Kapitel 2:
Schweißgebadet und schwer atmend wachte Harry am nächsten Morgen auf. Seine entgleisten Gesichtszüge waren Zeuge seines tiefsitzenden Schocks. Er hatte tatsächlich von Malfoy geträumt. Aber nicht einfach irgendeinen Traum. Ein verdammter Traum mit körperlichen Folgen. Dieses Bild von Malfoy würde er so schnell nicht mehr aus seinem Kopf bekommen. In seinem Traum hatte er Malfoy dabei beobachtet, wie dieser in einem komplett grün gestalteten Raum vor einem großen Spiegel stand. Mit der einen Hand an der Wand abgestützt und die andere Hand in seiner Hose, anfangs auf den Boden vor sich schauend. Und Harry war im gleichen Raum gewesen, nur wenige Meter hinter dem Blonden. Und dann kam der befremdendste und gleichzeitig anziehendste Moment seines Traumes: Draco Malfoy, der seinen Blick anhob und Harry durch den Spiegel ansah, ein intensiver und wissender Blick aus sturmgrauen Augen.
Allein die Erinnerung an diesen Blick ließ Harry wohlig erschaudern. Ob Malfoys Blick in der Realität auch so intensiv sein konnte? Und warum zum Teufel träumte er eigentlich SO etwas von dem Slytherin? Doch was noch schlimmer war: Warum erregten ihn diese Bilder so stark?
Harry hatte schon seit Monaten nicht mehr so eine Lust verspürt und ausgerechnet sein ehemaliger Erzrivale sollte der Auslöser dafür sein? Vielleicht wurde er auch einfach verhext, in den Nächten, an die er sich nicht erinnern konnte. Wer wusste das schon? Und genau deshalb galt es jetzt mit geschärftem Verstand und ohne störende Erektion den Tag zu beginnen. Eine halbe Stunde hatte er noch bis zum Aufstehen und die wollte er nicht ungenutzt lassen.
Harry legte leise einen Imperturbatio-Zauber um sein Himmelbett, sodass ihn niemand belauschen oder stören konnte. Er wollte sich vollkommen seiner Lust hingeben und rief sich noch mal das Bild des Slytherin vor Augen. Automatisch wanderte seine Hand gleichzeitig mit der des Traum-Dracos in seine Hose und umfasste seine Härte. In seiner Vorstellung sah er dem Slytherin wieder in diese intensiv leuchtenden Augen und dieses Mal zwinkerte ihm der Blonde leidenschaftlich zu, bevor auch dieser gleichzeitig das Tempo seiner Hand erhöhte. Harry wollte dem Anderen gerne näher kommen, ihn berühren, ihm den gleichen Genuss wie sich selbst bereiten, doch sein Traum-Draco schüttelte nur leicht den Kopf um es ihm zu verwehren. Und das war der Anstoß, der Harry zum Höhepunkt brachte. Mit einem leisen, kehligen Stöhnen kam er so heftig wie schon lange nicht mehr und alles, was er vor seinem inneren Auge sah, war grau.
„Morgen Harry, du siehst schon wesentlich besser aus. Gut geschlafen, diese Nacht?" Augenblicklich stieg Harry die Wärme ins Gesicht, als sein bester Freund die Treppe vom Schlafsaal runter geeilt kam. „Ja… war besser…", murmelte er, doch Ron achtete nicht weiter auf ihn, da nun auch Hermine zu den zweien stieß. „Wie ich sehe, scheinst du besser geschlafen zu haben. Dann können wir ja heute unseren Plan verfolgen." Fröhlich ging sie geradewegs auf den Ausgang des Gemeinschaftsraumes zu und ließ die anderen beiden mit ratlosem Blick stehen. „Welchen Plan meint die denn?", fragte Ron ziemlich verwirrt, doch Harry konnte auch nur ahnungslos mit den Schultern zucken, bevor sie ihrer Freundin hinterher hechteten.
