Rechtliche Hinweise: Die bekannten Charaktere der Fernsehserie "The
Pretender" gehören MTM, NBC, TNT und 20th Century Fox. Die folgende
Geschichte dient keinerlei kommerziellen Zwecken, sondern wurde nur zum
Vergnügen für Fans geschrieben. Eine Verletzung des Copyrights ist nicht
beabsichtigt.
Fandom: Pretender
Titel: Licht und Schatten (2 von ?)
Autoren: Engelchen und Jarod Parker (June/July 2003)
Rating: NC-17 Categories: F (A), POV, R, RST, S, MS Spoiler: spielt vor dem Serienende der 4. Staffel
Short-Cut: Lyle und Jarod erleben Licht und Schatten Pairing: Jarod, Lyle, Miss Parker, Sydney und andere . Email: fanfiction@freenet.de und Jarod.Office@gmx.de
Bemerkung: Jarod (blau) und Lyle (kursiv, schwarz) sind in
Ich-Form geschrieben. Alles andere ist grün.
Licht und Schatten - Part 2
Verloren im Ich - Teil 2
Centre, Arbeitsraum
Mit schnellen Schritten lief ich auf das gemeinsame Arbeitszimmer von Parker, Sydney und Broots zu, wo sie immer noch verzweifelt versuchten eine Spur von Jarod zu finden.
Ich hatte Mühe Lyle-Sir zu folgen. Aber ich schaffte es.
War das wirklich der Triumphzug, den ich erhofft hatte? Ich schluckte alle Zweifel herunter und stieß heftig die Tür auf.
Ich kam gerade noch durch die Tür und versteckte mich hinter Lyle. Hier waren fremde Leute! Ich erschrak zutiefst. Was hatte ich verbrochen? Warum bestrafte mich Lyle-Sir?
Sofort schnellten die Köpfe von Miss Parker und Sydney zur Tür.
"Ich wollte nur sagen, dass die Suche beendet ist!" Ich legte ein überhebliches Grinsen auf und versuchte das brodelnde Gefühl in meinem Inneren zu verdrängen.
Ich konnte Überraschung spüren und Wut. Sicherheitshalber blieb ich hinter Lyle-Sir stehen.
Ich drückte Jarod vor mich, denn schließlich wollte ich ihn präsentieren, nicht verstecken.
"Jarod?" Sydney sah seinen Schützling fassungslos an. Er erkannte ihn fast nicht wieder.
Ich hielt automatisch die Luft an. Völlig verspannt ließ ich mich nach vorne schieben. Die beiden Fremden kamen mir bekannt vor! Sie sahen mich seltsam an. Ich sah zu Lyle-Sir. Sollte ich antworten?
Miss Parker stand von ihrem Platz auf und kam auf die beiden zu.
Am liebsten wäre ich zurückgewichen. Aber Lyle-Sir stand hinter mir.
Sie baute sich vor Jarod auf und sah ihm direkt in die Augen.
Wenn er da war, würde er mich beschützen. Ich senkte den Blick.
"Was um Teufel....?" donnerte sie und funkelte Lyle böse an.
Ich zuckte erschrocken zusammen.
Auch Sydney kam jetzt näher. Er war fassungslos. Jarod im Centre! Aber war das überhaupt noch Jarod? Forschend glitt er über sein Gesicht. War das eine Simulation?
Ich tat doch nichts. Warum schrie sie? Was wollte der andere? Ich wollte weg. Aber Lyle-Sirs Anwesenheit bannte mich auf der Stelle. Die Regeln! Die Regeln einhalten!
Miss Parker erkannte sofort, dass etwas grauenhaftes geschehen sein musste. Es war kein Leben mehr in Jarods Augen. Das Funkeln, dass sie so liebte, war verschwunden. Sie umkreise Lyle und kam neben ihm zum stehen.
Das verschlägt dir wohl sie Sprache, Miststück! Ich hatte es nicht anders erwartet und grinste innerlich. Hast du deine kleine Ratte vermisst? dachte ich spöttisch. Bitteschön, hier ist dein Lieblingsjagdobjekt.
Ihre Hand schnellte nach vorne und packte Lyle am Hemd.
Ich wünschte mir, Lyle-Sir würde wieder gehen. Aber nach mir ging es nicht.
"Sie verdammter Psychopath! Was haben sie mit ihm gemacht?"
Oh, sie wusste gar nicht, wie gut mir das gefiel. Ihre wütenden Augen, hinter denen sich doch nur die Angst und die Verzweiflung versteckten.
Ich sah zu Lyle-Sir. Brauchte er meine Hilfe? Ich konnte nicht zulassen, dass sie ihn verletzte. Aber noch fühlte er sich nicht bedroht.
"Es ist nichts. Er ist nur froh, endlich wieder daheim zu sein. Nicht wahr, Jarod?"
"Ja Sir!" Ich nickte zustimmend
"Ich hör wohl nicht richtig!" Miss Parker stieß ihn etwas zurück.
Ich musste einen Schritt zurück gehen, um nicht umzufallen, behielt aber mein Grinsen im Gesicht.
Sofort folgte ich ihm.
Miss Parker registrierte die kleine Bewegung und ließ Lyle los, um sich wieder Jarod zu widmen. Sydney war stiller Beobachter. Wie immer wollte er sich zunächst ein Bild von der Lage machen.
Ich verstand die Situation nicht. Widersprüchliche Gefühle stürzten auf mich ein. Diese Frau war überhaupt keine Fremde... ich kannte sie...
"Haben die ihnen das Hirn rausgenommen?" Sie wollte einfach nicht glauben was sie da gesehen und gehört hatte. Jarod würde nie freiwillig im Centre bleiben wollen, oder Lyle freiwillig Sir nennen! Niemals!
Redete sie mit mir?
Ich fand, das ich mir genug von meiner netten Schwester angehört hatte.
Fragend sah ich zu Lyle-Sir
"Wir werden jetzt einige Simulationen durchführen." Mir war klar, dass ich dabei keine Erfahrung besaß und Sydney dazu brauchen würde. "Sydney, soweit ich weiß ist das auch einer ihrer Jobs. Wir treffen uns in zwanzig Minuten im SimLab2."
Sydney sah ihn forschend an und nickte zögernd. Immer noch stand die Frage im Raum, ob Jarod nur simulierte. Er würde es herausfinden.
"Los, gehen wir!" Ich wollte gehen, aber Parker stellte sich uns in den Weg.
Fast wäre ich aufgelaufen. Im letzten Moment konnte ich stoppen.
"Weiß der Tower, was sie da für nette Spielchen getrieben haben?"
Ich drückte sie zur Seite. Natürlich wusste niemand davon, außer Alex. "Wir haben zu tun!"
Ich war froh, als wir den Raum verließen. Das Zusammentreffen mit den beiden irritierte und verwirrte mich.
Jarod nervte mich! Ich hätte es niemals laut zugegeben, aber ich vermisste seine unverschämten Widerworte. Wo war der Reiz geblieben, ihn zu demütigen. Es gab keine Demütigungen mehr, weil sein Zustand im Moment eine einzige Demutshaltung darstellte.
Ich folgte Lyle-Sir so unauffällig wie möglich. Die Regeln! Ich würde mich an die Regeln halten und Lyle-Sir rettete mich vor allem.
Ich setzte meine ganze Hoffnung auf die Simulationen. Wenn er die problemlos durchführen konnte, würde ich auch mit dem Rest leben können. "Ich will, dass du eine Simulation für mich machst", bereitete ich ihn darauf vor.
Ja, Sir! Daran gab es keinen Zweifel!
Centre, SimLab2
Wir gingen in das Simulationslabor und ein Mitarbeiter brachte die Unterlagen. Es ging um ein Tunnelunglück. Unser Auftraggeber wollte wissen, was die Ursache dafür gewesen war. Es waren viele Menschen gestorben und die Firma stand unter Zeitdruck. Mein Handy klingelte.
Ich blieb starr neben Lyle stehen, obwohl ich spürte, wie mich meine körperlichen Kräfte langsam verließen.
"Ja", knurrte ich ungehalten. Daddy Parker. Ich sollte sofort kommen. Es war ihm wohl schon zu Ohren gekommen, dass sich Jarod in meiner Gefangenschaft befand. Zu Jarod sagte ich: "Du liest dir das jetzt durch und wenn Sydney kommt, wirst du die Simulation mit ihm durchführen, klar?"
"Ja Sir!"
"Ich komme später und schau nach, ob alles so läuft, wie ich es wünsche." Damit ging ich zur Tür.
Zögernd griff ich nach den Unterlagen. Ich hatte keine Erlaubnis bekommen, mich hinzusetzen.
Ich sah zurück und er stand immer noch im Raum. Ich spürte meine Wut wieder aufflammen. Schnell ging ich zu ihm zurück und zischte ihm ins Ohr: "Neue Regel! Du wirst alles dafür tun, um das bestmögliche Ergebnis der Simulation zu finden. Und wenn es besser ist zu sitzen, dann setzt du dich und wenn du rennen musst, dann rennst du, ohne dass dir das jemand sagt." Ich musste meine Stimme zügeln um ihn nicht anzuschreien.
Ich fuhr erschrocken zusammen, warum war Lyle-Sir wütend auf mich? Ich hielt mich doch an die Regeln! Was machte ich falsch? "Ja, Sir!" Schnell setzte ich mich hin.
Pffff.... ich ging zurück zur Tür und hoffte, dass er jetzt endlich das tat, was er am besten konnte.
Ich las die Informationen ohne sie wirklich aufzunehmen. Konzentrier dich! Lyle-Sir erwartet Ergebnisse! Ich las sie wieder. Die Regeln einhalten!
Vor der Tür stieß ich fast mit Sydney zusammen. Sein Gesicht war sorgenumwölkt. Klar, immerhin hatte ich seinen "Sohnemann" wieder ins Centre gebracht. Schien ihm nicht zu gefallen.
"Mr. Lyle, ich weiß nicht was sie mit ihm gemacht haben, aber ich glaube nicht, dass er in dieser Verfassung eine Simulation durchführen kann."
Ich sah ihn böse an. "Das lassen sie mal meine Sorge sein! Er wird genau das tun, was von ihm verlangt wird!" Damit zog ich ab.
Mit gemischten Gefühlen betrat Sydney den Raum. Er nahm sich einen Stuhl und setzte sich Jarod gegenüber.
Ich sah nicht auf und konzentrierte mich auf den Bericht in meinen Händen. Es war besser den Blick gesenkt zuhalten!
"Jarod?" sagte er sanft zu seinem Schützling. "Wie geht es dir?"
"Ja Sir? Gut Sir!"
