So, endlich habe ich es geschafft das zweite Kapitel fertig zu schreiben. Ich hoffe es gefällt euch.

2. Kapitel:

Seit vier Wochen lag Shuichi nun schon im Koma. Yuki hatte jeden Tag an seinem Bett gesessen, mit ihm geredet und seine Hand gehalten. Doch sein Zustand hatte sich nicht verändert. Die Ärzte hatten kaum noch Hoffnung, dass er wieder aufwachen würde. Auch wenn sie dass nicht laut vor Yuki ausgesprochen hatten, wusste er es.

An diesem Abend saß Yuki wieder einmal vor seinem Laptop. Er hätte das neue Buch schon vor einer Woche fertig haben sollen, doch er konnte keinen klaren Gedanken fassen. Immer wieder wanderten seine Gedanken zu Shuichi. Es hatte keinen Sinn, er schaltete den Laptop wieder aus. „So werde ich das Buch nie fertig bringen." Murmelte er vor sich hin. Er warf einen Blick auf die Uhr. Es war fast Mitternacht.

Er ließ sich auf der Couch im Wohnzimmer nieder und zündete sich eine Zigarette an. Doch schon nach zwei Zügen dämpfte er sie wieder aus. Er stand auf und ging in die Küche. Neben dem Kühlschrank stand Shuichis Kaffeetasse. Er versuchte sie zu ignorieren was ihm nicht recht gelang.

Er wanderte, wie auch schon die letzten Nächte, durch die leeren Zimmer der Wohnung. ‚Warum eigentlich?' fragte er sich. In seinem Schlafzimmer kam er zuletzt an. Er zog sich um, legte sich ins Bett und verschränkte die Hände hinter dem Kopf.

Im Zimmer war es stockdunkel, doch das störte ihn nicht. Yuki versuchte diese Gedanken zu vertreiben. ‚Es wäre besser ich versuche etwas zu schlafen.' Meinte er zu sich selbst. Er drehte sich auf die Seite und schloss die Augen. Nach wenigen Minuten drehte er sich auf die andere Seite. So ging das eine ganze Weile.

Schließlich stand er wieder auf. Das ging schon Nacht für Nacht so.

Yuki fand einfach keinen richtigen Schlaf. Planlos wanderte er durch die Räume. Irgendwann schlief er dann in irgendeinem Raum auf einem Möbelstück ein.

Am nächsten Tag klingelte schon in aller Früh das Telefon. Yuki schlug müde die Augen auf. Er war auf dem Sofa eingeschlafen, in Shuichis Decke gehüllt.

Er nahm den Hörer ab. „Hallo?" meldete er sich. „Guten Tag. Ich rufe wegen ihrem neuen Buch an." Kam die Stimme seiner Verlegerin aus dem Hörer. „Ich hab es noch nicht fertig." Gestand er. „Was? Noch immer nicht. Der Abgabetermin war schon vor einer Woche." War sie wütend. „Ja ich weiß. Aber ich kann zurzeit einfach nicht schreiben. Tut mir leid." Entschuldigte er sich. „Das hilft mir auch nicht. Ich habe ebenso Termine einzuhalten. Ich will, dass sie mir das Buch spätestens in drei Tagen zuschicken. Verstanden?" „In drei Tagen?" fragte Yuki fassungslos. „Ja, sie haben mich richtig verstanden." Wiederholte sie. „Wissen sie was, lassen sie mich einfach in Ruhe. Ich habe das Buch eben nicht fertig. Im Moment gibt es wichtigere Dinge für mich." Nach diesem Satz legte Yuki, ohne auf eine Antwort zu warten, auf.

Nachdem er sich angezogen hatte machte er sich auf den Weg ins Krankenhaus. Auf dem Krankenhausflur traf er auf Ryuichi. Dieser kam sofort auf ihn zu. „Hallo Yuki. Ich bin heute erst aus New York gekommen und habe erfahren was passiert ist. Natürlich wollte ich sofort zu Shuichi. Wie geht's ihm?" „Wie soll's ihm schon gehen. Er liegt im Koma." Meinte Yuki.

