Anmerkung: Ich denke, ich werde wöchentlich ein Kapitel hochladen. Die Story ist momentan vermutlich noch etwas verwirrend, aber man muss sie schließlich erst aufbauen. :) Was haltet ihr bisher von ihr? Hinterlasst mir ein Briefchen ;D !
Kapitel 1
Ein heftiger Ruck schubste Sanji aus seinem Stuhl und weckte ihn auf. Aber... Moment mal, Stuhl? Da befand sich doch tatsächlich ein Barhocker vor ihm, als er sich aufrappelte und den schmerzenden Hintern rieb. Die Ursache, die ihn zu Fall gebracht hatte, war anscheinend ein Rüpel, der den Sitz neben ihm in dieser Bar belegt und zuviel Schwung mit seinem Arm ausgeholt hatte, während er seinen Kumpels, die genauso vulgär aussahen wie er selbst, laut etwas erzählte: "... und dann hab ich die Schnecke bei der Herberge rumgekriegt, wenn ihr wisst wen ich meine! Ihr wisst's schon, was? Schlank und vollbusig, toller Hintern! Schade, dass sie eine hässliche Fresse hat-" Definitiv kein Gentleman...
Sanji staubte seine Schultern mit ein paar Klopfern ab und wandte sich ab, um seine Umgebung anzusehen. Normalerweise hätte er dem Kerl die Leviten gelesen, aber momentan war er zu verwirrt, um dem nachzugehen. Er war... in einer Bar. Und so wie die Dinge aussahen, war er sogar an der Theke jener besagten Bar eingeschlafen! Das war auch nicht unbedingt das feine Verhalten, auf das er stolz war und einer Lady präsentieren würde... nicht, dass sich hier welche tummeln würden. Als er sich umsah, stellte er fest, dass die Bar nicht nur winzig, sondern auch noch vollgestopft war und zwar nicht mit dem besseren Geschlecht. Aber warum war er hier...? Das letzte, woran er sich erinnerte... Zorro... Zorro und die Blumen! Wörter, die man niemals in demselben Satz verwenden sollte, aber das war jetzt nicht von Belang.
"TRINK! TRINK! TRINK! TRINK! TRINK!" Die lauten Anfeuerungsversuche zogen seine Aufmerksamkeit auf sich und mit einem verbissenen Ausdruck auf dem Gesicht und einem missbilligenden Blick schritt Sanji auf den einen Tisch zu, an dem sich die ganze Meute gesammelt hatte.
"Ahhh, das Zeug tut gut!", rief Zorro aus, als er seinen Krug auf den Tisch knallte. Den bereits leeren Krügen auf dem Tisch nach zu urteilen war es wohl bereits sein Krug von... was auch immer der Alkohol war, den er runterschluckte als wäre es Wasser.
"Was zum Teufel machst du, du Säbelrassler?"
Jeder, darunter auch der grünhaarige Mann, drehte sich Sanji zu, um ihn ungläubig anzustarren.
"Sollen wir ihn aufmischen, Bro?" "Ja, was ist dein Problem, Mann?", mischten sich zwei aus der Menge ein.
"Das sollte ich wohl ihn fragen!", gab Sanji sofort zurück. Einige der Machobären erhoben sich bereits, doch Zorro hob seinen Arm und hielt ihn vor die Leute, die links von ihm standen.
"Keine Sorge, der gehört zu mir."
Sanji wollte schnauben, einfach alles in diesem Satz war so falsch, angefangen mit der Tatsache, dass Zorro sich wie ein großer Anführer aufführte und die anderen ihm blind gehorchten und jeden Wunsch von den Lippen ablesen wollten bis hin zu der beunruhigenden Formulierung, dass er zu diesem Kerl gehörte! Der Koch öffnete seinen Mund, wurde jedoch unterbrochen bevor er etwas sagen konnte.
"Was meinst du, was ich hier tue? Was glaubst du denn? Wir sind hier in einer Bar, also trinke ich! Blöder Koch."
Seinen noch immer offenen Mund zuklappend schüttelte Sanji heftig den Kopf und scholt sich, sich zusammenzureißen. Er würde sich nicht von was auch immer der Schwertkämpfer für einen Blödsinn schwafelte abbringen lassen.
"Versuch nicht neunmalklug zu sein, Brokkolikopf, es steht dir nicht. Ich meinte, was mit der Insel passiert ist! Du weißt schon: Insel, Blumen, Gift!"
