Hallo alle beisammen. Ich hoffe, euch gefiel das erste Kapitel. Diese Geschichte war schon einmal mit 40 Kapiteln hochgeladen. Allerdings hatte diese Version mir nicht so gut gefallen, da sie sich teilweise auch widersprach.*shameonme*. Jetzt habe ich die gesamte Story mit ihren ca. 350 Seiten fertiggestellt/überarbeitet und werde sie in regelmäßigen Abständen hochladen ^-^

Ich hoffe, ihr bleibt gespannt dabei und lasst mir Reviews da!

Liebe Grüße, eure Lakritzcola


Spinners End

Mo. 06.06.1994

Unsanft krachten sie auf den Boden eines schäbigen Hauses. Der Professor stand schnell auf, sich sichtlich unwohl fühlend in der Situation, sind sie doch gerade eben in sein Elternhaus appariert, das er seit den Weihnachtsferien nicht mehr aufgesucht hatte. Er klopfte sich den Staub von den Schultern, machte aber keine Anstalten, eine Kerze zu entzünden oder gar dem Mädchen, das vor seinen Füßen lag, aufzuhelfen.

Hermine hingegen befand sich in mitten eines Zusammenbruches. Würgend übergab sie sich vor seinen Füßen, einen Effekt den nicht nur die Gesamtsituation, sondern generell das erste Apparieren mit sich brachte. Weinend blieb sie auf dem Boden liegen. Es war zu viel für sie. Sie schluchzte und heulte ohne Unterlass für die nächsten 2-4 Minuten, während Snape überfordert auf sie herabblickte. Auch er war müde und geschockt, aber er hatte schon wesentlich schlimmeres erlebt. Nachdem sie sich beruhigt hatte, bot er ihr nochmals seine Hand, um ihr aufzuhelfen, dieses Mal jedoch ohne Hektik.

„Wo sind wir?" fragte Hermine, ihre Stimme geschwächt vom vielen Weinen. „Selbst wenn Sie so aufgelöst sind, wie Sie im Moment scheinen, haben Sie mir mit Respekt entgegenzutreten, Miss Granger.", sichtlich erbost, blickte er ihr tief in die Augen und sein einschüchternder Blick entfachte in ihr ein weiteres Schaudern.

Ja, Snape war ein Lehrer mit dem nicht gut Kirschenessen war. Einschüchternd, angsteinflößend, Schüler-hassend und Frustration sind nur einige seiner Attribute und Hermine meinte, Glück gehabt zu haben, dass er sie nicht einfach dem Werwolf zum Fraße vorgeworfen hatte, um sein eigenes Leben zu retten. Snape war nach der Meinung von vielen ein Todesser, er war ein Tyrann und diese Rettungsaktion passte so gar nicht zu ihm.

„Entschuldigen Sie bitte Sir, darf ich fragen, wo wir sind?" zögernd tastete sich Hermine durch die Dunkelheit. Ihren Zauberstab hatte sie an der Heulenden Hütte im Gras liegen gelassen, sonst hätte Sie zumindest mit einem Zauberspruch für ein wenig Licht sorgen können. "Stecken Sie Ihre Nase in Ihre eigenen Angelegenheiten und bewegen Sie sich zum Kamin. Lumos". Der Raum erleuchtete im Schwachen Schein seines Zauberstabes und Hermine begann langsam, sich in der neuen Umgebung zurecht zu finden.

„Verschwenden Sie nicht meine Zeit, Miss Granger und gehen Sie nun. Da Ich Sie hier nicht zurücklassen kann, werde ich Sie Wohl oder Übel verhexen müssen, wenn Sie sich nicht langsam bewegen." Hermine erkannte den Kamin zu ihrer Rechten in dem sehr kleinen Wohnzimmer und stellte sich hinein. Sie besah sich vom Weiten die ihr gegenüberliegenden Wände, die mit jedem Zentimeter mit Bücherregalen ausgestattet waren. Es führte eine Tür nach draußen, vermutlich in einen Vorgarten, und eine andere in einen weiteren Raum. In der Ecke neben der Haustür war ein kleiner Tisch mit zwei Stühlen und zu ihrer Linken befand sich ein abgenutzter Sessel, der so staubig war, dass sie nicht einmal dessen Farbe ausmachen konnte. Eventuell war er mal beigefarben. Nicht nur der Sessel war dreckig, einfach alles war von Staub bedeckt: Bücher, Tisch, Regale; und die mottenzerfressenen Gardinen sahen aus, als seien sie älter als sie, vielleicht sogar älter als ihr Professor selbst. Hermine dachte sich, dass es schrecklich sein müsse in solch einem ausladenden Haus zu wohnen. Sie dachte an ihr eigenes Zuhause, wo alle Räume sich in weißen und beigen Tönen erhellten und die niedlichen, sehr persönlichen Dekorationen ihrer Mutter einen netten Eindruck hinterließen. Ihr Vater verstand nichts von Deko und überlaß jede Entscheidung diesbezüglich seiner Frau Jean Granger. Doch selbst die Versuche, die ihr Vater übernahm, um ihr Haus in irgendeiner Weise schöner aussehen zu lassen, waren im Vergleich zu dem, was sie in diesem Moment sah, Designergeschmack. Selbst wenn es Nacht war, war Hermine sich sicher, dass auch tagsüber dieser Raum durch seine smaragdfarbenden und rubinroten Töne im Dunkeln blieb. Langsam ahnte Sie, dass dies wirklich seine Bleibe war und Mitleid erweckte sich in ihr. Trotz dessen, streckte sie neugierig ihren Kopf, um eins, zwei Büchertitel erkennen zu können. „Tausend Zauberkräuter und –pilze, Enzyklopädie der Giftpilze". Bücher über Zaubertränke und die Kunst des Mischens. Vielleicht nicht gerade welche, die jeden interessieren würden, doch Hermine saugte begeistert jeden einzelnen Titel in sich auf und die Angst, der Schmerz waren vergessen. Umgeben von Büchern, fühlte sie sich sicher, umgeben von Büchern fühlte sie sich geborgen, und sie bemerkte nicht, wie Snape sich zu ihr in den Kamin gesellte und mit deutlicher Stimme das Flohpulver in die alte Asche warf: „Dumbledores Büro".