Die Personen und Orte gehören Stephenie Meyer.

Die Originalstory ist von MrsValensi.

Danke für eure Reviews!

Smaragdgrün!

Jetzt war es vier Tage her das ich in Forks angekommen war. Vier Tage seit dem Tage in diesem Haus. Vier Tage lebte ich jetzt mit Edward Cullen zusammen!

Das zusammenleben war dann doch nicht so schwierig wie ich anfangs gedacht hatte. Manchmal musste ich mich regelrecht vergewissern das Edward da war, so leise war er. Sein Zeitplan war komplett anders als meiner und wir sahen uns fast nur zu den Mahlzeiten. Er ging lange vor mir schlafen und wenn ich aufstand schien er schon lange wach zu sein. Unbewusst hatten wir die Arbeiten im Haus untereinander aufgeteilt. Er kümmerte sich um alles was außer Haus zu erledigen war und wofür man ein Auto brauchte, Einkäufe und ähnliches, er machte auch meistens das Frühstück. Ich kümmerte mich ums Putzen und das Abendessen und die ein oder andere Arbeit die noch so anfiel.

Ich fuhr mir durch meine braunen Haare und machte es mir auf der Bank bequem die im Vorgarten stand. Es wehte ein angenehmer Wind, aber einige graue Wolken am Himmel sagten Regen voraus. Am Vormittag hatte ich meine Eltern besucht, aber es gab so gut wie keine Verbesserung an ihrem Zustand, sie waren immer noch auf der Intensivstation und ohne Bewusstsein. Ich vermisste sie fürchterlich, ich wollte mit ihnen die Möbel umstellen, zusammen fernsehen und zu Abendessen.

Sie fehlten mir so sehr.

Ich hörte das leise Geräusch eines Motors und der Volvo erschien vor meinem Haus. Von meiner Position aus gesehen bildete das auffällige Auto einen starken Kontrast zu dem bescheidenem Haus. Edward stieg elegant aus seinem Auto.

Er bildete ebenfalls einen starken Kontrast, um ehrlich zu sein.

Mit seinem lässigem Gang ging er ums Auto und holte einige Tüten vom Beifahrersitz, die er ohne Probleme trug und zum Haus ging. Als seine Augen auf mich fielen, blieb er stehen.

„Es ist mit erlaubt im Garten zu sein, richtig?" Fragte ich spöttisch als ich die Falte zwischen seinen Augen sah.

Er zuckte mit den Schultern.

„Ich glaube schon." Antwortete er trocken und ging weiter.

Edward trat geschickt gegen die Tür, die ich nur angelehnt hatte und verschwand im Haus.

Ich blieb noch eine Weile draußen, bis es mir zu kalt wurde, dann ging ich ebenfalls ins Haus. Als ich in die Küche kam, stand Edward mit dem Rücken zu mir und hatte ein silbernes Handy am Ohr. Er schnaufte verärgert.

„Mir geht es hervorragend Alice." Sagte er. „Ich brauche deine Hilfe nicht."

Er schwieg und ich hatte das Gefühl, das ihm die Antwort der Person am anderen Ende der Leitung nicht gefiel, er seufzte wieder.

„Ihr geht es gut, mach dir darüber mal keine Sorgen." Sagte Edward schnell. Er schwieg wieder. „Kleidung?" Fragte er verwirrt. „Du weißt, das das nicht mein Gebiet ist." Murmelte er etwas sarkastisch.

Plötzlich drehte er sich auf dem Absatz um und sah mich da stehen und ich hatte bestimmt einen sehr intelligenten Gesichtsausdruck. Er zog eine Augenbraue hoch und ich währe jetzt gerne in einem tiefen Loch verschwunden. Gut gemacht Bella! Du hättest dich ja wenigstens verstecken können.

„Ich rufe dich später an Alice." Sagte er langsam. „Nein, ich werde niemanden umbringen." Er sah mich viel bedeutend an.

Ich schluckte schwer, er klappte sein Handy zu und verstaute es in seiner Tasche.

„Und?" Fragte er.

„Eh...ich wollte...das Abendessen machen...und..." Ich hatte auf einmal einen trockenen Hals.

Warum hatte er nur diesen penetranten und einschüchternden Blick?