Er fühlte sich, als würde sein Blut kochen und weigerte sich die anderen anzusehen. Diese warfen ihm Blicke zu, die zweifellos sagten "Dieser Kerl ist ein Trottel" oder "Ist er verrückt?", vielleicht auch beides gleichzeitig.
"Bist du noch besoffen, dämlicher Löffelschwinger? Wovon zur Hölle redest du?"
Seine Geduldsfäden wurden allmählich dünner und dünner... Sanji packte Zorro an seinem Arm und riss ihn mit sich, zog ihn durch eine sich teilende Masse von meckernden Kerlen. Er war sich bewusst, dass er dies nicht hätte machen können, wenn der andere nicht mehr oder weniger willentlich mitgegangen wäre und sich mitziehen ließe.
"Wohin gehen wir?"
"Halt die Klappe und folge mir einfach."
Als er ihn vor die Taverne geführt hatte, stoppte Sanji schließlich. Die Umgebung sah nach einer heruntergekommenen kleinen Hafenstadt aus, nicht ungleich den üblichen, über die Matrosen und Piraten nun mal im Laufe ihres Lebens stießen. Auf jeden Fall ähnelte sie nicht der Insel, auf der sie gelandet waren.
"Wo zum Teufel sind wir?", wunderte er sich laut.
Zorro, der neben ihm stand, sah ihn mit einer Mischung aus Misstrauen und Verwirrung an.
"Du *bist* noch betrunken oder? Steck deinen Kopf aus den Wolken und komm mal wieder auf den Teppich." "Würdest du wohl damit aufhören? Ich habe nichts getrunken!" "Das sah gestern noch ganz anders aus." "Was... warte, gestern?"
Perplex starrte er den Schwertkämpfer an. Der Schwertkämpfer starrte vehement zurück.
"Ja, du kennst es vielleicht: der Tag, der vor heute kommt."
"ICH WEISS, WAS ES BEDEUTET! Du willst mir also sagen, dass... wir... bereits gestern hier waren? Aber was *ist* das für eine Stadt?" "Sie heßt Lafeyrion oder sowas. Na dann schlag ich mal vor, du schläfst denien Rausch schön aus. Nicht jeder ist trinkfest, was?"
Er wollte dieses selbstgefällige Grinsen von den Lippen des anderen wischen, er wollte es wirklich, aber stattdessen glotzte er nur und stand wie angewurzelt da. Was... was hatte das alles zu bedeuten? War es ein Traum? Oder... konnte es sein? War etwa das andere Lafeyrion ein Traum gewesen? Ein saufender Zorro klang auf jeden Fall plausibler als ein Zorro umgeben von Blümchen... vielleicht war er wirklich betrunken gewesen und sein Hirn hatte all dieses seltsame Zeug nur zusammengesponnen?
"Hey, warte! Wo willst du hin?" Instinktiv griff Sanji nach Zorros Unterarm, als dieser sich entfernen wollte.
"Zurück zu meinen Freunden... viele von ihnen stehen noch auf dem Tisch und warten nur darauf, von dieser Bürde befreit zu werden", antwortete der Schwertkämpfer als wäre es offensichtlich und sah schließlich mit gehobenen Augenbrauen hinab.
"Was ist heute mit dir los, willst du unbedingt meine Hand halten?", fragte er, der Mundwinkel zuckte zu einem schiefen Grinsen, von dem Rest seines Körpers ging eine bedrohliche Aura aus, die jegliche schwächere Feinde abgeschreckt hätte - oder einfach nur normale Menschen im allgemeinen. Aber Sanji war nicht normal. Er ließ trotzdem sofort wie von einer Tarantel gestochen los.
"Halt's Maul! Du kannst nicht einfach so zurückgehen... ich brauche deine Hilfe!" - Zorros Augenbrauen wanderten noch höher - " ... ich brauche deine Hilfe, um etwas herauszufinden und starr mich nicht so an, du Meerrettich!"
Es war wohl kaum der geeigneete Ton, den man anschlug wenn man mit jemandem sprach, von dem man eigentlich etwas verlangte, aber es war auch nicht so, als wären die beiden irgendetwas anderes gewohnt. Es war ungewöhnlich genug, dass Sanji tatsächlich zugeben musste, Zorros Hilfe zu benötigen - ausgerechnet Zorro, von allen Leuten! Vielleicht war das der Grund, wieso der Grünhaarige ihn nicht verließ, selbst während er sich beschwerte: "Ich habe wirklich bessere Dinge zu tun als mit dir abzuhängen und deinem Gemeckere zuzuhören!"
