SO ihr Lieben...es geht weiter!! freue mich über Feedback - liebe Grüße eure Hon

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Das in sich zusammengesunkene Mädchen, was einst so stark und stolz gewesen war, blickte nun aus fragilen, glasigen Augen zu allen Richtungen. Von hier unten aus gesehen, wirkte die große Vorhalle riesig groß und unheimlich. Niemand war mehr hier…Man hörte den Wind fauchen, als wäre er ein lebendiges wildes Raubtier. Sie hatte Angst. Eine Angst, die sie in solch einer Intensität nicht wieder erkannte, da sie diese noch nie so schlimm und überaus deutlich in ihrem Kopf wahrgenommen hatte. Sie betrachtete das riesengroße Pendel der Uhr, das immer wieder im Takt hin und her pendelte und ein Zischen heraufbeschwor… Sie konzentrierte sich auf das Pendel, das hin und her schlitterte und den Wind mit sich nahm…

Sie presste dabei ihre zitternde Hand gegen ihre Brust, suchte verzweifelt, so verzweifelt nach dem Pochen ihres kleinen Herzens. Doch nichts…absolut nichts zu hören. Eine Stille in ihrem Körper…Fahrig schüttelte sie den Kopf hin und her, ihre Zähne klapperten aufeinander. Ihr war so kalt, aber auch heiß…die Temperatur in ihrem Körper schien sich selbst nicht einig darüber zu sein, welche es nun das Vorrecht zuschreiben sollte.

Immer enger zog sie ihre Hände um ihre Schuluniform und schloss ihre schweren Augenlider.

Müde…so müde…sie würde nun schlafen. Ja! Eine so gute, vernünftige Idee.

Einfach sich rücklings fallen lassen...einfach…die Augen schließen, dieser Schwere entkommen, die wie Bleisäcke auf ihrem Kopf drückte.

Sie seufzte trübselig aus und schließlich hörte man nur noch ein lautes Aufprallen auf hartem Marmor.

Ein lebloser Körper, ohne Herz, lag inmitten einer menschenleeren Vorhalle, nur umgarnt von einem kalten Wind, der sich ihrer nun gänzlich widmete.

Als Hermine erwachte, fühlte sie sich schwach…so schwächlich und müde. Ermattend fühlten sich ihre Glieder an, jede einzelne Muskelfaser und je länger sie in sich hineinhörte, desto mehr wünschte sie sich, dass alles wieder so war wie zuvor….

DOCH selbst jetzt schlug ihr Herz nicht und doch lebte sie…sie atmete…ihr Blut floss durch die Adern wie durch Zauberei…

Schlagartig öffnete sie ihre Augenlider und gleißendes, weißes Licht durchbrach ihre schmerzenden Pupillen. Die junge Schülerin zuckte immens zusammen. Spürte nur noch Schmerzen und wünschte sich, niemals aufgewacht zu sein.

Miss Granger!"

Ihr Nachname, so formal, so distanziert ausgesprochen, so emotionslos. DAS konnte nur einer sein. Nur einer konnte seiner Stimme solch einen Unterton verpassen, der so kalt und abweisend wirkte.

Sie drehte ihr Gesicht, presste dadurch ihre Wange fester in das Kissen und schlug noch einmal, dieses Mal mit mehr Bedacht und Zaghaft, die Augenlider hoch.

Professor…", ihre Stimme klang heiser, krächzend. Fast als hätte sie diese schon seit Wochen nicht mehr benutzt.

Ihre Augen fixierten ihren Zaubertränkelehrer, der nicht wirklich in ihrer Nähe stand. Sie befand sich in der Krankenstation und Snape stand noch am Eingang und wollte wohl schon gehen.

Was ist geschehen?"

Sie erinnern sich nicht?", fragte er und sie hatte das Gefühl, als würde er neben ihr stehen. Seine Stimme war ungewöhnlich laut.

Ich war so müde…", entschuldigte sie sich, sie wusste dass es keine Entschuldigung gab, immerhin war es ihr derzeitiger Zustand, der ihr diese Schwäche verordnete.

