Die riesigen Schülermassen strömten in die große Halle. Sie war zum Schulanfang wie immer üppig geschmückt.

Die Rumtreiber setzten sich nach Sirius Betteln zu Lily, Danny, Alice und Monia. Jessica hatte sich irgendwohin verkrümelt.

„Und wie waren deine Ferien Remus?", fragte Lily.

Mit Remus kam sie schon immer besser aus als mit den anderen Rumtreibern. Wahrscheinlich weil sie im 5. und 6. Jahr zusammen Vertrauensschüler waren.

„Ganz OK. Und bei dir?"

„Auch ganz gut."

Die ganze Halle verstummte. Die Flügeltüren wurden aufgeschlagen und McGonagall kam mit den Erstklässlern herein marschiert.

„Waren wir auch so klein?", fragte Alice leise flüsternd in die Runde.

„Keine Ahnung aber wir waren um einiges cooler.", flüsterte Sirius zurück.

„Oh mein Gott, ist die süß!", quietschte Alice leise und völlig entzückt Lily zu. Sie deutete auf James kleine Schwester, was sie natürlich nicht wusste. Und Lily ebenso wenig.

„Ok, die ist echt niedlich. Hoffentlich wird sie eine Gryffindor. ", stimmte Lily ihr lächelnd zu.

James und Sirius grinsten in sich hinein.

Vorsichtig lehnte sich James zu Lily hinüber. „Würdest du mit mir ausgehen wenn ich sie dafür bezahlen würde, sich als meine kleine Schwester auszugeben?", fragte er grinsend.

„Ich würde nicht mal mit dir ausgehen wenn sie wirklich deine kleine Schwester wäre.", entgegnete Lily und versuchte sich vergeblich ein Lächeln zu verkneifen.

„Tja dann halt nicht."

Sie beobachteten wie der Hut die Erstklässler auf ihre Häuser verteilte. Danny und Monica kreuzten jedes Mal die Finger, wenn sie glaubten dass es der Name, der kleinen Süßen sein könnte.

McGonagall beklatschte kurz einen der Schüler, dann hob sie erneut ihre Namensliste.

„Potter Michelle.", las sie laut.

Lilys Kopf schoss in James Richtung. Dieser grinste sie nur typisch an. Mit verblüfftem Gesichtsausdruck wand sich Lily wieder dem Hut zu und beobachtete wie das kleine niedliche Mädchen sich einen Weg vor zum Hut bahnte, ihn aufsetzte und wartete.

„GRYFFINDOR!", röhrte der Hut. Das Mädchen riss sich den Hut vom Kopf und rannte geradewegs auf sie zu. „James! James ich bin in Gryffindor.", kreischte sie begeistert und einige um sie herum lachten. Aufgeregt setzte sie sich zu ihnen.

„Oh mein Gott, wirklich? Gryffindor! Das Gryffindor in dem auch dein unheimlich gut aussehender, charmanter und witziger Bruder ist? Dieses Gryffindor?", veräppelte er sie.

Sie sah ihn an als hielte sie ihn für geisteskrank. Dann sagte sie ernst. „So ein Gryffindor gibt es nicht, denn mein Bruder ist weder witzig, charmant noch gut aussehend."

Alle lachten. Außer James.

McGonagall versetzte ihnen einen strengen Blick und fuhr fort.

„Sieht so aus als würde deine kleine Schwester dich noch fertig machen James.", flüsterte Lily leise so, dass nur er sie hören konnte.

Schon wieder. Sie hatte ihn schon wieder James genannt und das völlig unbewusst. Diese Tatsache brachte ihn zum grinsen.

„Da hast du wohl recht. Und ich bin neuerdings für dich James?"

„Was?" Sie verstand nicht worauf er hinaus wollte.

„Du hast mich gerade James genannt, genauso wie vorhin im Zug."

„Ich wusste nicht dass dir Potter lieber ist."

„Ist es nicht. Zumindest nicht bei dir. Aber siehst du, in deinem Unterbewusstsein magst du mich schon so sehr, dass du mich James nennst."

„Ich war nur höflich.", flüsterte sie und mied seinen Blick.

„Höflichkeit ist ein Anfang."

„Zugegeben, ich wollte dich einfach nur los werden."