Sydney hob die Augenbrauen. Seine Sorge wurde bestätigt.
Was hatte das mit der Simulation zu tun?
Das war keine Simulation. Er hatte es schon befürchtet, aber nicht glauben wollen. Lyle hatte das irgendwie geschafft, was er schon so lange erfolglos versucht hatte - er hatte ihn gebrochen!
Das Gespräch schien beendet. Ich widmete meine Aufmerksamkeit wieder den Informationen zu.
Sydney spürte einen tiefen Schmerz in seiner Brust. Das hätte nie passieren dürfen! "Jarod", versuchte er wieder zu ihm durchzudringen.
"Ja Sir?" Warum unterbrach er mich ständig?
"Was hat Lyle mit dir gemacht?"
Dunkle Erinnerungen kamen auf, die ich sofort unterdrückte. NEIN! IHN wollte ich nicht wieder! Aber... war da nicht auch Lyle gewesen, der...nein! Lyle-Sir befreite mich vor IHM. "Nichts Sir!"
"Nichts? Hat er... hat er dir weh getan?" Sydney erinnerte sich mit Grausen an die Aufnahmen, die Lyle ihm vor einigen Monaten zeigte, als Jarod zum ersten Mal gefangen worden war.
Im tiefsten Inneren gab es ein Sträuben gegen eine Erinnerung. Erinnern war nicht gut! "Bitte ...Sir!" Ich spürte, wie mir das Wasser in die Augen stieg. Er sollte doch die Simulation mit mir machen und mich nicht quälen.
"Weiß du, wer du bist?"
"Ja Sir!"
"Wer bist du?"
"Jarod, Sir!"
"Weißt du, wer ich bin?"
"J...ja, Sir!" Wir mussten die Simulation machen!!!!!!
Sydney registrierte, dass Jarod auf seine Fragen ansprang. "Sag meinen Namen." Er wollte Erinnerungen wecken, an die Zeit, vorher - was auch immer dazwischen gewesen war.
"Sydney, Sir!"
"Du hast mich nie Sir genannt. Warum machst du das jetzt?"
"Regel Nr. 1, Sir!"
Sydney fuhr etwas in seinem Stuhl zurück. In seinem Kopf entstanden verschiedenen Szenarien. "Wie... wie lauten denn die Regeln?"
Wir mussten mit der Simulation anfangen!!!!!!!!!!!!!
Die Tür wurde aufgestoßen.
"Regel Nr. 1 lautet...!"
Schon über den Bildschirm meines Vaters hatte ich gesehen, dass Sydney versuchte Jarod auszuquetschen und war schnell nach unten geeilt. Wütend kam ich ins Zimmer. "Halt den Mund!" donnerte ich.
Ich verstummte und duckte mich. Bitte nicht schlagen! Ich befolgte nur die Anweisungen, die man mir gab.
"Wie weit ist die Simulation?"
Ich wusste nicht, ob er mich meinte! "Noch nicht angefangen, Sir!" Ich zitterte vor Furcht, Regel Nr. 2 übertreten zu haben mit meiner Antwort. Ich wollte nicht zurück in die Kammer zu IHM.
Ich wusste, dass Sydney dafür verantwortlich war. "Es wäre nett, Sydney, wenn sie jetzt mal mit ihren eigentlichen Aufgaben beginnen würden!" Ich sah den Hass in Sydneys Augen und grinste. Armer, alter Mann!
"Bist du bereit für die Simulation?" fragte Sydney, obwohl er große Zweifel hegte, dass dies funktionieren würde.
"Ja Sir!" Abwartend blieb ich stehen. Lyle-Sir schien die Angelegenheit geregelt zu haben. Das beruhigte mich etwas.
"Hast du gelesen, um was es geht?"
"Ja Sir!"
"Dann... dann fang an!" Sydney sah ihn forschend an. Jarod wusste doch, was zu tu war.
Ich versetzte mich in den Tunnel, in dem das Unglück geschehen würde. Die Explosion würde sich schnell ausbreiten und es galt den Notausgang rechtzeitig zu erreichen. Ich hörte die Explosion und dann sah ich sie auch schon. Ein riesiger Feuerball kam auf mich zu. Wagen wurden hochgeschleudert und explodierten. Der Schock lähmte mich und ich kam nicht von der Stelle. Die grauenhafte Hitze...... fraß sich durch meine Kleidung. Ich spürte, wie sie schmolz und sich mit meiner Haut vereinigte.
Ich beobachtete zufrieden das Schauspiel. Also, erreichte ich am Ende doch das, was der Tower schon immer wollte. Einen simulierenden Jarod, der nicht mehr diskutierte, sondern ohne Fragen arbeitete. Egal um was es ging!
Der schwarze Rauch brachte beißende Luft, ohne Sauerstoff. Ich kam nicht weg. Ich durfte mich nicht bewegen. Laut schrie ich meine Pein hinaus.
"Jarod! Zuflucht" Sydney sah, dass etwas ganz und gar nicht richtig zu laufen schien.
Aber das Feuer fraß sich weiter. Ich schrie und schrie, bis ich zusammenbrach. Meine Kleidung brannte.
"Jarod! Komm zurück. Du bist Jarod, du bist im Centre!"
Die Luft war nicht zu atmen. Aber ich wollte atmen. Ich rang nach Sauerstoff.
"Lass los. Zuflucht!" Sydneys Stimme wurde immer verzweifelter. Er schüttelte den Mann.
Ich erstickte! Nein! Ich verbrannte! Lyle- Sir!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Wo war er ???? Er musste mich retten!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Hilfe!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Ich verstand nicht, was da vor sich ging.
"Machen sie das!" schrie Sydney Lyle an. "Rufen sie ihn zurück!"
Ich zuckte mit den Schultern und beugte mich zu ihm. "Wach sofort auf!" schrie ich.
Lyle-Sir! Er war da! Er rettete mich! Ich riss die Augen auf!
"Mach keine Zicken, komm auf die Beine!"
Lyle-Sir hatte mich aus dem Tunnel geholt. Ich taumelte verwirrt in die Höhe und atmete keuchend.
"Verdammt Lyle, was haben sie getan!" schrie Sydney Lyle wie von Sinnen an.
Hier gab es Sauerstoff! Ich schluckte. Was war passiert? Hier gab es kein Feuer mehr! Ich starrte auf meine Arme. Wo waren die Verbrennungen? Meine Kleidung war in Ordnung. Noch immer klang mein Atem rasselnd.
"Was ist passiert?" fragte Sydney Jarod.
Ich war verwirrt. Langsam beruhigte sich mein rasendes Herz.
"Jarod? Was ist passiert?" wiederholte er die Frage,
"Das... das Feuer.. k.. kam so schnell!" Ich konnte mich deutlich an das Feuer erinnern.
"Und, warum?" fragte ich ungeduldig. "Wir wollen wissen, wo es herkam!" Was interessierte mich, die Schnelligkeit des Feuers? Der Kunde wollte den Auslöser wissen.
Aber ich durfte nicht weg! Ich musste doch die Simulation durchführen! "V..von...von der Un..fallstelle, Sir!"
Ich verzog das Gesicht und spürte, wie meine Stirn heiß pochte. "Warum!" fauchte ich erneut.
"D..d...der Sog, Sir!"
Sydney stieß Lyle beiseite und stellte sich Jarod gegenüber. "Jarod", begann er sanft. "Hast du vergessen? Du bist der Beobachter. Dir kann nichts passieren!"
"Es...es...es...g.. gibt...k. k.. k. ein. kein Ent.. Entkommen!" Ich schluchzte auf. Das Feuer im Fleisch war schlimmer als ER. Der Sog des Tunnels, der den Rückstoßeffekt auslöste, löschte alles Leben aus. Niemand konnte entkommen - auch ich nicht. Aber ich lebte!
Mein Zorn wuchs.
"Was immer sie mit ihm gemacht haben, seine Fähigkeiten haben sie ihm dabei auch genommen." Sydney sah Lyle an. Es lag Trauer und Schmerz in seinem Gesicht.
"Ach was", winkte ich unwirsch ab. "Der braucht nur ein bisschen Schlaf und was anständiges zum Essen.
Ich verstand nicht, worum es ging. Ich spürte noch den Nachhall des verbrennenden Kunststoffs, der die Lungen verätzte und hustete. Ich krümmte mich etwas, um mir Erleichterung zu verschaffen.
"Mr. Lyle, ich fürchte, damit ist es nicht getan!" Sydney sah die Panik in Jarods Augen. Er kannte diesen Ausdruck leider nur zu gut. Als Kind hatte er ihn immer gehabt, als er sich noch nicht schützen konnte. Es dauerte fast zwei Jahre, bis er es einigermaßen beherrschte, sich etwas zu distanzieren. Und noch mal Jahre, bis die Panik aus seinen Augen fast ganz verschwunden war. Diese Jahre der Kindheit waren es, die ihn heute immer noch verfolgten. Die Zeit, in der es noch keinen Schutz gab und er jede einzelne Simulation am eigenen Leib nachempfinden musste.
"Warten sie's ab!" Ich wollte nicht darauf eingehen. "Jarod, Zeit für eine Pause!"
Eine Pause! Schlafen! Vergessen!
Ich ging nach draußen und gab den Sweapern Instruktionen.
Ich ging hinter Lyle-Sir her.
"Du gehst mit ihnen in dein Zimmer und schläfst. Wenn du wach wirst bekommst du was anständiges zum Essen und dann versuchen wir es noch einmal."
Ich nickte
Die Sweaper nahmen ihn in die Mitte.
Lyle-Sir wusste genau, was ich brauchte. Schlaf !
"Keine Sorge. Der haut nicht mehr ab." Das konnte ich zumindest mit Gewissheit sagen.
Sie brachten Jarod in sein altes Zimmer und ließen ihn zurück.
Viel Schlaf. Ich legte mich sofort auf das Bett. Es war herrlich in einem Bett zu schlafen. Ohne IHN. Lyle-Sir würde mich schützen.
Jarods Schlaf war sehr unruhig. Er weinte und schrie auch. Schließlich fiel er in einen totenähnlichen Schlafzustand.
Lyle bekam von all dem nichts mit. Er grübelte in seinem Büro darüber, was wohl schief gelaufen war.
Verdammt! Alex hat es doch simuliert, dass Jarod gefügig wird, wenn ich das mit ihm mache. Was ist schief gelaufen? Na, ja vielleicht kommt er wieder etwas zu sich, wenn er ausgeschlafen ist.
Centre, Jarods Zimmer
Am nächsten Morgen, kam Mike, um nach Jarod zu sehen, der noch immer schlief. Mike kam an sein Bett und schüttelte ihn unsanft. "Aufstehen, Wunderknabe!" Als er sich nicht sofort rührte, wurde er grober: "Wird's bald? Oder muss ich Mr. Lyle holen?"
