Es war der letzte Tag vor den Herbstferien, es regnete in Strömen und die Blätter warfen langsam ihr Laub ab. Die meisten Schüler saßen in den gemütlichen Gemeinschaftsräumen vor den flackernden Kaminen, doch Tim war nicht wie die meisten. Seine außerordentlich gut aussehende Erscheinung wurde nur noch von seinem klugen Geist, seiner Sportlichkeit und seinem Sinn für Gerechtigkeit übertroffen. An diesem Nachmittag war er mit seinem Feuerblitz 5000 (der beste Rennbesen, den es zurzeit gab und den er sich mühsam durch die Verhaftung von 5 Verbrechern der Liste ‚Englands most wanted' erarbeitet hatte) zum Quidditchfeld hinuntergelaufen, dem Regen trotzend und hatte 5 Stunden lang die kompliziertesten Flugmanöver aller Zeiten geübt. Jetzt drehte er eine letzte Runde und ließ seinen Blick über das Stadion schweifen: Durch die dicken Regentropfen sah er plötzlich einen hellen schimmernden Fleck. Als er näher heranflog, erkannte er, dass dieses Strahlen von den goldenen Haaren seiner Freundin stammte, Gaby Ringer. Gaby war das schönste Mädchen der ganzen Welt. Sie lebte Hogsmeade- dem nahen Millionendorf, das ungefähr 20 Trablaufminuten vom Internat entfernt war. Ihr Vater, Kommissar Ringer arbeitete im Zaubereiministerium in der Abteilung für magische Strafverfolgung. Er war in allen Dezernaten dort beschäftigt. Ihre Mutter- eine Muggel- besaß die „Drei Besen", ein Feinkostcafé, in das nur gute, nette und ehrliche Leute gingen (also jeder außer Slytherins und Verbrecher). Sie war natürlich auch sehr clever, aber nicht so clever wie Tim versteht sich. Nur in Wahrsagen hatte sie eine 1+ während Tim nur eine 1 hatte, aber Wahrsagen, so fand er, ist sowieso Zeitverschwendung. Neben Gaby saß ein hagerer Junge mit einer Nickelbrille auf der Nase, die er jetzt aufgeregt an seinem Jackenärmel putzte. Seine Brille beschlug nämlich immer, wenn etwas aufregendes passierte und die Tatsache Tim zu sehen, war natürlich das Aufregendste, was überhaupt geschehen konnte. Bei diesem Jungen handelte es sich um Carl- auch die Bibliothek genannt- Er war unglaublich schlau. Natürlich nicht so schlau wie Tim, aber er kannte einfach sämtliche Wikipediaartikel auswendig. Natürlich kannte er sie nicht wirklich, denn Carl kam aus einer Zaubererfamilie (den Fourstones) und kannte kein Internet. Er hatte alles ganz altmodisch aus Büchern auswendig gelernt. Er wohnte aber nicht in Hogwarts, sondern war- genauso wie Gaby- ein Externer! Jeden morgen radelte er auf seinem Holzesel (Besen: ein alter schmuddeliger Streberwisch 7) aus Hogsmead, wo er in einer alten Villa lebt, zur Schule. Ansonsten konnte man nicht viel über Carl sagen, denn er war eigentlich sehr unscheinbar... Der typische Bücherwurm eben! Außerdem hatten seine Eltern, berühmte Forscher in der Zaubererwelt, den Stein der Weisen erfunden und bereits vier davon produziert. Sie waren 800 Jahre alt, aber trotzdem sehr freundlich zu Carls Freunden. Besonders Tim hatten sie in ihr Herz geschlossen, ebenso wie die Ringers.