Sanji nahm den erwartungsvollen Blick und die folgenden Sekunden des Schweigens als Zeichen dafür, anzufangen: "Okay, also zuerst einmal: Wo sind die anderen?"
"Hast du's schon vergessen? Die erledigen irgendwas für Nami. Ich nehm mal an, sie sind hier irgendwo in der Nähe, aber viel Glück beim Suchen. Die geldgierige Hexe hat irgendwas von einem versteckten Schatz gefaselt, also suchen sie wohl gerade danach."
"Waaaas? Erstens: RED NICHT SO ÜBER SIE, DU DUMMER SACK! Zweitens... warum bin ich dann nicht bei den anderen, sondern mit dir blöden Gurke unterwegs? Kannst du mir das mal erklären, hmmm?"
Seine Nasenlöcher blähten sich auf und er fühlte sich ohnehin wie ein überhitzter Teekessel, als er mit dem Gesicht herausfordernd näher kam. Zorro gab natürlich nicht nach und presstse genauso aggressiv dagegen.
"Ich weiß nicht, warum findest du es nicht auf die harte Tour heraus? Ich hab ein paar Schwerter hier, die ich nur allzu gern benutzen würde..."
Nach einigen Minuten, in denen beachtlich viele ihrer üblichen Beschimpfungen ausgetauscht wurden, wandten sich beide beleidigt von dem jeweils anderen ab; Zorro verschränkte seine Arme, während Sanji die Hände in die Hüften steckte. Das war wirklich der einzige Ausweg, wie sie das ganze ausklingen lassen konnten ohne einen Kampf anzufangen.
"Wohin gehst du?", fragte der Koch ohne zurückzuschauen, als Zorro dabei war, wegzuschreiten. "Denn wenn du wieder 'zurück zu meinen Freunden' sagst, dann schwöre ich dir, ich *werde* dir in den Hintern treten." "Ich wollte eigentlich sagen 'mir die Kante in der Bar geben', aber wenn du darauf bestehst, dass ich hier bleibe, hast du zehn Sekunden Zeit, um einen guten Grund zu finden."
Es fiel ihm spontan eigentlich nur eine Tätigkeit ein, für die es normalerweise Wert war, Zeit mit dem Koch zu verbringen... und das waren ihre üblichen Kämpfe, Streitereien, Wettstreite, wie immer man es auch nennen wollte. Auf jeden Fall nicht, was der andere nun mit einer fast resignierten Stimmlage vorschlug - nein, vielmehr befahl: "Ich muss noch ein paar Einkäufe tätigen, du wirst die Tüten tragen. Sieh es als deinen Teil der Arbeit, den du heute zu erledigen hast, oder meinetwegen auch als Training, ist mir egal. Das Mittagessen wird nicht von selbst auf den Tisch kommen und ich bin mir sicher, dass irgendwo zwischen dem Vakuum in deinem Hirn und dem Biersee in deinem Magen auch noch die Notwendigkeit für Nahrung besteht." Zorro öffnete entrüstet seinen Mund, um mit Sicherheit auf eine möglichst unflätige Art abzulehnen.
"Wenigstens bin ich kein Weichei, das nicht mal seine eigenen Tüten tragen kann. Gehen wir jetzt oder was?"
Nun, er hatte zur Hälfte richtig gelegen.
"Ähm, Marimo~"
"Was?"
"Das ist die falsche Richtung."
Der Markt war gefüllt von allerlei geschäftigen und lauten Händlern und auch einigen zwielichtigen Gestalten, als das ungleiche Paar von Koch und Schwertkämpfer ihn durchschritt. Sanji hatte bereits mit einigen gefeilscht, um frischen Fisch zu bekommen. Dabei verhandelte er natürlich nur mit den Männern, eine Tatsache, die Zorro mit einem genervten Blick quittierte, wenn er mal wieder die teilweise überteuerten Preise der Damen einfach so mit Herzchenaugen hinnahm.
"Warum schmeißt du dich ihnen nicht auch gleich im Sonderangebot hinterher, Idiot?" "WIE WAR DAS?"