Leider hatten die drei an diesem Tag nur zwei gemeinsame Stunden Unterricht am Morgen, sodass sie sich schon um kurz nach 10 Uhr trennten und Hermine sich Richtung 3. Stock aufmachte, während Ron und Harry in die Kerker verschwanden. Glücklicherweise hatten sie den heutigen Zaubertränke-Kurs nicht mit den Slytherins, sondern mit den Hufflepuffs, sodass Harry noch gute 3 Stunden Unterricht und 2 Freistunden Zeit blieb, bis er den Blonden erst in Pflege magischer Geschöpfe wiedersehen musste. Und bis dahin war auch Hermine wieder mit dabei und sie konnten vielleicht endlich mal über diesen dubiosen Plan reden.
Die Zeit verging nur schleichend und Harry driftete immer wieder mit seinen Gedanken ab, während er nur halbherzig versuchte, den gewünschten Trank zu brauen. Ständig musste er an seinen Traum denken und an die gestrige Begegnung mit Malfoy. Und generell konnte er sich so gar nicht auf irgendetwas anderes konzentrieren, das nicht mit den neusten Ereignissen in seinem Leben zu tun hatte. „Alter, ich glaube, du machst da was falsch…", holte ihn Ron urplötzlich mit alarmierendem Unterton in der Stimme wieder zurück in den Klassenraum.
Ron stierte angeekelt in Harrys Kessel und dann wieder in seinen eigenen. „In der Zubereitungsanweisung steht nichts von grauer Glibberpampe… ich meine, mein Trank ist auch nicht wirklich türkis, aber immerhin blau und nicht so schleimig… Sieht übel aus, Harry."
Als Harry das Schlamassel sah, musste er leicht grinsen. Verfolgte ihn diese Farbe jetzt etwa?
Früher hätte Malfoy dem Ganzen mit einem blöden Spruch auch noch seine ganz eigene Note verliehen. Und dann hätte es definitiv wieder Punkteabzug für Gryffindor gegeben. Zum Glück war Professor Slughorn in dieser Beziehung etwas menschlicher als Snape es gewesen wäre und so reinigte er seinen Kessel mit einem Schwenker seines Zauberstabs und versuchte, sich dieses Mal etwas besser zu konzentrieren, auch wenn er in der vorgegebenen Zeit sicher nicht fertig werden würde.
Zum Mittagessen sahen sie Hermine wie erwartet nicht. An manchen Tagen nahm sie sich vom Frühstück Essen mit, um in ihrer Mittagspause essen und gleichzeitig in der Bibliothek weiter lernen zu können.
Da der März, so wie heute, schon überraschend warme Tage zu bieten hatte, nutzten Harry und Ron den Rest ihrer Pause und die Freistunde dazu, ein paar Sonnenstrahlen am See zu tanken. Leider hatten viele andere Schüler wohl den gleichen Plan, sodass es rund um den See bald sehr voll wurde.
„Ich frage mich immer noch, von welchem Plan Hermine heute Morgen geredet hat.
Warum kann sie uns nicht einmal miteinbinden? Hoffentlich klärt sie uns gleich auf." Ron lag neben Harry in der Wiese, mit geschlossenen Augen und gähnte genussvoll. Harry starrte einfach in den Himmel und beobachtete, wie sich die eine oder andere Eule auf dem Weg zur Eulerei machte.
Das wäre doch der perfekte Zeitpunkt, um mal in der Eulerei vorbeizuschauen, und nachzusehen, wie es seiner neuen Eule ging. „Ich geh kurz in den Eulenturm und schau nach Abigail. Bin gleich wieder da." Mit einem Satz war er auf den Beinen und schnellen Schrittes wieder im Schloss.
Es dauerte einige Minuten, bis er die Vielzahl an Treppenstufen zum Eulenturm bewältigt hatte, doch nun stand er endlich vor der hölzernen Tür, die schon einen kleinen Spalt offen stand. Harry war gerade dabei, die Tür weiter zu öffnen, als er inne hielt, weil er innen eine vertraute Stimme wahrnahm: „Da bist du ja endlich, blöder Vogel… Hier, nimm und rausch wieder ab." Harry öffnete die Tür ein bisschen weiter, um die Szene genauer zu beobachten. Er hatte Recht, es war Draco Malfoy, der da inmitten des ganzen Strohs stand und einer fremden Eule ein paar Münzen ans Beinchen wickelte, die daraufhin durch eines der großen glaslosen Fenster wieder davonflog.