In der Sitzreihe hinter Karl lag ein großer Fleischiger Haufen, der seltsame Geräusche von sich gab: er schnarchte (Eine Tätigkeit, die Tim niemals passieren würde!) Das war Willy Sourish. Willy kam zwar auch aus dem Millionendorf, aber er wohnt trotzdem in Hogwarts, weil Tim auch dort war und mit ihm war alles direkt viel lustiger und spannender. Willy war als einziger des berühmten TCBG-Quarttets in Hufflepuff. Er war zwar ein treuer und guter Freund, aber er konnte sich in keinster Weise mit Tims Mut messen. Er lebte trotzdem mit Tim im Eagle Cluster (Gemeinschaftsraum von Gryffindor), da kein Platz mehr im Hufflepuff Raum war und Tim sich selbstlos aufgeopfert hatte und Willy in seinem Einzelzimmer (was er hat, weil er so ein herausragender Schüler ist) aufnahm. Eigentlich nervte Willy Tim sehr oft, denn Willy war einfach nur verfressen. Seine Eltern -die Besitzer des Honigtopfes- schickten ihm mindestens dreimal täglich per Eulenpost ein Fresspaket. Willy war im übrigen auch einfach nur fett, aber seine Freunde mochten ihn trotzdem, auch wenn sie ihn hin und wieder mal mit ihren Streichen aufziehen. Ansonsten hatte Willy unglaublich schlechte Noten und war genauso unsportlich ist, wie Tim sportlich war. Außerdem war er sehr reich, was aber zwar nie raushängen ließ, aber was bestimmt einer der Hauptgründe war, wieso die anderen ihn mochten. Willy war nämlich auch immer sehr spendabel.

Tim flog einen Salto, worauf seinen (wachen) Freunden ein bewunderndes „Ohhhhh!" entwich und landete elegant vor Gaby.

„Hallo Klaue!", sagte er zu seiner Freundin. Gaby wurde häufig „Klaue" genannt, denn sie war sehr tierlieb und hatte eine schwarz-weiß gefleckte Cockereule namens Oscar und Oscar gab gerne „Klaue". Auch jetzt war Oscar dabei, Gaby führte ihn immer an einer Leine mit sich. Oscar mochte Tim sehr und schlug aufgeregt mit den Flügeln, damit er auch etwas von seiner Aufmerksamkeit bekam. Tim streichelte gönnerhaft den Kopf der Eule und wandte sich dann an Willy.

„Hey Ball! Wach auf!"

Ball grunzte und schlug widerwillig die Augen auf.

„Wasnlos?", nuschelte er. Er nuschelte, weil der den Mund bereits, oder immer noch mit Schokolade vollgestopft hatte. Willy aß immer, sogar wenn er schlief, deswegen war er auch so dick.

„Ach nichts, ich wollte dich nur aufwecken! Dann verbrennst du wenigstens ein paar Kalorien!"

Gaby und Carl lachten und auch Ball musste mitlachen. Tim war einfach zu lustig."Als gabsy glockenhelles lachen erklang wurde Tim rot. Sie sah einfach so bezaubernd aus, denn sie trug eine weiße hose und eine rot gestreifte bluse. ihre taufrischen wangen leuchteten zart rose, während sie rtim einen blick aus ihren kornblumenblaune augen zuwarf"

Früher wurde er einmal Tarzan genannt, weil er so athletisch und gutaussehend war, aber dann hatten die Slytherins rausgefunden, dass Tarzan die Figur aus einem Muggelfilm war und hatten Tim damit furchtbar aufgezogen. Ständig hatten sie Affengeräusche gemacht, wenn er vorbeigegangen war. Tim hatte letztendlich 20 von ihnen krankenhausreif schlagen müssen, damit sie aufhörten. Eigentlich verabscheute er Gewalt, aber wenn es für eine gute Sache war, war er bereit sie selbstlos einzusetzen. Da Tim – aus reiner Notwehr natürlich – auch schon einige Menschen auf dem Gewissen hatte, hatte er ausversehen auch schon diverse Horkruxe erzeugt, die er alle an einem dicken Schlüsselbund mit sich trug. Er hatte die Horkruxe auschließlich in Gegenstände verbannt, die ihm bei seinen Abenteuern nutzen konnte. Zum Beispiel hingen Messer, Baseballschläger und Eisenstangen daran, aber auch sein schwarzer Judogürtel – man wusste ja nie wozu man ihn braucht. Den schwarzen Gurt hatte Tim schon mit 6 gemacht, obwohl man ihn eigentlich erst mit 18 machen darf, aber da er so gut in Judo war, wurde für ihn eine Ausnahme gemacht. Tim hatte, als er noch bei seiner Mutter war, in einem Judoclub trainiert, doch seit er in Hogwarts war konnte er nur noch 18-35 mal die Woche im Raum der Wünsche trainieren. Doch Tim hatte ja eben auch noch viele andere wichtige Verpflichtungen, da musste das Training eben manchmal etwas zurückstehen.

Gaby, Carl und Ball hatten sich mittlerweile von ihrem Lachanfall erholt und Tim beschloss, dass es Zeit war zum Mittagessen zu gehen.

