Ich sah ihr genau in die Augen und sah die Tränen schon in ihnen glitzern. Doch noch hielt sie sich tapfer. "Tonks, du weißt, dass es nicht geht. Ich würde dich ins Unglück stürzen. Es ist besser so."

Als ich fortging war die Straße steil, kehr wieder um,

Eine Träne löste sich und kullerte langsam ihre Wange hinunter.

nimm an ihrem Kummer teil, mach sie heil.

Ich unterdrückte den Drang die Hand zu heben und sie sanft fort zu wischen. "Remus ... bitte ...", flüsterte sie heiser. Ich löste den Blick von ihr und drehte mich um. Ich wusste genau, dass ich schwach werden würde, wenn ich bliebe und sie noch länger ansah. Ich ging zur Tür.

Als ich fortging war der Asphalt heiß, kehr wieder um,

Als ich die Klinke in der Hand hielt, drehte ich mich ein letztes Mal zu ihr um. "Du wirst jemanden finden, der deiner würdig ist. Würdiger, als ich es je werden könnte. Jemanden, der dich so sehr liebt, wie du es verdient hast."

red ihr aus um jeden Preis, was sie weiß.

Ich verließ den Raum, schloss die Tür und lehnte mich gegen sie.

Nichts ist unendlich, so sieh das doch ein,

Ich musste stark sein, um ihretwillen. Bei Merlin, ich liebte diese Frau, wie keine andere zuvor. Aber gerade deshalb musste ich es tun. Musste ihr den Dolch ins Herz stechen. Ihre Wunde würde heilen. Sie war jung und würde jemand anderen finden. Jemanden, der ihr besser tun würde, als ich es tat. Jemanden, der kein Werwolf war. Aber was war mit mir? Würde mein Herz heilen?

ich weiß du willst unendlich sein, schwach und klein.

Ja, das würde es. Dafür müsste ich ihr nur aus dem Weg gehen. Mich vor ihrem Geruch, ihrem Lachen und ihrer Nähe hüten. Die Gedanken an sie meiden und die Erinnerungen ausmerzen.

Feuer brennt nieder, wenn's keiner mehr nährt,

Ich schloss die Augen, als ich aus dem Raum ein Schluchzen vernahm. Endlich fand ihr Kummer ein Ventil. Ich spürte, wie sich in mir alles zusammenzog und auch mir die Tränen hochkamen. Eine Träne bahnte sich entschlossen ihren Weg aus meinem Augenwinkel, rollte hinab und fiel lautlos auf den Boden.

kenn' ja selber was dir heut' widerfährt.

Ich schluckte die Tränen hinunter und stieß mich von der Tür ab. Es war Zeit zu gehen. Ich fühlte mich verloren. So als hätte ich einen Teil von mir zurückgelassen.


Als ich fortging war'n die Arme leer, kehr wieder um,

Ich drehte mich um und warf einen abwägenden Blick auf die Tür. Es wäre so leicht sie zu öffnen, Tonks noch einmal zu sehen, sie vielleicht sogar noch ein letztes Mal in den Armen zu spüren ... aber es wäre auch unfair und egoistisch. Und das hatte sie wirklich nicht verdient.

mach's ihr leichter, einmal mehr, nicht so schwer.

Ich wandte mich von der Tür ab und zwang mich, einen Schritt vor den anderen zu setzen. Vor meinem inneren Auge stieg eine Erinnerung auf: Tonks und ich, wie wir uns das erste Mal küssten. Ihre weichen Lippen, ihr seidiges Haar ... ich schüttelte den Kopf, um diesen Gedanken zu vertreiben. 'Schau nicht zurück, Remus.', sagte ich mir selbst.

Als ich fortging kam ein Wind so schwach, warf mich nicht um,

Schritt für Schritt kam ich vorwärts, während das Schluchzen immer lauter wurde. Je lauter es wurde, desto weicher wurden meine Knie und desto schwieriger wurde es, einen Fuß vor den anderen zu setzen.

unter ihrem Tränendach war ich schwach.

Ich blieb stehen und lauschte. Jeder einzelne Schluchzer war wie ein Stich ins Herz.

Nichts ist unendlich, so sieh das doch ein,

Eine resignierter Seufzer entwich meinen Lippen. Ich konnte es nicht. Ich konnte die Frau, die ich liebte nicht ihrem Schmerz überlassen. Und im selben Augenblick verfluchte ich mich für meine Schwäche.

ich weiß du willst unendlich sein, schwach und klein.

Ich stürmte zurück zur Tür, riss sie auf und eilte auf Tonks zu. Als sie mich erkannte, begann sie unter Tränen zu lächeln und es war, als würde nach dem Regen wieder die Sonne scheinen. Ich schloss sie in die Arme.

Nichts ist von Dauer wenn's keiner recht will,

"Verzeih mir", flüsterte ich und kämpfte mit den Tränen. "Es gibt nichts zu verzeihen. Schließlich bist du wieder bei mir", antwortete sie. Sie ahnte nicht, dass ich sie um Verzeihung bat, weil ich ein Werwolf war und ich sie zu sehr liebte, um sie vor mir zu beschützen.

auch die Trauer wird da sein schwach und klein.