Kapitel zwei: Avalon
Die Aussicht aus den oberen Fenstern war einfach unglaublich. Er stand dort und nahm alles in sich auf. Das üppige, grüne Gras, die Eichen und Obstbäume erinnerten ihn an Hogwarts, aber natürlich kam Hogwarts nicht gegen Fincayra an. Es juckte ihn in den Fingern, seinen Besen zu nehmen und die Gegend zu erkunden, aber Mad-Eye und Remus hatten ihm gesagt, dass er an Ort und Stelle bleiben solle. Und er respektierte sie genug, um auf sie zu hören.
Harry bemerkte die schönen Blumen, vermutlich Rosen, eine gesprenkelte, violette Blume und weiße Lilien. Er öffnete das Fenster und atmete tief ein. Sogar die Luft schmeckte süßer als im Ligusterweg. Es war klar, dass sie sich auf dem Land befanden, aber er war sich nicht sicher wo und wessen Haus es war.
Es waren Stunden vergangen, seit sie in diesem Haus, oder besser gesagt, Gutshof, angekommen waren. Nachdem Remus ihm sein Zimmer gezeigt hatte, das mit einem riesigen Himmelbett, dazu passenden Schränken und einem Tisch, ausgestattet war hatten sie ihm gesagt, dass er sich alles anschauen konnte, was er wollte. Trotzdem sollte er sich nur im Haus bewegen. Aber das störte ihn nicht so sehr, solange er nur nicht wie früher, bei den Dursleys, in seinem Zimmer bleiben musste.
Das Haus war wunderschön. Es musste einer sehr reichen Person gehören. Überall im Haus hingen Bilder und Skulpturen standen in allen möglichen Ecken. Er konnte es nur vermuten, da er kein Experte war, aber alle Möbel sahen sehr alt und entsprechend wertvoll aus. Harry hatte keine beweglichen Bilder gesehen, deshalb vermutete er, dass das Haus keinem Zauberer gehörte.
Harry benötigte fast zwei Stunden um die Zimmer zu erkunden. Er war sich nicht sicher, ob es auch geheime Zimmer oder Durchgänge gab, aber er hatte mit den Zimmern, die er betreten konnte genug zu tun.
Ihm gefiel das hintere Wohnzimmer, der Ballsaal, das große Wohnzimmer, die sieben Schlafzimmer und die Bücherei sehr gut. Die Bücherei war fast komplett mit Büchern gefüllt, Hermine würde dieses Zimmer lieben. Dann fiel ihm wieder das Ereignis ein, das vor seiner Abreise aus dem Ligusterweg eingetreten war. Vor lauter Aufregung über die Abreise hatte er es komplett vergessen. Eigentlich wollte er Remus dazu befragen, aber er hatte während seiner Erkundungstour niemanden gesehen.
Als er die Küche betrat war die Bücherei schnell vergessen. Es war, als ob er den Himmel betreten hätte. Brot, Dosenfutter, gefrorenes Essen, Fleisch, Früchte, Gemüse und verschiedene Süßwahren und Getränke türmten sich dort. Harry überlegte Ron würde dieses Zimmer und besonders seinen Inhalt lieben. Aber all das Essen würde nicht einmal eine Woche reichen, falls Ron freien Zugang zur Küche erhielt.
Er vermisste seine Freunde, besonders Hermine. Harry fragte sich, ob sie wussten, dass er nicht mehr im Ligusterweg war. Noch bevor er das Fenster schließen konnte, schoss eine kleine, aufgeregte Eule herein.
„Pig!" schrie Harry. Pigwidgeon flog zu Harry und hielt ihm seinen Fuß hin, damit ihm der Brief abgenommen werden konnte. Das überraschte Harry. Normalerweise musste er ihn erst jagen, bevor er an den Brief kam.
„Gut gemacht, Pig." lobte er ihn, und gab ihm eine Belohnung. „Flieg los und trink was, solange ich den Brief lese."
Lieber Harry,
Ich 'hab gehört, dass du endlich aus dem Rattenloch raus durftest. Ich freu mich für dich, genau wie Lavender und Ginny. Lavender ist für einen kurzen Besuch vorbeigekommen, und jetzt schauen beide über meine Schultern. Also kann ich jetzt nichts Wichtiges schreiben. Mädchen! (AUA! Jetzt haben sie mich beide geschlagen.) Ist Liebe nicht wunderbar? Wie auch immer, wir versuchen Mum und Dad zu überreden, dass wir dich, oder du uns, besuchen kannst. Drück die Daumen!