Er tat das was er für gewöhnlich tat, er zuckte mit den Schultern und ging. Und ich seufzte mal wieder, sobald er aus meinem Blickfeld verschwunden war. Aus irgendeinem seltsamen Grund, na ja so seltsam war der gar nicht, fühlte ich mich in seiner Gegenwart extrem unwohl. Während ich wartet das das Wasser für die Nudeln anfing zu kochen, machte ich den kleinen Fernseher an, der in der Küche stand und suchte einen Nachrichtensender. Aber ich hörte nicht wirklich zu, ich war in meinen eigenen Gedanken versunken. Dieses Haus war einfach zu leer. Mir fehlte mein Vater, der am Küchentisch saß und sich über die schlechten Nachrichten aufregte.

Als das Essen fertig war ging ich nach oben. Die Tür von Edwards Zimmer war zu und ich klopfte vorsichtig. Wenige Sekunden später erschien Edwards perfektes und leicht verschlafenes Gesicht. Er sah zum niederknien aus...

….bis diese Augen, die mit Sicherheit den Nordpol zum schmelzen brachten, mich wieder so ansahen.

„Essen." Murmelte ich, drehte mich auf dem Absatz um und ging wieder nach unten.

Selbstverständlich, dank meiner Tollpatschigkeit, schaffte ich das unvermeidlichen, ich stolperte auf einer der letzten Stufen fiel die restlichen Stufen runter und saß dann vor der Treppe. Ich spürte einen Stich in meiner Wunde am Bein und fasst reflexartig mit der Hand hin, während ich mich selber leise verfluchte.

Teufel, wie ich meine Tolpatschigkeit hasste.

Schnelle Schritte kamen die Treppe herunter und Edward kniete mit einem mal neben mir.

„Bist du Ok?" Fragte er.

Ich glaube ich muss ziemlich blöd gekuckt haben, Edward sah mich etwas merkwürdig an, aber in mein Gedächtnis hatte sich der Blick gebrannt mit dem er mich vor einigen Sekunden angesehen hatte. Das allererste mal seit wir uns kannten, hatte ich in seinen Augen etwas anderes als Kälte und Gleichgültigkeit gesehen. Und das war echte Besorgnis gewesen, seine Augen waren weich gewesen und mit einem hypnotisierendem Glanz.

„Bist du Ok Bella?" Fragte er wieder und brachte mich damit auf die Erde zurück.

Ich nickte und stützte mich an der Wand ab um aufzustehen.

Edward stand ebenfalls auf und ging hinter mir her in die Küche.

Wir setzten uns an den Tisch und fingen schweigend an zu essen. Wohlerzogen wie immer schüttete Edward mir etwas zu trinken ein, so wie er es vom ersten Tag an getan hatte. Dan hörte man nur noch den Nachrichtensprecher aus dem Fernseher. Nach einigen Minuten des unangenehmen Schweigen, der Nachrichtensprecher sagte gerade etwas von einer Gehaltserhöhung für Lehrer, hob Edward den Blick und sah mich an.

„Ich habe Heute mit Carlisle gesprochen, er sagte mir das du noch zwei Jahre zur Schule musst, stimmts?" Sagte er in seinem formellen Ton.

Ich nickte und fragte nicht wo der Doktor diese Information her hatte.

„Morgen werde ich die Papier abschicken um dich hier in Forks an der Schule anzumelden." Erklärte er trocken. „Ich habe einige Sachen gekauft die du brauchen wirst. Es fehlen noch einige Bücher, aber..."

Da fiel bei mir der Groschen. Es fehlte nur noch eine miserable Woche bis die Schule anfing. Bravo! Es konnte jetzt nicht mehr schlimmer werden! Ich schloss für einige Sekunden die Augen und versuchte zu assimilieren was Edward gesagt hatte.

„Bist du hier auf die Schule gegangen?" Fragte ich neugierig.

Er nickte.

„Ich gehe hier in Forks auf die Schule." Verbesserte er mich und ich sah ihn konfus an. „Ich nehme mal an das wir die ein oder andere Klasse zusammen haben werden."

Was hatte er gesagt?

„Du...du bist sechzehn?" Fragte ich völlig erstaunt.

„Ehrlich gesagt bin ich vor ein paar Wochen siebzehn geworden." Antwortete er desinteressiert.

