So, hat ein bisschen gedauert, aber nun ist es fertig!
Viel Spaß!
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Schöner Abend
Als ich in den Raum eintrat, klappte mir die Kinnlade hinunter.
Die Suite war atemberaubend. Die Eleganz und Schönheit in der Lobby spiegelten sich auch hier wieder. Wir standen in einem großen Raum mit einem Kamin in der Ecke, um den ein Sofa und ein Sessel standen. In der anderen Ecke stand ein langer Esstisch. Die Wände waren in dunklen Rottönen gehalten und auch hier waren die Möbel dunkel.
Von dem Raum gingen zwei Türen ab. Ich öffnete die eine, Edward folgte mir still.
Hinter der einen war das Badezimmer, dass so riesig wie mein Zimmer bei Charlie war. Die schwarzen Bodenfließen standen im krassen Kontrast zu den weißen Wänden und die Armaturen waren aus glänzendem Chrom. In dem riesiger Spiegel über den Waschbecken spiegelte sich der gesamte Raum wieder und ließ ihn noch riesiger wirken.
Im anderen Raum befand sich das Schlafzimmer. Auch hier waren die Wände dunkelrot und nun in Cremetönen gestrichen. Ein großes Himmelbett stand in der Mitte und eine weitere Glastür führte zu einem Balkon.
Langsam drehte ich mich zu Edward. Er musterte mich nun schon mit fast besorgten Blicken.
„Wow." Zu mehr war ich noch nicht fähig.
Er schmunzelte, doch es berührte seine Augen nicht.
Ich trat zu ihm, schlang meine Arme um seine Mitte und lehnte meinen Kopf an seine Brust. Er legte seine Arme um meine Taille und vergrub sein Gesicht in meinen Haaren.
„Das hättest du nicht für mich tun müssen." murmelte ich.
Ich hörte, wie er seufzte.
„Bella," sagte er sanft. „Lass uns einfach unseren kleinen Urlaub genießen und uns um nichts anderes sorgen, okay? Ich finde, wir hatten nie Zeit gehabt, um nur für uns zu sein." Er schob mich ein wenig von sich weg, um meine Stirn zu küssen, danach zog er mich wieder zu sich.
Er hatte recht. Es war richtig ungewohnt, mal nicht in Todesangst zu schweben und sich nicht darüber Gedanken machen zu müssen, wann ein Vampir plötzlich auftauchen könnte, um sich zu rächen. Es war richtig befreiend, diese Sorgen los zu sein, dafür gab es jedoch andere.
Jacob.
Ich hatte in den letzten Wochen verdammt wenig an ihn gedacht, und wenn ich es einmal tat, kam zufällig Edward und durchbrach meinen Gedankenzug, als ob er tatsächlich meine Gedanken lesen könnte.
Aber seine Gefühle kann man nicht von heut auf morgen abschalten, sosehr ich es mir nun auch wünschte.
Doch ich hatte mich für Edward entschieden, und diese Entscheidung bereute ich in keinster Weise und würde sie auch niemals bereuen. Er war meine große Liebe und nur mit ihm wollte ich die Ewigkeit verbringen.
So hart es sich auch anhörte, ich kann ohne Jacob leben, jedoch nicht ohne Edward.
Doch richtig glücklich würde ich erst wieder werden, wenn es auch Jacob war, wenn er seine große Liebe gefunden hatte.
„Möchtest du etwas essen?" fragte auf einmal Edward und brachte mich damit wieder in die Gegenwart.
Ich nickte.
Ich hatte nun sogar großen Hunger, da ich den ganzen Tag noch nichts vernünftiges gegessen hatte.
Edward löste sich sanft von mir und ging hinüber zum Telefon, um mir etwas zu bestellen.
Währenddessen trat ich durch die Glastür auf den Balkon und genoss die Aussicht über Chicago. Die Sonne war nun vollends untergegangen und die Lichter der Stadt strahlten mir entgegen. Ich lehnte mich auf das Geländer und genoss den Ausblick. Eine leichte Brise wehte und ein paar Haarsträhnen fielen mir ins Gesicht. Ich hörte Edward drinnen den Hörer auflegen und eine Sekunde später stand er hinter mir und schlang seine Arme um meinen Brustkorb. Ich lehnte mich an ihn und er gab mir einen Kuss auf die Schläfe.
„Essen kommt gleich." flüsterte er an meinem Ohr.
„Mhmm." murmelte ich dankbar.
Ich weiß nicht, wie lange wir dort standen und den Augenblick genossen, als es plötzlich an der Tür klopfte. Ich zuckte erschrocken zusammen, Edward jedoch schritt zur Tür und ließ den Zimmerservice hinein, der mein Essen auf dem Esstisch abstellte und wieder verschwand.
