Disclaimer: Die Jungs gehören immer noch nicht mir sondern Kripke und Co.. Und ich verdiene auch kein Geld mit der Story.
Ich hoffe man ist nicht enttäuscht, denn wie gesagt, diese Mini – Story war ursprünglich ein One-Shot und keine richtige FF (siehe „A Kid's Pain") Somit ist dieses zweite Kapitel das letzte, und die Storyline ist halt sehr...sonderbar *grins*. Aber es folgt noch ein Epilogskapitel, in der englischen Version gibt es das nicht!^^)
Viel Spaß beim Lesen!
Ganz liebe Grüße, Kritty
Kapitel 2 – Die Weisheit eines großen Bruders
Sam spürte erneut den anwachsenden Klumpen in seiner Kehle. Oh Gott. Dean hatte keine Ahnung mit was sie es hier zu tun hatten. Das war falsch, er wusste es immer. Dean wusste alles.
„Sammy...ist die Wunde IN deinem Mund?"
Der Angesprochene hörte eine gewaltige Erleichterung in der Stimme seines Bruders und sein Herz rutschte ihm in die Knie.
„...Ja...Ja, Dean. Es...es tut so weh und...ich kann gar nichts dagegen tun!". Tränen liefen wieder über seine Wange und er musste sich beherrschen, weiterhin zu flüstern und die Antwort nicht herauszuschreien.
„Meinst du, es gibt irgendetwas, das man dagegen tun kann?" hörte er seinen Bruder.
Was zum Teufel...? Warum sagte sein Bruder so etwas?
Sam verlagerte sich in seinem Bett, setzte sich etwas auf. Gestützt auf seinen Ellbogen suchte er das Gesicht seines großen Bruders.
„...Dean...du weißt was wir tun sollen, oder? Bitte, Dean! Da...Da ist etwas in meinem Mund...ich habe es versucht herrauszufinden, aber ich...ich weiß nicht was es ist....Dean!"
Er fiel zurück auf seinen Rücken und schluchzte auf, sein Arm wieder über seinen Augen. Und plötzlich kniete Dean wieder an seiner Seite, seine Hand auf Sams Arm.
„Schhhh....Sammy...schhhh...Ich hab nur Spaß gemacht, kleiner Bruder! Natürlich weiß ich was zu tun ist! Oh, Sammy, es gibt keinen Grund zum heulen!" flüsterte er.
Sam versuchte, mit dem weinen aufzuhören und hob den Arm von seinen Augen. „Es...Es gibt keinen Grund? Aber es tut weh!"
„Schhh....Ich weiß dass es weh tut. Alter, ich kenne diese Schmerzen!"
Nun war Sam verwirrt und die Tränen versiegten endgültig.
„Du...du kennst den Schmerz? Woher?"
„Weil, kleiner Bruder, es ganz normal ist...!"
Der Kleine hörte das berüchtigte Grinsen in diesem simplen Satz und sofort hatte er das Bedürfnis, laut aufzulachen. Obwohl – er wusste nicht warum sein Bruder grinste. Normal?
„Das ist...normal? Dieser Schmerz ist normal?" Er musste sich wieder beherrschen, zu flüstern.
„Ja, Sam. Lass mich raten...es ist nicht dein Mund der weh tut – es ist ein Zahn, richtig? Ah, warte, nicht der Zahn, sondern das Zahnfleisch außenrum, richtig? Und es fühlt sich an, als wäre dein ganzer Mund in Flammen und du willst diesen Zahn einfach nur aus deinem Mund – aber wenn du ihn berührst, schießen dir sofort Tränen in die Augen und du willst laut aufschreien. Richtig?"
Sam sagte nichts. Sein Bruder hatte ihm gerade in wenigen Sekunden jenen Schmerz geschildert, den er die ganzen verdammten letzten drei Tage ertragen hatte müssen. Er brauchte fast eine halbe Minute um seine Stimme wieder zu finden.
„...Ja...Ja, so fühlt es sich an..." Er wusste genau, dass Dean wieder grinste und er fühlte sich ein bisschen verraten.
„Also....kannst du mir helfen, Dean?" flüsterte er.
„Ja. Ich kann. Ich kann wirklich."
Der Jüngere war erleichtert – so erleichtert wie noch nie in seinem Leben. Fast nie.
„Aber soll ich wirklich, Sam? Es wird weh tun, Sammy" Und wieder rutschte ihm sein Herz in die Hose.