„Du weißt wie die Frage gemeint war." „Ja, tut mir leid. Aber ich bin zurzeit nicht ganz ich selbst." Entschuldigte sich Yuki. „Das kann ich verstehen. Du bist doch auf dem Weg zu Shuichi. Kann ich auch mitkommen?" fragte Ryuichi. Yuki zuckte mit den Achseln. „Von mir aus."

Als sie das Zimmer von Shuichi betreten hatten setzte sich Yuki an sein Bett. Ryuichi blieb etwas weiter hinten stehen. „Hallo Shuichi." Begrüßte Yuki ihn und nahm seine Hand. „Heute ist noch jemand gekommen um dich zu besuchen." Setzte er fort. Ryuichi trat nun näher ans Bett. „Kann ich ein bisschen mit ihm alleine sein?" richtete er eine Frage an Yuki.

„Na gut." Yuki erhob sich und verließ das Zimmer.
Nun nahm Ryuichi auf dem Stuhl neben Shuichis Bett Platz. Für eine Weile schweifte sein Blick im Zimmer umher. Dann begann er mit seinem Freund zu reden. „Shuichi hör mir mal zu. Ich bin gerade aus New York gekommen. Erst im Studio habe ich erfahren was passiert ist. Ich bin sofort hier her gekommen. Als ich Yuki sah… Er sieht wirklich nicht gut aus. Er macht sich große Sorgen um dich. Komm zu uns zurück. Wach auf. Okay."

„Ach ja, ich hab ja noch was für dich." Er holte Kumagoro hervor uns setzte ihn auf das Kopfkissen genau neben Shuichis Kopf. „Der wird auf dich aufpassen." Fügte er hinzu.

Shuichi blinzelte.

Mit einem Ruck fuhr Ryuichi hoch. „Shuichi kannst du mich hören? Gib mir ein Zeichen, wenn du mich hören kannst." Er betätigte den Klingelknopf.

Innerhalb von Sekunden kam eine Schwester herein, gefolgt von Yuki der vor der Tür gewartete hatte. „Er hat geblinzelt." Die Schwester trat näher an das Bett heran und musterte Shuichi. Dieser lag völlig regungslos da, die Augen fest geschlossen.
Nun trat auch Yuki ans Bett. „Er hat geblinzelt?" seine Stimme war nur ein Flüstern. Ryuichi nickte. Die Schwester überprüfte in der Zwischenzeit alle Geräte. „Ich glaube es war nur ein Reflex, oder vielleicht…" meinte sie dann. „Es war keine Einbildung. Shuichi hat wirklich geblinzelt." War sich Ryuichi sicher. „Na gut. Ich hole Dr. Nagoya." Mit diesen Worten verschwand sie aus dem Zimmer. „Ich lasse dich jetzt auch mit ihm alleine." Meinte Ryuichi und verließ ebenfalls den Raum.

Yuki stand schweigend vor Shuichis Bett. Tausend Gedanken schossen ihm durch den Kopf.
Wochenlang hatte er mit ihm gesprochen, ohne Reaktion.
Er hatte seine Hand gehalten.
Die ganzen vier Wochen hatte er jeden Tag an seinem Bett gesessen. Ohne dass Shuichi auch nur im geringsten reagiert hätte.

Er stand noch immer so da als Dr. Nagoya ins Zimmer kam und Shuichi zu untersuchen und dann ohne ein Wort zu sagen wieder ging. Erst Minuten später als Dr. Nagoya den Raum verlassen hatte ließ er sich auf den Stuhl sinken.
Er war sich sicher, hundertprozentig.
Ryuichi war es gewesen. Nur er allein. Er hatte es geschafft, dass Shuichi zum ersten Mal seit vier Wochen eine Reaktion zeigte. Er selbst hatte alles getan um Shuichi zurück zu holen. Ohne Erfolgt. Und kaum kam Ryuichi einmal zu ihm blinzelte er. Yuki konnte es sich nicht erklären.

Fortsetzung folgt...