Olivia
In ihrem Kopf hämmerte es wie wild und sie stöhnte leise auf vor Schmerzen. Sie versuchte ihre Hände zu bewegen und verfiel sofort in Panik. Ihr Herz raste und schlug hart gegen ihre Brust.
Sie konnte sich nicht bewegen, sie war an Händen und Füssen gefesselt und sie lag seitlich auf dem Boden
Ihr war furchtbar kalt, sie zitterte und sie wusste nicht ob es nur von der Kälte kam oder ob die Ungewissheit und die Angst überwog.
Was war geschehen? Wieso hatte sie solche fürchterlichen Kopfschmerzen? Und wieso war sie gefesselt?
Langsam öffnete sie ihre Augen und stellte fest das es stockdunkel um sie herum war. Sie spürte etwas weiches auf ihren Augen, was darauf deutete das man ihr wahrscheinlich die Augen verbunden hatte.
Ihr Mund war trocken, ihre Lippen rissig und sie verspürte Durst.
Wo war sie ?
Und dann, ganz langsam, schien sie sich zu erinnern. Sie hatte sich ohne Elliot den zweiten Raum angesehen, hatte gehofft ein paar brauchbare Spuren zu finden. Doch bis auf jede Menge unnütze Dinge hatte sie nichts entdecken können.
Als die Tür vor ihr aufragte, hatte sie ohne groß nachzudenken die Klinke runtergedrückt und war ins Freie getreten. Die nebenliegende Lagerhalle hatte keine Tür gehabt und so war sie den schmalen Pfand weiter gefolgt. Vielleicht hätte sie dort Spuren vom Täter gefunden?
Sie hatte ja nicht ahnen können das er noch in der Nähe war. Hatte sie doch angenommen die Anwesenheit des NYPD und der SVU hätten ihn fern gehalten.
Sie hatte erst realisiert das sie einen folgenschweren Fehler gemacht hatte, als ihr jemand eine Waffe an den Kopf gehalten hatte.
Jemand zerrte an ihr, griff brutal nach ihren Armen und raunte ihr zu :
"Einen Mucks von dir und du bist tot!"
Es war eine männliche Stimme gewesen, rau und kehlig. Sie hatte sofort gewusst das dies der Mann sein musste, der verantwortlich für den Tod der jungen Frau war.
Ihr Blick hatte sich auf den Wagen der von Norden auf sie zukam geheftet. Der Fahrer hatte mit quietschenden Reifen vor ihr gehalten und Olivia gebetet das irgendjemand von ihren Kollegen dieses Quietschen gehört hatte. Sie hatte Angst gehabt, in ihrem Kopf überschlugen sich die Gedanken. Wie konnte sie ihnen entkommen ohne mit einer Kugel im Kopf zu enden?
Verzweifelt hatte sie versucht sich aus dem Griff des Mannes zu winden als sie ihren Namen vernahm.
ELLIOT ! Er war dort gewesen.
Er würde nichts unversucht lassen, Himmel und Hölle in Bewegung setzen um sie hier rauszuholen. El würde sie retten, so wie er es bereits früher oft getan hatte. Sie konnte sich auf ihren Partner verlassen.
Ohne das sie es wollte, begann sie zu weinen. Heiße Tränen bahnten sich einen Weg über ihre Wangen. Wieso war außgerechnet ihr das passiert? Wo war sie mit ihren Gedanken gewesen das sie so überrumpelt werden konnte? War sie es nicht immer, die alle ermahnte vorsichtig zu sein? Außgerechnet ihr, Detective Olivia Benson...
""""""""""""""""
Erschrocken hob sie den Kopf und versuchte auszumachen aus welcher Richtung die Geräusche kamen. Die Dunkelheit um sie herum machte sie sensibler für ihre Umgebung.
Sie hatte keine Ahnung wie lange sie schon an diesem Ort war, jegliches Zeitgefühl hatte sie verloren. Es kam ihr vor wie Tage...
Olivia war völlig erschöpft, müde und ihr Hals schmerzte. Sie hatte um Hilfe geschrien...immer und immer wieder. Hatte versucht auf die Beine zu kommen, jedoch ohne wirklichen Erfolg. Doch sie hatte nicht aufgeben wollen, solange bis ihre Beine vom ewigen hinfallen unerträglich schmerzten und ihr nicht mehr als ein krächzen über die Lippen kommen wollte.
Die Geräusche kamen auf sie zu, langsam aber sicher. Waren es Schritte? Sie war sich nicht ganz sicher, denn es hörte sich eher an als würde etwas über den Boden schleifen.
Augenblicklich begann ihr Herz wieder schneller zu schlagen, die Panik kam mit einer Wucht zurück die ihr die Luft zum atmen nahm.
Hatte man sie vielleicht gehört? War es vielleicht sogar El? Ja, so musste es sein... Er war hier und würde sie retten. Hoffnung keimte in ihr auf und sie versuchte zu schreien, um auf sich aufmerksam zu machen...doch kein Ton entrann ihrer Kehle.
Woher sollte er wissen das sie hier war wenn sie sich nicht bemerkbar machen konnte. Eine Welle der Hilflosigkeit über rannte sie und sie begann wieder zu weinen.