Aber er nickte – und Dean merkte es.
„'Kay. Hör zu, Sammy - du musst mir sagen, welcher Zahn es ist. Damit ich den richtigen erwische und dir nicht den falschen rausziehe, also-"
„Warte, was? Du willst meinen Zahn rausziehen?" sagte Sam aufgebracht ein wenig zu laut. Deans gerade erklärter Plan ließ alle Alarmglocken in seinem Kopf schrillen läuten. Er hörte ein kleines Lachen seines großen Bruders.
„Ja, Sammy, dieser Zahn muss raus! Weißt du, da wird einer nachkommen! Da wird der nächste Zahn wachsen, ein größerer. So ein Zahn wie ihn Erwachsene haben. Wie ich habe."
„Einer wie du hast? Da wird mir so ein Zahn wachsen, wie du welche hast?"
„Ja, ich habe solche – alle deine Zähne werden früher oder später von den zweiten ersetzt. Das ist normal, Sam."
„Oh."
„Was oh?"
„Dann hat die Zahnfee etwas zu tun damit?"
Dean sagte eine Sekunden lang nichts.
„Die Zahnfee? Naja...ja. Wo hast du davon gehört?"
„Ein Mädchen in der Schule hat jedem erzählt, dass die Zahnfee ihr einen Dollar gebracht hat, aber sie hat jedem erklärt, dass wohl ihre Mutter das Geld unter ihr Kissen gelegt hat." Eine kleine Pause. „Gott sei dank, ich habe schon gedacht, die Zahnfee wäre etwas Übernatürliches gewesen."
Eine weitere Pause. Diesmal durchschnitt Dean die Stille.
„Nun ja. Die Zahnfee ist nicht übernatürlich. Sie existiert nicht. Eltern legen manchmal etwas unter die Kissen wenn man einen Zahn verloren hat.
Dean hatte sich nicht aus seiner knienden Position gerührt, aber er verlagerte nun sein Gewicht und drückte Sams Arm.
„Also, wenn du meinen Zahn ziehst – legen...Dad oder...legst du mir etwas unter mein Kissen?"
Eine weitere Pause.
„Weiß nicht, Sam. Vielleicht."
Nochmals verlagerte Dean sein Gewicht.
„Warum nicht Dad?..Uh, was wird er morgen sagen, wenn ich ihm zeige dass ein Zahn in meinem Mund fehlt?"
„ 'Na endlich!' wird er sagen."
„Ja? Also verliere ich meine Zähne ungewöhnlich spät?"
„Weiß nicht. Nein. Ich denke nicht."
Wieder verlagerte Dean sein Gewicht.
„Was ist, Dean? Warum antwortest du in so kurzen Sätzen? Ist es wegen der Zahnfee?"
Oh Gott.... Er hatte Dean von den Eltern des Mädchens erzählt, wie sie Geschenke unters Kissen gelegt haben...vielleicht war, weil sie keine Mum hatten...
„..Dean, es tut mir leid...Ich wollte sowas nicht erwähnen!"
Eine Pause.
„Hm? Was? Was erwähnen?"
„Die Eltern von dem Mädchen...Ich -"
„-ist schon okay, Sammy. Soll ich dir diesen verdammten Zahn jetzt ziehen oder was?"
Sam seufzte. Ja. Er wollte diesen verdammten Zahn aus seinem Mund, genau jetzt.
„Und wie, ja!"
„Also, sag mir welcher es ist." Dean beugte sich über und Sam spürte das warme Atmen seines Bruders gegen sein Gesicht.
„Der rechte..nein, der linke Schneidezahn.."
„'Kay"
Der jüngste Winchester spürte die Hand seines Bruders, wie sich seinem geöffneten Mund näherte. Er versteifte sich als Deans Daumen vorsichtig den Zahn berührte.
„Meine Güte, Sammy, es ist nur ein Zahn! Wir haben einen Poltergeist letzte Woche erledigt und du machst dir in die Hosen wegen einem lächerlichen Zahn"
„Ig mak nir nit in die Hosn! Ig -" versuchte Sam zu erwidern, doch er wurde von Dean unterbrochen.
„ Ja, ist okay, Sammy...uh, ich hab den wackeligen Wackelzahn!"
Sam spürte es, sein Bruder hielt den verdammten Zahn zwischen Daumen und Zeigefinger und wackelte ihn vorsichtig hin und her...
„Geeean! Har af!
Er hörte seinen Bruder leise lachen.