Bevor er das Gespräch weiter vertiefen konnte füllten sich die Schüsseln und Teller vor ihnen auf einmal mit Speisen.

„Und Michelle freust du dich schon auf den Unterricht.", fragte Remus und tat sich ein paar Kartoffeln auf.

„Ja, aber am meisten freue ich mich auf die Flugstunde."

„War ja klar. Alle Potters sind Quidditch vernarrt müsst ihr wissen.", informierte Sirius sie alle.

„Das hätte ich mir schon fast Denken können.", sagte Danny.

Das Festmahl verlief im Ganzen ganz lustig. Bis Professor McGonagall kam um James und Lily zu sagen, dass sie die beiden nun in ihren Schulsprecher Schlafsaal führen würde.

Die Gesichtsausdrücke der Beiden waren erste Sahne. Lily schockiert und verwirrt. James fassungslos gemischt mit Vorfreude.

McGonagall führte sie wie gewohnt in den Gryffindor Gemeinschaftsraum und blieb dann vor einem großen Portrait stehen, dass einen groß gewachsenen Mann beherbergte der mit dem Zauberstab wie wild um sich schoss.

„Drachenstein.", sagte McGonagall zu dem Portrait und es schwang auf.

Sie betraten einen großen warmen Raum. In ihm stand ein Kamin in welchen leise ein Feuer prasselte und vor ihm ein paar bequeme Sessel. Das verwunderliche an diesem Raum war, dass in einer Ecke ein großer Flügel stand. Lily fragte sich ob das wohl ein schlechter Scherz von Dumbledore war. Sie spielte kein Klavier. Ihr Blick wanderte zu James. Dieser hatte ganz kurz den Kopf in den Händen vergruben. Sie beschloss ihn später danach zu fragen.

Aus dem Raum führten drei weitere Türen weg.

„So das ist ihr persönlicher Gemeinschafsraum in dem sie ihren Arbeiten als Schulsprecher nachgehen können. Dies ist das Schlafzimmer von James Potter." Sie stieß eine Tür auf und sie traten nacheinander ein. Der Raum war in gemütlichen Tönen gehalten. Das Bett war um einiges breiter als die in den normalen Schlafsälen. Ausgestattet mit einer Couch, Kommode und sonst noch so Zeug, ließ es sich hier wirklich gut leben.

„Das ist das Badezimmer." McGonnagall führte sie durch die nächste Türe.

Dieses Badezimmer schlug das Badezimmer der Vertrauensschüler um Längen.

Fast alles war aus weißem Marmor. Die Dusche war riesig, die Badewanne war riesig einfach alles war riesig.

Ohne zu verweilen ging Professor McGonagall in das nächste Zimmer.

„So Miss Evans das ist ihr Schlafzimmer. Sollten sie Fragen wegen der Schulsprecher Aufgaben haben, so kommen sie zu mir. Wenn sie zu überfordert sind dann wenden sie sich an die Vertrauensschüler, sie werden in der Lage sein ihnen ein paar Aufgaben abzunehmen. Nun denn ich muss jetzt zurück zum Schulleiter. Wie gesagt, wenn sie fragen haben kommen sie zu mir. Gute Nacht dann."

Und schon war sie gegangen.

„Hast du das gewusst?", fragte Lily emotionslos.

„Nie im Leben. Ich glaub Dumbledore ist sturzbetrunken."

„Gut Möglich.", stöhnte sie und ging zu dem Bücherregal.

„Und was soll überhaupt der Flügel? Spielst du… OH MEIN GOTT!", schrie sie völlig entsetzt. Zog eine große flache Mappe aus dem Regal und schlug sie auf.

„Was ist los?", fragte James erschrocken. Ihr Blick huschte schnell zu ihm, dann wieder zurück. Schnell schlug sie die Mappe zu und hielt sie fest.

„Gar nichts.", versuchte sie so normal wie möglich zu sagen und presste sich die Mappe an die Brust.

„Was soll das?"

Er ging ein paar Schritte auf sie zu.

„Nein, nein, nein bleib wo du bist. Ok? Bitte.", flehte sie schon fast und wich vor ihm zurück. Das Bittende, das in ihrer Stimme lag, vergrößerte seinen Reiz noch.

Da war es. Sein typisches Potter-Grinsen hatte gerade sein Gesicht erklommen.