Vertieft in ihre üblichen Zankereien fiel Sanji das Kind gar nicht auf, in das die beiden geradewegs hineinliefen.
"Oh, sorry, Kleiner..."
Sanji stockte, als er das Gesicht des Jungen erblickte. Das Blut schien ihm fast in den Adern gefrieren zu wollen bei dem Anblick. Es war eine grässliche Fratze, mit rot leuchtenden Augen und schier unmenschlichen Zügen. Ein Schauer lief ihm kalt den Rücken runter, die Zeit schien verlangsamt zu vergehen, alles andere um sie herum ausgeblendet zu sein… bis das Kind an ihm vorbeigegangen war und all die Geräusche und das rege Treiben auf dem Markt mit einem Male wieder in den Vordergrund rutschten. Noch immer erstarrt sah er aus dem Augenwinkel, dass Zorro ihn beäugte.
"Was ist los?"
"Hast du... das eben nicht gesehen?"
"Den Jungen? Was war mit ihm?"
Sanji starrte ihn an und sah dann dem verschwindenden Rücken des Kindes hinterher.
"Sein Gesicht..."
"Was soll damit gewesen sein?"
Vielleicht hatte er sich das nur eingebildet, das musste es sein.
"Ach, nichts... ich hab mich wohl geirrt."
Verwirrt ging Sanji weiter, dabei den bohrenden Blick Zorros in seinem Rücken spürend.
Das Mittagessen verlief besser, als er erwartet hatte. Es kamen kaum Beschwerden über die Rolle als Packesel und zum Ausgleich hatte er etwas gezaubert, das Zorros Geschmack besonders zusagen dürfte: Ein warmes Reisgericht mit einer Auswahl an Fleisch und Fisch, zusammen mit Sake und Sushi als Vorspeise. Der grünhaarige Mann starrte die kleinen Makirollen und den perfekt geformten Reis mit den rohen Thunfischstreifen und Shrimps an, als würde er mit ihnen einen inneren Kampf ausfechten.
"Was? Ich dachte, du mit deiner Faszination für Sushi, so wie du deine Attacken dauernd benennst*, würdest du es vielleicht zu schätzen wissen. Außerdem bist du sicher froh, deine Verwandten wiederzusehen, nicht wahr?"
Damit meinte er die Gurkenrollen; grün und umgeben von Algen, genau wie der Marimo.
"Ach, sei still", grummelte Zorro.
Sanji lachte - und er hätte schwören können, dass er sah, wie die Wangen des Schwertkämpfers rot wurden - , bevor er sich auf seinen eigenen Platz setzte. Es war ein wenig seltsam zu zweit, wo doch die anderen noch immer nicht zum Schiff zurückgekehrt waren. Das war die erste gemeinsame Mahlzeit mit nur ihnen beiden seit sie eine Piratenbande waren... allerdings vergaß er das schnell beim Essen.
Der Marimo machte sich vermutlich überhaupt keine Gedanken über das alles (Sanji könnte wetten, dass er wahrscheinlich nicht einmal in der Lage dazu war, selbst wenn er es wollte), aber der Smutje legte sehr wohl Wert auf eine angenehme Atmosphäre während Essenszeiten. Es kam ihm fast zu ruhig vor ohne den anderen, doch bald war er der Meinung, dass die Stille keine unangenehme war. Vielmehr wie ein beidseitiges Verständnis zwischen ihnen, dass Worte nicht nötig waren, nicht wenn Sanji sogar einmal seine Etikette niederlegte und nicht so gentleman-mäßig wie möglich aß, sondern mit Zorro kämpfte ... diesmal darum, wer schneller und mehr essen konnte, einen Kampf, bei dem er seine Niederlage verschmerzen konnte. Vor allem wenn der ach so tolle Schwertkämpfer vollgestopft und träge wie ein schweres... nein, gigantisches Kind auf dem Deck herumlag.
"Die anderen lassen sich ganz schön Zeit", kommentierte Sanji nebenbei, als die Nacht schon lange hereingebrochen war. Er hatte einen kleinen Snack in der Form von Tofu und natürlich Sake auf das Deck gebracht. Die Sterne wirkten nicht ganz so atemberaubend ohne die Frauen in ihrer Crew.
"Warum hälst du dann nicht nach ihnen Ausschau, fauler Koch?" Zoro sah nicht auf - oder runter, je nachdem wie man es sah - von seinen Übungen. Er machte einen Handstand, während er Gewichte auf seinen Füßen balancierte, die enormen Armmuskeln spannten sich jedes Mal, wenn er sich rauf und wieder runter drückte, rauf und runter...
