht nur an diesem Abend, die ganze Zeit." Fügte er leise hinzu.

„Harry geh zu ihr und rede mit ihr! Sie hat die letzten Monaten die Hölle durchgemacht. Der Mann den sie...!" Hermine stockte, „ ...den sie liebt lebt im gleichen Haus wie sie und schafft es nicht einmal sie zu grüßen, geschweige denn sie auch nur einmal anzusehen. Mir ist eh nach wie vor unklar was du da bezweckt hast. Das du mit ihr Schluß gemacht hast haben wir ja alle grade noch so verstanden, aber was du dann gemacht hast. Ich weiß ich habe schon oft versucht mit dir darüber zu reden aber du wolltest nie etwas davon hören! Geh zu ihr und klär das. Vielleicht hast du noch eine Chance, das heißt, falls ich recht habe und du sie immer noch liebst! Dein Verhalten der letzten Monate ihr gegenüber habe ich dir eh nie abgekauft!"

Hermine hatte recht, wie recht war Harry klar geworden als er Ginny am Boden liegen sah.als er Hermine zuhörte rasten seine Gedanken hin und her. Die ganzen Monate hatte er Ginny ignoriert um sie vollkommen aus seinen Gedanken zu löschen. Es war ihm sogar soweit gelungen das er manchmal gar nicht mehr seine (Ex-) Freundin in ihr sah sondern irgendein Mädchen das in nervt.

„Das ist doch jetzt eh alles egal," sagte Harry mehr zu sich als zu den beiden „ von einem Mörder will sie bestimmt nichts wissen!"

„Harry!" erwiederte Hermine fast schon sauer „ Du weißt das du Schwachsinn redest! Wir gehen jetzt besser und lassen dich in Ruhe! Du musst schlafen, damit du bald wieder fit bist. Du hast einiges abbekommen. Dir ist warscheinlich gar nicht klar wie viel Glück du gehabt hast. Recht viel mehr hättest du nicht verkraftet, du hättest sterben könne!" meinte Hermine und zog dabei Ron von seinem Stuhl hoch und bugsierte ihn Richtung Ausgang.

Erst jetzt bemerkte Harry wie müde und kaputt er sich fühlte. Vorsichtig griff er an seinen Kopf und bemerkte das dieser mit einem dicken Verband umhüllt war.

Als dann auch noch die Krankenschwester herein kam und ihm einen übel riechenden Trank unter die Nase hielt konnte er nicht einmal mehr wiedersprechen. Er hatte seine ganze Kraft für das Gespräch mit Ron und Hermine aufgebraucht.