„Entweder du zeigst es mir oder ich hole es mir."

„Weder noch und jetzt verschwinde aus meinem Zimmer.", fauchte sie und wich über ihr Bett hinweg vor ihm davon.

„Nicht ohne zu wissen was dein Problem ist."

„Mein Problem bist du. Jetzt ist es raus und du kannst gehen. Danke und tschüss."

Er sprang über ihr Bett und entriss ihr die Mappe.

„Gib her!", schrie sie zornfunkelnd und versuchte ihm die Mappe aus der Hand zu schlagen.

Triumphierend hielt er diese in die Höhe so das Lily sie nicht zu fassen kriegte.

„Wer glaubst du eigentlich wer du bist?!", schrie sie außer sich vor Zorn und zog an seinem Arm.

Er genoss ihre Wut ebenso ihre Nähe. Sie sah unheimlich süß aus wenn sie außer sich war.

„Darf ich mich vorstellen. Ich bin James Potter. Meine Vorlieben sind Streiche, ich bin unheimlich gutaussehend und ein nahezu genialer Quidditchspieler. Möchtest du sonst noch etwas von mir wissen? Wenn ja könnten wir das ja bei einem kleinen Date in Hogsmead erörtern."

Sie schlug ihm fest in den Bauch. Doch bei seinen Bauchmuskeln lachte er nur.

„Nur zu deiner Information. Ich habe letztes Jahr ebenfalls Quidditch gespielt! Sogar in deinem verblödetem Team, du frittierter Schleimbeutel!", fluchte sie und stampfte wütend mit dem Fuß auf.

„Ich weiß und du warst noch nicht einmal schlecht. Schade das du dieses Jahr nicht mitmachen möchtest", sagte er grinsend, wissend welche Wirkung diese Worte auf sie haben würden.

„Nicht schlecht?", widerholte sie gefährlich langsam „Nun hör mir mal zu du... Nein! Bitte! Bitte nicht aufmachen! Ich geh mit dir aus!"

Überrumpelt starrte er sie misstrauisch an.

Sie kam ihm ungewohnt nahe. So gerne er ihr alles geglaubt hätte, wusste er dass etwas nicht stimmte. Doch das hieß noch lange nicht, dass er diesen Moment nicht auskosten würde.

„Du würdest also mit mir ausgehen wenn ich dir diese Mappe wieder gebe?", fragte er leise und strich ihr vorsichtig eine Strähne aus dem Gesicht. Ihre weiche Haut glitt unter seinen Fingern dahin.

„Nun ja… NEIN!"

Sie riss ihm die Mappe aus der Hand und flitzte aus dem Zimmer.

Er schüttelte nur den Kopf. War ja klar, dass all das Fake gewesen war. Dennoch war es ein ziemlich hinterhältiges Spiel.

Grinsend folgte er ihr hinaus in den Gemeinschaftsraum.

„Hey. Kann ich dich das in deinem Schlafsaal verstauen?", fragte Lily Alice und folgte ihr sofort hinauf.

„Was ist denn los?", fragten Monia und Jessica.

„Nichts, ich will das einfach nicht bei mir im Zimmer haben, wo James herum schnüffeln könnte. Die Sachen da drinnen sind privat und ich habe keine Ahnung wie sie hierher gelangt sind!"

„Okay.", sagte Monia gedehnt und blätterte durch die Mappe „Aber das sind doch deine ganzen Lieder und Notenblätter...", murmelte sie und lies sich auf ein Bett sinken.

„Trotzdem, wie hat er oder keine Ahnung wer denn überhaupt davon erfahren? ", wütete Alice

„Ich weiß auch nicht!" Lily klang verzweifelt.

„Du solltest Dumbledore oder McGonagall fragen.", murmelte Monia, noch immer in die Blätter versunken.

„Das werde ich bestimmt noch machen.", sagte sie leise.

Kurzes Schweigen trat ein.

„Schluss jetzt. Lily ich möchte jetzt sehen wo du und James eure gemeinsamen Stunden verbringen werdet.", kicherte sie schließlich.

Erneut stöhnte Lily auf, stand aber dennoch auf und ging in den Gemeinschaftsraum.

„Drachenstein", sagte sie vor dem Portrait und kletterte hindurch.