Wie konnte er fast das gleiche Alter wie ich haben? Ich hätte ihn auf neunzehn geschätzt, wenn nicht sogar älter. Nicht nur wegen seinem Aussehen, er war mehr als einen Kopf größer als ich, sondern wegen seinem Benehmen und seiner Art zu reden, die sich völlig von der unterschied die ich von Jungen in meinem Alter gewöhnt war. Oder waren hier in Forks etwa alle Teenager so?

„Überrascht dich das so sehr?" Fragte er mit hochgezogenen Augenbrauen.

„Du wirkst nicht wie siebzehn." Antwortete ich schnell.

Er nickte schweigen und ich konnte einen leicht traurigen Ausdruck in seinem Gesicht sehen, denn ich nicht verstand. Offensichtlich hatte ich etwas gesagt, das das ausgelöst hatte.

Natürlich fragte ich nicht weiter nach.

Schweigend stand ich auf und fing an den Tisch abzuräumen. Sofort stand Edward ebenfalls auf um mir zu helfen, er stellte die Flasche in den Kühlschrank und reichte mir dann die Gläser. Ich spülte, er trocknete ab und im Hintergrund liefen noch immer die Nachrichten. Als es schellte zuckten wir Beide zusammen. Edward hatte eine tiefe Falte zwischen seinen Augenbrauen und schien erstarrt zu sein. Doch als ich zur Tür gehen wollte, hob er die Hand und hielt mich auf. Edward ging zur Tür und machte sie langsam auf.

Überrascht sah ich wie sich zwei Arme um seinen Hals schlangen und plötzlich ein Mädchen an ihm hing, im wahrsten Sinne des Wortes, sie war mindestens zwei Köpfe kleiner als er.

„Edward! Ich hab dich soo vermisst!" Quietschte die Kleine und zog ihn näher zu sich.

Aber Edward fand schnell einen Weg sie loszuwerden.

„Alice! Was machst du hier?" Fragte er. Das war also das Mädchen mit dem er telefoniert hatte. „Ich dachte das ich dir klar gemacht habe, das ich keinen Besuch brauche."

Alice zuckte belustigt mit den Schultern. Dann sah sie mich an und ich konnte sie das erste mal richtig sehen. Ihre Haut war so blass wie die von Edward und ihre azurblauen Augen glänzten fröhlich unter dichten Wimpern. Die Spitzen ihrer dunklen Haare standen in alle möglichen Richtungen ab. Sie war verhältnismäßig klein und wirkte wie eine zerbrechliche Porzellanpuppe. Sie strahlte mich an.

„Du musst Isabella sein." Bemerkte sie lächelnd.

„Bella." Verbesserte ich und lächelte sie ebenfalls an. Nach so vielen Tagen mit Edward, hatte ich schon geglaubt das ich vergessen hatte wie man lächelt.

Alice kam mit schnellen Schritten auf mich zu, ihr Gang war noch eleganter als der von Edward, und zog mich in eine herzliche Umarmung. Zuerst war ich überrascht, dann erwiderte ich ihre Umarmung, allerdings etwas weniger intensiv.

„Das mit deinen Eltern tut mir Leid. Carlisle hat es mir erzählt." Sagte sie sehr schnell und sah mich dabei traurig an. „Ich bin übrigens Alice Cullen."

„Cullen?" Fragte ich konfus.

„Sie ist meine Schwester." Murmelte Edward, er stand an die gegenüberliegenden Wand gelehnt und hatte die Arme vor der Brust verschränkt.

Ich sah von Edward zu Alice, die Ähnlichkeit war also doch kein Zufall. Da fiel mir auf das Alice mich wieder anstrahlte.

„Ich fühle das wir gute Freundinnen sein werden." Bemerkte sie.

Lächelte sie jetzt auch an. Gott, wie konnten Geschwister nur so verschieden sein?

„Ich kann mir gut vorstellen das mein Bruder dich hier im Haus gefangen hält." Sagte Alice und sah Edward mit einem Blick an der mich zum kichern brachte. Edward, der noch immer an der Wand lehnte, gab eine Art Knurren von sich. „Aber wenn du möchtest können wir Morgen nach Port Angeles fahren. Dort gibt es ein Einkaufscenter und einige Geschäfte mehr als hier. Was sagst du?" Schlug sie vor und sprach wieder so schnell.