Ich blinzelte, noch gefangen vom Schlaf und richtet mich auf. "Nein Sir!"
Ein Cleaner kam und brachte ein Tablett mit einem reichlichen Frühstück. Eier, Schinken, Toast, Tee, Saft.
Ich blieb auf dem Bett sitzen und sah Mike fragend an.
"In einer Stunde komme ich wieder. Bis dahin hast du geduscht, dich angezogen und gefrühstückt. Ist das klar?" Lyle hatte ihm schon gesagt, dass man Jarod alles sagen musste.
"Ja Sir!" Ich stand auf, um ins Bad zu gehen.
Mike verließ das Zimmer wieder.
Mir war noch immer so schrecklich kalt und ich würde heiß duschen. Vielleicht half mir das etwas. Ich wusste nicht, wie spät es war, weil man mir keine Uhr zur Verfügung stellte. Also würde ich mich beeilen.
Das warme Wasser tat so gut und am liebsten, wäre ich unter der Dusche geblieben. Aber ich wusste nicht wie spät es war. Nass wie ich war zog ich mir die neue Kleidung an. Es fühlte sich ziemlich unbequem an, weil alles klebte. Aber es würde schon trocknen.
Die Tür öffnete sich und Miss Parker schlich hinein. Der Auftritt gestern ließ ihr keine Ruhe. Und Sydney hatte ihr erzählt, was im SimLab vorgefallen war. "Jarod?"
Erschrocken fuhr ich zurück. Mir war gar nicht aufgefallen, dass jemand mein Zimmer betrat. "Ja, Mam?" War es schon so spät? Ich hatte noch keinen Bissen gegessen!
Sie sah auf das Frühstück. "Ich... würde dir gerne etwas Gesellschaft leisten beim Frühstücken. Ist das okay?"
"Ja.. Mam!" Unschlüssig blieb ich stehen.
Sie setzte sich. "Willst du dich nicht setzen?"
Auf dem Tablett war nur für eine Person gedeckt. "Doch Mam!" Ich setzte mich schnell.
Als sie seinen Blick sah, musste sie grinsen. "Ich habe schon gefrühstückt. Keine Sorge, ich esse dir nichts weg." Wie lange war er bei Lyle gewesen?
Durfte ich einfach zu Essen anfangen? Jetzt? Ich sah sie fragend an.
"Willst du nicht anfangen?" Zumindest sah er sehr hungrig aus. Seinen Zustand hätte man mit ausgemergelt bezeichnen können.
"Doch Mam"
"Na dann tu es doch. Oder wartest du auf einen von Lyles lächerlichen Befehlen?"
Lyles-Sir Befehle waren nicht lächerlich! Sie unterstützten die Regeln. "Danke Mam, nein Mam!"
Miss Parker schaute auf die Uhr. "Wir haben noch 45 Minuten, bis einer von Lyles Lakaien dich abholt.
Zuerst trank ich von dem Tee. Ich hatte solchen Durst. Mein Verlangen nach Essbaren schränkte sich drastisch ein. 45 Minuten! Mich fröstelte etwas. Die nasse Kleidung war so unbequem und kühlte mich wieder aus.
Miss Parker beobachtete ihn forschend. Wer war das da vor ihr? Wo war Jarods Witz? Seine Schlagfertigkeit? Seine... nervende Art. Bekam er etwa nasse Kleider zum Anziehen? "Warum sind deiner Kleider so nass?"
Nach dem Tee trank ich den Saft. "Weil ich sie nach dem Duschen angezogen habe, Mam!"
Miss Parker verdrehte die Augen. "Schon mal was von Abtrocknen gehört, du Genie?"
Ich aß etwas von den Baccon and Eggs, aber nichts vom Brot "Ja Mam", nuschelte ich mit vollem Mund. Natürlich hatte ich davon gehört. Aber Mikes Befehl lautete ausdrücklich Duschen und Anziehen.
"Und... warum tust du es dann nicht und hör mit diesem verdammten MAM auf. Das habe ich noch nie leiden können."
"Ich hatte diesbezüglich keinen Auftrag, Sir!" Wie sollte ich sie sonst nennen? Ich war verwirrt.
, dachte Miss Parker. "Du weißt aber schon noch wer ich bin, oder? Miss Parker, sagt dir das was?" Kein Auftrag zum Abtrocknen bekommen. Wie weit hatte Lyle eigentlich sein Gehirn verbruzzelt?
"Ja, Sir! Miss Parker!" Miss Parker war erschrocken, aber ich wusste nicht warum.
Die Frau dachte mit Schrecken an die Bilder von Timmy, als er zu Angelo wurde. Hatte Lyle etwas ähnliches gemacht? "Jarod", sie fasste nach seiner Hand und sah ihn sanft an.
Ihre Hand auf meiner. Was war los? Warum wollte sie mich bestrafen? Ich fing an zu zittern. Hoffentlich kam ER nicht.
"Was ist nur los mit dir?" Sie merkte, dass er plötzlich panisch wurde und zog ihre Hand erschrocken zurück. Dann sprang sie wütend von ihrem Platz auf. Dieser verdammte Mistkerl!
Ich duckte mich, weil sie mich erschreckte. Vielleicht würde sie mich schlagen! Miss Parker! Ich überlegte. Sie hatte schon auf mich geschossen!
Sie bemerkte Jarods Angst, riss sich zusammen und unterdrückte ihre Wut. "Ich...ja... hab keine Angst." Sie wusste nicht was sie sagen sollte, wie sie reagieren sollte. So einen Jarod kannte sie nicht. Und sie wollte den alten zurück haben. Auf der Stelle!
Ich spürte, dass sie wütend war, auch wenn sie es verbarg. Ich wusste nicht, was ich tun sollte. Deswegen stocherte ich wieder ein wenig in dem Essen herum. Schade, dass nichts mehr zu Trinken da war.
"Ich werde dir helfen, das verspreche ich dir." sagte Miss Parker, obwohl sie selbst nicht wusste, wie sie das bewerkstelligen sollte.
Ich sah hoffnungsvoll auf! Sie würde mir etwas zu Trinken holen?
"Und Lyle, diesem Aas, werde ich jetzt in seinen Hintern treten!"
Meine Hoffnung schwand. Nein, das würde sie wohl nicht.
"Und wenn ich mit ihm fertig bin, wird er sich wünschen, nie geboren worden zu sein!"
Ich verstand nicht, was sie da von sich gab. Lyle-Sir hatte mich doch gerettet. Warum wollte sie ihn dafür bestrafen?
Sie ging noch mal zu ihm hin. "Jarod, egal was Lyle dir in den Kopf gepflanzt hat, es waren sicher Lügen und tief in dir weißt du das auch!"
Nein!
"Ich weiß, irgendwo da drin ist der alte Jarod."
Wieder sammelte sich Wasser in meinen Augen. Ich durfte nicht daran denken! Nicht erinnern! Erinnerungen brachten nur Schmerz!
"Und er wartet darauf, dass wir ihn wieder raus lassen."
Das würde IHN zurückbringen!
Sie sah, seine aufkommenden Tränen und legte ihm ihre Hand auf seine Schultern. "Alles wird gut!"
Ich schluchzte still auf. Kein Ton! Nicht die Regel 1 überschreiten!
Miss Parker sah auf ihre Uhr. "Ich muss leider weg, aber hab keine Angst, alles wird gut", wiederholte sie noch einmal und strich ihm sanft über den Kopf.
Ich ließ es über mich ergehen.
Dann ging sie hinaus. In ihr staute sich eine große Menge Wut an, die sie über Lyle ausschütten wollte. Ihr Ärger wuchs, als sie ihn nirgendwo finden konnte.
Kurz darauf kam Mike, um Jarod abzuholen. "Los, es geht an die Arbeit!" Er stöhnte auf. "Steh auf, komm mit!" Verbesserte er sich schnell.
Ich stand auf und wartete, dass Mike voranging.
"Hirnloser Idiot", murmelte der in sich hinein.
Ich verstand nicht was er sagte, er sprach zu leise.
"Na was ist, soll ich dir jetzt auch noch sagen, wie man läuft?"
Ich verfiel in Laufschritt: "Nein Sir!"
"Hey, nicht so schnell. Hab keine Lust auf einen Dauerlauf! Mann, Mann, Mann!"
Ich bremste wieder ab.
Mike schüttelte mit dem Kopf. Irgendwie hatte es in SL26 mehr Spaß gemacht mit dem Wunderknaben. Sie erreichten das Simulationslabor. Der Sweaper verspürte keine Lust auf lange Erklärungen und gab Jarod einfach einen leichten Stoß hinein.
Centre, SimLab2
Ich stolperte ins Simlab und blieb stehen. Es war niemand hier!
"Sydney kommt gleich." Damit schloss sich die Tür wieder.
Was...was sollte ich jetzt machen? Also blieb ich stehen und wartete.
Wenige Minuten später kam auch Sydney. Er wusste, heute musste er sich zurück halten, denn auch andere Leute wollten diese Simulation zu beobachten. Lyle war sehr nervös gewesen, als er mit ihm sprach und dazu besaß er auch allen Grund! Wer das teuerste Investment des Centres zerstörte hatte auch keine eigene Zukunft mehr hier.
Ich spürte eine gewisse Anspannung in der Luft
"Jarod, wir wollen heute noch mal versuchen, die Simulation durchzuführen."
Ich nickte.
"Diesmal wirst du dich schützen." Bei der letzten Sichtung der Simulation stellte Sydney fest, dass Lyle nicht von Schutz sprach.
Ich nickte.
"Okay, wollen wir anfangen?"
"Ja Sir!" Ich wartete.
Sydney seufzte, als er sah, dass Jarod nicht anfing sagte er: "Bitte fang mit der Simulation an und schütze dich dabei." Lyle saß oben bei den anderen und konnte jederzeit herunter kommen, wenn es nötig werden würde.
Ich nickte und tauchte ab in die Simulation...
..................Der Zusammenprall der Kfz erfolgte durch Ermüdung eines Fahrers. Es gab keine notwendigen Sicherungsmaßnahmen, die verhinderten, dass der Sog, der durch die Explosion entstand.......................man konnte den Notausgang nicht erreichen, weil das Feuer zu schnell war. Der Zusammenprall der Kfz erfolgte durch Ermüdung eines Fahrers. Es gab keine notwendigen Sicherungsmaßnahmen, die verhinderten, dass der Sog, der durch die Explosion entstand.............................man konnte den Notausgang nicht erreichen, weil das Feuer zu schnell war........ Der Zusammenprall der Kfz erfolgte durch ...
