Übersetzung von Severione
Disclaimer: Alle bekannten Charaktere gehören wie üblich J.K. Rowling, und ich verdiene kein Geld damit.
Dies ist ein Mehrteilers von SUBVERSA, ich habe die Story mit ihrer freundlichen Genehmigung übersetzt. Eure Reviews übersetze ich und gebe sie an die Autorin weiter.
Vielen lieben Dank auch an meine Betaleserin Elendril.
Viel Spaß beim Lesen! Ich freue ich auf Eure Reviews.
Kapitel 2: Der Sumpf
Hermines Augenlider flatterten. Sie erwachte mit einem leisen Schrei und versuchte verzweifelt sich aufzurichten. „Nein! Tun Sie mir nichts!"
Noch während sie die Worte aussprach, wurde ihr klar, dass diese nicht mehr ganz passend waren; sie befand sich offensichtlich nicht in unmittelbarer Gefahr. Sie lag auf einem Ledersofa in einem kleinen warmen Raum, ihr Körper war sorgfältig in eine Decke eingewickelt, die die Ursache dafür war, dass sie sich nicht richtig bewegen konnte. Im Kamin prasselte leise ein Feuer, und der Raum war umgeben mit Bücherregalen, die überquollen mit ledergebundenen Ausgaben in jeder Farbe und Größe.
Als sie die Bücher betrachtete, bemerkte sie eine wachsende innere Unruhe bei sich selbst. In den Sekunden, seit sie erwacht war, hatte sich dieses unbestimmte merkwürdige Gefühl derart gesteigert, dass sie das Bedürfnis empfand, einfach davonzulaufen – aber sie war in dieser Decke gefangen und konnte ihre Arme nicht frei bewegen.
„Sie sind aufgewacht."
Hermine war perplex, als sie ihren Zaubertrankmeister auf sich zukommen sah. Er setzte sich in einen Sessel direkt neben die Couch und musterte sie sorgfältig. Hermine zerbrach sich den Kopf, welchen Grund es dafür geben könnte, dass sie sich allein in einem Raum mit Professor Snape befand, aber das wachsende Unbehagen in ihrem Kopf schien ihre geistigen Fähigkeiten zu beeinträchtigen.
„Wie fühlen Sie sich?", fragte Professor Snape, während seine schwarzen Augen auf ihr Gesicht fixiert blieben. Hermine begann sich ein wenig zu entspannen – sie hatte das plötzliche sichere Gefühl, dass die Anwesenheit ihres Professors ihre Rettung bedeutete und dass ihr nichts passieren konnte, solange sie bei ihm war.
„Es geht mir gut", antwortete sie ihm, „aber ich würde mich gern hinsetzen."
Er betrachtete sie weiter mit einem Gesichtsausdruck, der nichts von seinen Empfindungen preisgab, aber als er sie wieder ansprach, war seine Stimme freundlicher als üblich. „Erinnern Sie sich daran, was passiert ist?", fragte er sie.
Hermine überlegte einen Moment lang. „Ich war draußen bei den Gewächshäusern und arbeitete an meinem Kräuterkunde-Projekt. Als ich fertig war, wollte ich noch hinüber zu Hagrids Hütte gehen. Ich kam dort nicht an – das letzte, woran ich mich erinnere, ist, dass ich am Rand des verbotenen Waldes entlanglief."
„So eine Unvorsichtigkeit!", schimpfte er, während sich die Furchen zwischen seinen Brauen vertieften. „Warum waren Potter und Weasley nicht bei Ihnen?"
Hermine lächelte trotz des neuen Unwohlseins, das sie überfiel und das sich inzwischen von ihrem Kopf auf ihren Körper zu verlagern schien. „Es ist Freitag, Sir", sagte sie. „Die Jungs studieren nie freitagnachts."
Die Augen des Zaubertrankmeisters verengten sich zu schmalen Schlitzen. „Sie werden künftig besser auf sich aufpassen, Miss Granger, oder Sie werden MIR Rede und Antwort stehen müssen."