Ich nahm mir einige Sekunden um die Information zu verarbeiten.

„Einverstanden." Antwortete ich lächelnd. Ich hatte das Lächeln doch nicht verlernt.

„Gut." Sagte sie und hüpfte wie ein kleines Mädchen auf der Stelle. „Wir fahren mit meinem Auto, ich hole dich Morgen ab."

Meine Augen wurden groß wie Untertassen.

„In deinem Auto?" Fragte ich verwirrt. „Wie alt bist du?"

Sie ließ ein fröhliches Lachen hören.

„Sechzehn" Antwortete sie. „Ich weiß das ich jünger wirke, stimmts?"

Ich nickte. Dieses Mädchen war wirklich nett.

„Wenn du Morgen eh kommst, warum fährst du dann jetzt nicht wieder nach Hause?" Fragte Edward, er lehnte noch immer an der Wand.

„Und warum schläft Alice nicht hier?" Schlug ich vor, die Geschwister sahen mich an. Ich zeigte auf das Sofa. „Ich habe kein Problem damit hier zu schlafen."

Edward zuckte, wie es schon üblich war, mit den Schultern und sah seine Schwester an.

„Sie schläft oben." Sagte er ernst. „Ich improvisiere mir hier etwas."

Mich überraschte die Geste, aber Alice lächelte einfach und gab ihrem Bruder ein schnelles Küsschen auf die Wange als Dank. Edward ging die Treppe rauf und Alice drehte sich zu mir.

„Er macht auf hart, ist in seinem Inneren aber ein sehr guter Mensch." Bemerkte sie.

„Das habe ich gehört!" Rief Edward von oben und Alice lachte.

„Und du weißt das ich Recht habe!" Antwortete Alice laut. „Zeigst du mir das Haus?" Fragte sie dann.

Belustigt nickte ich.

Alice war schon eine Marke.

Wir machten einen Rundgang durchs Haus, der in meinem Zimmer endete. Alice zog ihre Schuhe aus und setzte sich auf mein Bett, um sich meine CDs anzusehen die immer noch ungeordnet in einer Kiste lagen. Sie schaute sie sich an und sah mich dann mit belustigtem Gesichtsausdruck an.

„Du und Edward ihr habt den gleichen Musikgeschmack." Rief sie fröhlich aus.

„Echt?" Fragte ich ehrlich überrascht.

„Ja. Er mag nicht nur klassische Musik, sondern auch Muse, The Arcarde Fire und The Strokes. Die hat er alle in seiner Kollektion." Erklärte sie und zeigte dann auf meine CDs. „Und du in deiner auch."

Das waren meine Lieblingsbands und ich hätte sie nie mit Edward in Verbindung gebracht.

Nachdem Alice sich noch ein wenig meine Sachen angesehen hatte kam sie zu dem Urteil, das ich unbedingt neue Klamotten brauchte und ging in das Zimmer das Edward für sie freigemacht hatte. Ich ging schnell ins Bad, machte mich bettfertig und ging dann auch direkt ins Bett. Alice schien eine unerschöpfliche Energie zu haben und der morgige Tag könnte anstrengend werden.

Ich schlief wie ein Stein, obwohl meiner Träume nicht sehr angenehm waren. Diesmal träumte ich nicht nur von meinen Eltern, sondern auch von hunderten von Kleidungstücken die meinen Namen riefen.

Ich hatte so das Gefühl das Alice an dem Traum nicht ganz unschuldig war.

Wie jeden Morgen ging ich ins Bad und duschte mich schnell. Meine Haare verweigerten beim frisieren die Mitarbeit und ich machte mit einfach einen Zopf, zog mir eine Jeans und ein Shirt an und fertig. Ich ging in die Küche, dort saßen Edward und Alice schon beim Frühstück.

„Guten Morgen Bella." Begrüßte mich die kleine Cullen fröhlich. „Wie hast du geschlafen?"

„Sehr gut, Danke." Antwortete ich und setzte mich neben sie. Sofort servierte sie mir Saft, Tee und Toast. „Und wie hast du geschlafen?"