Sydney ging zu ihm hin und packte ihn bei den Schultern. "Jarod!"
Ich fuhr zusammen, als mich plötzlich jemand berührte. "Sir?"
"Was hast du gemacht?"
"Ich habe simuliert, Sir!" Das sollte ich doch tun! War es jetzt verkehrt?
"Hast du ein Ergebnis?"
"Ja Sir!"
"Dann teil es uns mit."
"Für diese architektonische Auslegung des Tunnels, ist er zu schlecht ausgeleuchtet. Die Notausgänge sind zu wenig und nicht ausreichend gekennzeichnet! Außerdem sind es zu wenig Notausgänge. Keine Löschvorrichtungen vorhanden!"
Sydney nickte. Aber warum beendete Jarod die Simulation nicht einfach?
Ich schwieg.
"Warum bist du nicht zurück gekommen, als die Simulation beendet war?"
"Ich hatte nur den Auftrag zu Simulation, S...Sir." Nur nicht die Regel Nummer 5 überschreiten. Sonst würde ER wieder kommen.
"Das habe ich damit gemeint!" sagte Sydney laut und sichtbar böse in eine der Kameras. "Wir haben keine Kontrolle mehr darüber, was er machen wird, weil er nicht mehr alleine denken und handeln kann."
Wie konnte er das behaupten? Ich dachte doch! Ich durfte nur nicht die Regeln überschreiten. So einfach war das!
"Ist schon okay Jarod, das hast du gut gemacht", sagte Syd dann beruhigend zu Jarod.
Ich nickte dankend. Bestimmt bekam ich jetzt etwas zu Trinken.
"Unter diesen Umstände befürworte ich keine weiteren Simulationen mehr."
Ich wusste nicht, was ich jetzt tun sollte und starrte auf den Boden.
Sydney warf Jarod noch einen langen traurigen Blick zu und verließ dann den Raum. Er musste nachdenken.
Ich blieb allein zurück. Und jetzt?
Mike kam wieder zu Jarod und packte ihn grob am Arm. Er verspürte keine Lust mehr, ihm alles vorkauen zu müssen. "Mr. Lyle fand das gar nicht gut", flüsterte er ihm leise ins Ohr.
Ich erschrak und unterdrückte einen Aufschrei. Aber ich hatte doch die Simulation gemacht! Was...was? Ich stolperte hinter Mike her und war total verstört.
Mike wusste nichts von Jarods Gedankengängen und dem Widerspruch, der sich aus seiner Behandlung durch ihn ergeben musste.
Warum war Lyle-Sir unzufrieden mit mir?
"Wie kann man nur so hohl sein?" Mike wusste, dass es Ärger geben würde.
Ich verstand es nicht. Ich verstand es nicht. Ich weinte lautlos.
Ärger konnte einen ganz schnell nach Afrika bringen! "Jetzt heult der auch noch! Ich fass es nicht!"
Was machte ich verkehrt? Warum war Lyle-Sir unzufrieden mit mir? Das wollte ich doch nicht.
Auf dem Flur stießen sie fast mit Lyle zusammen.
"Was ist hier los?" fauchte ich Mike an, als ich Jarods verheultes Gesicht sah.
Mike zuckte zusammen. "Er benimmt sich wie ein Baby, Sir!" erstattete Mike Bericht.
Ich stand reglos da, mied Lyle-Sir´s Blick und weinte weiterhin still.
Ich sah Mike scharf an und seine Augen senkten sich vor Angst, wie ich befriedigend feststellen konnte.
Ich wollte nicht, dass Sir unzufrieden mit mir war. Ich gab doch mein Bestes.
"Ich mach das!" schnauzte ich ihn an. "Und wenn ich noch einmal sehe, dass du die Regeln nicht einhältst bekommst du ein One-Way-Ticket nach Afrika zurück!" Zur Jarod sagte ich: "Komm mit!" und ging vor.
Was? Mike hielt die Regeln nicht ein? Ich folgte sofort Lyle-Sir.
Es gab ziemlichen Ärger. Der Tower war bei der Simulation über Satellit anwesend gewesen und was Sydney sagte, könnte mir den Hals brechen. In ein paar Minuten bekam ich eine Konferenzschaltung mit Alex, um mit ihm darüber zu reden, wie wir jetzt weiter vorgehen sollten. Ich ging zum Fahrstuhl und drückte den Knopf der Etage zu meinem Büro. Lieber wäre ich nach unten gefahren, aber ich wusste nicht wie Jarod darauf reagieren würde. Ich wollte erst hören, was Alex dazu zu sagen hatte.
Ich blieb im Fahrstuhl hinter Lyle-Sir.
Centre, Mr. Lyles Büro
Oben schloss ich mein Büro auf und ging zum Tisch, auf dem mein Laptop schon aufgeklappt stand.
Ich blieb neben der Türe stehen
Schnell stellte ich eine Verbindung mit Afrika her. Alex saß schon dort. Neben ihm zwei Sweaper. Er wurde nie alleine gelassen. Alex war anders als Jarod - komplett anders. Nicht der Sanfte und Verantwortungsbewusste, er war ein Psychopath und in jeder Sekunde gefährlich.
"Hallo Mr. Lyle", begrüßte Alex ihn. "Habe gehört, es gibt Schwierigkeiten."
"Schwierigkeiten?" donnerte ich los. "Der ganze Mist droht vollkommen aus dem Ruder zu laufen." Ich sah zu Jarod. "Komm!"
Ich atmete insgeheim auf. Lyles-Sir Zorn galt dem Gesprächspartner! Ich ging zu ihm wie gefordert.
"Schau ihn dir an! Ich wollte keine Marionette!"
Alex lachte, als er Jarod sah. "Hallo Genie, freut mich, dich so zu sehen", sagte er böse.
Sicherheitshalber hielt ich meinen Blick wieder gesenkt.
"Diese verdammte Simulation ist von dir gekommen. Was ist schief gelaufen?"
Alex legte den Kopf schief und beobachtete Jarod genau.
Ich rührte mich nicht.
"Haben sie ihm die Regeln vorgegeben, die ich ihnen aufgeschrieben habe?"
Ich verzog den Mund. "Na ja."
Die Stimmung war nicht gut. Es war besser nichts herauszufordern. Keine Regel zu übertreten. Nicht das ER zurückkam!!!!
"Na ja? Haben sie sich an das Script gehalten, oder nicht?" Einer der Sweaper gab Alex einen Stoß in die Seite. Er sah ihn Böse an.
"Nicht so ganz." Diesen ewig langen Text konnte ich nicht behalten und in der Situation später, improvisierte ich einfach.
Alex fing lauthals an zu lachen. "Oh, Mann. Jetzt haben sie aber echt die Scheiße bis zum Hals stehen." Er bekam einen neuen Schlag und wäre beinahe vom Stuhl gefallen.
Verdammt, das befürchtete ich auch. Dieser Idiot sagte mir nichts Neues. "Sag mir lieber, was ich jetzt machen soll!" schnauzte ich ihn an.
"Och, hat der arme kleine Lyle jetzt ein Problem?"
Ich sprang von meinem Sitz auf und hätte beinahe den Laptop vom Tisch gefegt.
Erschrocken wich ich einen Schritt zurück und korrigierte mich gleich wieder nach vorn.
"Verdammt Alex! Du weißt, ich kann dich wieder ins Loch schicken! Und diesmal für sehr lange!"
Alex Grinsen blieb weiterhin in seinem Gesicht. Er ängstigte sich nicht. Weder vor Lyle, noch vor sonst irgendetwas.
"Ich erwarte eine anständige Simulation von dir, bis heute abend!"
"Hm... ich fürchte... ", sagte Alex gespielt ernst, "Unser kleines Genie hier, wird so schnell nicht mehr in den Club der Hochbegabten aufgenommen."
Wütend klappte ich heftig den Bildschirm nach unten. "Kannst du mir mal sagen, was ich jetzt mit dir machen soll?"
"Nein Sir!" Ich wusste ja nicht, was Lyle-Sir von mir wollte.
"Idiot! Das war keine richtige Frage gewesen. Ich lief im Zimmer herum und rieb meine juckende Hand.
Ich duckte mich etwas unter der wütenden Stimme.
Wenn ich nervös wurde, juckte mein nicht vorhandener Daumen. Ich würde mächtigen Ärger bekommen, wenn ich nicht schnell eine Lösung fand. So viel war klar.
Ich setzte an, ihm hinterherzulaufen. Ich sollte ihm immer folgen.
Ich sah ihn scharf an. Nachäffen konnte ich noch nie leiden! "Bleib sofort stehen!"
Ich erstarrte.
Aber.. wenn Jarod abhauen würde, dann wären zwar alle sauer, aber ich könnte sagen, die Sweaper waren daran schuld gewesen. Ich musste nur warten, bis es Abend war, dann würde ich ihn irgendwo aussetzen, wie einen Hund. Ich würde einfach sagen, er hätte alles nur simuliert! Ja, genau so würde ich es machen. Verdammter Idiot! Ich gab ihm einen heftigen Stoß, weil ich seine Visage nicht mehr ertragen konnte.
Ich taumelte zurück. Was hatte ich falsch gemacht? Hatte Mike recht?
"Los, wir gehen in dein Zimmer. Für heute, habe ich genug von dir!"
Warum war Lyle-Sir so verärgert über mich? War ich nicht gut genug? Gehorsam ging ich mit
Mit schnellen Schritten ging ich zum Fahrstuhl zurück. Ich hätte nie auf Alex hören sollen. Psychopathen konnte man einfach nicht trauen!
Ich beeilte mich Schritt zu halten.
Centre, Jarods Zimmer
Ich öffnete seine Zimmertür. "Geh rein und.... was weiß ich, mach was du willst!"
Ich ging in mein Zimmer und stand zuerst etwas ratlos herum. Ich wusste nicht was ich wollte. Es kam doch nicht auf mich an!
Heute Nacht würde ich ihn wie einen Hund aussetzen und mehr war er auch nicht mehr.
Die Regeln befolgen! Schließlich legte ich mich aufs Bett. Das war sicher okay, ohne das ER zurückkam.
Ich schickte Mike vor die Tür, damit mir keiner der dummen Sydney/Parker/Broots Gang noch einen Strich durch die Rechnung machen würde. Hätte mir gerade noch gefehlt. Sydneys dummes Geschwätz war schon schlimm genug gewesen. Hach, wie schön war es vor zwei Tage gewesen. Jarod winselte im Loch und ich noch den Kopf voller Siegesgedanken.
Ich starrte gegen die Decke. Irgendwann schlief ich ein.