"Ich bin hier El...", dachte sie und ihre Tränen bahnten sich erneut einen Weg über ihr Gesicht.
Nun waren die Schritte ganz deutlich zu erkennen, sie kamen näher, da war sie sich nun sicher. Es vergingen nur Sekunden da hörte sie wie eine Tür geöffnet wurde. Fast schon unerträglich laut ertönte ein quietschendes Geräusch als sie aufschwang und Olivia schloß gequält ihre Augen.
Ihr zittern kehrte zurück und ganz tief in ihr erlosch die Hoffnung das dies Elliot war. Sie spürte es in der Sekunde als die Schritte auf sie zukamen. Sie ließ den Kopf hängen und blieb ganz still liegen.
Die Person kam auf sie zu und blieb vor ihr stehen. Sie hatte das Gefühl das man ihr Herz gegen ihre Brust schlagen hören müsste, diese Ungewissheit raubte ihr fast den Verstand. Wieso nur war sie so passiv? So ängstlich? Was war nur los mit ihr?
Doch sie bekam keine Chance weiter darüber nachzudenken. Brutal wurde sie in die Höhe gerissen und sie stöhnte gequält auf vor Schmerz der in ihre Arme schoß.
Alles ging jetzt so verdammt schnell...
Klebeband verschloß ihr den Mund und sie versuchte panisch durch die Nase Luft zu holen. Was geschah hier?
Ihre Fesseln von den Fußgelenken wurden entfernt...
Sie wurde weggebracht von diesem Ort, stolperte hilflos hinterher und versuchte krampfhaft nicht hinzufallen. Ihre Beine waren schwach und schmerzten stark.
Weit ging es allerdings nicht...
Selbst durch ihre Augenbinde konnte sie erkennen das nun Licht um sie herum herrschte. Verzweifelt versuchte sie etwas durch den Blick nach unten zu erkennen aber sie sah nur einen grauen Fleck, wahrscheinlich war es der Boden.
Sie hielten an und im nächsten Augenblick fiel sie. Sie wollte schreien aber kein Ton kam ihr über die Lippen. Alles ging in Sekunden...
Olivia machte sich auf den harten Aufprall gefasst der jedoch ausblieb, denn ihre Landung wurde von etwas weichen aufgefangen.
Schwer atmend bleib sie liegen, versuchte über ihr Keuchen eventuelle Geräusche heraus zu hören...
Doch da war nichts.
Nur ein ganz leises "piepen" erregte ihre Aufmerksamkeit und sie drehte ihren Kopf in die vermeintliche Richtung.
Ein Lachen...ein dunkles, gehässiges Lachen. Ihr Herz hämmerte schmerzhaft gegen ihre Brust. Bevor sie wusste was geschah verspürte sie einen kurzen aber starken Schmerz als man ihr das Klebeband vom Mund riss. Sie stöhnte gequält auf...
Olivia öffnete den Mund um zu schreien doch kein Ton verließ ihre Lippen, denn sie spürte plötzlich Hände auf ihrem Körper. Sie wanderten von ihren Knien nach oben.
"NEIN!"
Sie konnte an nichts anderes mehr denken. Olivia war wie gelähmt, die Angst die in ihr hochstieg übernahm die Oberhand.
Alles in ihr schrie "Wehr dich" doch sie konnte dem nicht nachkommen. Es ging einfach nicht.
Unaufhaltsam kamen die Hände näher, legten sich auf ihre Hüfte und schoben sich unter ihr Shirt. Sie kamen höher und als sie sich um ihre Brust legten, schrie sie endlich...
All ihre Verzweiflung lag in diesem Schrei...sie schrie und schrie, ihr Hals fühlte sich wund an aber sie konnte nicht aufhören. Olivia hörte ihre eigene Schreie doch sie erkannte ihre Stimme nicht wieder.
Die Hände waren in der Zwischenzeit wieder tiefer gewandert und hatten ihren Gürtel geöffnet. Nun waren sie dabei ihre Hose zu öffnen...
Wo war Elliot? Wieso war er nicht hier bei ihr?
Sie spürte wie ihr die Hose ausgezogen wurde und sie scheinbar weggeworfen wurde, denn die Gürtelschnalle klirrte irgendwo auf den Boden neben ihr.
Als die Hände auf ihre Haut trafen, schrie sie erneut und endlich bewegten sich ihre Beine. Sie trat um sich, traf aber niemanden. Alles was erklang war erneut dieses Lachen...diesmal klang es eher belustigt.
Dann spürte sie etwas schweres auf sich und sie konnte ihn zum ersten Mal riechen... Er war auf ihr und drückte sie mit seinem Gewicht nieder.
Und als seine Hände erneut tiefer fuhren und sich in den Stoff ihrer Unterwäsche krallten schrie sie verzweifelt um Hilfe.
Alles ging so rasend schnell das sie kaum wahr nahm, wie er sie auszog und sich erneut auf sie legte. Erst als ein stechender Schmerz sie durchfuhr wurde ihr bewusst was hier gerade geschah.
Ihr war als würde ihr jemand das Leben aussaugen, ihre Kräfte schwanden und sie hatte nur einen einzigen Gedanken...
"Elliot..." , flüsterte sie weinend.
Dann wurde alles um sie herum pechschwarz...