Ein Teil von Hermines Gehirn machte sie darauf aufmerksam, dass es eigentlich nicht die Sache von Professor Snape war, so etwas von ihr zu fordern, aber der überwiegende Teil ihres Verstandes wollte ihn fortfahren hören. Sie wollte ihm näher kommen; ihre Haut fühlte sich eigenartig hypersensibilisiert an unter dem leichten rauen Gewebe der Decke. Sie kämpfte wieder darum, ihren Arm bewegen zu können, war aber immer noch so dicht in die Decke eingewickelt, dass ihr das nicht gelang.
„Sir", bat sie, „könnten Sie mir bitte aufhelfen? Ich bekomme offenbar meine Arme nicht frei."
Professor Snape machte keine Anstalten, ihr zu helfen, sondern betrachtete einfach weiter ihr Gesicht. „Sie wurden von Todessern entführt, Miss Granger. Der Rektor hat Sie dort weggeholt, Sie dürfen sich bei ihm für Ihre derzeitige Ausstattung bedanken."
Er schielte mit kaum verhohlener Abneigung auf ihre gryffindor-farbige Decke. „Soweit ich weiß, sind Sie unter der Decke nackt. In meinem Badezimmer habe ich einige Kleider für Sie vorbereitet. Soll ich Ihnen ins Badezimmer helfen?"
Hermine nickte, und Professor Snape stand auf und nahm sie mitsamt der Decke in seine Arme. In dem Moment. Als er sie berührte, merkte sie entsetzt, dass sie ein kleines Stöhnen kaum unterdrücken konnte, obwohl ihre Haut vor seinen Händen durch die warme Wolldecke geschützt war. Was in aller Welt war los mit ihr? Ihre Brustwarzen wurden stimuliert durch die Reibung der Decke auf ihrer Haut, und ihr Unterleib schmerzte vor Verlangen - als ob sie sich mit sich selbst vergnügt hätte, wie sie das manchmal unter den Laken in ihrem Bett in Gryffindor Tower tat. Sie hatte sich noch nie DERARTIG im Beisein einer anderer Person gefühlt, und auch wenn ihr klar war, dass sie sich eigentlich schämen sollte, entflammte pures Verlangen in ihr.
Zu ihrer Erleichterung schien Professor Snape ihren derzeitigen physischen Zustand nicht wahrzunehmen. Er trug sie ins Badezimmer, das mit zahllosen Kerzen erleuchtet war, und setzte sie auf dem Marmorfußboden ab.
„Sie dürfen alles, was hier steht, auch benutzen.", bemerkte er hölzern. „Sie können ein Bad nehmen oder sich duschen oder einfach nur ankleiden, bevor Sie sich zu mir ins Wohnzimmer auf eine Tasse Tee begeben."
Hermine war sich sicher, dass sie das leise Wimmern nicht unterdrückt hatte, das ihr unwillkürlich entschlüpft war, als der Professor seine Hände von ihr genommen hatte, aber er schien auch das nicht zu bemerken. Sie hätte am liebsten ihre Decke von sich gerissen, um sich am Batist seines weißen Hemdes und der Wolle seiner schwarzen Hose zu reiben. Ihr Gesicht lief dunkelrot an, als sie die Kühnheit ihrer eigenen Gedanken registrierte, und die Stimme der Vernunft wurde in dem Maße leiser, wie ihre Begierden anschwollen. Sie bemühte sich, ihre Gedanken zu sammeln und stammelte: „Wurde ich – wurde ich vergewaltigt, Sir?"
Ein winziger Schimmer von Menschlichkeit glomm hinter den strengen schwarzen Augen. „Nein, Miss Granger."
„Aber warum bin ich hier und nicht in meinen eigenen Räumen?" Sie versuchte den kläglichen Unterton ihrer Stimme nicht zu bemerken.
„Vielleicht hätten Sie die Güte, Ihre Fragen für sich zu behalten, bis Sie angezogen sind, und dann auf eine Tasse Tee zu mir kommen?" Er schaffte es gleichzeitig ausgeglichen und sardonisch zu klingen.
