Part 2 =)

Danke für das Lob und die Kritik Luna, Kakophonie und Jason.

Ich weiß, dass das alles noch sehr verwirrend wirken muss, aber mir liegt viel an dieser FF, und ich hoffe, dass ich das auf die Reihe bekomme. Hoffe, ich springe nicht zu viel.

Achja und ich verzichte um des Leseflusses Willen darauf zu erklären, wer Alice, Emmett und so weiter sind. Die sind genau dieselben wie sie es auch im Buch sind. ^^

Tut mir leid, dass das Kapitel wieder so kurz geraten ist :S aber es ist schon halb vier in der Nacht, mehr war nicht drin ^^

Viel Spaß!

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Edward

Mühelos kletterte ich an der feuchten Hauswand hinauf und landete auf dem morschen Balkon. Dieses Gebäude war, wie inzwischen fast alle Gebäude in Forks, heruntergekommen und baufällig. So war es ein leichtes ins Innere zu gelangen, aus welchem mir vertraute Gedanken entgegen schlugen.

"Hallo Edward.", wurde ich höflich begrüßt. Alice stand mit dem Rücken zu mir und starrte ein vernageltes Fenster an. Dies tat sie seit Monaten. Seit Jasper aufgebrochen war, um nach einem passenden Ort für sie beide zu suchen. Anscheinend hatte er noch keinen Platz gefunden, doch laut Alice' Visionen ging es ihm gut.

Mit einem tiefen Seufzen als Antwort ließ ich sie in der schimmeligen Küche allein, um Carlisle im Wohnzimmer aufzusuchen.

Nicht sonderlich überrascht sah er von einem alten Buch auf als ich das Zimmer betrat. "Edward. Gibt es etwas Neues?"

"Nicht wirklich.", murmelte ich nur und ließ mich neben ihm auf das löchrige Sofa nieder. "Ich habe ein Mädchen allein auf der Straße gefunden. Vielleicht werden die Menschen unvorsichtig. Vielleicht war es aber auch ein Einzelfall."

Nachdenklich betrachtete er mich. "Vielleicht... wird es allmählich Zeit für uns, diese Gegend zu verlassen."

"Nein!", knurrte ich und starrte mit zusammengebissenen Zähnen auf meine Knie, verschränkte die Arme.

"Ich weiß, dass du Alice Glauben schenkst, aber... das war eben vor der Enttarnung. Dies wird viele Entscheidungen geändert haben." Als ich nicht reagierte, lehnte er sich näher zu mir und sah mich eindringlich an. "Edward, mein Junge, hör mir bitte zu. Alice hat nichts mehr über sie gesehen, seit die Situation ist wie sie ist."

Ohne ein weiteres Wort erhob ich mich und verließ Carlisle durch die Tür, welche mich in ein ehemaliges Kinderzimmer führte.

Die Clowntapete hatte Wasserflecken angesetzt, blätterte allmählich ab. Die Wiege war umgeworfen worden und vielen der Plüschtiere fehlten Augen, Arme, Beine. Vereinzelte Fotografien lagen vor meinen Füßen. Ich hob sie auf, betrachtete sie genauer.

Die ersten Bilder zeigten ein lachendes Baby in den Armen seiner Eltern. Einige Bilder später änderte sich die harmonische Erscheinung der Familie: von der Frau war keine Spur mehr. Der Vater hielt das nun größer gewordene Mädchen an der Hand, starrte verbissen in die Kamera. Es war nicht schwer zu erkennen, was aus der Mutter geworden war. Ohne Zweifel eine Mahlzeit...

Ich sank auf meine Knie und starrte das Chaos vor mir an, bis mein Blick leer wurde.

Schon immer hatte ich ein Leben in Verdammnis geführt, doch nun war es die reine Hölle. In was für einer Welt musste ich nur leben, damit so ein Leid erst möglich wurde? Wie verdorben mussten die Wesen sein, die in ihr existierten, um so viel Grausamkeit zu erschaffen? Nein, ich selbst war auch kein Engel. Auch ich hatte Menschenleben auf dem Gewissen. War es also auch meine Schuld?

Sicher war es das...

Doch die Menschen hatten auch ihren Teil zur Veränderung der Welt beigetragen. Niemand hätte ihre Weltansicht aus den Fugen gebracht, wenn sie es beim Alten belassen hätten. Ihr Großmut, ihre Intoleranz und Überschätzung und nicht zuletzt ihre Furcht hatte sie unbesonnen handeln lassen. Wie leichtsinnig. Wie selbstmörderisch.

Am Ende waren wir alle genau das.

Lemminge.