Jetzt musste ich erst mal in Afrika anrufen und Alex etwas zurechtweisen lassen. So was, ließ ich mir nicht gefallen. Nicht von einer Laborratte!
... Fortsetzung folgt
Fandom: Pretender
Titel: Licht und Schatten (2 von ?)
Autoren: Engelchen und Jarod Parker (June/July 2003)
Rating: NC-17 Categories: F (A), POV, R, RST, S, MS Spoiler: spielt vor dem Serienende der 4. Staffel
Short-Cut: Lyle und Jarod erleben Licht und Schatten Pairing: Jarod, Lyle, Miss Parker, Sydney und andere . Email: fanfiction@freenet.de und Jarod.Office@gmx.de
Bemerkung: Jarod (blau) und Lyle (kursiv, schwarz) sind in
Ich-Form geschrieben. Alles andere ist grün.
Licht und Schatten - Part 2
Verloren im Ich - Teil 2
Centre, Arbeitsraum
Mit schnellen Schritten lief ich auf das gemeinsame Arbeitszimmer von Parker, Sydney und Broots zu, wo sie immer noch verzweifelt versuchten eine Spur von Jarod zu finden.
Ich hatte Mühe Lyle-Sir zu folgen. Aber ich schaffte es.
War das wirklich der Triumphzug, den ich erhofft hatte? Ich schluckte alle Zweifel herunter und stieß heftig die Tür auf.
Ich kam gerade noch durch die Tür und versteckte mich hinter Lyle. Hier waren fremde Leute! Ich erschrak zutiefst. Was hatte ich verbrochen? Warum bestrafte mich Lyle-Sir?
Sofort schnellten die Köpfe von Miss Parker und Sydney zur Tür.
"Ich wollte nur sagen, dass die Suche beendet ist!" Ich legte ein überhebliches Grinsen auf und versuchte das brodelnde Gefühl in meinem Inneren zu verdrängen.
Ich konnte Überraschung spüren und Wut. Sicherheitshalber blieb ich hinter Lyle-Sir stehen.
Ich drückte Jarod vor mich, denn schließlich wollte ich ihn präsentieren, nicht verstecken.
"Jarod?" Sydney sah seinen Schützling fassungslos an. Er erkannte ihn fast nicht wieder.
Ich hielt automatisch die Luft an. Völlig verspannt ließ ich mich nach vorne schieben. Die beiden Fremden kamen mir bekannt vor! Sie sahen mich seltsam an. Ich sah zu Lyle-Sir. Sollte ich antworten?
Miss Parker stand von ihrem Platz auf und kam auf die beiden zu.
Am liebsten wäre ich zurückgewichen. Aber Lyle-Sir stand hinter mir.
Sie baute sich vor Jarod auf und sah ihm direkt in die Augen.
Wenn er da war, würde er mich beschützen. Ich senkte den Blick.
"Was um Teufel....?" donnerte sie und funkelte Lyle böse an.
Ich zuckte erschrocken zusammen.
Auch Sydney kam jetzt näher. Er war fassungslos. Jarod im Centre! Aber war das überhaupt noch Jarod? Forschend glitt er über sein Gesicht. War das eine Simulation?
Ich tat doch nichts. Warum schrie sie? Was wollte der andere? Ich wollte weg. Aber Lyle-Sirs Anwesenheit bannte mich auf der Stelle. Die Regeln! Die Regeln einhalten!
Miss Parker erkannte sofort, dass etwas grauenhaftes geschehen sein musste. Es war kein Leben mehr in Jarods Augen. Das Funkeln, dass sie so liebte, war verschwunden. Sie umkreise Lyle und kam neben ihm zum stehen.
Das verschlägt dir wohl sie Sprache, Miststück! Ich hatte es nicht anders erwartet und grinste innerlich. Hast du deine kleine Ratte vermisst? dachte ich spöttisch. Bitteschön, hier ist dein Lieblingsjagdobjekt.
Ihre Hand schnellte nach vorne und packte Lyle am Hemd.
Ich wünschte mir, Lyle-Sir würde wieder gehen. Aber nach mir ging es nicht.
"Sie verdammter Psychopath! Was haben sie mit ihm gemacht?"
Oh, sie wusste gar nicht, wie gut mir das gefiel. Ihre wütenden Augen, hinter denen sich doch nur die Angst und die Verzweiflung versteckten.
Ich sah zu Lyle-Sir. Brauchte er meine Hilfe? Ich konnte nicht zulassen, dass sie ihn verletzte. Aber noch fühlte er sich nicht bedroht.
"Es ist nichts. Er ist nur froh, endlich wieder daheim zu sein. Nicht wahr, Jarod?"
"Ja Sir!" Ich nickte zustimmend
"Ich hör wohl nicht richtig!" Miss Parker stieß ihn etwas zurück.
Ich musste einen Schritt zurück gehen, um nicht umzufallen, behielt aber mein Grinsen im Gesicht.
Sofort folgte ich ihm.
Miss Parker registrierte die kleine Bewegung und ließ Lyle los, um sich wieder Jarod zu widmen. Sydney war stiller Beobachter. Wie immer wollte er sich zunächst ein Bild von der Lage machen.
Ich verstand die Situation nicht. Widersprüchliche Gefühle stürzten auf mich ein. Diese Frau war überhaupt keine Fremde... ich kannte sie...
"Haben die ihnen das Hirn rausgenommen?" Sie wollte einfach nicht glauben was sie da gesehen und gehört hatte. Jarod würde nie freiwillig im Centre bleiben wollen, oder Lyle freiwillig Sir nennen! Niemals!
Redete sie mit mir?
Ich fand, das ich mir genug von meiner netten Schwester angehört hatte.
Fragend sah ich zu Lyle-Sir
"Wir werden jetzt einige Simulationen durchführen." Mir war klar, dass ich dabei keine Erfahrung besaß und Sydney dazu brauchen würde. "Sydney, soweit ich weiß ist das auch einer ihrer Jobs. Wir treffen uns in zwanzig Minuten im SimLab2."
Sydney sah ihn forschend an und nickte zögernd. Immer noch stand die Frage im Raum, ob Jarod nur simulierte. Er würde es herausfinden.
"Los, gehen wir!" Ich wollte gehen, aber Parker stellte sich uns in den Weg.
Fast wäre ich aufgelaufen. Im letzten Moment konnte ich stoppen.
"Weiß der Tower, was sie da für nette Spielchen getrieben haben?"
Ich drückte sie zur Seite. Natürlich wusste niemand davon, außer Alex. "Wir haben zu tun!"
Ich war froh, als wir den Raum verließen. Das Zusammentreffen mit den beiden irritierte und verwirrte mich.
Jarod nervte mich! Ich hätte es niemals laut zugegeben, aber ich vermisste seine unverschämten Widerworte. Wo war der Reiz geblieben, ihn zu demütigen. Es gab keine Demütigungen mehr, weil sein Zustand im Moment eine einzige Demutshaltung darstellte.
Ich folgte Lyle-Sir so unauffällig wie möglich. Die Regeln! Ich würde mich an die Regeln halten und Lyle-Sir rettete mich vor allem.
Ich setzte meine ganze Hoffnung auf die Simulationen. Wenn er die problemlos durchführen konnte, würde ich auch mit dem Rest leben können. "Ich will, dass du eine Simulation für mich machst", bereitete ich ihn darauf vor.
Ja, Sir! Daran gab es keinen Zweifel!
Centre, SimLab2
Wir gingen in das Simulationslabor und ein Mitarbeiter brachte die Unterlagen. Es ging um ein Tunnelunglück. Unser Auftraggeber wollte wissen, was die Ursache dafür gewesen war. Es waren viele Menschen gestorben und die Firma stand unter Zeitdruck. Mein Handy klingelte.
Ich blieb starr neben Lyle stehen, obwohl ich spürte, wie mich meine körperlichen Kräfte langsam verließen.
"Ja", knurrte ich ungehalten. Daddy Parker. Ich sollte sofort kommen. Es war ihm wohl schon zu Ohren gekommen, dass sich Jarod in meiner Gefangenschaft befand. Zu Jarod sagte ich: "Du liest dir das jetzt durch und wenn Sydney kommt, wirst du die Simulation mit ihm durchführen, klar?"
"Ja Sir!"
"Ich komme später und schau nach, ob alles so läuft, wie ich es wünsche." Damit ging ich zur Tür.
Zögernd griff ich nach den Unterlagen. Ich hatte keine Erlaubnis bekommen, mich hinzusetzen.
Ich sah zurück und er stand immer noch im Raum. Ich spürte meine Wut wieder aufflammen. Schnell ging ich zu ihm zurück und zischte ihm ins Ohr: "Neue Regel! Du wirst alles dafür tun, um das bestmögliche Ergebnis der Simulation zu finden. Und wenn es besser ist zu sitzen, dann setzt du dich und wenn du rennen musst, dann rennst du, ohne dass dir das jemand sagt." Ich musste meine Stimme zügeln um ihn nicht anzuschreien.
Ich fuhr erschrocken zusammen, warum war Lyle-Sir wütend auf mich? Ich hielt mich doch an die Regeln! Was machte ich falsch? "Ja, Sir!" Schnell setzte ich mich hin.
Pffff.... ich ging zurück zur Tür und hoffte, dass er jetzt endlich das tat, was er am besten konnte.
Ich las die Informationen ohne sie wirklich aufzunehmen. Konzentrier dich! Lyle-Sir erwartet Ergebnisse! Ich las sie wieder. Die Regeln einhalten!
Vor der Tür stieß ich fast mit Sydney zusammen. Sein Gesicht war sorgenumwölkt. Klar, immerhin hatte ich seinen "Sohnemann" wieder ins Centre gebracht. Schien ihm nicht zu gefallen.
"Mr. Lyle, ich weiß nicht was sie mit ihm gemacht haben, aber ich glaube nicht, dass er in dieser Verfassung eine Simulation durchführen kann."
Ich sah ihn böse an. "Das lassen sie mal meine Sorge sein! Er wird genau das tun, was von ihm verlangt wird!" Damit zog ich ab.
Mit gemischten Gefühlen betrat Sydney den Raum. Er nahm sich einen Stuhl und setzte sich Jarod gegenüber.
Ich sah nicht auf und konzentrierte mich auf den Bericht in meinen Händen. Es war besser den Blick gesenkt zuhalten!
"Jarod?" sagte er sanft zu seinem Schützling. "Wie geht es dir?"
"Ja Sir? Gut Sir!"
Sydney hob die Augenbrauen. Seine Sorge wurde bestätigt.
Was hatte das mit der Simulation zu tun?