Hermine nickte nur und sah zu, wie die Badezimmertür sich hinter ihrem Professor schloss. Endlich konnte sie die Decke abstreifen. Sie stieg direkt in die Dusche und drehte die Wasserhähne voll auf in der Hoffnung, die irrsinnig aufwühlenden Gefühle in ihrem Körper einfach von sich abwaschen zu können. Alles, woran sie denken konnte, war Professor Snape.
Sie wollte ihn finden, sie wollte seine Hände auf ihren Körper legen und ihn anflehen, sie zu berühren.
Als sie mechanisch die Seife auf ihrem Körper verteilte und begann, sich zu reinigen, wuchs in ihr der impulsive Wunsch, ihre eigene Erregung zu besänftigen. Sie legte die Seife beiseite und ließ eine Hand zwischen ihre Oberschenkel gleiten, die andere Hand strich über ihre Rippen und kniff in ihre Brustwarzen. Nach drei Minuten hätte sie am liebsten vor Ärger geschrien, da ihre eigenen Bemühungen sie nicht beruhigen konnten, im Gegenteil: sie hatte sich selbst hochgepuscht und war kurz davor zu kommen, konnte den letzten Punkt aber nicht überwinden.
Sie lehnte sich gegen die Wand der Dusche, bedeckte ihr Gesicht mit ihren Händen und schrie vor Ärger. Kurze Zeit später schluchzte sie nur noch still und hörte Professor Snapes Stimme außerhalb des Badezimmers.
„Miss Granger, ich erwarte sie in fünf Minuten im Wohnzimmer. Ansonsten ich komme rein und hole Sie. Ist das klar?"
Großer Gott, wie sie sich wünschte, sie könnte zu dieser Tür hinausstürmen und – nun, tun, was immer nötig war, dieses Begehren in ihr zu stoppen. Irgendetwas in ihr sagte ihr, dass er ihre einzige Hoffnung war.
Sie riss sich zusammen, so gut sie konnte, rief, „Ja, Professor", und drehte die Wasserhähne zu. Sie nahm eines der slytherin-grünen Handtücher, trocknete sich ab und wickelte ihr Haar in ein Handtuch ein. Erfreulicherweise entdeckte sie eine brandneue noch verpackte Zahnbürste. Sie öffnete die Packung und putzte sich energisch die Zähne. Sie fand es merkwürdig, dass der Professor so um ihre Zahnhygiene besorgt schien, während seine eigenen Zähne eine einzige Katastrophe waren und wo doch Gerüchte umgingen, dass er weder seine Zähne noch seine Haare jemals pflegte.
Sie wandte sich vom Waschbecken ab und untersuchte die Kleidung. Sie zog ein weiches graues Nachthemd an, das bis zur Taille mit Knöpfen versehen war und ihr bis zu den Knöcheln reichte. Sie fand außerdem eine grüne Satinrobe mit silbernen Stickereien, die sie ebenfalls überzog und fest um sich wickelte. Das Gewand schleifte auf dem Flur und war um einiges zu lang, aber sie rollte die Ärmel auf, bis sie sicher war, dass sie ihre Hände wieder benutzen konnte. Die Robe stellte einen merkwürdig luxuriösen Kontrast zu dem Nachthemd dar. Zum Schluss fand sie ein paar dicker grauer Socken und hatte noch einen Fuß in der Luft, als sich die Tür zum Badezimmer plötzlich öffnete und ihr erbost dreinschauender Zaubertrankmeister sie von der Tür aus musterte.
„Sie sind angezogen", knurrte er einigermaßen peinlich berührt. Hermine fragte sich einen wilden Moment lang, ob er gehofft hatte, sie unbekleidet vorzufinden, und ihre zügellose Libido erwachte zu neuem Leben. Sie vertraute sich nicht genug, um zu sprechen, und nickte nur. Der Professor trat von der Tür zurück und machte wortlos klar, dass sie ihm folgen sollte.