"Warum ertränkst du dich nicht in dem Meer, wenn du schon dabei bist?", konterte Sanji mit einem todernsten und stoischen Ton. Wie immer war Zorro ungerührt.
"Aber im Ernst, warum trainierst du hier anstatt dich in der Bar volllaufen zu lassen?"
Der Blick, der Zorro ihm zuwarf, fühlte sich... komisch an und machte ihn zudem schwindlig, so wie der Typ verkehrt herum und auch noch ständig in Bewegung war.
"Ich glaube kaum, dass ich dort noch willkommen bin. Es war ein Wettrinken: Wenn ich das ganze Fass ausgetrunken wäre, hätte ich nichts zahlen müssen. Aber da du mich hinausgezerrt hast, als ich gerade mal meinen zwölften Krug geleert hatte, habe ich verloren und hätte eigentlich blechen müssen."
"Also du... warte, du sagst, dass das meine Schuld ist, dämlicher Kaktuskopf?"
"Lass mich überlegen... ja, verdammt nochmal, das tue ich, blöde Schmalzlocke!"
"Ach, ich bitte dich... das waren sowieso hirnlose Idioten. Nicht, dass du keiner wärst, aber...",
Zorros Augen, die sich auf und ab bewegten, nahmen einen ziemlich bedrohlichen Ausdruck an,
"... aber komm schon, einer von denen hat dich sogar Bro genannt. Wie die guten alten Zeiten, hm?"
"Was willst du mir damit sagen, Koch?"
"Ich meine natürlich diese beiden Fanboys, die du früher hattest, wen denn sonst?"
"Wie ich bereits sagte: Kannst du vielleicht in einer anderen Sprache als idiotisch reden, damit ich dich verstehe?"
"Ich rede über Johnny und Yusaku, du dummes Brot!"
Zorro hielt inne in seinen Bewegungen.
"Hör auf, so eine Scheisse zu erfinden. Ich kenne keinen Johnny oder Yusaku."
Sanjis kringeligen Augenbrauen zogen sich zusammen. Sollte das ein schlechter Scherz sein?
"Wir wissen alle, dass du nicht die hellste Kerze auf der Torte bist, aber sogar ich kann mich an deine kleinen Freunde erinnern, also wirst du das wohl auch."
"Tu. Ich. Aber. Nicht. Und ich weiß ja wohl besser um meinen eigenen Kram Bescheid als du, Trottel."
Damit stand Zorro auf, die Gewichte stürzten laut auf das Deck, als Arme und Beine sich wieder abwechselten, um sein Körpergewicht zu tragen.
"Nur mit dir zu reden bereitet mir schon Kopfschmerzen. Warum hälst *du* nicht den Mund und stürzt dich über die Reling? Verdammter Perverser."
Sanji blinzelte nicht, als der Grünhaarige an ihm vorbei ging. Er drehte sich um und sah ihm nach, wie er um die Ecke verschwand. Was zur Hölle hatte das alles zu bedeuten...? Zuerst sein Filmriss und nun das? Hatte der Idiot sich den Kopf wo angeschlagen...? Es war einfach zu seltsam, um es als eine von Zorros vielen seltsamen Eigenheiten abzuschreibem.
Langsam verließ auch Sanji das Deck, um sich waschen zu gehen. Er beschloss, früh zu Bett zu gehen, da die anderen ihn mit dem Krach, den sie dauernd veranstalteten, sicher sowieso wecken und damit eine gute Portion Schlaf rauben würden, sobald sie zurückkamen. Als er vor dem Waschbecken stand und sich sein eigenes Gesicht in dem verdreckten Badezimmerspiegel besah, überkam ihn plötzlich ein furchteinflößendes Gefühl, als ob irgendetwas nicht stimmte. Er fühlte sich kalt... was war nur los mit diesem seltsamen Tag? Er konnte nicht früh genug enden, dachte Sanji, als er sich auf eine der Hängematten fallen ließ. Und obwohl Zorro regungslos gegenüber von ihm im Raum lag, entging ihm nicht, dass er kein Schnarchen hören konnte.
* Im Original und der englischen Übersetzung basieren viele von Zorros Attacken auf Wortspielen bzw. sind nach Sushisorten benannt.