Ich ging rein, setzte mich an den Tisch und begann zu essen, Edward beobachtete mich wie gewöhnlich dabei.
Nach dem Essen ging ich ins Bad und duschte erst einmal. Ich entkleidete mich, stieg in Dusche und drehte das Wasser auf. Die Dusche war so groß, dass es selbst mit zwei Personen nicht eng sein würde. In mir blitzte der Gedanke auf, mit Edward hier zu stehen und prompt schoss mir das Blut ins Gesicht. Mein Gott, was war denn heute mit mir los? Erst die Aktion am Flughafen, von der ich immer noch nicht wusste, welcher Teufel mich da geritten hatte und nun das! Sind wohl die Nerven, redete ich mir ein. Ich verdrängte die Dusch- Gedanken schnell wieder und hoffte, dass Edward mein verräterischer Puls entgangen war. Ich drehte das Wasser nun heißer auf. Vom langem Sitzen im Flieger waren meine Muskeln total verspannt und das heiße Wasser beruhigte mich. Ich konzentrierte mich nun nur noch auf das Gefühl, wie das Wasser meinem Körper hinunter lief und wie sich meine Muskeln entspannten.
Nach einer Weile- wo ich sicher war, das mein Gesicht seine normale Färbung zurück hatte- drehte ich das Wasser ab, stieg aus der Dusche, trocknete mich ab und zog mir mein Schlafzeug an. Danach putzte ich mir die Zähne und kämmte meine feuchten Haare durch. Ich hatte keine Lust, sie zu föhnen, also ließ ich sie mir offen über die Schultern fallen, damit sie so trocknen konnten. Als ich aus dem Badezimmer ging, ließ ich meinen Blick durch Zimmer schweifen, auf der Suche nach Edward. Doch im Wohnzimmer war er nicht, also ging ich durch den Raum ins Schlafzimmer. Auch hier war er nicht, doch die Tür zum Balkon stand leicht auf. Ich trat zur Tür und sah ihn auf die Stadt hinunter blicken. Als ich auf ihn zutrat, drehte er sich mit einem Lächeln zu mir um. Schnell überbrückte ich den Abstand zwischen uns und warf mich in seine ausgebreiteten Arme. Ich war kaum eine Viertelstunde weggewesen, doch ich vermisste ihn jede Minute, in der er nicht bei mir war. Edward schien es ähnlich zu ergehen, denn er drückte mich sanft an sich und strich mir zärtlich durchs feuchte Haar.
„Gefällt es dir hier wenigstens ein bisschen?" fragte er plötzlich. Ich schaute auf. Seine Augen hatten einen leicht besorgten Ausdruck. Er hatte sich wohl Gedanken über meine Reaktion bezüglich der Kosten für dieses Hotel gemacht. Ich versuchte, seine Augen wieder zum Strahlen zu bringen.
„Mit dir gefällt es mir überall." lächelte ich. „Sogar auf dem Nordpol."
„Ach ja?" er zog eine Augenbraue hoch. „Ich dachte, du hasst die Kälte."
„Ich liebe die Kälte. Das solltest du eigentlich langsam wissen." Ich drückte mich fester an ihn, um ihn zu zeigen, welche Kälte ich besonders liebte. Seine Sorgen wurden durch einen liebevollen Ausdruck vertrieben. Er küsste mich sanft auf dem Mund.
„Wir sollten langsam reingehen. Nicht, dass du dich noch erkältest."
Er wartete meine Antwort gar nicht ab, sondern hob mich blitzschnell und dabei doch so sanft auf seine Arme und trug mich ins Schlafzimmer. Dort ließ er mich vorsichtig auf das Bett sinken und deckte mich zu. Als er sich neben mich legte, kuschelte ich mich an seine Brust und atmete seinen berauschenden Duft ein. Edwards Arme legten sich um mich herum drückten mich eng an ihn.
„Und was ist mit meinem Gute- Nacht Kuss?" Ich schaute ihn erwartungsvoll an. Er lachte leise, als er sich zu mir beugte. Ich schloss die Augen und wartete gespannt, doch kurz bevor seine Lippen die meinen berührten, seufzte er. Verdutzt öffnete ich wieder meine Augen und sah, wie er nach seinem Handy in seiner Tasche griff. Erst jetzt bemerkte ich, das es leise surrte. Edward schaute kurz auf das Display, dann hielt er mir das Handy entgegen.
„Charlie." erklärte er.
Das war ja mal was neues. Seit wann rief Charlie denn an? Aber ich hätte wissen müssen, dass er die Sache doch nicht so ohne Probleme hinnehmen würde.
Ein wenig verärgert über den verpatzten Moment nahm ich das Handy aus Edwards Hand und nahm ab.
„Hallo?"
„Bella?" fragte Charlie verdutzt; anscheinend hatte er Edward erwartet.