„Auch sehr gut." Versicherte sie und sah zu Edward, der aß schweigend. Alice drehte sich mit einem schelmischem Grinsen zu mir. „Dieser Junge ist Morgens echt mit Vorsicht zu genießen." Sagte sie als ob es sich um ein Geheimnis handelte. „Er kann ein echter Albtraum sein."

Edward sah sie an und verdrehte dann die Augen zum Himmel.

„Wann hast du gesagt fahrt ihr los?" Fragte er mit gespieltem Interesse.

Alice lachte.

„Um elf. So schnell wirst du uns nicht los." Antwortete sie mit ihrem immer vorhandenen Lächeln.

Alice ging leise vor sich hin summend aus der Küche. Da fühlte ich Edwards Blick in meinem Rücken und drehte mich zu ihm. Er kam etwas näher und sagte mit seiner Samtstimme.

„Carlisle hat Heute sehr früh angerufen."

Mit einem plötzlichen Druck in der Brust sah ich ihn an.

„Die Situation deiner Eltern ist unverändert. Er wollte das du das weißt und dir keine Sorgen machst."

Resigniert nickte ich und ließ die Luft raus die ich angehalten hatte.

Das meine Eltern immer noch in dem Zustand waren machte mich noch verrückt.

„Danke." Sagte ich. Edward nickte leicht und ging dann aus der Küche.

Nach dieser kurzen Konversation mit Edward verging der Rest des Tages schnell, vielleicht zu schnell.

Als wir aus der Tür des Hauses kamen erblickte ich einen schicken, gelben Sportwagen. Wenn der Volvo schon einen Kontrast zu unserem Haus bildete, wirkte dieser Porsche wie von einem anderen Stern. Alice machte mir die Tür auf und ließ mich auf den mit schwarzem Leder überzogenen Sitz fallen, als Alice sich auf den Fahrersitz setzte bemerkte ich das das Auto perfekt zu seiner Besitzerin passte. Auffallend und fröhlich. Alice fuhr los und es dauerte nicht lange bis ich mich an meinem Sitz fest krallte. Alice fuhr viel schneller als ich es gewöhnt war. Ich bat sie langsamer zu fahren, was sie auch sofort tat, es war schließlich meine erste längere Autofahrt nach dem Unfall.

„Ay, tut mit Leid. Ich hab nicht daran gedacht." Entschuldigte sich Alice und sah mich richtig geknickt an.

„Ist schon gut." Antwortete ich mit einem gezwungenem Lächeln.

Gott sei Dank war die Fahrt dann doch nicht so lang. Alice parkte vor dem Einkaufscenter und wir gingen entspannt zu den Geschäften. Und da war es vorbei mit der Ruhe. Alice nahm meine Hand und zog mich, unerwartet schnell, in das erste Geschäft und genauso schnell stand ich in einer Umkleidekabine und Alice reichte mir alle möglichen Kleidungstücke. Und es blieb nicht bei einem Geschäft. Nach zwei Stunden, die mir unendlich lang vor kamen, gingen wir zu der Etage mit den Restaurants um etwas zu essen. Alice hatte mich praktisch dazu gezwungen, all die Sachen mitzunehmen und sie bezahlen zu lassen. Ich hatte mich mit Händen und Füßen dagegen gewehrt, aber sie war eine von diesen Personen die nicht aufgaben, bis sie bekam was sie wollten. Deswegen suchten wir jetzt mit den Händen voller Tüten einen freien Tisch.

„Ay, es ist so schön jemanden zu haben mit dem man shoppen kann!" Bemerkte sie glücklich, während wir uns an einen Tisch setzten. „Rose weigert sich in letzter Zeit immer mit zugehen." Ich wollte fragen wer Rose sei, als sie auch schon weiter redete. „Was möchtest du essen?" Fragte sie.

Ich zuckte mit den Schultern und sah mich um.

„Ein Hamburger währe nicht schlecht." Sagte ich als ich einen McDonalds entdeckte.

„Gut, pass auf die Tüten auf. Ich bin gleich wieder da." Und sie hüpfte fröhlich davon.

Als Alice aus meinem Blickfeld war, ließ ich die Tüten fallen und seufzte laut. Mir taten die Füße fürchterlich weh und die Wunde an meinem Bein meldete sich auch wieder zu Wort. Alice hatte mir von Sweatshits über Blusen bis zu Regenjacken, von Turnschuhen über Ballerinas bis zu Stiefeln, einfach alles gekauft. Sie meinte das ich eine große Auswahl an Garderobe brauchen würde wenn die Schule anfing.

