Ich schreckte hoch, ein Geräusch hatte mich geweckt. Es hörte sich an wie Tony, aber was machte er um diese Zeit noch. Ich stand auf und schlurfte uns Wohnzimmer. Er hatte getrunken, nicht gerade wenig. Als er mich sah kniete er sich hin "Komm her, ich brauch eine Umarmung." Ich ging auf ihn zu und er schlang seine Arme um mich. "Du weißt das du das wichtigste für mich bist ja?" Ich nickte, er wurde immer sentimental wenn er was trank, aber diesmal schien etwas anders zu sein. Er schien regelrecht depressiv. "Ist etwas nicht in Ordnung?" Fragte ich ihn vorsichtig. "Nichts worüber du dir deinen hübschen Kopf zerbrechen müsstest." Er sah mich lange an, gab mir einen Kuss auf die Stirn und trug mich zurück ins Bett. "Was dagegen wenn ich heute bei dir bleibe?" Er sagte es ganz vorsichtig, als wenn er mit seinen Gedanken an einem weit entfernten Ort war. Also war wirklich etwas passiert, wir waren beste Freunde und machten so gut wie alles zusammen, aber über Nacht blieb er nur bei mir, wenn etwas passiert war. Ich warf die Decke zurück und er kletterte zu mir ins Bett, nahm mich in den Arm und flüsterte "Gute Nacht Kleines.", da war er auch schon eingeschlafen.
Jahre später noch dachte ich an diese Nacht, es war das erste Mal wo er mir nicht erzählt hatte was los ist. Ich denke er wollte nur das beste für mich, doch ich bin mir nicht sicher ob es das wirklich war...
Mit 10 fand ich die ersten Freunde, richtige, in meinem Alter. Pepper hatte vorgeschlagen mich auf eine Schule für Hochintelligente zu schicken. Dort lernte man worauf man Lust hatte und es gab keine Klassen oder Stundenpläne, man suchte sich einfach seine Kurse am Anfang eines Monats aus und besuchte diese dann. Ich entdeckte Sport für mich, hauptsächlich Basketball und Thai Boxen. Pepper war begeistert als ich ihr vom Mannschaftssport vorschwärmte, Tony war eher vom Boxen angetan. Sie war der Meinung das Mannschaftssport mich davor bewahren würde die Arroganz Tonys zu übernehmen. "Ich weiß halt das ich was besonderes bin! Und das ist sie auch! Arroganz ist so ein unschönes Wort dafür brillant zu sein." War Tonys Reaktion darauf. Ich verstand was Pepper meinte, wir waren intelligent aber das machte uns nicht besser als andere.
Marcel lernte ich beim Basketball kennen. Er war ein Jahr älter als ich, groß und hatte Raspel kurze Haare, er meinte das lässt ihn älter aussehen, ich fand eher das er dadurch aggressiver aussah. Die meisten hielten ihn für einen Arsch, doch je mehr ich ihn kennenlernte desto mehr sah ich wie falsch alle lagen. Er half mir beim Training, teilte sein Kekse mit mir und nahm mich in Schutz wenn jemand gemein war. Doch trotz allem, sagte ich ihm erste viel später, als wir nicht mehr zur Schule gingen, wer ich war. Zu groß war meine Angst, geschürt von Tony, dass meine wahre Identität mich in Gefahr bringen würde.
Die Hassbriefe gegen Tony häuften sich mit jeder neuen Waffe die er produzierte, nach außen hin tat er so als würde es ihm nichts ausmachen, doch zu Hause spürte man es.
"Kann ich mit Marcel zu dem Spiel nach der Schule?" Fragte ich ihn eines morgens und sah zu ihm rüber. Er schaute lange stur weiter auf den PC vor ihm."Ich dachte du hilfst mir heute die AI weiter zu programmieren?" Wir bastelten schon seit Wochen daran rum, hatten bereits zwei Prototypen erstellt und kamen super voran. Die PC Arbeit machte mir derzeit mehr Spaß als das schrauben, dennoch wollte ich lieber mit Marcel zu dem Basketballspiel gehen. "Aber Tony ich würde heute echt gern das Spiel gucken gehen. Alle werden da sein, das ist das letzte Spiel der Saison." Versuchte ich es weiter. "Das Spiel wird übertragen, du kannst es also auch hier sehen." Immer noch schaute er nicht auf. "Aber das ist doch nicht das selbe!" Ich wurde sauer. "Kannst du mich wenigstens angucken?" Sein Blick schoss hoch, er war sauer, aber in seinem Blick lag noch was anderes. "Mia du wirst nicht alleine mit ihm dahin gehen! Wer weiß was passieren kann!" "Niemand weiß wer ich bin und zur Not kann Happy auf mich aufpassen!" Ich war aufgestanden und starrte ihn wütend an. Warum sträubte er sich so dagegen? In die Schule ging ich schließlich auch alleine, ich verstand nicht wo der Unterschied lag. Er suchte nach Worten, er verheimlichte mir was das konnte ich sehen, dann wurd sein Blick weicher. "Kleines ich mach mir nur Sorgen um dich..." Ich wusste er meinte es gut, aber das reichte mir diesmal nicht. "Ich will doch nur das Spiel sehen. Danach komme ich sofort nach Hause." Er überlegte lange, dann sagte er etwas vollkommen unerwartetes "Ich komme mit." Ungläubig guckte ich ihn an "Was?" "Ich werde mitkommen. Geb mich als Thomas Dean aus..." Er stand auf und Griff zu seinem Telefon "Pepper, ich brauche ein Kostüm, irgendwas spießiges, eine Brille und einen Klebebart!" Diese Entwicklung hätte ich nie erwartet, er war total aufgedreht und machte immer verrücktere Vorschläge für sein Kostüm. Ich konnte nicht verstehen was am anderen Ende gesagt wurde, aber Tonys Ausdruck nach schien er zu bekommen was er wollte. Breit grinsend drehte er sich zu mir um, ich war noch immer verwirrt ob er das wirklich ernst meinte oder mich nur auf den Arm nahm. Noch nie war er zu einer Schulischen Aktivität mitgekommen. "Jetzt guck doch nicht so." Lachte er mich an "Wenn du da so gerne hinmöchtest dann begleite ich dich."