Sie waren sehr lange müde, Miss Granger. Wir hatten schon die Befürchtung sie zu verlieren…!"

Seine so gefühlslose Stimme brachte Tränen in Hermines Augen und für diesen Augenblick war sie froh, dass er weit weg stand, dass er nicht näher kam und dies mit ansehen musste.

Wie…wie meinen sie das?", sie versuchte ihren Ton unter Kontrolle zu bringen, aber sie wusste, dass ihm jedes Detail ihrer schwächenden Stimme auffallen würde.

Einen Monat, Miss Granger…!"

Selbst auf die Distanz hin, hatte sie das Gefühl, als würde er nun ihre Augen durchbohren wollen.

Einen Monat? WAS?...Das kann doch nicht sein…

Das ist nicht wahr…das…kann nicht…", war ihre Stimme schneller und brachte ihre Verwirrtheit zum Ausdruck.

Es kann sehr wohl sein…Doch an ihrem Zustand hat sich nichts geändert. Wir wissen nicht was mit ihnen passiert!"

Warum sind sie hier?"

Ich bin dafür verantwortlich gemacht worden, dass sie ihre Medikamente regelmäßig bekommen…sie haben eben ihre Dosis bekommen…!"

Dosis? Aber…aber was haben sie mir gegeben?" Hermine fühlte sich nun schon kräftig genug sich aufzurichten.

Snape jedoch starrte sie wieder nur mimiklos an.

Gegen ihr zu hohes Fieber…ihr Körper scheint sich zu wehren, gegen das was mit ihnen passiert."

Aber was hat Voldemort mit mir gemacht?"; schrie ihre Stimme plötzlich unbeherrscht aus und sofort presste sie ihre Lippen zusammen, als sie die Reaktion ihres Zaubertränkelehrers absehen musste.

Seine ganze Statur zuckte bei der Nennung des dunklen Lords zusammen und als er sich schließlich wieder unter seiner Kontrolle wiederfand, war er bereits mit schnellen Schritten zu ihrem Bett geeilt.

NENNEN sie den DUNKLEN LORD nie beim NAMEN! HABEN SIE mich verstanden?"

Hermine nickte geschwächt und ließ sich zurück aufs Kissen sinken. Noch eine Weile schaute er sie erbost an und erkannte schließlich, dass die junge Schülerin kräftezehrend nach Stärke suchte, die ihr schon so lange zu fehlen schien.

Wie fühlen sie sich?"

Seine Stimme klang wieder emotionslos und doch war Hermine überrascht darüber, dass er Interesse heuchelte.

Ich habe vier Wochen geschlafen, wie glauben sie wohl, wie ich mich da fühle?", konterte sie schnippisch und wusste nicht einmal zu dieser Sekunde woher sie diesen Mumm nahm, sich ihm entgegen zu stellen – gerade in ihrer bescheidenen Situation.

Ja sie haben sehr viel nachzuholen", entgegnete er spitz und kniff seine Augen zusammen.

DAS meinte ICH NICHT, SIR!"

Ich weiß…", murmelte er ihr nickend zu und Hermines braune Augen musterten ihn nachdenklich. Seine Stimme klang zum ersten Mal neutral, wo war der Sarkasmus geblieben?

Werde ich sterben, Professor?" Sein Blick traf den ihrigen unvorbereitet auf dieser plötzlich gestellten Frage. Er öffnete die Lippen, zog die Stirn ein wenig kraus.

Snape wollte gerade etwas erwidern, als Hermine bereits freudige Stimmen hörte. Harry und Ron kamen zugleich in die Krankenstation geeilt.

Snape sah Hermine noch eine Minute lang an und drehte sich um, sodass seine Robe wieder gefährlich und unheimlich zugleich hinter ihm her rauschte und ihm somit eine mystische Aura verlieh. Er verließ ohne ein weiteres Wort das Krankenbett und zog dabei noch den Vorhang um den kleinen Bettbereich. Doch Hermine bemerkte dies nicht, denn ihre zwei besten Freunde sprangen ihr wortwörtlich direkt um den Hals.