Schnell war Alice wieder da und brachte unser Essen mit. Hungrig fingen wir an zu essen, es war schon eine ganze Weile her das wir was gegessen hatten. Als wir mit den Hamburgern fertig waren, wendeten wir uns den Pommes zu. Alice lehnte sich in ihrem Stuhl zurück und sah mich mit ihren glänzenden Augen an.

„Und? Wie benimmt sich mein Bruder?" Fragte sie.

Die Frage überraschte mich und ich brauchte etwas um zu antworten.

„Ich kann mich nicht beschweren." Antwortete ich dann. „Ich kann nicht behaupten das er lästig ist. Manchmal höre ich ihn den ganzen Tag über nicht mal."

Alice lachte laut.

„Ja, das ist eindeutig mein Bruder." Scherzte sie.

„Ist er immer so?" Fragte ich zweifelnd, vielleicht hatte er ja was gegen mich.

„So in der Art." Antwortete sie. „Wenn er die Leute nicht kennt ist er sehr reserviert." Sie zeigte auf sich. „Selbst mit uns, seiner Familie ist er sehr besonnen...also kannst du dir denken..."

Ich nickte langsam mit dem Kopf.

„Aber er ist ein guter Mensch." Bemerkte konnte merken wie sehr sie ihn schätzte. „Gib ihm Zeit."

„Er macht mir etwas Angst." Sagte ich ohne nachzudenken.

Als mir bewusst wurde was ich gesagt hatte wurde ich rot.

Alice lachte wieder.

„Er hat diesen Effekt bei Leuten die er nicht kennt." Sagte sie belustigt. „Aber lass dich von seinem Auftritt nicht täuschen Bella." Fügte sie dann ernst hinzu.

Ich nickte verwirrt. Was wollte sie mir damit sagen?

Nach dem Essen drehte wir noch eine Runde durch die Läden, damit Alice noch die Sachen kaufen konnten die ihr fehlten. Dann gingen wir endlich zum Auto. Diesmal fuhr Alice gleich in einer normalen Geschwindigkeit, sie kroch schon fast als sie mir die Umgebung zeigte. Mir fiel wieder auf das alles krankhaft grün war. Die Vegetation war überall.

Grün, grün und noch mehr grün.

An meinem Haus angekommen, parkte Alice und wir holten die Unzahl an Tüten aus dem Auto. Hatten wir das wirklich alles gekauft? Die Tüten schienen sich im Kofferraum vermehrt zu haben.

Ich nahm so viele wie ich tragen konnte und stolperte zur Tür. Durch die Tüten sah ich die kleine Stufe vor der Tür nicht und blieb daran hängen. Edward war offensichtlich zu Hause weil, als ich gegen die Tür fiel, diese aufging und ich in voller Länge im Flur lag. Wenige Sekunden später kamen ein Paar Schuhe in mein Blickfeld. Ich hob ein wenig den Blick und sah Edward neben mir in die Hocke gehen. Auf dem Bauch liegend, sah ich nur müde an.

„Bist du Ok?" Fragte er und nahm eine Tüte von mir runter damit ich aufstehen konnte.

„Ja, ich habe mir, glaube ich, nichts gebrochen." Bemerkte ich und stand vorsichtig auf.

„Fällst du öfters hin oder ist es nur Zufall?" Fragte er ernst, während Alice auf uns zu gehüpft kam.

„Ich habe zwei linke Füße." Antwortete ich und fing an die Tüten einzusammeln.

Irgendwie muss ich etwas verpasst haben, denn als ich auf sah, sah Alice Edward überrascht an und der sah auf den Boden.

„Wie ich sehe machen wir Fortschritte, nicht?" Fragte sie vergnügt.

Edward schnaufte und sammelte auch einige Tüten ein.

Ich verstand mal eben gar nichts.

Alice sah auf ihre Uhr.

„Oh, ich muss gehen." Sagte sie. „Oder Jasper bringt mich um." Sie dachte einige Sekunden nach. „Was haltet ihr davon wenn wir zusammen Abendessen gehen?" Schlug sie dann fröhlich vor. „Wenn ich mich beeile, könnte ich in zwei Stunden wieder hier sein."