Ein Teeservice stand auf einem niedrigen Tisch vor dem Sofa, und ein faszinierend aussehendes Buch lag in einer Ecke des Tisches. Hermine fühlte, wie ihr Unbehagen wieder anstieg, sie fühlte Professor Snapes Gegenwart, und es gab nichts wirkungsvolles, womit sie sich von diesem provozierenden Ziehen in ihrem Unterleib und dem Flattern ihrer Nervenenden ablenken konnte.
Verzweifelt wendete sich ihm zu, die beiden standen zwischen dem Sofa und dem Kaffeetisch. „Ich weiß nicht, was mit mir los ist!", weinte sie und zupfte hilflos am Kragen ihres Nachthemdes. „Ich fühle mich so…" Sie brach beschämt ab und war nicht in der Lage, ihre Gefühle in Worte zu fassen.
Professor Snapes Stimme klang bezwingend. „Ich denke, ich kann mir einigermaßen vorstellen, wie Sie sich fühlen, Miss Granger – würden Sie sich bitte setzen? Lassen Sie mich Ihnen etwas Tee einschenken."
Hermine stand noch einen Moment unentschlossen da und hatte ihre Hände ineinander verschränkt um zu verhindern, dass diese plötzlich das Hemd des Professors packen könnten. Sie war sich ganz sicher, dass es ihr Verlangen stillen würde, wenn sie ihn berühren könnte, von ihm berührt würde. Die Lust in ihr schien mit jedem Moment stärker zu werden. Nur sein unerbittliches „Setzen Sie sich, Miss Granger. Jetzt!", ließ sie ihm Folge leisten.
Hermine saß auf dem Sofa, und der Wunsch, aus ihrer Haut herauszuschlüpfen, hämmerte in ihrem Kopf wie eine Faust an eine Holztür. „Bitte Sir", flüsterte sie verzweifelt, während Snape sich auf einen der Schaukelstühle setzte und eine Teetasse nahm. „Ich glaube nicht, dass ich…"
Snape drückte ihr eine dampfende Tasse in die Hand. „Trinken Sie!", kommandierte er. Hermine öffnete den Mund, um zu antworten, aber der Professor setzte scharf hinzu: „JETZT".
Mit einem sehr gereizten Stöhnen befolgte Hermine seinen Befehl und nahm einen Schluck. Beinahe unmittelbar fühlte sie sich unvergleichlich besser. „Was ist da drin?", wisperte sie und schaute ihn mit ihren großen braunen Augen an.
„Das ist ein uraltes Rezept gemixt mit dem stärksten Beruhigungsmittel, das ich Ihnen mit gutem Gewissen verabreichen kann", antwortete er.
Hermine nahm einen weiteren Schluck. „Werde ich davon einschlafen?", fragte sie voller Vertrauen.
„Nein", sagte er kurz – und Hermine meinte ein leises Bedauern in seiner Stimme zu hören. „Es wird Sie nicht einmal für lange Zeit beruhigen können, aber ich hoffe, ich kann Ihren Verstand so lange wach halten, bis Sie mich angehört und verstanden haben, was ich Ihnen sagen muss."
Hermine leerte den Rest des Trankes aus ihrer Tasse und fühlte, wie das Sedativum durch sie hindurchfloss, von den Fingerspitzen bis zu ihren Zehen. Sie fühlte sich wieder mehr wie sie selbst und war sicher, dass ihr Professor ihr etwas erklären wollte. Er schien seine Informationen nicht bereitwillig weitergeben zu wollen – sie wandte ihm ihre ganze Aufmerksamkeit zu. Sie lehnte sich nach vorn, stellte die Tasse auf dem Tisch ab und wandte ihm ihr Gesicht zu. „Ich bin soweit, Sir.", sagte sie.
Der Professor schaute ihr in die Augen und war offenbar zufrieden mit dem was er sah. Kurz mit dem Kopf nickend fragte er sie „Kennen Sie dieses Buch?", und klopfte mit seinem Finger leicht auf den Buchdeckel zwischen Ihnen.
