Disclaimer: siehe Kapitel 1
Kapitel 2 – Der Schultag
Einige Tage später in der Schule
"He, Leo. Wie geht es dir?" "Danke, Nathan", entgegnete Leo. „Ich bin in Ordnung. Langsam gewöhne ich mich an das komische Verhalten meines Vaters, mir gegenüber" "Du siehst heute nicht besonders gut aus. Ach ja, hast du die Hausaufgaben über Napoleon gemacht, die uns Mr. Sanders in Geschichte aufgegeben hat?" "Nein", sagte Leo. "Hast du?" "Aber klar doch, mit Mr. Sanders ist nicht zu scherzen." "Könntest du sie mir zum abschreiben geben?", wollte Leo wissen. Plötzlich war ein lautes Ringen zu hören. Dann folgte eine tiefe Stimme, welche sagte: "Guten Morgen alle zusammen. Würden sie mir bitte alle ihre Hausaufgaben über Napoleon aushändigen?" "Mist", flüsterte Leo seinem besten Freund zu. "Und was ist mit ihnen Mr Tanner und Mr Wyatt?" Nathan reichte seine Hausaufgaben an den wartenden Lehrer weiter. "Ich habe die Hausaufgaben nicht gemacht", sagte Leo ehrlich wie immer. "Das ist nicht gut, das wissen sie doch junger Mann?" sagte der Lehrer und sah Leo an. "Sie werden heute Nachmittag noch einige Zusatzstunden hier verbringen, um die geforderte Aufgabe zu erledigen. Zuvor jedoch werden ich mir eine Notiz darüber machen. Dies wird sich mit Sicherheit negativ auf ihrer Geschichtsnote auswirken. Des weitern werde ich ihren Vater anrufen und ihm davon berichten. Er muss einfach erfahren, wie nachlässig sein Sohn ist." „Nein, Mr Sanders. Ich will tun was sie wollen, ebenso können sie diese Notiz machen, auch wenn die sich negative auf meine Zeugnisnote auswirkt. Doch rufen sie um himmelswillen nicht meinen Vater an!" " He, junger Mann, wer von uns ist hier der Lehrer? Soweit ich weiß, bin noch immer ich das. Das heißt, wenn ich etwas tun will, dann tue ich das auch und nicht das was eine kleiner Schüler von mir verlangt. Verstanden, sagte er ihm. Leo war am Boden zerstört. Nun würde nicht nur hier, sondern auch zu Hause wieder jede Menge Ärger auf ihn warten. Er konnte den Lehrer einfach nicht verstehen das sein Lehrer so reagierte, denn schließlich war dies das erste Mal, seit er an diese Schule ging, das er vergessen hatte seine Hausaufgaben zu machen. Leo konnte schon seinen Vater hören wie er ihn deshalb anschrie. Ebenso konnte er sich auch schon ausmachen, wie er auf diese Worte reagieren würde. „Du Idiot! Du faules Stück von einem Sohn. Warum tust immer wieder alles um mich zu enttäuschen?" „Nein, Dad. Dies war wirklich das allererste Mal jemals das ich vergessen habe meine Hausaufgaben zu machen. Und das passierte auch nur, weil ich so viel hier im Haus und Garten zu erledigen hatte." „So, nun willst du auch noch mich beschuldigen, weil ich dir gesagte habe diese das du diese Arbeit erledigen sollst? Dein Bruder hat auch jede Menge Arbeiten im Haus und im Garten erledigen müssen und er hat nicht vergessen seine Hausaufgaben zu machen. Für dich nicht so beschießen auf, Leo. Wann wirst du endlich mal kapieren… ." Als er darüber nachdachte, liefen ihm die Tränen über das Gesicht und er fing an, am ganzen Körper zu zittern. Er bekam nichts davon mit was Mr. Sanders über Josefin, Napoeleons Ehefrau erzählte. Eine kurzen Augenblick später wurde er von einem lauten Schrei des Lehrers aus seinen Gedanken gerissen. Leo war verwundert, warum Mr. Sanders ihn wohl anschrie. Sein Freund flüsterte ihm leise zu: „Leo, ist wirklich alles klar bei dir? Mr. Sanders hat dir schon zweimal die gleiche Frage gestellt. Da du nicht geantwortest hat, hat er dich nun angeschrien." „Ach, Nathan, du kannst nicht helfen, das weist du doch. Aber wenn du mir doch jemals bei etwas helfen können solltest, sage ich dir Bescheid." „Aber, nicht vergessen. Du weist doch wir sind Freunde durch dick und dünn, bis in alle Ewigkeit. Nichts wird das jemals ändern können." Leo nickte seinem Freund zu. Dieser klopfte ihm auf die Schulter. Mutig blickte er seinem Lehrer entgegen. Diesen interessierte es allerdings nicht die Bohne wie schlecht Leo aussah oder wie es ihm ging. Mr Sanders befahl ihm aufzustehen und vor die Klasse zu treten. Er nahm ein Lineal heraus und schlug damit quer über seine rechte Hand. Leo schrie laut auf, vor Schmerzen. Dann befahl ihm der Lehrer sich bis zum Ende der Stunde in die Ecke zu stellen. „Wir werden uns heute Nachmittag wieder treffen, Mr Wyatt. Versuchen sie dann endlich mal sich auf ihre Arbeit zu konzentrieren.", sagte er und lächelte. Leo war am Ende, doch er beschloss stark zu bleiben, auch wenn er dieses Leben hasste. Das war absolut nicht das, was er sich für seine Gegenwart und Zukunft vorgestellt hatte. Im Moment hasste er sein Leben so sehr, das er sich oft wünschte, dass es nicht länger andauern würde. Aber halt, wer jetzt an Selbstmord denkt, irrt sich. Das war nicht seine Absicht. Dafür hatte er viel zu viel Angst, um so etwas selbst durch zu führen. Er hoffte einfach nur darauf, dass Gott ein Einsehen mit ihm haben würde und das Übel, das sich sein Leben nannte, beenden würde. Doch Gott hatte kein Einsehen mit ihm. Noch nicht zumindest.
