„Du duftest noch ganz genau wie damals, Bella…", flüsterte jemand. Ich erschrak. Automatisch schlug mein Herz schneller. „Wer ist da?", versuchte ich zu sagen, doch ich bekam keinen Ton heraus. Ich ahnte, dass die Frage überflüssig war. Ich hatte keinen Zwifel, wer mit mir in diesem Raum war.

Sogleich spürte ich etwas Kaltes an meiner Wange. Seine Hand! James' Hand! Er, der mich damals in dem Ballettstudio von Phoenix gelockt hatte, um mich umzubringen! Ich spürte seine kalte Hand, wie sie langsam über meine Wange, über meinem Hals, bis zu meinem Schlüsselbein strich und dort liegen blieb. „Schön, dich endlich wieder zu sehen.", hauchte er ganz dicht an meinem Ohr. Seine eisigen Lippen glitten behutsam über meine Wange. Er küsste mich und tastete sich langsam vor, bis zu meinem Hals. Mir stockte der Atem. Ich wollte mich bewegen, schreien, irgendwas…nur, um mich zu vergewissern, dass ich noch nicht vor Schreck gestorben war. „Dein Duft hat sich kein bisschen verändert, genau so blumig, wie ich ihn in Erinnerung hatte…dabei ist schon so viel Zeit vergangen." „Nein", brachte ich panisch hervor. Das Geschehen von vor elf Jahren holt mich ein. Die Bilder schossen in Windeseile vor meinen Augen vorbei. Die kaputten Spiegel, überall Blut, meine gebrochenen Knochen. Edward…es tat weh, diesen Namen auch nur zu denken. Dieses Mal würde er mir nicht zur Hilfe kommen. Ich war auf mich allein gestellt. Ich schnappte nach Luft und was ich einatmete ließ mich erstarren. Diesen Geruch kannte ich. Sehr gut sogar. Er war leicht süßlich und berauschte meine Sinne als fiele ich in ein tiefes, lauwarmes Gewässer.

Ich konnte keinen klaren Gedanken fassen. Das war unmöglich! Er konnte nicht hier sein. Nicht nach elf Jahren. Das kühle Gefühl auf meiner Hand war verschwunden. Ich zitterte leicht und spürte, dass auch der mir so bekannte Duft sich immer weiter entfernte. Ich wusste, wenn der Mond einen Duft hatte, er genau so riechen würde.

Wieder vergingen einige Sekunden, doch meine Anspannung blieb. „Ich habe Angst", versuchte ich mit möglichst ruhiger Stimme zu sagen und stellte fest, dass es mir sogar halbwegs gelang. „Ich habe dir schon immer gesagt, Bella, du hast keinen Grund, dich zu fürchten. Weißt du noch?"

Das Licht ging wieder an. Und dort an der anderen Wand gelehnt stand er. „Edward" Schon stand ich auf den Beinen, doch ich blieb wo ich war. "Hallo Bella", sagte Edward und setzte sein schiefes Lächeln auf, welches ich vor einigen Jahren so sehr liebte. Ich betrachtete ihn und brachte nach wie vor nicht einen einzigen Ton hervor. Er sah noch genau so aus, wie damals. Sein etwas längeres rot braunes Haar hing ihm elegant ins Gesicht, seine weiße, makellose Haut strahlte mit ganzer Kraft. Seine Augen, die einen goldenen Ton hatten, schauten mich so betören ans, wie ich es noch von ihm kannte. Er war immer noch 17.

„Edward", sagte ich wieder und trat einen Schritt näher. „Schön, dich zu sehen, Bella", wiederholte er und schaute mich dann wortlos an.

Edward Cullen und ich, wir waren einmal zusammen. Da war ich auch 17. Wir waren glücklich und hatten keine Schwierigkeiten damit umzugehen, dass ich menschlich und er…ein Vampir war. Wir lebten damit. Ein Jahr lang. Dann ging er.

Anmerkung: So hier ist das zweite Häppchen für euch ) Hoffentlich schmeckt es euch gut. Der letzte Teil folgt bald ) Lasst mir doch ein nettes Review da ) Vielen Dank