„Darf ich?", fragte Hermine, und als der Professor wiederum nickte, drehte sie das Buch herum, so dass sie den Titel auf dem alten Leder lesen konnte. „Pravus Veneficus", murmelte sie. Sie blickte in seine intensiven schwarzen Augen. „Es ist ein Text voller dunkler Magie", erklärte sie. „Eine Kopie davon kann man in der verbotenen Abteilung der Bibliothek finden, aber nur wenn man weiß, wie man den Verhüllungszauber aufhebt." Professor Snape betrachtete sie nach ihrer Erklärung mit größerem Interesse als er es jemals während der sechs Jahre getan hatte, seit sie ihn kannte, und Hermine fühlte so etwas wie Stolz.
„Und wieso gehen Sie in die verbotene Abteilung und entfernen Schutzzauber von verbotenen Texten?", bohrte er säuerlich nach, als wenn seinen früheren Fehler korrigieren wollte. Hermine runzelte die Stirn. „Weil es dort Bücher gibt, die ich noch nicht gelesen habe", erklärte sie einfach.
Einen Moment lang sahen sich die beiden an, als würden sie auf unbekanntem Territorium ein Lebewesen der eigenen Gattung entdecken. In diesem kurzen Augenblick fühlte Hermine einen Anflug von Freundschaft für den dunklen Zauberer vor ihr.
Im nächsten Atemzug verzogen sich Professor Snapes Lippen zu einem leisen Grinsen. „In der Tat", bemerkte er. Ein leichtes Stirnrunzeln vertiefte die Falten zwischen seinen Augen. „Und haben Sie es auch gelesen?"
Hermine schüttelte bedauernd den Kopf. „Nein, es gab einen Schutzzauber, den ich nicht entfernen konnte." Sie brach ab und war einen verdächtigenden Blick auf ihre geleerte Teetasse. „War da Veritaserum drin?"
„Nein, war es nicht", antwortete er mit einem Anflug von Ärger.
„Oh" ,erwiderte sie. „Aber wieso erzähle ich Ihnen dann Dinge, die mich in Schwierigkeiten bringen könnten?", wunderte sie sich laut.
„Weil Sie wissen, dass ich Sie aus einem guten Grund frage", erwiderte Snape sanft. „Und jetzt öffnen Sie das Buch dort, wo ich das Lesezeichen hinterlassen habe." Hermine zögerte. „Ist der Schutzzauber…"
„Das ist meine eigene Kopie, und Sie können sie unbesorgt lesen", versicherte er ihr. Ohne weitere Bedenken nahm Hermine das Buch in die Hand und schlug die markierte Seite auf. Das Kapitel enthielt Informationen über Zwangsflüche, diese Stelle war dem ETERNUS PERTURBATIO Fluch gewidmet. Hermine informierte sich zunächst über die Theorie, die dem Fluch zugrunde lag, und las dann Beschreibungen über Absonderlichkeiten im Verhalten der Personen, die mit diesem Fluch belegt wurden. Als sie weiterlas, fühlte sie, wie sie vor Scham errötete. Sie wusste, dass es Flüche gab, die sexueller Natur waren, aber dieses Thema war während ihrer Ausbildung nie erwähnt worden – und hier saß sie, kam zum ersten Mal mit einem solchen Fluch in Berührung, während ausgerechnet Professor Snape von allen denkbaren Personen, sie beobachtete! Wie unangenehm!
Aber als sie weiterlas, wich ihre Verlegenheit schierem Horror.
Irrationale Begierde? Kompletter Verlust von Hemmungen? Vermindertes rationales klares Denken? Wiederholende sexuelle Phantasien, die sich auf eine Person richteten? Die Unmöglichkeit, sich selbst Erleichterung zu verschaffen? Alle diese Dinge hatten in ihr gewütet, bevor ihr Professor Snape das Beruhigungsmittel gegeben hatte.