Deine Freunde
Ron, Lavender und Ginny
P.S. Sie haben mir den Arm verdreht, um mich zu zwingen, ihre Namen zu schreiben.
Harry schmunzelte als er den Brief gelesen hatte. Er vermisste sie schrecklich, und hoffte dass er sie besuchen durfte. Aber wenn Dumbledore denken würde, dass er im Fuchsbau sicher wäre, dann hätte er ihn gleich dort hin gebracht, anstatt in dieses große Haus. Also entschied er sich, den Dreien und Hermine zu schreiben.
Lieber Ron, liebe Lavender und Ginny,
ich hoffe, dass es euch allen gut geht. Ich weiß nicht genau wo ich bin, und selbst wenn ich es wüsste wäre es nicht klug, es in einem Brief zu erwähnen. Aber ich versuche, mich hier zu beschäftigen. Ich vermisse euch alle. Ich hoffe, dass wir uns bald wiedersehen.
Euer Harry
Harry las den Brief noch einmal durch und entschied, dass er es dabei belassen konnte. Er kannte die Sicherheitsregeln für Eulenpost. Harry band den Brief an Pigs Fuß und öffnete das Fenster.
Dann begann er mit dem Brief an Hermine. Er musste unbedingt wissen, ob er die Sache mit der Astralprojektion nur geträumt hatte. Das war auch ein Grund, wieso er Remus noch nicht danach gefragt hatte. Er war sich nicht sicher, ob es real gewesen war.
Liebste Hermine,
ich wollte dich nur wissen lassen, dass ich die Unterwelt verlassen durfte. Ich vermisse dich. Es tut mir leid, dass ich dir nicht so viel geschrieben habe. Zudem wollte ich noch fragen, was da nachts wirklich passiert ist. Sag einfach ‚ja', wenn es stimmt. Ich möchte das genaue Geschehen lieber nicht aufschreiben. Ich hoffe, dass wir uns bald sehen.
In Liebe, Harry
Harry hasste es, in Rätseln zu sprechen. Aber wenn es wirklich passiert war, dann wusste sie, wovon er sprach. Er würde Remus nicht eher darauf ansprechen, als bis er eine Antwort von Hermine erhalten hatte. Harry faltete den Brief zusammen und band ihn an Hedwigs Fuß. Sie verabschiedete sich mit einem liebevollen Kniff in seine Schulter, bevor sie losflog, um den Brief zuzustellen.
Nachdem Hedwig weggeflogen war, erinnerte in ein Grummeln im Bauch daran, dass es wahrscheinlich Zeit fürs Abendessen war. Aber er roch keinerlei Kochgerüche aus der Küche, genau genommen wusste er noch nicht einmal, ob überhaupt jemand anderes da war. Von seinen Rundgängen ausgehend, war er alleine. Also ging Harry die Treppe hinunter und wollte das Abendessen für alle herrichten, in der Hoffnung, dass sie wieder auftauchen würden.
Zu seiner Überraschung entdeckte Harry in der Küche Remus und Mad-Eye, die das Essen zubereiteten – selbstverständlich mithilfe von Magie. „Oh, Harry. Schön, dass du da bist. Wir wollten Tonks gerade auf die Suche schicken." Erklärte Remus. „Wasch dir die Hände und setz dich."
„Wie habt ihr Beiden es geschafft, etwas zu kochen, ohne dass ich es oben riechen konnte?"
„Also wirklich, Harry. Du lebst unter Zauberern. Denkst du wirlich, dass wir keine Zauber haben, die besser sind als diese Ventilationsdinger, die die Muggel über ihren Öfen haben, und die angeblich den Geruch entfernen sollen?"
Harry lächelte. Er hatte ganz vergessen, dass sie Magie verwenden konnten. Und da sie offenbar alle in einer abgelegenen Gegend waren, gab es auch keine nervigen Nachbarn, um die sie sich sorgen machen mussten. Was Tante Petunia wohl zu dem ‚Geruchlos'-Zauber sagen würde, wenn sie Fisch zubereiten würde?
„Na los, Harry. Wasch dir die Hände, wir haben alle Hunger. Das ist dein erstes Essen ohne deine Verwandte."