Harry beobachtete das Szenarium noch ein bisschen weiter und sah, wie Malfoy das gerade gelieferte kleine Päckchen entrollte. Schockiert musste er feststellen, dass der Blonde nun nichts anderes in der Hand hielt, als eine kleine vertraute Blume: Ein Vergissmeinnicht. Harry war so aufgeregt, dass er zu spät wahrnahm, wie er sich immer stärker an die Tür lehnte und sich diese nun mit einem immer lauter werdenden Quietschen weiter öffnete. Der Blonde drehte sich schlagartig Richtung Tür und seine Augen weiteten sich. „Potter… was…?" Das Blut rauschte durch Harrys Kopf, sein Herz schlug wild in seiner Brust.
„Warst du das, Malfoy? Hast du meine Erinnerung gelöscht?" Langsamen Schrittes ging er auf den Slytherin zu. Dieser war immer noch zu perplex, gerade von Harry überrascht worden zu sein. Doch so langsam erlangte er seine Fassung zurück. „Ich weiß nicht, was du von mir willst, Potter. Hatte ich dir nicht gesagt, dass du dich um deinen eigenen Kram kümmern sollst?!" „Hör auf mit diesen Spielchen. Ich sehe doch diese Blume in deiner Hand. Was hast du mit mir gemacht und was hast du noch vor?" Harry wurde immer wütender. Der Blonde konnte doch nicht ernsthaft denken, dass er so davon kommen würde. Für wie blöd hielt er ihn eigentlich?
„Du hast im Krieg wohl zu viele Schläge auf den Kopf bekommen. Mach die Biege, Potter." Draco drehte sich wieder von Harry weg und dachte wohl, dass alles gesagt war, doch da hatte er die Rechnung ohne den Gryffindor gemacht. Harry machte nur einen großen Schritt nach vorne und griff nach Malfoys Arm. Dieser versuchte, sich aus dem Griff zu lösen, was jedoch scheiterte. „Lass mich los, Potter!" „Ich will erst die verdammte Wahrheit wissen!" Harry griff nun mit der anderen Hand auch noch an Malfoys Kragen und zog ihn näher zu sich ran. Obwohl der Slytherin einen halben Kopf größer war als er, hatte er keinerlei Bedenken, dass er dem Blonden nicht gewachsen sein könnte.
„Los, jetzt spuck's aus!" „Du kannst mich mal!" Draco riss mit einem starken Ruck seinen Arm aus Harrys Griff, ließ die Blume in seiner anderen Hand fallen und schubste den Schwarzhaarigen dann mit beiden Händen von sich weg. „Wenn du Stress willst, kannst du ihn gerne haben!" Draco ging geradewegs wieder auf Harry zu, holte aus und verfehlte nur knapp Harrys Kinn. Dieser ging ebenfalls auf Draco los und die beiden rangelten miteinander, versuchten den jeweils anderen effektiv in die Schranken zu weisen. Die wenigen Eulen, die zur dieser Zeit auf ihren Stangen saßen, um ein bisschen Mittagsruhe zu halten, flogen aufgeschreckt aus den Fenstern.
Die zwei jungen Männer kämpften sich durch den steinernen Raum, das Stroh unter ihren Füßen flog zu allen Seiten davon, bis Draco plötzlich die harte Wand in seinem Rücken spürte. Der Gryffindor stieß bei dem plötzlichen Aufprall gegen ihn und reagierte sehr schnell. Er schnappte sich Dracos Hände und drückte sie über dessen Kopf an die Wand. Die beiden standen sich schwer atmend gegenüber und funkelten sich böse in die Augen. „Lass mich verdammt noch mal los, Potter! Ich schwöre, das wirst du bereuen." Draco versuchte sich aus seiner Gefangenschaft zu lösen, vergeblich. Es hatte keinen Zweck. Der Gryffindor hatte ihn in der Mangel.
Harry wollte den Blonden zwischen sich und der Wand erst wieder loslassen, wenn er endlich Gewissheit darüber hatte, ob dieser etwas mit seinen Erinnerungslücken zu tun hatte. Schließlich war nicht umsonst sein Name gefallen, im gleichen Atemzug wie „unbrechbarer Schwur". Da musste doch was dahinter stecken. Und das galt es heraus zu finden.