Das war keine Simulation. Er hatte es schon befürchtet, aber nicht glauben wollen. Lyle hatte das irgendwie geschafft, was er schon so lange erfolglos versucht hatte - er hatte ihn gebrochen!
Das Gespräch schien beendet. Ich widmete meine Aufmerksamkeit wieder den Informationen zu.
Sydney spürte einen tiefen Schmerz in seiner Brust. Das hätte nie passieren dürfen! "Jarod", versuchte er wieder zu ihm durchzudringen.
"Ja Sir?" Warum unterbrach er mich ständig?
"Was hat Lyle mit dir gemacht?"
Dunkle Erinnerungen kamen auf, die ich sofort unterdrückte. NEIN! IHN wollte ich nicht wieder! Aber... war da nicht auch Lyle gewesen, der...nein! Lyle-Sir befreite mich vor IHM. "Nichts Sir!"
"Nichts? Hat er... hat er dir weh getan?" Sydney erinnerte sich mit Grausen an die Aufnahmen, die Lyle ihm vor einigen Monaten zeigte, als Jarod zum ersten Mal gefangen worden war.
Im tiefsten Inneren gab es ein Sträuben gegen eine Erinnerung. Erinnern war nicht gut! "Bitte ...Sir!" Ich spürte, wie mir das Wasser in die Augen stieg. Er sollte doch die Simulation mit mir machen und mich nicht quälen.
"Weiß du, wer du bist?"
"Ja Sir!"
"Wer bist du?"
"Jarod, Sir!"
"Weißt du, wer ich bin?"
"J...ja, Sir!" Wir mussten die Simulation machen!!!!!!
Sydney registrierte, dass Jarod auf seine Fragen ansprang. "Sag meinen Namen." Er wollte Erinnerungen wecken, an die Zeit, vorher - was auch immer dazwischen gewesen war.
"Sydney, Sir!"
"Du hast mich nie Sir genannt. Warum machst du das jetzt?"
"Regel Nr. 1, Sir!"
Sydney fuhr etwas in seinem Stuhl zurück. In seinem Kopf entstanden verschiedenen Szenarien. "Wie... wie lauten denn die Regeln?"
Wir mussten mit der Simulation anfangen!!!!!!!!!!!!!
Die Tür wurde aufgestoßen.
"Regel Nr. 1 lautet...!"
Schon über den Bildschirm meines Vaters hatte ich gesehen, dass Sydney versuchte Jarod auszuquetschen und war schnell nach unten geeilt. Wütend kam ich ins Zimmer. "Halt den Mund!" donnerte ich.
Ich verstummte und duckte mich. Bitte nicht schlagen! Ich befolgte nur die Anweisungen, die man mir gab.
"Wie weit ist die Simulation?"
Ich wusste nicht, ob er mich meinte! "Noch nicht angefangen, Sir!" Ich zitterte vor Furcht, Regel Nr. 2 übertreten zu haben mit meiner Antwort. Ich wollte nicht zurück in die Kammer zu IHM.
Ich wusste, dass Sydney dafür verantwortlich war. "Es wäre nett, Sydney, wenn sie jetzt mal mit ihren eigentlichen Aufgaben beginnen würden!" Ich sah den Hass in Sydneys Augen und grinste. Armer, alter Mann!
"Bist du bereit für die Simulation?" fragte Sydney, obwohl er große Zweifel hegte, dass dies funktionieren würde.
"Ja Sir!" Abwartend blieb ich stehen. Lyle-Sir schien die Angelegenheit geregelt zu haben. Das beruhigte mich etwas.
"Hast du gelesen, um was es geht?"
"Ja Sir!"
"Dann... dann fang an!" Sydney sah ihn forschend an. Jarod wusste doch, was zu tu war.
Ich versetzte mich in den Tunnel, in dem das Unglück geschehen würde. Die Explosion würde sich schnell ausbreiten und es galt den Notausgang rechtzeitig zu erreichen. Ich hörte die Explosion und dann sah ich sie auch schon. Ein riesiger Feuerball kam auf mich zu. Wagen wurden hochgeschleudert und explodierten. Der Schock lähmte mich und ich kam nicht von der Stelle. Die grauenhafte Hitze...... fraß sich durch meine Kleidung. Ich spürte, wie sie schmolz und sich mit meiner Haut vereinigte.
Ich beobachtete zufrieden das Schauspiel. Also, erreichte ich am Ende doch das, was der Tower schon immer wollte. Einen simulierenden Jarod, der nicht mehr diskutierte, sondern ohne Fragen arbeitete. Egal um was es ging!
Der schwarze Rauch brachte beißende Luft, ohne Sauerstoff. Ich kam nicht weg. Ich durfte mich nicht bewegen. Laut schrie ich meine Pein hinaus.
"Jarod! Zuflucht" Sydney sah, dass etwas ganz und gar nicht richtig zu laufen schien.
Aber das Feuer fraß sich weiter. Ich schrie und schrie, bis ich zusammenbrach. Meine Kleidung brannte.
"Jarod! Komm zurück. Du bist Jarod, du bist im Centre!"
Die Luft war nicht zu atmen. Aber ich wollte atmen. Ich rang nach Sauerstoff.
"Lass los. Zuflucht!" Sydneys Stimme wurde immer verzweifelter. Er schüttelte den Mann.
Ich erstickte! Nein! Ich verbrannte! Lyle- Sir!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Wo war er ???? Er musste mich retten!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Hilfe!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Ich verstand nicht, was da vor sich ging.
"Machen sie das!" schrie Sydney Lyle an. "Rufen sie ihn zurück!"
Ich zuckte mit den Schultern und beugte mich zu ihm. "Wach sofort auf!" schrie ich.
Lyle-Sir! Er war da! Er rettete mich! Ich riss die Augen auf!
"Mach keine Zicken, komm auf die Beine!"
Lyle-Sir hatte mich aus dem Tunnel geholt. Ich taumelte verwirrt in die Höhe und atmete keuchend.
"Verdammt Lyle, was haben sie getan!" schrie Sydney Lyle wie von Sinnen an.
Hier gab es Sauerstoff! Ich schluckte. Was war passiert? Hier gab es kein Feuer mehr! Ich starrte auf meine Arme. Wo waren die Verbrennungen? Meine Kleidung war in Ordnung. Noch immer klang mein Atem rasselnd.
"Was ist passiert?" fragte Sydney Jarod.
Ich war verwirrt. Langsam beruhigte sich mein rasendes Herz.
"Jarod? Was ist passiert?" wiederholte er die Frage,
"Das... das Feuer.. k.. kam so schnell!" Ich konnte mich deutlich an das Feuer erinnern.
"Und, warum?" fragte ich ungeduldig. "Wir wollen wissen, wo es herkam!" Was interessierte mich, die Schnelligkeit des Feuers? Der Kunde wollte den Auslöser wissen.
Aber ich durfte nicht weg! Ich musste doch die Simulation durchführen! "V..von...von der Un..fallstelle, Sir!"
Ich verzog das Gesicht und spürte, wie meine Stirn heiß pochte. "Warum!" fauchte ich erneut.
"D..d...der Sog, Sir!"
Sydney stieß Lyle beiseite und stellte sich Jarod gegenüber. "Jarod", begann er sanft. "Hast du vergessen? Du bist der Beobachter. Dir kann nichts passieren!"
"Es...es...es...g.. gibt...k. k.. k. ein. kein Ent.. Entkommen!" Ich schluchzte auf. Das Feuer im Fleisch war schlimmer als ER. Der Sog des Tunnels, der den Rückstoßeffekt auslöste, löschte alles Leben aus. Niemand konnte entkommen - auch ich nicht. Aber ich lebte!
Mein Zorn wuchs.
"Was immer sie mit ihm gemacht haben, seine Fähigkeiten haben sie ihm dabei auch genommen." Sydney sah Lyle an. Es lag Trauer und Schmerz in seinem Gesicht.
"Ach was", winkte ich unwirsch ab. "Der braucht nur ein bisschen Schlaf und was anständiges zum Essen.
Ich verstand nicht, worum es ging. Ich spürte noch den Nachhall des verbrennenden Kunststoffs, der die Lungen verätzte und hustete. Ich krümmte mich etwas, um mir Erleichterung zu verschaffen.
"Mr. Lyle, ich fürchte, damit ist es nicht getan!" Sydney sah die Panik in Jarods Augen. Er kannte diesen Ausdruck leider nur zu gut. Als Kind hatte er ihn immer gehabt, als er sich noch nicht schützen konnte. Es dauerte fast zwei Jahre, bis er es einigermaßen beherrschte, sich etwas zu distanzieren. Und noch mal Jahre, bis die Panik aus seinen Augen fast ganz verschwunden war. Diese Jahre der Kindheit waren es, die ihn heute immer noch verfolgten. Die Zeit, in der es noch keinen Schutz gab und er jede einzelne Simulation am eigenen Leib nachempfinden musste.
"Warten sie's ab!" Ich wollte nicht darauf eingehen. "Jarod, Zeit für eine Pause!"
Eine Pause! Schlafen! Vergessen!
Ich ging nach draußen und gab den Sweapern Instruktionen.
Ich ging hinter Lyle-Sir her.
"Du gehst mit ihnen in dein Zimmer und schläfst. Wenn du wach wirst bekommst du was anständiges zum Essen und dann versuchen wir es noch einmal."
Ich nickte
Die Sweaper nahmen ihn in die Mitte.
Lyle-Sir wusste genau, was ich brauchte. Schlaf !
"Keine Sorge. Der haut nicht mehr ab." Das konnte ich zumindest mit Gewissheit sagen.
Sie brachten Jarod in sein altes Zimmer und ließen ihn zurück.
Viel Schlaf. Ich legte mich sofort auf das Bett. Es war herrlich in einem Bett zu schlafen. Ohne IHN. Lyle-Sir würde mich schützen.
Jarods Schlaf war sehr unruhig. Er weinte und schrie auch. Schließlich fiel er in einen totenähnlichen Schlafzustand.
Lyle bekam von all dem nichts mit. Er grübelte in seinem Büro darüber, was wohl schief gelaufen war.
Verdammt! Alex hat es doch simuliert, dass Jarod gefügig wird, wenn ich das mit ihm mache. Was ist schief gelaufen? Na, ja vielleicht kommt er wieder etwas zu sich, wenn er ausgeschlafen ist.
Centre, Jarods Zimmer
Am nächsten Morgen, kam Mike, um nach Jarod zu sehen, der noch immer schlief. Mike kam an sein Bett und schüttelte ihn unsanft. "Aufstehen, Wunderknabe!" Als er sich nicht sofort rührte, wurde er grober: "Wird's bald? Oder muss ich Mr. Lyle holen?"
