Kapitel 2
Plötzlich hörte Harry eine Stimme in seinem Kopf. 'Hab keine Angst, Kind. Ich bin Professor Snape, und ich möchte auf diese Weise gerne mit Dir sprechen. Wenn Du mich hören kannst, schaue mich bitte an.'
Zögernd wandte Harry seine Augen dem Lehrer zu. "Ja, sir, ich kann Sie hören", wollte er laut sagen, aber es kam als ein Flüstern heraus.
'Sehr gut', dachte Severus in Harrys Kopf. 'Potter, haben Deine Verwandten Dir etwas über Magie erzählt?'
Harry schluckte entsetzt und schaute den Mann vor sich entgeistert an. "Ja sir, ich weiß, daß es so etwas wie..." Aus Furcht, das Wort auszusprechen, unterbrach er sich und schaute schüchtern auf den Boden.
Aber die Stimme in seinem Kopf fuhr fort zu sprechen. 'Potter, es gibt Magie, und Du bist ein Zauberer. Ich bin auch ein Zauberer. Professor McGonagall ist eine Hexe.'
Harry blickte den Professor zögernd an, der gerade fragte 'Hast Du nie seltsame Dinge getan? Hmm?'
'Oh doch, natürlich, deshalb nennen mich ja alle einen Freak', dachte Harry. "Doch, manchmal", gab er leise zu.
'Siehst Du, das kommt, weil Du ein Zauberer bist', erklärte der Lehrer und zog eine Augenbraue hoch. 'Wir haben Dir ja erzählt, daß wir in einer großen Schule leben. Diese Schule heißt 'Hogwarts Schule für Zauberei und Hexerei' und liegt in Schottland. Alle magischen Kinder kommen in unsere Schule, wenn sie elf Jahre alt sind. Wir nehmen Dich nun dorthin mit. Allerdings werden wir eine magische Art der Fortbewegung verwenden, weil das der schnellste Weg zu Reisen ist. Bleib dicht bei mir, bewege Dich nicht und laß nicht los. Hast Du mich verstanden, Potter?'
"Ja sir", erwiderte Harry schüchtern und schaute die freundliche Dame, die inzwischen ins Wohnzimmer zurückgekehrt war, ängstlich an.
"Alles klar, Harry. Bitte führe uns in Dein Zimmer, und wir helfen Dir, Deine Sachen zu packen", sagte Minerva laut und deutlich.
Harry führte sie zu seiner Kammer unter der Treppe und schnappte sich eine kleine Decke, einen alten Pullover und ein Buch über Gartenpflanzen, das aussah, als ob es schon tausend mal gelesen worden sei. "Alles klar", erklärte er den völlig geschockten Lehrern.
'Ist das alles?' fragte Severus ungläubig. Als er den Jungen ängstlich nicken sah, trat er zu ihm hinüber und legte beide Hände auf seine Schultern. Er nickte Minerva kurz zu und erklärte Harry, 'Halt einen Moment ruhig.'
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Plötzlich fühlte Harry, daß sich die Welt um ihn herum schnell drehte, und er griff ängstlich nach den Armen des Lehrers, als die Bewegung so plötzlich aufhörte, wie sie angefangen hatte. Sein Magen drehte sich um, und er blickte die Lehrer unsicher an.
"Geht es Dir gut, mein Kleiner?" fragte Minerva beruhigend, laut genug, daß Harry aufsah und die Frage von ihren Lippen ablas.
"Ja Madam", antwortete Harry ruhig, wobei er versuchte, das leichte Unwohlsein zu ignorieren, als er die Stimme des Lehrers abermals in seinem Kopf hörte.
'Schau, da siehst Du ein Schloß, nicht wahr? Das ist Hogwarts. Fühlst Du Dich gut genug, um bis da zu laufen?' dachte Severus zu Harry.
"Natürlich sir, es geht mir gut", gab Harry zurück und wurde rot bei der ihm zugeteilten Aufmerksamkeit. 'Wow, ist das riesig', dachte er, als er erführchtig das Schloß betrachtete.
Die drei begaben sich hinauf zum Schloß, und die Lehrer führten Harry direkt zum Büro des Schulleiters.
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Harry betrat zögernd das Büro des Direktors zwischen Minerva und Severus, in dem er einen sehr alten Mann mit einem extrem langen, weißen Bart erblickte. 'Cool; er sieht aus wie einer der Leute aus den Märchen, die wir in der Grundschule durchgenommen haben', überlegte Harry, als Severus zu ihm dachte 'Der Schulleiter spricht mit Dir. Schau ihn an und versuche, zu verstehen, was er sagt.'
Harry schaute schnell in das Gesicht des Direktors, als er hörte, wie McGonagall dem alten Mann erklärte, daß er nicht richtig hören könnte. 'Zum Glück spricht sie richtig laut', dachte Harry dankbar, als Dumbledore um seinen Tisch herumging und vor ihm stehen blieb. "Hallo Harry", sagte er freundlich und so laut, daß Harry ihn verstehen konnte. "Mein Name ist Albus Dumbledore", fuhr der Schulleiter fort.
"Hallo Mr. Dumbledore", antwortete Harry schüchtern.
'Nenn ihn Professor Dumbledore', wies ihn eine Stimme in seinem Kopf an, und er warf dem streng aussehenden Lehrer mit dem unwirschen Gesichtsausdruck einen dankbaren Blick zu, bevor er sich umgehend korrigierte.