Als die Freunde in der großen Halle ankamen, begegneten ihnen viele bewundernde Blicke, die wohl hauptsächlich auf Tim und Gaby zurückzuführen waren. Obwohl Tim natürlich noch ein bisschen mehr bewundert wurde als Gabi, denn schließlich war er Kapitän aller Quidditch-Mannschaften und Ehrenmitglied in allen Duellierclubs und...

Tim wurde in seinem Gedankengang unterbrochen, als er von einem hageren, missmutig dreinblickenden Slytherin angerempelt wurde.

Edgar Evilman blitzte ihn böse an.

„Pass bloß auf wo du hinrennst, oder ich breche dir sämtliche Knochen in deinem Leib!", fauchte Tim den böse aussehenden Mitschüler an. Tim verabscheute Gewalt, aber wenn es um die Gerechtigkeit ging, dann war er bereit es auf sich zu nehmen, jemand anderen zu verprügeln. Edgar, der ein spitzes, blasses Gesicht, rote Haare, Sommersprossen, eine Narbe auf der Wange, tief in den Höhlen liegende Augen, einen schmalen Mund, gelbe Zähne und Segelohren hatte starrte Tim hasserfüllt an. Doch er traute sich nicht dem Großmeister aller Zauberkampfsportarten zu widersprechen.

Tim hatte diesem Kerl noch nie getraut. Gerüchten zufolge war er schonmal in einer Kneipe gesehen worden und hatte sogar ein Biermixgetränk mit 0,5% Alkohol getrunken. Und von seinem Vater Erwin hörte man auch nichts besseres. Tim schüttelte den Kopf und wunderte sich darüber, dass es trotz seiner glorreichen Existenz noch so verlotterte Gestalten gab.

Sie ließen sich an Tims Ehrenplatz am Gryffindortisch nieder, und auch Ball durfte sich dorthin setzen, denn dank Tim und dem geldreichen Einfluss seiner Eltern hatte er Sonderrechte in Hogwarts.

Tim nahm sich drei Erbsen und fühlte sich direkt gestärkt durch die Vitamine.

Ball nam gar kein Gemüse, sondern aß nur Fleisch und von dem Fleisch auch nur den Fettrand und er schöpfte sich extra viele Fettaugen aus der Soße und trank sie aus einem Becher. Außerdem legte er sich Schokolade auf den Fettrand von seinem Fleisch und warete solange bis sie geschmolzen war und hatte deswegen bald das ganze Gesicht mit Soße und Schokolade verschmiert. Was Gaby und Carl aßen interessierte Tim nicht, er wollte nur Ball nochmal aufziehen.

„Ball, du frisst wie ein Schwein und siehst auch so aus! Wenn du nicht bald etwas abnimmst, klappt bald jeder Holzesel unter dir zusammen."

„Macht nichts!", schmatzte Ball. „Ich hab sowieso schon eine Sonderanfertigung! Meine Eltern können sowas bezahlen. Ein Dickmannbesen Nr.80."

Gaby verzog angewidert das Gesicht, lachte aber über Tims Kommentar.

Tim beschloss seinen Mitschülern noch kurz eine Probe seiner brillianten Sportlichkeit preiszugeben und machte einen Salto vom Ende der Halle bis zur Tür. Der Ganze Saal klatsche (bis auf Slytherin), und die Freunde (außer Willy, der aß noch) gingen in Tims Schlafsaal um ihm beim packen zu helfen.

Als sie in der Bude angekommen waren gab es allerdings nicht mehr allzuviel zu tun, denn Tim war die Ordentlichkeit in Person und faltete jede Unterhose und jedes Paar Socken immer sofort in seinen Koffer, wenn die Hauselfen sie gewaschen hatten. Deswegen beschlossen sie wieder zu gehen, um nach Willy zu sehen, der der Meinung aller nach, sowieso noch essen würde. Außerdem lag auf Willy Bett ein riesiger Müllhaufen aus gebrauchten Süßigkeitenpapieren und das Trio war davon angeekelt.

Als sie den Flur im Siebten Stock entlang gingen, der zur großen Halle führte fiel Tim etwas auf. Irgendwas stimmte nicht. Er gebot seinen Freunden Einhalt, die sofort stehen blieben. Mit seinen Adleraugen schaute er sich um. Dort auf dem Boden, da lag etwas. Mit einem Hechtsprung war Tim bei dem Gegenstand und sah, dass es ein Amulett war.

„Verdächtig!", dachte er. „Wieso sollte jemand ein so wertvoll aussehendes Amulett hier einfach so herumliegen lassen?"