Ich blinzelte, noch gefangen vom Schlaf und richtet mich auf. "Nein Sir!"
Ein Cleaner kam und brachte ein Tablett mit einem reichlichen Frühstück. Eier, Schinken, Toast, Tee, Saft.
Ich blieb auf dem Bett sitzen und sah Mike fragend an.
"In einer Stunde komme ich wieder. Bis dahin hast du geduscht, dich angezogen und gefrühstückt. Ist das klar?" Lyle hatte ihm schon gesagt, dass man Jarod alles sagen musste.
"Ja Sir!" Ich stand auf, um ins Bad zu gehen.
Mike verließ das Zimmer wieder.
Mir war noch immer so schrecklich kalt und ich würde heiß duschen. Vielleicht half mir das etwas. Ich wusste nicht, wie spät es war, weil man mir keine Uhr zur Verfügung stellte. Also würde ich mich beeilen.
Das warme Wasser tat so gut und am liebsten, wäre ich unter der Dusche geblieben. Aber ich wusste nicht wie spät es war. Nass wie ich war zog ich mir die neue Kleidung an. Es fühlte sich ziemlich unbequem an, weil alles klebte. Aber es würde schon trocknen.
Die Tür öffnete sich und Miss Parker schlich hinein. Der Auftritt gestern ließ ihr keine Ruhe. Und Sydney hatte ihr erzählt, was im SimLab vorgefallen war. "Jarod?"
Erschrocken fuhr ich zurück. Mir war gar nicht aufgefallen, dass jemand mein Zimmer betrat. "Ja, Mam?" War es schon so spät? Ich hatte noch keinen Bissen gegessen!
Sie sah auf das Frühstück. "Ich... würde dir gerne etwas Gesellschaft leisten beim Frühstücken. Ist das okay?"
"Ja.. Mam!" Unschlüssig blieb ich stehen.
Sie setzte sich. "Willst du dich nicht setzen?"
Auf dem Tablett war nur für eine Person gedeckt. "Doch Mam!" Ich setzte mich schnell.
Als sie seinen Blick sah, musste sie grinsen. "Ich habe schon gefrühstückt. Keine Sorge, ich esse dir nichts weg." Wie lange war er bei Lyle gewesen?
Durfte ich einfach zu Essen anfangen? Jetzt? Ich sah sie fragend an.
"Willst du nicht anfangen?" Zumindest sah er sehr hungrig aus. Seinen Zustand hätte man mit ausgemergelt bezeichnen können.
"Doch Mam"
"Na dann tu es doch. Oder wartest du auf einen von Lyles lächerlichen Befehlen?"
Lyles-Sir Befehle waren nicht lächerlich! Sie unterstützten die Regeln. "Danke Mam, nein Mam!"
Miss Parker schaute auf die Uhr. "Wir haben noch 45 Minuten, bis einer von Lyles Lakaien dich abholt.
Zuerst trank ich von dem Tee. Ich hatte solchen Durst. Mein Verlangen nach Essbaren schränkte sich drastisch ein. 45 Minuten! Mich fröstelte etwas. Die nasse Kleidung war so unbequem und kühlte mich wieder aus.
Miss Parker beobachtete ihn forschend. Wer war das da vor ihr? Wo war Jarods Witz? Seine Schlagfertigkeit? Seine... nervende Art. Bekam er etwa nasse Kleider zum Anziehen? "Warum sind deiner Kleider so nass?"
Nach dem Tee trank ich den Saft. "Weil ich sie nach dem Duschen angezogen habe, Mam!"
Miss Parker verdrehte die Augen. "Schon mal was von Abtrocknen gehört, du Genie?"
Ich aß etwas von den Baccon and Eggs, aber nichts vom Brot "Ja Mam", nuschelte ich mit vollem Mund. Natürlich hatte ich davon gehört. Aber Mikes Befehl lautete ausdrücklich Duschen und Anziehen.
"Und... warum tust du es dann nicht und hör mit diesem verdammten MAM auf. Das habe ich noch nie leiden können."
"Ich hatte diesbezüglich keinen Auftrag, Sir!" Wie sollte ich sie sonst nennen? Ich war verwirrt.
, dachte Miss Parker. "Du weißt aber schon noch wer ich bin, oder? Miss Parker, sagt dir das was?" Kein Auftrag zum Abtrocknen bekommen. Wie weit hatte Lyle eigentlich sein Gehirn verbruzzelt?
"Ja, Sir! Miss Parker!" Miss Parker war erschrocken, aber ich wusste nicht warum.
Die Frau dachte mit Schrecken an die Bilder von Timmy, als er zu Angelo wurde. Hatte Lyle etwas ähnliches gemacht? "Jarod", sie fasste nach seiner Hand und sah ihn sanft an.
Ihre Hand auf meiner. Was war los? Warum wollte sie mich bestrafen? Ich fing an zu zittern. Hoffentlich kam ER nicht.
"Was ist nur los mit dir?" Sie merkte, dass er plötzlich panisch wurde und zog ihre Hand erschrocken zurück. Dann sprang sie wütend von ihrem Platz auf. Dieser verdammte Mistkerl!
Ich duckte mich, weil sie mich erschreckte. Vielleicht würde sie mich schlagen! Miss Parker! Ich überlegte. Sie hatte schon auf mich geschossen!
Sie bemerkte Jarods Angst, riss sich zusammen und unterdrückte ihre Wut. "Ich...ja... hab keine Angst." Sie wusste nicht was sie sagen sollte, wie sie reagieren sollte. So einen Jarod kannte sie nicht. Und sie wollte den alten zurück haben. Auf der Stelle!
Ich spürte, dass sie wütend war, auch wenn sie es verbarg. Ich wusste nicht, was ich tun sollte. Deswegen stocherte ich wieder ein wenig in dem Essen herum. Schade, dass nichts mehr zu Trinken da war.
"Ich werde dir helfen, das verspreche ich dir." sagte Miss Parker, obwohl sie selbst nicht wusste, wie sie das bewerkstelligen sollte.
Ich sah hoffnungsvoll auf! Sie würde mir etwas zu Trinken holen?
"Und Lyle, diesem Aas, werde ich jetzt in seinen Hintern treten!"
Meine Hoffnung schwand. Nein, das würde sie wohl nicht.
"Und wenn ich mit ihm fertig bin, wird er sich wünschen, nie geboren worden zu sein!"
Ich verstand nicht, was sie da von sich gab. Lyle-Sir hatte mich doch gerettet. Warum wollte sie ihn dafür bestrafen?
Sie ging noch mal zu ihm hin. "Jarod, egal was Lyle dir in den Kopf gepflanzt hat, es waren sicher Lügen und tief in dir weißt du das auch!"
Nein!
"Ich weiß, irgendwo da drin ist der alte Jarod."
Wieder sammelte sich Wasser in meinen Augen. Ich durfte nicht daran denken! Nicht erinnern! Erinnerungen brachten nur Schmerz!
"Und er wartet darauf, dass wir ihn wieder raus lassen."
Das würde IHN zurückbringen!
Sie sah, seine aufkommenden Tränen und legte ihm ihre Hand auf seine Schultern. "Alles wird gut!"
Ich schluchzte still auf. Kein Ton! Nicht die Regel 1 überschreiten!
Miss Parker sah auf ihre Uhr. "Ich muss leider weg, aber hab keine Angst, alles wird gut", wiederholte sie noch einmal und strich ihm sanft über den Kopf.
Ich ließ es über mich ergehen.
Dann ging sie hinaus. In ihr staute sich eine große Menge Wut an, die sie über Lyle ausschütten wollte. Ihr Ärger wuchs, als sie ihn nirgendwo finden konnte.
Kurz darauf kam Mike, um Jarod abzuholen. "Los, es geht an die Arbeit!" Er stöhnte auf. "Steh auf, komm mit!" Verbesserte er sich schnell.
Ich stand auf und wartete, dass Mike voranging.
"Hirnloser Idiot", murmelte der in sich hinein.
Ich verstand nicht was er sagte, er sprach zu leise.
"Na was ist, soll ich dir jetzt auch noch sagen, wie man läuft?"
Ich verfiel in Laufschritt: "Nein Sir!"
"Hey, nicht so schnell. Hab keine Lust auf einen Dauerlauf! Mann, Mann, Mann!"
Ich bremste wieder ab.
Mike schüttelte mit dem Kopf. Irgendwie hatte es in SL26 mehr Spaß gemacht mit dem Wunderknaben. Sie erreichten das Simulationslabor. Der Sweaper verspürte keine Lust auf lange Erklärungen und gab Jarod einfach einen leichten Stoß hinein.
Centre, SimLab2
Ich stolperte ins Simlab und blieb stehen. Es war niemand hier!
"Sydney kommt gleich." Damit schloss sich die Tür wieder.
Was...was sollte ich jetzt machen? Also blieb ich stehen und wartete.
Wenige Minuten später kam auch Sydney. Er wusste, heute musste er sich zurück halten, denn auch andere Leute wollten diese Simulation zu beobachten. Lyle war sehr nervös gewesen, als er mit ihm sprach und dazu besaß er auch allen Grund! Wer das teuerste Investment des Centres zerstörte hatte auch keine eigene Zukunft mehr hier.
Ich spürte eine gewisse Anspannung in der Luft
"Jarod, wir wollen heute noch mal versuchen, die Simulation durchzuführen."
Ich nickte.
"Diesmal wirst du dich schützen." Bei der letzten Sichtung der Simulation stellte Sydney fest, dass Lyle nicht von Schutz sprach.
Ich nickte.
"Okay, wollen wir anfangen?"
"Ja Sir!" Ich wartete.
Sydney seufzte, als er sah, dass Jarod nicht anfing sagte er: "Bitte fang mit der Simulation an und schütze dich dabei." Lyle saß oben bei den anderen und konnte jederzeit herunter kommen, wenn es nötig werden würde.
Ich nickte und tauchte ab in die Simulation...
..................Der Zusammenprall der Kfz erfolgte durch Ermüdung eines Fahrers. Es gab keine notwendigen Sicherungsmaßnahmen, die verhinderten, dass der Sog, der durch die Explosion entstand.......................man konnte den Notausgang nicht erreichen, weil das Feuer zu schnell war. Der Zusammenprall der Kfz erfolgte durch Ermüdung eines Fahrers. Es gab keine notwendigen Sicherungsmaßnahmen, die verhinderten, dass der Sog, der durch die Explosion entstand.............................man konnte den Notausgang nicht erreichen, weil das Feuer zu schnell war........ Der Zusammenprall der Kfz erfolgte durch ...
Sydney ging zu ihm hin und packte ihn bei den Schultern. "Jarod!"
Ich fuhr zusammen, als mich plötzlich jemand berührte. "Sir?"
