Harry Potter und sein Schicksal

Kapitel 2: Der Anwalt

Es waren noch 3 Tage bis zu seinem Geburtstag und es war langweilig. Harry Potter lag auf seinem Bett und starrte an die Decke – mal wieder. Wenn er noch lange bei seinen Verwandten bleiben muss, würde er verrückt. Hedwig war gerade wieder von ihrem letzten Flug zum Orden zurückgekehrt – natürlich ohne Antwort – als es klingelte.

Der Junge mit der Narbe rührte sich nicht, denn wer wollte schon zu ihm?

Im Erdgeschoss hörte Harry, wie sich sein Onkel, der eher einem Walross glich, zur Tür begab.

Nach kurzer Zeit schrie Vernon die Treppe hinauf: "Junge, beweg dich sofort hier runter!"

Verwirrt und doch froh über die Unterbrechung seiner trüben Gedanken machte sich Harry auf ins Foyer. Dort, in der Tür, stand ein Mann von ca. 60 Jahren in einem grauen Anzug. Dieser hatte eine Halbglatze, war etwa 1,85 Meter groß und recht schlank.

Völlig unbeeindruckt von Harrys Onkel kam er auf Harry zu und streckte seine Hand aus. Verdutzt nahm Harry sie worauf der Mensch sich vorstellte: „Hallo, ich bin Matthew O´Conner und Sie sind Harrison Potter, Sohn von James und Lily Potter?" Beim letzten Teil schaute Mr. O´Conner Harry fragend an.

Unser Held, dem die Berühmtheit zwar auf den Senkel ging, sich damit jedoch abgefunden hatte, war überrascht. Er kennt mich nicht? Ist also kein Zauberer. Kein Wunder, dass Vernon ihn reingelassen hat.

„Harrison? Wieso Harrison Potter? Ich bin Harry Potter, sonst haben Sie Recht, Sir."

„Dann scheint es mir, als habe man Ihnen nie Ihren vollen Namen gesagt? Wie dem auch sei, ich habe etwas mit Ihnen zu besprechen. Können wir irgendwo ungestört miteinander reden?"

Da wurde Harry etwas rot. „Sicher, kommen sie rein. Wir können in meinem Zimmer über Ihre Angelegenheit reden. Dort dürfte es relativ ruhig sein." Mit diesen Worten winkte der junge Zauberer den Anwalt hinein und die Treppe hinauf und an einem verdutztem Vernon vorbei.

In Harrys Zimmer angekommen, lud der Besitzer des Zimmers Mr. O´Conner ein, auf seinem Schreibtischstuhl platz zu nehmen und setzte sich aufs Bett ihm gegenüber.

Als sich der Anwalt sich im Zimmer umsah, war Harry froh, seine magischen Gegenstände nicht offen herumliegen zu haben. Nur Hedwig wirkte in dem Zimmer etwas wunderlich, was Matthew O´Conner jedoch nicht anmerkte.

Als dessen Augen wieder auf Harry zum Ruhen kamen, fing er an zu erklären: „Am 26. Juli 1981 kamen James Potter und Lily Evans Potter zu mir und baten um meine Hilfe als Anwalt. Sie sagten mir, dass sie um ihr Leben fürchten müssen, gingen aber nicht näher darauf ein." fragend schaute O´Conner Harry an, der nichtssagend mit den Schultern zuckte. „Sie erklärten mir, dass sie im Falle ihres Todes alles geklärt hätten, jedoch auch für Sie, Mr. Potter, alles Mögliche tun wollen. Ihr Testament sei geschrieben und hinterlegt, machten sich jedoch um Sie große Sorgen. Somit traten Ihre Eltern mit einem ungewöhnlichen Wunsch an mich ran. Aber bevor ich Ihnen diesen Wunsch erkläre, soll ich Ihnen diesen Brief übergeben" Mit diesen Worten zog Mr O´Conner einen Umschlag aus einem Aktenkoffer, den Harry noch gar nicht bemerkt hatte und reichte diesen an Harry weiter.

In geschwungener Schrift stand sein Name -Harrison James Potter- auf dem Umschlag. Mit zittrigen Fingern öffnete eben jener den Brief und zog einen Bogen Pergament hervor, den er zu lesen begann:

Lieber Harry,

falls du diesen Brief liest, sind wir entweder gestorben oder wir schauen über deine Schulter, während du liest. Wir hoffen natürlich auf letzteres, jedoch glaube ich nicht, dass wir dir dann diesen Brief gegeben hätten.

Wir wissen, dass wir ein Primärziel Voldemorts sind und damit stark gefährdet. Aus diesem Grund haben wir versucht, alles für deine Zukunft zu sichern. Bei Gringotts ist unser Testament hinterlegt, und wir haben auch eine Liste hinterlegt mit Leuten, denen wir dich anvertrauen würden, im Falle eines Falles.

Da James und ich beide wissen, dass die Zaubererwelt nicht so ist, wie sie sein sollte und unsere Wünsche nicht unbedingt entsprochen werden, haben wir auch eine letzte Maßnahme getroffen.

Da du diesen Brief liest, ist es auch leider nötig geworden, denn nur, wenn du bei meiner Schwester Petunia aufgewachsen bist, soll die letzte Maßnahme zu deinem 16. Geburtstag angegangen werden.

Bei dir sollte nun ein Anwalt der Kanzlei „O´Conner & Newman" sein. Er wird dir Papiere zum Unterschreiben vorlegen, die auch Gültigkeit in unserer Welt haben. (Reiche sie dazu bei Gringotts ein. Die Kobolde erledigen den Rest) Der Anwalt wird dir alles Nähere erklären.

Nachdem alles erledigt ist, warte bis zu deinem Geburtstag und gehe dann zu Gringotts, um einen Erbschaftstest zu machen.

Wir wünschen dir alles Gute und hoffen, dass wir dir hiermit einen letzten Dienst erweisen können.

In Liebe,

Lily Potter und James Potter

PS: Im Umschlag müsste noch eine Münze liegen. Halte sie und sage „Freieit" und du wirst zur Winkelgasse gebracht. (Gehe nicht vor deinem Geburtstag zu Gringotts!

Nachdem Harry den Brief gelesen hatte, schaute er O´Conner mehr verwirrt als traurig an. Er verstand nicht recht, was seine Eltern gemeint hatten und bat den Anwalt still um Erklärung.

„James und Lily Potter kamen zu mir, um im Falle ihres Todes nach Ihnen zu sehen, Mr. Potter." Als Harry unterbrechen wollte, hob Matthew O´Conner eine Hand und bat ihn, noch kurz zu schweigen. „Falls Sie zu Petunia Dursley gebracht würden, sollte ich bis kurz vor Ihrem 16. Geburtstag warten, um an Sie heranzutreten. Genau dieser Fall ist eingetreten. Nun wollten Ihre Eltern, dass Sie emanzipiert werden. Das heißt, dass Sie dem Gesetz nach volljährig sind. Dies ist zwar ungewöhnlich, zu tun, wenn das Kind erst 1 Jahr ist, hat aber vor dem Gesetz Gültigkeit, da Ihre Eltern die Papiere auf Sie als 16-jährigen bezogen."

Mit dem zog der Anwalt mehrere Dokumente hervor, die er an Harry weitergab. In diesen sah Harry nach einigen Lesen, dass James und Lily Potter für eine Emanzipation sind und diese mit 16 aktiv werden würde. Nun musste Harry dem nur zustimmen. Lächelnd blicke er auf und schaute den Anwalt an: „Haben Sie einen Stift?"