„Ja, Dad. Ich bin's." erklärte ich ihm.
„Na ja, ich wollte nur fragen, wie es euch so geht und ob ihr gut angekommen seid." sagte er. „Ich hoffe, ich störe nicht."
Ob er wohl wusste, dass er genau im richtigen Moment gestört hatte?
„Nein, hast du nicht, Dad. Und wir sind gut angekommen."
Edward spielte mit einer feuchten Haarsträhne und immer, wenn seine kühlen Finger mich berührten, liefen mir wohlige Schauer den Rücken hinab. Edward bemerkte das und lächelte liebevoll. Ich dachte über das angebliche Vorhaben nach, weswegen wir Charlies Meinung nach hier waren.
„Edwards Familie ist sehr nett." fügte ich nach kurzem Zögern hinzu.
„Das ist schön. Gut, Bells, ich muss wieder aufhören. Schönen Abend noch. Und grüß Edward von mir."
Huh? Was waren das für neue Sitten?
„Ja, danke, Dad. Gute Nacht!" sagte ich ein wenig verdattert. Charlie legte auf und ich gab Edward das Handy zurück.
„Schöne Grüße von Charlie.!" richtete ich Edward aus.
„Danke." Edward lächelte.
„Weißt du, was in Charlie gefahren ist? Sonst benimmt er sich ja auch nicht so komisch!" fragte ich skeptisch.
Edwards Lächeln wurde breiter.
„Das wirst du noch erfahren, wenn wir zurück sind!"
Ich seufzte und ließ mich wieder in die Kissen sinken. Die weichen Kissen riefen mir wieder ins Gedächtnis, wo ich mich befand.
„Danke." sagte ich schlicht zu Edward.
„Dürfte ich wissen, wofür genau?" fragte er schmunzelnd.
„Für die Überraschung hier. Es ist dir wirklich gelungen." sagte ich und schmiegte mich wieder an ihn.
„Ich bin froh, dass es dir hier gefällt, aber das war nicht die eigentliche Überraschung."
Verdutzt fuhr ich wieder hoch.
„Nicht?"
Edward schüttelte sichtlich amüsiert den Kopf.
„Und wann zeigst du sie mir?"
„Morgen, mein Engel. Du solltest jetzt schlafen." sagte er sanft.
Ich ließ mich wieder seufzend zurück ins Kissen fallen und schmiegte mich an ihn. Er hielt mich fest in seinen Armen und rückte mich eng an ihn.
„Wo waren wir gerade stehen geblieben?" flüsterte er plötzlich an meinem Ohr.
Mein Herzschlag überschlug sich.
Edward schmunzelte leise und drückte mich ein wenig von sich, damit er seine Lippen auf meine pressen konnte.
Ich schlang meine Arme um seinen Nacken und er presste mich an sich. Doch bevor ich den Kuss vertiefen konnte, löste er sich bereits wieder von mir. Ich zog eine Schnute.
„Ich dachte, mein Blut macht dir nichts mehr aus?" fragte ich schmollend.
Er lachte leise und strich mit seinen Fingern sanft über meine Wange. Meine Haut brannte, wo er sie berührte.
„Es gibt noch andere Begierden, Bella. Und ich habe dir versprochen, zu warten. Es sei denn-" Er beugte sich wieder nah zu meinem Gesicht, nur noch wenige Zentimeter davon entfernt. Sein Duft schlug mir wieder entgegen und vernebelte meine Sinne
„- du hättest deine Meinung geändert." Seine Augen loderten wie goldenes Feuer.
Ich konzentrierte mich wieder darauf, warum ich Nein sagen musste, obwohl mein Körper danach schrie und sich nach ihm verzehrte. Aber seine Seele war mir viel, viel wichtiger als mein Verlangen.
„Nein, aber du machst es mir verdammt schwer." flüsterte ich zurück.
Für einen Moment dachte ich, er könnte enttäuscht sein, aber stattdessen lagen nur Liebe und auch ein bisschen Leidenschaft in seinen Augen. Er nahm mein Gesicht in seine Hände und küsste mich liebevoll auf den Mund.
„Ich liebe dich." hauchte ich mit geschlossenen Lidern, als mein Mund wieder frei war.
„Ich liebe dich auch, mein Engel." Er küsste mich auf die Stirn.
Ein wohliger Schauer lief mir wieder den Rücken hinab. Glücklich kuschelte ich mich wieder an seine Brust und atmete seinen Duft ein. Leise summte er mir mein Schlaflied. Gott, wie ich das vermisst hatte! Ich fühlte mich hier in seinen Armen so sicher und geborgen und geliebt, wie schon lange nicht mehr. Ich spürte noch einen leichten Kuss auf meiner Schläfe, bis ich schließlich einschlief.
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So, hoffe euch hat es gefallen!