„Okay, kleiner Bruder...ich werde den Zahn jetzt ziehen...bist du bereit?"
Sam wollte nicken, aber dann fiel ihm ein, dass das wohl keine gute Idee sein würde. Also zeigte er seinem Bruder in der Dunkelheit einen Daumen nach oben. Und sein Bruder bemerkte es, wie auch immer. Große Brüder eben...
„Okay... Auf drei, okay?"
Ein weiterer Daumen nach oben.
„Eins..." - und da war es, das schnelle, kurze Ziehen, ein kleines *plop* und der minimale Geschmack von Kupfer auf Zahnfleisch an der Stelle an der vor einer halben Sekunde noch sein wackeliger Zahn gesteckt hatte. Und ein sehr kurzer Schmerz – aber das war nichts im Gegensatz zu der Erleichterung die Sam fühlte, den Bruchteil einer Sekunde nachdem der Zahn seinen Mund verlassen hatte und die Quelle allen Übels und Leids der letzten Tage nun in Deans Hand, zwischen Daumen und Zeigefinger saß. Somit wurde aus einem „Auu, du hast 'auf drei' gesagt!" schnell ein erleichtertes Seufzen und seine Zunge erkundete nun die Lücke in der Reihe seiner Zähne, während er seine Augen schloss und tief einatmete.
„Wääh!" hörte er die angeekelte Stimme seines Bruders und öffnete die Augen. Dean hielt Sams Zahn so weit wie möglich von sich weg und legte es schließlich auf das schäbige Nachtschränkchen neben ihm.
„Sam – das ist grausam...Ich musste soeben meinem kleinen Bruder einen Zahn ziehen....Ih. Wouh. Eklig!"
Sam lächelte – er wusste, dass Dean es nicht ernst meinte, er musste nur sein Image bewahren. Er war bestimmt ebenso erleichtert wie Sam selbst.
„Jaah. Dean, es tut mir leid!"
Dean verlagerte sein Gewicht und stützte sich mit beiden Ellenbogen an Sams Bettkante ab.
„Das sollte es dir auch, denn ist die reinste Folter und eine riesige Gemeinheit, große Brüder dazu zu zwingen!"
Sams Lächeln wurde ein Grinsen. Ja. Natürlich.
„'Kay, Dean. Nächstes Mal ziehe ich dir den verdammten Zahn."
Wieder dieses leise Lachen, die süße Musik in Sams Ohren.
„Ja, klar." Eine Pause. „Okay, ausgemacht ist ausgemacht. Meinen nächsten Wackelzahn ziehst du mir."
„Wirklich? Oh, toll, man! Das ist...wart mal...Du wirst keine nächsten Wackelzahn haben, richtig?"
Dieses Lachen.
„richtig, Sam. Meine Zähne sind alle die zweiten. Das ist ziemlich cool, hm?!"
„Oh man....Ja. Ja, das ist ziemlich cool!" Sam spürte kurz eine intensive Bewunderung für seinen großen Bruder und dann folgte die überkommende Müdigkeit. Er schloss die Augen und ein kleiner Seufzer entwich seinen Lippen. Er spürte Dean neben ihm sein Gewicht verlagern und öffnete wieder seine Augen.
„Dean?"
„Schlaf, Sammy. Der Zahn ist raus."
„Ja...schlaf du auch, Dean"
Nun musste diese eine, beruhigende Sache, ihr eigenes kleines Ritual nach jedem einzelnen Job stattfinden.
„Du wirst jetzt auch ins Bett gehen, oder?"
Dieses helle Lachen.
„Ja, kein Jagen mehr heute. Alles okay bei dir, kleiner Bruder?"
„Ja, und bei dir, Dean?"
„Natürlich, immer."
Sam schloss die Augen und seufzte erneut. Er spürte das vorsichtige Streicheln von der Hand seines Bruders durch seine Haare.
„Gut Nacht, Dean...und danke..." murmelte er.
Die Hand verschwand und nur eine Sekunde bevor er in tiefen Schlaf fiel, hörte er wieder seinen Bruder leise lachen, dieses helle fröhliche Lachen, und die beruhigendsten Worte von allen, gesprochen von einer Stimme, die für ihn Sicherheit und Geborgenheit bedeutete.
„Es ist okay, Sam. Alles ist okay. Gute Nacht, Bruderherz."
TBC
Reviews wären eigentlich mal schön :). Pleeease. Es folgt das Epilogskapitel.