„Wow!" und „Seht euch das mal an." und „Oh mein Gott ist das schön.", begleiteten Lily die ganze Führung über.

„Also ich würde liebend gerne mit dir tauschen Lily!", sagte Alice als die Mädchen es sich in Lilys Zimmer bequem gemacht hatten.

„Klar wenn du unbedingt mit James Potter Tür an Tür wohnen möchtest dann bitte."

„Nein, das überlasse ich doch lieber dir. Ihr beiden werdet euch schon noch verstehen."

Lily antwortete nicht. Sie verstanden sich ja jetzt eigentlich schon passabel. Natürlich lies er oft seine Draufgänger-Seite blicken und dass nervte sie, aber nach dem Vorfall im Zug, als er sich ihr anvertraut hatte, merkte sie das James Potter auch ganz anders sein konnte.

Eine Weile später sprachen sie darüber was so in den Ferien des jeweils anderen passiert war.

Jessica erzählte das sie einen Jungen kennengelernt hatte mit dem sie sich super verstanden hatte. Nachdem sie dann zusammen waren wollte er sofort mit ihr schlafen, als sie ihm immer wieder gesagt hat dass sie dafür noch nicht bereit ist, ist er dann ausgerastet.

Während die anderen weiter sprachen sprang sie auf und kramte Pergament und Feder hervor.

„Lily? Lily!"

Doch die Rothaarige hörte nicht.

„Was hat sie denn?", fragte Monica verwundert.

„Sie ist inspiriert, glaube ich.", vermutete Alice stirnrunzelnd.

Lily arbeitete weiter, während Jessica, Monica und Alice weiter quatschten.

Ein Klopfen lies alle zusammen fahren.

„Wer stört?" rief Lily Richtung Tür.

Die Tür öffnete sich einen Spalt und James steckte seinen Kopf herein.

„Hey, ich glaube ich hab was für dich."

„Du glaubst es? Ach so, dann erklär mir mal warum ich mir etwas ansehen soll was vielleicht gar nicht für mich ist? Hm? Denn es würde sich ja gar nicht lohnen wenn es nicht für mich ist, verstehst du?", sagte sie ernst.

James starrte sie verwirrt an, dann fing er an zu lachen.

„Was habt ihr, ihr denn gegeben? Irgendwelche Drogen?", fragte er Alice.

„Nope. Das ist Lily wie sie leibt und lebt."

„Ach haltet die Klappe, alle beide. So, dann zeig mal was du für mich hast. Und wehe es ist nicht wichtig.", sagte Lily und sprang vom Bett auf die Tür zu.

„Hier die hat Dumbledore gerade vorbei gebracht. Er sagte jemand hat sie dir geschickt.", sagte er und deutete auf die Couch auf der eine glänzende schwarze Gitarre lag.

Lily blieb geschockt stehen. Mit traurigem Blick starrte sie die Gitarre an.

Es war einst die Gitarre ihres Bruders gewesen.

„Ist alles Ok?", fragte James besorgt als er ihren Gesichtsausdruck sah.

Sie räusperte sich kurz.

„Ja natürlich.", sagte sie leise und nahm die Gitarre vorsichtig in die Hand.

„Ähm, … ich geh wieder rein.", sagte sie atemlos und schon war sie zurück in ihr Zimmer geeilt.

„Und was wollte…?",

Irgendetwas stimmte nicht mit ihr, schoss es durch James Kopf. Doch selbst wenn es so wäre war er der Letzte dem sie sich anvertrauen würde.

„Lily alles Ok?", fragte Alice besorgt, als Lily mit hohlem Gesichtsausdruck wieder zurück ins Zimmer kam.

„Ja.", sagte sie schlicht und setzte sich mit der Gitarre auf das Bett. Alices Blick fiel auf die Gitarre.

„Ist das nicht…?", setzte sie an doch anhand Lilys Gesichtsausdrucks ließ sie den Satz lieber unvollständig.

„Ja...", hauchte Lily leise.

Alice warf Lily immer wieder verstohlene Blicke zu, bis diese schließlich aufstand und die Gitarre sorgfältig in die Ecke stellte.

Der Rest des Abends verlief steif. Die Mädchen bemerkten dass mit Lily nichts mehr anzufangen war. Und aus guter Erfahrung wussten sie dass, wenn sie Lily auf ihren Bruder ansprechen würden, Lily das nicht ertragen würde.