Edward nickte, ohne dem eine besondere Bedeutung beizumessen, dann drehte er sich um und brachte die Tüten nach oben. Ich stimmte zu und umarmte Alice fest, bevor sie breit grinsend verschwand. Ich nahm die Tüten wieder auf und ging hinter Edward her. In meinem Zimmer stellte Edward die Tüten gerade auf mein Bett. Ich tat es ihm nach.

„Deine Schwester hat ein kleines Problem mit dem Shoppen, nicht?" Fragte ich belustigt und fing an die Sachen auszupacken.

Er nickte.

„Sie versucht jeden neu ein zu kleiden der ihren Weg kreuzt." Bemerkte er mir seiner sanften Stimme und verdrehte die Augen. „Jeder aus der Familie musste die Qual schon durchstehen."

Leise lachend legte ich die Sachen zusammen.

„Ich glaube ich brauch bis zu meiner Rente nicht mehr einkaufen gehen." Sagte ich sarkastisch und hob genau im richtigen Moment den Blick um es zu sehen.

Ein kleines schiefes Lächeln auf Edwards Gesicht.

Das Lächeln machte sein Gesicht noch perfekter. Auch wenn es nur flüchtig gewesen war, es machte seine Augen weicher und wärmer.

Es verschwand genauso schnell wieder wie es gekommen war.

„Ich gehe duschen." Sagte er während er aus meinem Zimmer ging. „Ich glaube ich sollte mich für den heutigen Abend präparieren."

Ich warf mich auf mein Bett und warf dabei einige leere Tüten auf den Boden. Die Müdigkeit übermannte mich, der heutige Tag hatte mich wirklich geschafft. Schnell schlief ich ein.

Ich hatte das Gefühl gerade eingeschlafen zu sein, als es schellte. Da sich sonst niemand im Haus zu bewegen schien, ging ich schnell runter um auf zumachen. Alice fing laut an zu lachen als sie mich sah. Ich sah sie konfus an.

„Hübsch." Sagte sie. „Ich wusste gar nicht das die Löwenmähne wieder in ist."

Ich sah sie weiter verwirrt an, bis mir klar wurde das sie meine Haare meinte. Ohne Alice die Erlaubnis zu erteilen mir zu helfen, zog ich mich schnell um und kämmte mir die Haare. Edward erschien wenige Minuten später, elegant wie immer.

Wir fuhren zum Essen in eines kleines Restaurant in der Stadt. Wir hörten uns den Monolog von Alice über Port Angeles an und kamen auch in den Genuss ihre Pläne für die nächsten Tage zu hören, in die sie Edward und mich ohne Skrupel mit einbezog. Ich weiß nicht genau wie lange wir in dem Restaurant waren, aber als ich nicht mehr aufhören konnte zu Gähnen, meinte Edward das es Zeit sei nach Hause zu fahren. Wir brachten zuerst Alice zu dem enormen Haus der Cullens, ich hatte noch nie ein so beeindruckendes Haus gesehen, dann fuhren wir durch die grüne Umgebung von Forks nach Hause. Ich verschlief die Fahrt, das monotone grün war nicht wirklich interessant. Mir wurde erst bewusst das wir vor unserem Haus standen, als Edward mir die Tür aufhielt und mich die kalte Luft traf. Ich stieg aus und Edward machte uns die Haustür auf, drinnen war es angenehm warm.

„Du gehst besser ins Bett."

Ich nickte.

„Bis Morgen." Sagte ich und drehte mich auf dem Absatz um, um ihn anzusehen.

Das Mondlicht schien durchs Fenster und ließ seine Augen wie Smaragde strahlen. Ich verlor mich in seinen Augen, bis er mit samt weicher Stimme sagte.

„Bis Morgen."

Noch etwas benommen ging ich in mein Zimmer, zog mich um und fiel dann wie ein Stein ins Bett. Schnell übermannte mich die Müdigkeit und das letzte was ich sah, war das Mondlicht das in meine Zimmer schien.

Das wurde meine erste Nacht ohne Albträume.

In meinem Traum war alles grün, so wie in Forks.

Nur das es ein glänzendes smaragdgrün war.