Unterschwellig nahm sie wahr, dass ihr Unbehagen wieder zunahm, ein Nagen in ihrem Hinterkopf, das ihre Konzentration beeinträchtigte. Geprägt… fixiert… nicht umkehrbar… Schließlich schloss sie das Buch und legte es mit zitternden Händen zurück auf den Tisch.
„Wer?", flüsterte sie mitleiderregend. „Wer hat mir das angetan?"
„Der dunkle Lord", erwiderte Snape und gab deutlich zu verstehen, dass sie für eine solche überflüssige Frage eigentlich nicht auf eine Antwort hätte hoffen dürfen.
„Warum?" Sie erhob sich vom Sofa und begann hin- und herzulaufen, während das Beruhigungsmittel mit zunehmender Geschwindigkeit seine Wirkung verlor. Ihre Bedürfnisse überfielen sie mit größerer Heftigkeit als jemals zuvor.
Professor Snape blieb in seinem Schaukelstuhl sitzen, nur seine Augen folgten ihr.
„Um Potter von seinem Ziel abzulenken", erklärte er, „und um Dumbledore zu erniedrigen".
„Du-weißt-schon-wer wollte, dass ich Dumbledore sehe, wenn ich erwache?", rief sie, als das Bedürfnis, sich die Kleider vom Leib zu reißen, in ihr wuchs. Wenn sie ihre Kleidung loswerden könnte, würde es ihr besser gehen, denn ihre Haut war jetzt so sensibel, dass sie die Berührung des Stoffes nicht mehr ertragen konnte. Sie öffnete den Gürtel ihrer Robe und schleuderte diese beiseite ohne ihre Wanderung zu unterbrechen.
„Oh Gott, ich hätte Sex mit dem Rektor haben müssen!"
Sie wandte sich Snape zu und blieb direkt vor seinem Stuhl stehen. Sie stand vor ihm nur mit seinem grauen jämmerlichen Nachthemd bekleidet und mit einem qualvollen Schluchzen schrie sie: „Warum hat er mich zu IHNEN gebracht?"
Zum ersten Mal, seit sie in seinen privaten Räumen erwacht war und dieser Alptraum begonnen hatte, zeigte Severus Snapes Gesicht eine Gefühlsregung: komplette und äußerste Verachtung.
„Ich vermute, weil es das Privileg des Rektors ist, die weniger erfreulichen Jobs zu delegieren", zischte er. „Ich versichere Ihnen, ich habe nicht darum gebeten."
Hermine wusste, es wäre ihr gutes Recht, beleidigt zu sein für diese Erklärung, aber die Dringlichkeit ihres Befindens schloss solche nüchternen Überlegungen aus. Sie brauchte Erleichterung von der furchtbaren Anspannung, die zwischen ihren Beinen tobte, und der hässliche, höhnische Mann vor ihr war ihre einzige Hoffnung.
„Werden Sie mir helfen?" fragte sie.
Sie war sich sicher, er würde es wahrscheinlich ablehnen. Sie fragte sich, ob sie ihn stattdessen dazu kriegen würde, sie zu töten, denn sie würde verrückt werden, wenn nicht bald etwas passierte.
„Sie müssen nur fragen", erwiderte er ruhig. Der höhnische Ausdruck in seinem Gesicht war der undurchdringlichen Maske gewichen, die er getragen hatte, seit sie ihn hier heute zum ersten Mal erblickt hatte.
„Bitte helfen Sie mir", flehte Hermine laut, „Machen Sie, dass das aufhört!"
Sie konnte den Unterschied nicht genau festmachen, aber der Zaubertrankmeister hatte sich in seinem Sitz bewegt und eine offene und einnehmende Körperhaltung eingenommen. Das schwarze Haar hing wie ein Vorhang über seinem dünnen, blassen Gesicht und die unendlichen schwarzen Augen fixierten ihr Gesicht.
„Komm schon her", seufzte er und Hermine stürzte auf seinen Schoß, vergrub ihr Gesicht in seinem Hals und begab sich in seine kompetenten Hände.