Die Fledermaus…wie ich diesen Mann doch hasse", ereilte sich Harry Potter zu äußern, sobald er glaubte dass sein Lehrer für Zaubertränke außer Hörweite gekommen war.

Harry…er hat…hat mir sehr geholfen", kam es doch wirklich über Hermines Lippen. Ihre beiden Freunde musterten sie ungläubig.

DER weiß nicht mal was Helfen bedeutet. Vergessen wir es…sag uns lieber, wie es dir geht? Wir haben sofort von Dumbledore erfahren, dass du erwacht bist! Keiner wollte uns erzählen was mit dir los ist, wir haben die ganzen Wochen über nichts erfahren!"

Ihre Freunde wussten nicht mal, dass ihr Herz nicht mehr schlug? Dass sie fast gestorben wäre? Snape hatte es ihr gesagt…Wir hätten sie fast verloren… Noch immer spukte dieser beängstigende Satz durch ihre Nervenbahnen…

Sie schluckte ihren Batzen Verwirrtheit herab.

Ja…alles okay…", versuchte sie.

Dumbledore meinte aber, du würdest erstmal dem Unterricht fern bleiben…was genau hattest du denn?", kam es sofort von Ron, der sich einen Stuhl an ihrem Bett geschoben hatte und der sie nun sorgend anstarrte.

Was sollte sie sagen? Anscheinend wollten die Lehrer nicht, dass ihre Freunde es wussten…

Sie hob ihre Schultern. „Ich habe…", begann sie gerade stockend, als eine schnarrende, kalte Stimme sie unterbrach.

DAS Potter Trio wieder vereinigt. Was für ein wunderschönes Bild", kam es sarkastisch und Hermines Gesicht gefror zu einer Eismaske, als sie ihren Lehrer und auch Dumbledore erkannte.

Severus…bitte…", wollte der Direktor ihn zügeln doch Snapes Miene war wie jedes Mal unlesbar und ließ nicht erkennen, ob die Worte des Schulleiters ihn irgendwie dazu ermunterten still zu bleiben.

Professor", wandte sich Harry nun an den Schulleiter, „was hatte Hermine? Wieso lag sie solange auf der Krankenstation?"

Hermine schloss kurz die Augen und versuchte flehendlich ihren Puls zu hören, um jeden in diesem Raum sagen zu können, dass wieder alles in Bester Ordnung kommen würde…

Aber leider…

Sie hatte eine Vision, Potter!"

Snapes Stimme klang sachlich und doch spürte Hermine seinen kurzen Blick auf ihrem Gesicht. Ihre Hände hingegen kneteten die Bettdecke und selbst Ron der noch die ganze Zeit auf dem Besucherstuhl gesessen hatte, stand nun geschockt auf.

EINE VISION?", kam es synchron von Ron und Harry.

Snapes Lippen kräuselten sich.

Ja sie wissen doch was eine Vision ist, oder Potter? Falls nicht, schlage ich ihnen vor in der Bibliothek ein Wörterbuch zu suchen…"
„ICH weiß was eine Vision ist, Snape…Ich habe sie fast täglich", grummelte Harry dumpf und funkelte seinen verhassten Lehrer erbost an.

Warum Hermine? Wieso gerade sie?" Rons Stimme zitterte bedächtig und Hermine kam sich so seltsam vor, sie fühlte sich von allen beobachtet und von jedem erfühlte sie Mitleid…na gut außer von einem: Snape.

Das wissen wir nicht, Mr. Weasley", sagte Dumbledore und betrachtete die drei Schüler eingehend, „Hermine war durch die Wucht dieser Vision ziemlich geschwächt…"

Hermines Augen vergrößerten sich bei den Worten des Schulleiters.

Was hatte sie für eine Vision?", drängte Harry doch Snape schnitt ihm das Wort ab: „Das tut nichts zur Sache, POTTER!"