Harry tat, wie ihm geheißen, und zum ersten Mal seit langer Zeit gefiel ihm das Essen, obwohl es nicht in Hogwarts oder im Fuchsbau war. Das Essen in Gesellschaft von Remus, Mad-Eye und Tonks war lustig. Niemand schrie ihn an, und niemand verlangte von ihm, das Essen zu kochen oder abzuräumen. ‚Wieso konnte ich nicht vorher schon mit Remus hier leben?' fragte er sich. Er wusste immer noch nicht, wo sich das Haus befand, und niemand schien es ihm sagen zu wollen. Aber das beunruhigte ihn nicht weiter, er war einfach zu glücklich.
„Harry," begann Remus. „Ich hoffe dir hat das Haus gefallen. Leider hatten wir noch ein paar Sachen zu erledigen, bevor wir uns hier niederlassen können."
„Also bleibt ihr alle mit mir hier?"
„Nein, nur ich. Mad-Eye wird gelegentlich vorbeischauen, aber Tonks muss wieder zurück an die Arbeit."
„Gut. Ich vermute, du willst sicher gehen, dass ich meine Hausaufgaben mache?"
„Ja, und noch andere Sachen."
„Oh und das wäre?"
„Das wirst du rechtzeitig erfahren. Jetzt entspann dich erstmal und mach deine Hausaufgaben."
„In Ordnung. Ich muss mit euch noch über etwas reden, aber bevor ich euch dazu was sagen kann, muss ich noch auf einen Brief von Hermine warten."
Remus und Mad-Eye räusperten sich. Sie wussten nicht, ob schon jemand mit Harry über die „Bienen und Blumen" gesprochen hatte, und keiner von ihnen wollte sich freiwillig melden dies zu tun. Harry ahnte, in welche Richtung ihre Gedanken schweiften.
„Also bitte! Nicht darüber, damit habe ich kein Problem."
Sie räusperten sich wieder, und Tonks errötete.
„Nehmt eure Gedanken aus der Gosse. Hermine und ich, wir haben darüber schon gesprochen und uns entschlossen, noch zu warten, da wir noch nicht für die Verantwortung bereit sind, falls Konsequenzen eintreten sollten."
Die Drei Erwachsenen seufzten erleichtert. Sie waren nicht der Meinung, dass sie Harrys „Ausbildung" in dieser Richtung übernehmen konnten. Nicht, dass sie keine Erfahrung hatten, aber sie wussten einfach nicht wie man es erklären konnte.
„Tut mir leid Harry. Ich war nicht auf diese Art von Unterhaltung vorbereitet, deshalb bin ich nervös geworden, als du eine so vage Andeutung gemacht hast."
„Schon gut. Aber falls ich doch fragen habe, dass kann ich zu euch kommen?"
Remus und Mad-Eye zögerten kurz, antworteten dann aber beide: „Sicher."
Es lies Harry lächeln, dass sie bei dieser Art der „Unterhaltung" erröteten, aber Todesser ohne einen Lidschlag bekämpften.
„Danke."
„Du solltest dich jetzt ausruhen, Harry." Sagte Tonks. Sie musste den anderen beiden unbedingt eine Standpauke halten. Von allen Leuten, die sie kannte, konnte sie sich Remus und Mad-Eye am allerwenigsten als Vorbilder für Harrys Liebesleben vorstellen.
„In Ordnung. Gute Nacht."
„Gute Nacht. Ich verspreche dir, wir werden bald noch genauere auf deinen Stundenplan hier in Avalon eingehen." sagte Remus. Mad-Eye versetzte ihm unter dem Tisch einen Tritt.
„Entschuldige, hast du Avalon gesagt?"
„Ja und nein. Es ist nicht die Inseln, sondern das Anwesen. Das Anwesen heißt Avalon. Das ist alles, was ich zu dieser Zeit darüber sagen werde. Gute Nacht, Harry."
„Nacht."
Harry ging schmollend zu seinem Zimmer. Wieso erzählten sie ihm nicht einfach alles? Wieso wurde alles bis zum letzte Moment vor ihm geheim gehalten? Trauten sie ihm nicht? Bis er schließlich in seinem Zimmer ankam, war er in Depressionen verfallen. Aber als er Hedwig entdeckte, ging es ihm sofort wieder besser. Er wusste, dass Hedwig eine Antwort von Hermine dabei hatte.
Harry eilte zu seiner Eule, gab ihr ein Leckerli und nahm ihr den Brief ab. Er musste nicht allzu weit von Hermine entfernt sein, da Hedwig nicht allzu müde aussah und die Strecke wenigen Stunden geschafft hatte. Dann riss er den Brief auf.