"Was hast du gemacht?"
"Ich habe simuliert, Sir!" Das sollte ich doch tun! War es jetzt verkehrt?
"Hast du ein Ergebnis?"
"Ja Sir!"
"Dann teil es uns mit."
"Für diese architektonische Auslegung des Tunnels, ist er zu schlecht ausgeleuchtet. Die Notausgänge sind zu wenig und nicht ausreichend gekennzeichnet! Außerdem sind es zu wenig Notausgänge. Keine Löschvorrichtungen vorhanden!"
Sydney nickte. Aber warum beendete Jarod die Simulation nicht einfach?
Ich schwieg.
"Warum bist du nicht zurück gekommen, als die Simulation beendet war?"
"Ich hatte nur den Auftrag zu Simulation, S...Sir." Nur nicht die Regel Nummer 5 überschreiten. Sonst würde ER wieder kommen.
"Das habe ich damit gemeint!" sagte Sydney laut und sichtbar böse in eine der Kameras. "Wir haben keine Kontrolle mehr darüber, was er machen wird, weil er nicht mehr alleine denken und handeln kann."
Wie konnte er das behaupten? Ich dachte doch! Ich durfte nur nicht die Regeln überschreiten. So einfach war das!
"Ist schon okay Jarod, das hast du gut gemacht", sagte Syd dann beruhigend zu Jarod.
Ich nickte dankend. Bestimmt bekam ich jetzt etwas zu Trinken.
"Unter diesen Umstände befürworte ich keine weiteren Simulationen mehr."
Ich wusste nicht, was ich jetzt tun sollte und starrte auf den Boden.
Sydney warf Jarod noch einen langen traurigen Blick zu und verließ dann den Raum. Er musste nachdenken.
Ich blieb allein zurück. Und jetzt?
Mike kam wieder zu Jarod und packte ihn grob am Arm. Er verspürte keine Lust mehr, ihm alles vorkauen zu müssen. "Mr. Lyle fand das gar nicht gut", flüsterte er ihm leise ins Ohr.
Ich erschrak und unterdrückte einen Aufschrei. Aber ich hatte doch die Simulation gemacht! Was...was? Ich stolperte hinter Mike her und war total verstört.
Mike wusste nichts von Jarods Gedankengängen und dem Widerspruch, der sich aus seiner Behandlung durch ihn ergeben musste.
Warum war Lyle-Sir unzufrieden mit mir?
"Wie kann man nur so hohl sein?" Mike wusste, dass es Ärger geben würde.
Ich verstand es nicht. Ich verstand es nicht. Ich weinte lautlos.
Ärger konnte einen ganz schnell nach Afrika bringen! "Jetzt heult der auch noch! Ich fass es nicht!"
Was machte ich verkehrt? Warum war Lyle-Sir unzufrieden mit mir? Das wollte ich doch nicht.
Auf dem Flur stießen sie fast mit Lyle zusammen.
"Was ist hier los?" fauchte ich Mike an, als ich Jarods verheultes Gesicht sah.
Mike zuckte zusammen. "Er benimmt sich wie ein Baby, Sir!" erstattete Mike Bericht.
Ich stand reglos da, mied Lyle-Sir´s Blick und weinte weiterhin still.
Ich sah Mike scharf an und seine Augen senkten sich vor Angst, wie ich befriedigend feststellen konnte.
Ich wollte nicht, dass Sir unzufrieden mit mir war. Ich gab doch mein Bestes.
"Ich mach das!" schnauzte ich ihn an. "Und wenn ich noch einmal sehe, dass du die Regeln nicht einhältst bekommst du ein One-Way-Ticket nach Afrika zurück!" Zur Jarod sagte ich: "Komm mit!" und ging vor.
Was? Mike hielt die Regeln nicht ein? Ich folgte sofort Lyle-Sir.
Es gab ziemlichen Ärger. Der Tower war bei der Simulation über Satellit anwesend gewesen und was Sydney sagte, könnte mir den Hals brechen. In ein paar Minuten bekam ich eine Konferenzschaltung mit Alex, um mit ihm darüber zu reden, wie wir jetzt weiter vorgehen sollten. Ich ging zum Fahrstuhl und drückte den Knopf der Etage zu meinem Büro. Lieber wäre ich nach unten gefahren, aber ich wusste nicht wie Jarod darauf reagieren würde. Ich wollte erst hören, was Alex dazu zu sagen hatte.
Ich blieb im Fahrstuhl hinter Lyle-Sir.
Centre, Mr. Lyles Büro
Oben schloss ich mein Büro auf und ging zum Tisch, auf dem mein Laptop schon aufgeklappt stand.
Ich blieb neben der Türe stehen
Schnell stellte ich eine Verbindung mit Afrika her. Alex saß schon dort. Neben ihm zwei Sweaper. Er wurde nie alleine gelassen. Alex war anders als Jarod - komplett anders. Nicht der Sanfte und Verantwortungsbewusste, er war ein Psychopath und in jeder Sekunde gefährlich.
"Hallo Mr. Lyle", begrüßte Alex ihn. "Habe gehört, es gibt Schwierigkeiten."
"Schwierigkeiten?" donnerte ich los. "Der ganze Mist droht vollkommen aus dem Ruder zu laufen." Ich sah zu Jarod. "Komm!"
Ich atmete insgeheim auf. Lyles-Sir Zorn galt dem Gesprächspartner! Ich ging zu ihm wie gefordert.
"Schau ihn dir an! Ich wollte keine Marionette!"
Alex lachte, als er Jarod sah. "Hallo Genie, freut mich, dich so zu sehen", sagte er böse.
Sicherheitshalber hielt ich meinen Blick wieder gesenkt.
"Diese verdammte Simulation ist von dir gekommen. Was ist schief gelaufen?"
Alex legte den Kopf schief und beobachtete Jarod genau.
Ich rührte mich nicht.
"Haben sie ihm die Regeln vorgegeben, die ich ihnen aufgeschrieben habe?"
Ich verzog den Mund. "Na ja."
Die Stimmung war nicht gut. Es war besser nichts herauszufordern. Keine Regel zu übertreten. Nicht das ER zurückkam!!!!
"Na ja? Haben sie sich an das Script gehalten, oder nicht?" Einer der Sweaper gab Alex einen Stoß in die Seite. Er sah ihn Böse an.
"Nicht so ganz." Diesen ewig langen Text konnte ich nicht behalten und in der Situation später, improvisierte ich einfach.
Alex fing lauthals an zu lachen. "Oh, Mann. Jetzt haben sie aber echt die Scheiße bis zum Hals stehen." Er bekam einen neuen Schlag und wäre beinahe vom Stuhl gefallen.
Verdammt, das befürchtete ich auch. Dieser Idiot sagte mir nichts Neues. "Sag mir lieber, was ich jetzt machen soll!" schnauzte ich ihn an.
"Och, hat der arme kleine Lyle jetzt ein Problem?"
Ich sprang von meinem Sitz auf und hätte beinahe den Laptop vom Tisch gefegt.
Erschrocken wich ich einen Schritt zurück und korrigierte mich gleich wieder nach vorn.
"Verdammt Alex! Du weißt, ich kann dich wieder ins Loch schicken! Und diesmal für sehr lange!"
Alex Grinsen blieb weiterhin in seinem Gesicht. Er ängstigte sich nicht. Weder vor Lyle, noch vor sonst irgendetwas.
"Ich erwarte eine anständige Simulation von dir, bis heute abend!"
"Hm... ich fürchte... ", sagte Alex gespielt ernst, "Unser kleines Genie hier, wird so schnell nicht mehr in den Club der Hochbegabten aufgenommen."
Wütend klappte ich heftig den Bildschirm nach unten. "Kannst du mir mal sagen, was ich jetzt mit dir machen soll?"
"Nein Sir!" Ich wusste ja nicht, was Lyle-Sir von mir wollte.
"Idiot! Das war keine richtige Frage gewesen. Ich lief im Zimmer herum und rieb meine juckende Hand.
Ich duckte mich etwas unter der wütenden Stimme.
Wenn ich nervös wurde, juckte mein nicht vorhandener Daumen. Ich würde mächtigen Ärger bekommen, wenn ich nicht schnell eine Lösung fand. So viel war klar.
Ich setzte an, ihm hinterherzulaufen. Ich sollte ihm immer folgen.
Ich sah ihn scharf an. Nachäffen konnte ich noch nie leiden! "Bleib sofort stehen!"
Ich erstarrte.
Aber.. wenn Jarod abhauen würde, dann wären zwar alle sauer, aber ich könnte sagen, die Sweaper waren daran schuld gewesen. Ich musste nur warten, bis es Abend war, dann würde ich ihn irgendwo aussetzen, wie einen Hund. Ich würde einfach sagen, er hätte alles nur simuliert! Ja, genau so würde ich es machen. Verdammter Idiot! Ich gab ihm einen heftigen Stoß, weil ich seine Visage nicht mehr ertragen konnte.
Ich taumelte zurück. Was hatte ich falsch gemacht? Hatte Mike recht?
"Los, wir gehen in dein Zimmer. Für heute, habe ich genug von dir!"
Warum war Lyle-Sir so verärgert über mich? War ich nicht gut genug? Gehorsam ging ich mit
Mit schnellen Schritten ging ich zum Fahrstuhl zurück. Ich hätte nie auf Alex hören sollen. Psychopathen konnte man einfach nicht trauen!
Ich beeilte mich Schritt zu halten.
Centre, Jarods Zimmer
Ich öffnete seine Zimmertür. "Geh rein und.... was weiß ich, mach was du willst!"
Ich ging in mein Zimmer und stand zuerst etwas ratlos herum. Ich wusste nicht was ich wollte. Es kam doch nicht auf mich an!
Heute Nacht würde ich ihn wie einen Hund aussetzen und mehr war er auch nicht mehr.
Die Regeln befolgen! Schließlich legte ich mich aufs Bett. Das war sicher okay, ohne das ER zurückkam.
Ich schickte Mike vor die Tür, damit mir keiner der dummen Sydney/Parker/Broots Gang noch einen Strich durch die Rechnung machen würde. Hätte mir gerade noch gefehlt. Sydneys dummes Geschwätz war schon schlimm genug gewesen. Hach, wie schön war es vor zwei Tage gewesen. Jarod winselte im Loch und ich noch den Kopf voller Siegesgedanken.
Ich starrte gegen die Decke. Irgendwann schlief ich ein.
Jetzt musste ich erst mal in Afrika anrufen und Alex etwas zurechtweisen lassen. So was, ließ ich mir nicht gefallen. Nicht von einer Laborratte!
... Fortsetzung folgt