"Bitte entschuldigen Sie; hallo Professor Dumbledore." Plötzlich bemerkte Harry einen wunderschönen Vogel auf einem Vogelbaum direkt neben dem Schreibtisch des Schulleiters und schaute ihn bewundernd an, während sich die Lehrer kurz über das austauschten, das sie herausgefunden hatten.
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"Albus, wir mussten ihn einfach hier her bringen. Er ist offensichtlich vernachlässigt und misshandelt", erklärte Severus und führte näher aus "Er hat Beulen und Schrammen überall am Körper sowie eine chronische Ohrinfektion, die vermutlich die Ursache für seine Hörprobleme ist. Seine Tante meinte zu uns, er sei einfach dumm und sie hätten nichts wegen seiner Probleme unternommen."
"Sehr gut, mein Junge", antwortete der Schulleiter nachdenklich. "Das bedeutet, daß Ihr Beide die Vormundschaft über den Jungen übernehmen müsst. Die einzige Möglichkeit, daß ein Kind unter einem Alter von elf Jahren oder in den Sommerferien in Hogwarts wohnen kann, ist, daß es zur Familie eines Mitarbeiters gehört."
"Nein!" widersprach Severus vehement. "Das ist ein Job für Minerva; ich kann nicht der Vormund eines Potter werden!"
"Genug!" unterbrach Dumbledore ihn ernst. "Minerva ist schon meine stellvertretende Schulleiterin und neben ihrem Unterricht, ihren Aufgaben als Hausvorsteherin und ihren Pflichten als meine Stellvertreterin nicht in der Lage, sich allein um ein behindertes Kind zu kümmern. Deshalb müsst Ihr dies gemeinsam erledigen. So, da das nun geklärt ist, laßt uns doch Mittag essen. In der Zwischenzeit werde ich Poppy bitten, zu kommen und sich Harry einmal anzuschauen. Vielleicht hat sie eine Idee, wie wir dem Kind helfen können."
"Severus, Du bist am besten geeignet, um Harry zu helfen. Davon abgesehen bist Du der einzige, der sich richtig mit ihm unterhalten kann", sagte Minerva besänftigend.
"Nein! Vergiß es!" counterte Severus.
"Severus, schau das Kind einmal an. Was hat er mit seinem Vater gemeinsam, mal abgesehen von seinem Aussehen? Was ist mit seinen Augen?" wies Minerva ihn sanft zurecht.
Severus schaute den hageren Jungen an, der ihn aus Lilys Augen erwartungsvoll anschaute. 'Lily!' dachte er. 'Richtig, natürlich, er ist auch Lilys Sohn.'
"Na gut", gab er schließlich nach. "Aber er wohnt bei Dir, Minerva!" 'Es ist alles in Ordnung; wir diskutieren nur gerade, wo Du bleiben sollst', erklärte er Harry in der Annahme, daß der Junge sich fragte, worüber sie sprachen.
"Ja, aber..."
Dumbledore unterbrach sich selbst, als ein Hauself in den Raum poppte, um das Mittagessen für vier Personen zu bringen. Harry schaute Severus ängstlich an und versuchte, sich hinter ihm zu verstecken, als er die Stimme des Lehrers in seinem Kopf hörte.
'Das ist ein Hauself, Potter. Du wirst viele von ihnen hier im Schloß sehen.'
"Du wirst hier in Hogwarts viele merkwürdige Dinge sehen, mein Junge", sagte Dumbledore in einer sehr lauten und langsamen Stimme, womit er Harry ein leises Lächeln entlockte. Er bedeutete Harry, sich an den Tisch u setzen, wo Minerva bereits dabei war, Harrys Teller mit den Delikatessen zu füllen, die die Elfen für sie vorbereitet hatten.
"Warum ißt Du denn nicht, Harry?" fragte Minerva wenige Minuten später, als sie mit Verwunderung bemerkte, daß Harry sein Essen nicht einmal angerührt hatte.
"Ich darf nicht an einem Tisch mit normalen Leuten essen", antwortete Harry leise und wandte seine Augen zum Fußboden, während sich die Lehrer entsetzt ansahen.
"Ach, Unsinn, Harry; hier in Hogwarts darfst Du alles essen, das Du möchtest", erläuterte Albus, und wissend, daß es zu schnell und leise gewesen war, übermittelte Severus schnell den Satz des Schulleiters in Gedankensprache.
Minerva und Albus schafften es, das Kind dazu zu bewegen, wenigstens ein paar Bissen von seinem Teller zu sich zu nehmen, und Harry genoß das Essen ungemein. 'Es ist als ob mich ich in einem netten Traum befände', dachte er begeistert.
Bevor die Lehrer das Thema, wo Harry denn nun bleiben sollte, noch einmal aufnehmen konnten, trat Madam Pomfrey aus der Feuerstelle und wurde Harry vorgestellt. Harry, der noch nie in seinem Leben bei einem Heiler oder einem Doktor gewesen war, fühlte sich sehr unwohl in Gegenwart der ernst aussehenden Dame, die ihn durchdringend musterte.
Fortsetzung folgt...
Herzlichen Dank für Eure zahlreichen reviews! Ich habe mich sehr gefreut – und wie Ihr seht, habe ich schnell weiter übersetzt. Hat es Euch gefallen?
Alle bekannten Charaktere gehören J. K. Rowling, und ich verdiene nichts am Schreiben dieser Geschichte.