Und so verabschiedeten sie sich nach einer Weil und verließen die Schulsprecherräume.

Lily zog sich nach einer Weile müde ihre Schlafsachen an.

In Gedanken war sie immer noch bei der Gitarre.

Sie hatte Mark gehört, ihrem Bruder, der vor 6 Jahren gestorben war. Er war bei einem Autounfall ums Leben gekommen.

Mark war abgesehen von Danny und Lilys Vater der Einzige dem sie sich immer anvertraut hatte.

Das Verhältnis zu ihrer Mutter Rebecca war noch nie so blendend gewesen. Was wahrscheinlich auch der Grund war, warum sie es nicht für schlimm empfunden hatte, als ihre Eltern sich trennten. Doch mit ihrer Mutter ist auch Dean verschwunden. Dean war Lilys anderer älterer Bruder. Er hat immer zu Mark auf gesehen. Lily konnte sich bis heute keinen Reim darauf machen, warum Dean mit ihr gegangen war. Die beiden hatten noch nie einen guten Draht zu einander. Wahrscheinlich war er nicht freiwillig gegangen. Dennoch hätte er sich über all die Jahre mal melden können.

Und so hatte Lilys Vater Petunia und sie alleine groß gezogen. Petunia war noch immer in Kontakt mit ihrer und Lilys Mutter. Doch diese wollte mit Lily nichts mehr zu tun haben. Wahrscheinlich weil Lily Mark so sehr ähnelte und weil sie sich das letzte Mal als sie sich gesehen hatten ziemlich heftig gestritten hatten. Es war ganz seltsam mit ihrer Mutter. Nach dem Tod von Mark hat Lily ihre Mom, wieder auf die Beine geholfen.

Auf der einen Seite hat es sie besonders stark gemocht, aber dennoch merke man manchmal das Lily dadurch auch kaputt gegangen war.

Lily hatte von Petunia erst letztens erfahren dass ihre Mutter nun einen neuen Freund hatte und vorhatte ihn zu heiraten. Ob sie hingehen würde, wusste Lily nicht. Wahrscheinlich nicht, warum sollte sie auch. Rebecca war für sie kein Teil mehr ihres Lebens.

Lily packte ihre Zahnbürste weg und setzte sich auf ihr Bett. Sie zog ihr benutztes Stück Pergament zu sich und begann auf der Rückseite darauf herumzukritzeln. Ihr Blick fiel immer wieder auf die Gitarre.

Wie zum Teufel war sie nach Hogwarts gelangt. Normalerweise stand sie in ihrem Zimmer in London.

Sie hörte wie das Portraitloch aufschwang und James Türe auf und wieder zu ging.

Nach kurzem überlegen stand sie auf und klopfte an seiner Türe. Ein leises Brummen signalisierte ihr das sie eintreten konnte.

Vorsichtig öffnete sie die Türe und stand dann unschlüssig im Türrahmen.

„Was ist los?", fragte er sobald er ihren zaghaften Gesichtsausdruck gesehen hatte.

„Ähm nichts von Bedeutung… ich wollte dich nur fragen ob Dumbledore was gesagt hat als er dir die Gitarre gegeben hat."

Er blickte ihr forschend ins Gesicht.

„Naja er hat nur gesagt, dass sie bei ihm im Büro lag als er vom Festmahl zurückkam und das dabeistand das sie für dich ist. Aber es lag kein genauer Brief dabei, wenn du darauf hinaus möchtest."

Sie verkniff sich ein frustriertes seufzten.

„Naja, egal.", sagte sie und wollte schon die Türe wieder schließen als James nochmal rief: „Hey Lily warte mal… ist echt alles in Ordnung?"

Sie wusste nicht was sie von dieser Frage halten sollte.

„Ja natürlich.", log sie. Und sie hatte so eine Ahnung das er es wusste.

„Gute Nacht.", fügte sie noch hinzu und schloss die Türe.

Mit dem Blick auf dem glänzenden Instrument das in der Ecke stand, schlief sie ein.


So meine lieben Hinterwäldler, die es zu dieser Story geschafft haben, ich würde mich riesig über ein paar Kommentare freuen :))