Author´s Note: Yesterday I forgot to wish you all a merry Christmas, so now I will do it. Merry belated Christmas!

Gestern habe ich vergessen, euch allen frohe Weihnachten zu wünschen. Also werde ich es jetzt nachholen. Ich wünsche euch allen frohe Weihnachten nachträglich!

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Disclaimer: I still do not own Harry Potter. In addition, I do not own "A Christmas Carol" by Charles Dickens.

Besuch von Onkel Sev

Draco bemerkte nicht, wie daraufhin das Licht flackerte, ein Fenster aufflog und der Wind die Kerzen erlosch. Der Gemeinschaftsraum verdunkelte sich und das Feuer im Kamin wurde immer unruhiger und wilder. Auf einmal färbten sich die Flammen grün und ein ebenso farbiger Rauch stieg empor, welcher sich langsam zu einer Gestalt verformte. Plötzlich schlug das Fenster zu und Draco schreckte auf, stieg schlaftrunken auf und schloss das Fenster. Als er sich umdrehte, stockte ihm der Atem und ihm blieb kurzzeitig das Herz stehen. Er schloss schnell die Augen. ,Ich träume noch. Das kann nicht sein. Das hier ist nur ein seltsamer Traum und wenn ich die Augen öffne, sitze ich noch in meinem Sessel ganz alleine im Gemeinschaftraum. Außer mir ist hier niemand´, dachte sich Draco verzweifelt. „Das wird dir auch nicht helfen, Draco. Deine Probleme verschwinden nicht, wenn du sie weder beachtest noch akzeptierst", sagte ihm eine nur allzu bekannte Stimme, welche Draco nochmals aufschrecken ließ. Er riss die Augen auf und starrte die Gestalt vor sich an. „Mach den Mund zu, Draco. Oder willst du etwa Fliegen fangen." „Onkel Sev?", fragte Draco erstaunt. „Das sollte offensichtlich sein", meinte ein genervter Severus Snape, Professor für Zaubertränke und Meister der dunklen Künste und der Okklumentik. „Aber… Was… Du bist ein Geist?! Das kann nicht sein. Soll das ein schlechter Scherz sein", stotterte ein aufgebrachter Draco. „Sehe ich so aus, als würde ich Scherze machen, Draco", entgegnete Snape. „Aber das kann nicht sein. Du kannst kein Geist sein!" „Ich bin auch kein richtiger Geist, Draco. Dafür müsste ich erst gestorben sein, was wie du gut weißt, ich nicht bin." „Aber was bist du dann?", fragte Draco sichtlich verwirrt. „Ich bin wie dein Gewissen. Ich wurde geschickt, um dich auf den richtigen Weg zu leiten und zu verhindern, dass du so wirst wie ich", verkündete Snape.

„Wie du wirst?", fragte Draco. „Was meinst du damit?" „Du sollst nicht zu einem verbissenen, kalten und im Inneren traurigen und gebrochenen Mann werden, welcher sein armseliges Leben damit verbringt, seinem Lord auf schrecklichste Weise zu dienen ohne jemals Freude oder gar Liebe zu verspüren", meinte ein beschämter und deprimierter Snape. „Aber ich wollte immer so stark und listig sein wie du. Du und Vater habt mir doch immer gesagt, dass ich ein Todesser werden soll!", sagte Draco vorwurfsvoll. „Willst du das denn wirklich, Draco?", fragte Snape. „Natürlich, will ich das. Ich möchte euch doch stolz machen! Außerdem ist es meine Pflicht als Malfoy, unsere Ehre zu bewahren.", antwortete Draco entschlossen. „Ich habe befürchtet, dass du das sagst", stöhnte Snape enttäuscht. „Aber glaubst du es wirklich? Ist es dein Wunsch?" „Ja", meinte Draco weniger entschlossen als zuvor. „Ich hoffe, ich kann deine Meinung noch ändern, Draco." „Warum solltest du das?", fragte Draco nun sichtlich genervt. „Möchtest du denn auf ewig ein Leben als Todesser führen, welches voller Qual, Schmerzen und Tod ist? Möchtest du für immer vor dem Dunklen Lord knien und seine Befehle ausführen, ohne deinen eigenen Wünschen und Interessen nachzugehen? Möchtest du lieber von anderen schwachen, selbstsüchtigen und egoistischen Menschen umgeben sein, als von deiner Familie und wahren Freunden, die dein Leben bereichern und es erst lebenswert machen? Möchtest du wirklich auf Freundschaft und Liebe verzichten?" „Mein Leben wird nicht voller Schmerzen und Qualen sein, da der Dunkle Lord nur die Unfähigen bestraft. Die Erfolgreichen wird er mit Anerkennung, Macht und Reichtum belohnen!", verkündete Draco kraftvoll. „Und man ist nicht schwach, wenn man dem Dunklen Lord folgt. Seine Anhänger sind mächtige und ehrgeizige Zauberer, welche nach einer besseren Welt ohne diesen wertlosen Schlammblütern streben", wiederholte Draco die Wörter seines Vaters. „Ich habe einst denselben Fehler begangen wie du. Ich habe mich von den dunklen Künsten und den Versprechungen des Dunklen Lord verführen lassen und nicht auf meinen einzigen Freund gehört. Mit dieser falschen Entscheidung habe ich unsere Freundschaft zerstört und damit meine einzige Chance auf Glück und Zufriedenheit", meinte Snape deprimiert. „Dich möchte ich vor diesem Schicksal bewahren." „Aber wozu brauche ich meine Familie oder Freunde? Die behindern und schwächen mich nur! Der Dunkle Lord gibt mir den Respekt, den ich verdiene. Ich erhalte nur Ignoranz und Schmerz von meiner Familie und meinen Freunden. Freundschaft und Liebe ist nur etwas für Schwächlinge!", sagte Draco zähneknirschend. „Ich hoffe, du siehst in den nächsten Stunden ein, dass das Gegenteil zutrifft", hoffte Snape, woraufhin Draco skeptisch und verwirrt dreinblickte. „Familie und Freunde stärken dich und stehen bei dir in den dunkelsten Zeiten. Durch ihre Hilfe werden die schwierigsten Aufgaben machbar und die traurigsten Momente fröhlicher. Sie lindern deinen Schmerz und lassen dich die schlimmen Dinge vergessen", erklärte Snape Draco. Dieser blickte Snape weiterhin skeptisch an.

„Du bekommst noch eine zweite Chance, Draco. Du solltest sie ernstnehmen und annehmen. Sonst kann ich dir auch nicht mehr helfen", sprach Snape seine letzten Worte und löste sich wieder in Rauch auf, welcher durch den Kamin verschwand. Draco schnaubte genervt und schüttelte den Kopf. ,Als ob mich Snapes Geschwafel umstimmen würde. Er selbst ist doch derselben Meinung und wurde auch zum Todesser. Er ist doch nur ein Heuchler! Aber ich bleibe dem Dunklen Lord treu! Als wenn Freunde oder Familie mich glücklicher machen würden, als Reichtum und Macht´, dachte Draco angewidert. Daraufhin gähnte er und wandte sich wieder seinem Sessel am Kamin zu, ließ sich darauf fallen und verfiel in einen unruhigen Schlaf.