Am dreißigsten November apparierte Draco Malfoy an eine vereinbarte Stelle. In der Hand hielt er zwei Koffer aus Drachenleder, die magisch verkleinert waren. Er kam zum stehen und blickte sich um. Er befand sich auf einer großen Wiese, direkt neben einer Straße. Als er niemanden sah, wollte er sich schon fragen, wohin er zu gehen hatte, als ein kleiner Mann neben ihm auftauchte. Er war mit einem Portchlüssel gekommen und die zerbrochene Glasflasche lag nun neben ihm.

„Guten Tag Mister Malfoy, ich bin Haruki Kuromizu, ich wurde geschickt Sie abzuholen, ich bin Ihr neuer Assistent"

Draco wunderte sich einen Moment lang. Sein Assistent, er hatte keinen Assistenten. Was sollte das?

Aber er entschied sich freuendlich zu sein und schüttelte dem kleinen Japaner die Hand.

„Freut mich sehr, bitte nenn mich Draco."

„Also gut Draco, ich soll dich in die Universität bringen und dir die Regeln erklären. Sicher wundest du dich, dass du einen Assistenten hast. Das ist in Salem üblich. Jeder Student hat seinen eigenen Assistenten oder Berater, der ihm mit Rat und Tat zur Seite steht. Wir erklären den Neulingen alles und helfen ihnen bei Versuchen oder Recherchen. Wir helfen auch bei der Integration und zeigen auch nach Wunsch die Stadt oder die Uni. Ich selber habe hier studiert und kann dir daher sicher helfen."

„Du hast hier studiert. Warum bist du dann Assistent?"

„Ich habe damals ein Stipendium erhalten, da ich die Studiengebühren nicht bezahlen konnte und jetzt arbeite ich dieses Stipendium ab. Das machen die meisten Schüler, also haben wir auch immer ausreichend Assistenten. Ich begleite dich durch dein erstes Semester und wenn du danach immer noch einen Assistenten brauchst kannst du einen beantragen, aber musst dafür selbst bezahlen oder nach dem Studium abarbeiten."

Wenn ich mehr als ein Semester bleibe, dachte sich Malfoy aber antwortete Haruki „Ich verstehe"

„Ok also die Uni ist ein riesiges Gelände hier in der Stadt. Die Muggel halten es für eine Hochbegabtenschule und daher müssen wir uns unauffällig benahmen. Keine Zaubererumhänge außerhalb des Geländes und ähnliches. Das Betreten ist nur mit einem Studentenausweis möglich und den musst du später machen. Bis dahin garantiere ich für dich."

Die Beiden schlenderten unauffällig in Richtung Innenstadt und Haruki erzählte weiter.

„Ich habe eine Wohnung für dich gefunden, wie es mir dein Vater befohlen hat. Er erzählte mir etwas über dich und ich habe mir schon einige Leute ausgesucht, denen ich dich vorstellen kann. Er sagte, dass du dich meistens nur mit reinblütigen Zauberern abgibst. Ich kenne ein paar Zauberer aus Europäischen reinblütigen Familien, die dir gefallen könnten. Ich habe dann dein Labor in der Uni eingerichtet. Dein Vater hat gesagt, dass der Preis egal ist, also habe ich auch ein Labor für dein Nebenfach beantragt. Die haben mir aber lediglich einen größeren Raum gegeben."

Draco war beeindruckt, was für eine Leistung Salem den Studenten bot. Dafür lohnten sich auch die tausend Galleonen pro Semester.

Sie kamen in einem Viertel an, wo nur altmodische Häuser zu stehen schienen. Die Fassaden waren alt aber sehr gut gepflegt, so dass er Draco ein bisschen an London erinnerte.

Mit einem Aufzug stiegen sie in den letzten Stock und als sie dort ankommen steckte Haruki gleich einen Schlüssel in die Tür, die sich gleich hinter dem Aufzug befand.

„Deine Vater wollte etwas standesgemäßes, also habe ich dir die ganze Etage gemietet."

Er öffnete die Tür und Draco war nun entgültig verblüfft. Er befand sich in einem riesigen Raum, deren komplette Frontwand mit bogenartigen Fenstern ausgelegt war. Der Raum hatte keine Teppiche und war stadessen mit hellem Parkett ausgelegt, die Einrichtung war spärlich aber stilvoll und alles verbreitete eine Atmosphäre von großem Reichtum. An der Decke sah man abwechselnd Malereien oder Stuck, der Kamin bestand war dunklem Marmor, die oberen Teile der Fenster waren aus buntem Tiffanyglas hergestellt. Man sah schwere Brokatstoffe, verschnörkelte niedrige Tische, alte Bücher, einen Schreibtisch aus dunklem Holz und einen großen Esstisch aus Teakholz. Alles das umfasste diesen riesigen Raum und hinter einem Rundbogen befand sich noch mal ein kleineres Schlafzimmer. Das Bad war ebenfalls komplett in Marmor eingerichtet und die Küche war relativ klein, wurde aber von den Hauselfen bestellt. Er staunte wirklich nicht schlecht und irgendwie erinnerte ihn der ganze Luxus an Hogwarts.

„Gut Draco, ich gehe dann gleich auch wieder. Ich hole dich morgen früh ab und bringe dich in die Uni, hier hast du noch deinen Vorlesungsplan. Ich habe für dich ein Nebenfach ausgewählt. Es gibt hier nicht Verteidigung gegen die Dunklen Künste, sondern nur Dunkle Künste und ihre Abwehr. Hier!"

Er reichte ihm das Blatt und Draco schmunzelte. Dunkle Künste, das war viel besser als Verteidigung, doch in England wurde nun mal nichts anderes gelehrt. Dumbledores Einfluss! Draco schnaubte und las sich die Fächerliste durch.

Allgemeine Trankkunde, Heiltränke, Zaubertrankzutatan, Gifte und Gegengifte, Arithmantik in Zaubertränken. Draco verzog das Gesicht, er hasste nämlich Arithmantik und bezweifelte stark, dass er hier ein E erreichen würde.

In Dunklen Künsten hatte er noch weitere Fächer und zwar alles sehr klangvolle Sachen für ihn. Da war z.B. Zauberkunst des Angriffs, Schwarzmagische Flüche und ihre Verwendung, Banne und Schutzzauber, Verteidigung gegen die dunklen Künste und Schwarze Magie.

Bei dem letzten Fach horchte er auf und wendete sich an Haruki, der im Begriff war zu gehen.

„Schwarze Magie, was wird da unterrichtet?"

Haruki lächelte sehnsüchtig und sagte: „Schwarze Magie, eine geschlossene Vorlesung, nur für Studenten des Fachbereichs zugänglich. Was da genau gelernt wird weis ich nicht, aber ich glaube man lernt über allerhand streng verbotene Sachen. Wenn man aber in Versuchung kommt auch nur etwas davon auszuprobieren, wird man sofort von der Uni verwiesen und landet im schlimmsten Fall in Alcatraz."

Draco Malfoy lächelte wie ein Verrückter und sein Blick blieb weiter an dem Pergament geheftet, bis er sich endlich abwendete. Seine Gedanken waren bei dieser ganz besonderen Vorlesung.