Marcel war nicht mitgekommen da er krank geworden war, also gingen Tony und ich alleine. Er war so schlecht darin sich als normalo auszugeben das es wieder lustig war. Während des ganzen Spiels sagte er Dinge wie "Das ist ja gar kein echter Marmor" oder "ich wusste gar nicht das es noch so alte Computer gibt." Trotzdem konnte ich ihm seine Art nicht übel nehmen. Er holte mir Popcorn, sprach mit meinen Lehrern und Freunden, es war als wären wir zumindest im Ansatz eine normale Familie. Doch das hielt nicht lange.
Einer der neuen Wissenschaftslehrern, Mr. Frank, fiel es auf, er sah Tony lange an, musterte ihn und kam schließlich rüber. "Entschuldigen Sie, sind Sie der Vater von Sasha?" Tony grinste breit und zeigte stolz auf mich "Sie ist der Wahnsinn oder?! 12 und so clever." Sein schwärmen war mir unangenehm, ich schielte zu Mr. Frank hoch, er sah mich an, ich konnte in seinen Augen sehen was als nächstes passiert. Ich griff nach Tonys Hand "Lass uns gehen, das Spiel geht gleich weiter." Ich wollte ihn mit mir ziehen, doch er blieb stehen. "Kleines ich unterhalte mich noch." Mr. Frank sah wieder zu Tony, dann sagte er ohne Vorwarnung oder ein Augenzwinkern "Sie sind Mr. Tony Stark." Ich erstarrte, Tony fasste meine Hand fester und sah ihm direkt in die Augen. In seiner Stimme schwang etwas mit das ich von ihm nicht gewohnt war, Aggressivität und Angriffslust. "Wie bitte?" Mehr sagte er nicht, die ersten Leute drehten sich bereits zu uns um. "Sie sind Anthony Edward Stark. Genie, Milliardär, Playboy und Philanthrop. Warum versteckt ein Scheinwerferlicht verliebter Mensch wie Sie sich hinter so einer billigen Kostümierung? Erzählen Sie mir nicht dass das Ihre Tochter ist." Mr. Frank grinste hinterhältig und wartete auf eine Antwort. Ich stand neben Tony, sein Hand noch immer in meiner und hoffte das er uns da raus manövrieren würde, doch er lächelte nur. "Wenn Sie denken Sie kommen damit durch haben Sie sich geirrt." Plötzlich stand Happy mit 5 weiteren Bodysguards neben uns "Sir, Miss, wenn Sie bitte zum Wagen gehen würden, wir kümmern uns um die Angelegenheit." Tony nickte ihm zu, drehte sich zu mir, nahm mich hoch und verließ die Halle mit mir. Die umstehenden Leute sahen uns nach, aber das war mir egal, ich schmiegte mich an ihn. "Ich hatte Angst Dad." Leicht verwundert sah er mich an, ich nannte ihn nie Dad, er fand er war zu jung und gutaussehend für einen Dad, daher nannte ich ihn immer Tony. Doch die Situation hatte mir zugesetzte. Mr. Frank hatte so eine fiese Ausstrahlung gehabt, ich dachte daran wie Tony mir einmal sagt
"Dir Leute werden es nicht verstehen und sie werden Angst haben, neidisch sein und dir im schlimmsten Fall weh tun. Deshalb darf niemand wissen wer du bist, bis es sicher für dich ist und du dich verteidigen kannst gegen diese Menschen."
Er setzte mich ins Auto und setzte sich zu mir. "Alles ist gut Kleines, Happy kümmert sich darum." Er sah mich weiter besorgt an, sagte aber nichts mehr. Stattdessen rief er Pepper an "Wir brauchen einen großen Eisbecher." Er grinste mich an "Und natürlich Decken, Saft, Kekse und Disneyfilme."
Später erzählte er mir das Mr. Frank zu einer Friedensbewegung gehörte die sich gegen alle Waffenproduzenten stellte. Nur wusste niemand wie er von mir erfahren hatte, mehrere Monate wurde das gesamte Unternehmen auf Schwachstellen durchleuchtet, jedoch nichts gefunden.
Die Menschen die das Gespräch mitbekommen hatten wurden großzügig für ihre Verschwiegenheit bezahlt. Trotz aller Maßnahmen ging ich nicht wieder zur Schule und wurde bis zur Uni zu Hause unterrichtet. Nur für Sport verließ ich das Stark Industries Gelände, doch auch das nahm ab, bis ich privat Stunden im Thaiboxen bekam und den Basketball aufgab.
Ich denke nicht das er es so wollte, doch durch diese Schritte schnitt er mich weiter von der Normalität ab. Nur ließ ich mich nicht mehr lang so einfach kontrollieren...