ACH NEIN? FALLS ES sie interessiert, das da ist meine Freundin Hermine…verdammt noch mal…"

Harry", versuchte Hermine ihn zu beruhigen, doch ihre Stimme klang ganz plötzlich so geschwächt und leise. Ron und Harry, die ihr bis eben den Rücken zugewendet hatten, drehten sich sofort sorgend herum und musterten sie.

Miss Granger braucht nun Ruhe…wenn ich sie bitten dürfte", drang Snapes Stimme zu Hermine hindurch.

Ihre braunen Augen sahen ihren Lehrer noch kurz verdutzt an, doch ihre Augenlider wurden wirklich immer schwerer und schwerer. Woher wusste er das? Hatte er es an ihrer Stimme gehört? An ihrem Äußeren ermessen?

Sie hörte noch ein widerstrebendes Murmeln ihrer Freunde, doch dann hörte sie noch Schritte.

Ihr schwerer Kopf fiel wieder ins Kissen zurück.

Wir hätten es ihnen sagen sollen, Severus!"
„Was denn sagen? Das ihre Freundin kein Herz mehr hat?"

Hermine hörte die Stimmen wie in Watte gepackt.

Von der Vision…es ging dabei um sie…Severus. Vielleicht…"

WAS Albus? ...Nun reden sie schon weiter…!"

Vielleicht sind sie der Grund…!"
„Der Grund für WAS?", schnarrte die dunkle Stimme.

Dass Hermine Granger kein Herz mehr hat…"

Als sie das nächste Mal erwachte, war es bereits dunkel in der Krankenstation. Nur ein flacher, kleiner Mondstrahl brach sich durch das Seitenfenster und bestrahlte ihre Bettdecke und einen Teil daneben. Sie keuchte auf, als sie auf dem Besucherstuhl eine Person ausmachte, tief in sich zusammen gesunken. In der rechten Hand noch fest eine leere Tränkeflasche, wo noch ein paar letzte Tropfen herabsickerten und wohl in der dunklen, ihr doch bekannten Robe sickerten.

Warum war Professor Snape bei ihr geblieben? Sie spürte, als sie sich aufrichtete, stechende Schmerzen überall im Körper…nirgendwo einen Ausgangspunkt. Ihre Knochen, Muskeln…alles schmerzte wie Feuernadeln.

Sie biss die Zähne zusammen, denn sie konnte seinen regelmäßigen Atem hören. Er schlief…

Es kam ihr so merkwürdig vor, dass gerade er hier war. Warum nicht Madame Pomfrey?

Nun ja vielleicht weil er dir diese Tränke einflößt? Und sicherlich mehr Ahnung im herstellen hatte wie Poppy….

Ihre innere Stimme versuchte ihr eine Erklärung durch ihr breiiges Gefühl in ihrem Kopf zu geben…

Ihr Blick ruhte auf ihren Tränkeprofessor. Seine dunklen Haare wirkten in der Schwärze der Nacht noch viel dunkler. Sein Gesicht, soweit sie es erkennen konnte, war wie immer mimiklos…selbst im Schlaf…nicht mal ein kleines Lächeln verbarg sich in seinen Zügen, als hätte er vergessen wie es geht…als hätte er vergessen, dass es diese Emotion gab.

Lange starrte sie ihn an und versuchte dabei ihre Schmerzen, die schlimmer wurden von Sekunde zu Sekunde, einfach zu verdrängen…

Doch plötzlich übermannte es sie und ihre Hand griff hastig an ihre Brust. Ihr Brustkorb zog sich so stark zusammen, dass sie keuchend nach Atem rang…Immer wieder schnappte sie nach Sauerstoff. Panik in ihren Augen, ihre weiten Pupillen suchten sich einen Punkt irgendwo …Sie bekam kaum mehr Luft.

Verdammt--Miss Granger…"

Diese Stimme…so vertraulich…aber auch irgendwie…sorgend??

Ihre Lider flatterten…sie spürte noch eine Hand an ihrer Schulter, dann etwas Flüssiges, was ihrer Kehle herab rann…

Sie sank bewusstlos zurück ins Kissen und Schwärze hüllte sie ein.