Lieber Harry,
was in aller Welt denkst du dir dabei, einfach zu verschwinden? Ich habe in der Unterwelt, wie du es nennst, angerufen, und die haben mir gesagt, dass du schon weg wärst. Ich bin fast wahnsinnig vor Sorge geworden und habe mir schon das allerschlimmste vorgestellt. Oh, bevor ich es vergesse: JA.
Ich hoffe, dass ich dich bald sehe. Ich weiß, dass ich in dem Brief nicht alles schreiben kann, also müssen wir warten, bis wir uns sehen.
In Liebe
Hermine
Jetzt war Harry richtig aufgeregt. Er hatte wirklich eine Astralprojektion erzeugt. Eigentlich wollte er sofort die Treppe hinunter rennen, um es Remus zu erzählen, aber dann tat er es doch nicht. Wenn sie ihm nicht sagten wo sie waren, und auch andere Sachen die er gerne erfahren wollte vor ihm verheimlichten, dann konnten sie auch warten, bis sie von seinen neuen Fähigkeiten erfuhren.
Er entschloss sich, in die Bücherei zu gehen, und nach Büchern über Astralprojektionen zu suchen.
Ü/N: Tja, da haben wir es mal wieder geschafft, ein neues Kapitel. KApitel 3 liegt auch schon bei Enigma und Kap 4 wird heute/morgen fertig. Danke für die Reviews, das waren ja mal wieder extrem viele. Ich muss noch was gestehen: Die KApitelnamen hab ich mir selber ausgedacht, in der Orginalversion ist es einfach durchnummerriert.
Pupp: ztztzt Wenn du schon vorgelesen hast fehlt doch die Spannung -)
Avallyn Black: Die Fortsetzung ist doch nicht schwer zu finden, du musstest doch nur auf den Author namen bei Galator1 klicken (indiesem Fall "laser-jet"), dann kommst du zu allen übersetzungen die ich veröffentlicht habe. Sagen wir es so, ich übersetze genial und Enigma korrigiert genial. Also sind wir beide genial. -)
Steffen: Asche auf dein Haupt? das Trifft sich gut, ich sollte sowieso mal den Ofen ausräumen...wieviel Kilo willst du?
Silvertrust: Ich sehe es auch so, der Galator hat kein richtiges Ende. Deshalb hätte ich dir Fortsetzung auch lieber natlos angehängt...
Lalle: Dass du es so wörtlich nimmst hätte ich nicht gedacht. Aber besser als nix -)
Travin Stormkeeper: MAch ich, mach ich.
MrsGaladriel: Zum ersten Mal hab ich jetzt deinen Nick ohne Fehler beim ersten mal geschafft.Tjo, was soll ich jetzzt noch sagen?
Kathleen Potter: Ich glaube in dem Kapitel kam ja raus wo er sich befindet. (So genau weiß ich das gerade nicht, da ich schon an kap 4 übersetze). Die Erklärung zur Astralprojektion übernimmt Merlin persönlich, ich glaube das kommt in Kap 4.
Bepa: Wieso schnell? hast du erwartet, dass wir eine ewiglange Pause machen? Tja, wenn ich deine Fragen beantworte, dann ist die spannung weg. Also quäle ich dich lieber noch.
Hermine Potter (Chooo): Auch bei dir gillt: Hast du erwartet, dass wir eine ewiglange Pause machen? Wieso denkt ihr denn alle nur so schlecht von mir #schnüff#
Tini-Chan: Und zum dritten Mal: wieso denkst du, dass ich eine Pause mache, bevor es mit der Fortsetzung weitergeht? Ich habe ganz klare Prioritäten: 1. Fanfiction und Computer. 2. Alles andere wichtige. 3. Schule... (Und ja, ich weiß, dass ich irre bin)
Rudi: Klar sind wir noch die gleichen. Ich hab zusammen mit Enigma angefangen. Wenn Enigma keine Lust mehr hat werde ich vermutlich auch aufhören. Hoffentlich werde ich nie über diese Frage nachdenken müssen...Er wird nie apparieren, sonder Teleportieren. Der große unterschied ist, dass das auch in Hogwarts funktioniert. Das wird aber noch ein paar kapitelchen dauern. Welche Dankeschöns meinst du? Die bei den Dursleys? Tja, ich übersetze es nur.. aber ich hab das auch für äußerst unrealistisch gehalten.