Doch Harry merkte bald, dass sein Vorhaben nicht bis zum Ende durchdacht war. Diese Nähe machte ihn ziemlich nervös. Er versuchte dem Blick des Anderen auszuweichen, doch diese wütend funkelnden Augen… dieses Grau… fast so intensiv, wie in seinem Traum. Nicht schon wieder.
Dracos Herz sprang fast aus seiner Brust, die letzten Sekunden sind ihm wie eine Ewigkeit vorgekommen. Er hätte aber auch nicht damit rechnen können, dass ausgerechnet Harry Potter in der Minute in die Eulerei kommt, als er ein neues Vergissmeinnicht geschickt bekommen hatte. Warum konnte nicht einmal ein Plan funktionieren? Verdammter Potter mit seinem verdammten Drang alles herausfinden und wissen zu müssen und seiner verdammten körperlichen Überlegenheit und diesen verdammten grünen Augen. Ganz anders als das wohlbekannte Slytherin-Grün. Viel intensiver, leuchtender, heller. Wie tausende winzige Smaragde, die im Licht tanzten, umringt von dichten, schwarzen Wimpern.
Draco schluckte hart, seine Kehle war staubtrocken. Er riss sich von diesen traumhaften Augen los, nur um direkt danach an Harrys Lippen hängen zu bleiben. Seine Wut war sich langsam aber sicher am verflüchtigen, um etwas Anderem Platz zu machen, etwas viel angenehmerem. Ein wohliger Schauer lief ihm über den Rücken. Verdammt noch mal, das hier konnte kein gutes Ende nehmen. Der Gryffindor hielt immer noch Dracos Hände über seinem Kopf an die Wand gedrückt fest, aber Draco wollte jetzt sowieso nicht weg; nicht mehr. Wenn er doch nur kurz diese Lippen berühren könnte, nur ganz kurz.
Just in dem Moment leckte sich der Gryffindor über die Lippen um diese zu befeuchten. Um Draco war es geschehen. Er reckte leicht seinen Kopf nach vorne um die geringe Distanz zwischen ihnen zu überbrücken und berührte ganz sacht die Lippen des Schwarzhaarigen. Nur kurz, genauso, wie er es sich vorgestellt hatte. Und doch war es lang genug, um sein Herz ein paar Takte aussetzen zu lassen. Mit geschlossenen Augen lehnte er seinen Kopf wieder an der Wand ab. Im Grunde wollte er nicht sehen und nicht wissen, was da nun auf ihn zukommen würde. Doch das hätte er sich vorher überlegen müssen. Er öffnete langsam die Augen, nur um direkt in ein schockiert dreinblickendes Grün zu sehen.
„Was… soll das? Welches Spiel spielst du hier, Malfoy?" Draco merkte, wie der Druck auf seine Hände nachließ und nutzte die Gunst der Stunde, um sich vollends zu befreien. Der immer noch irritierte Gryffindor schaltete nicht schnell genug und befand sich nun selbst in der Situation, in die er zuvor Draco gebracht hatte. „Ich habe mich befreit, hast du doch gesehen. Und jetzt hör auf, mich für irgendetwas zu verdächtigen, was du nicht beweisen kannst." Harrys Ausdruck änderte sich augenblicklich von Irritation zu Wut. „Also hast du doch etwas damit zu tun?" Draco musste grinsen. „Ich habe nie das Gegenteil behauptet."
Draco wusste nicht, warum er so provokant an die Sache ranging. Eigentlich wollte er doch noch nicht auffliegen. Zumindest nicht so schnell. Doch vielleicht war gerade jetzt der passende Moment gekommen. Draco hatte zwar nicht die Hände des anderen in seinem Griff, jedoch stand er so dicht vor diesem und stützte sich selbst mit seinen Händen neben dessen Kopf an der Wand ab, dass der Gryffindor gar nicht weg konnte.
„Warum tust du das, Malfoy?" Der Schwarzhaarige strengte sich sichtbar an, seine Beherrschung nicht zu verlieren. „Was tue ich denn?", frage der Blonde spöttisch. „Das weißt du ganz genau!" Harry wurde lauter. Draco bemerkte den Stimmungswechsel in den Augen des Gryffindors. Er wusste, dass er sich hier auf sehr dünnem Eis bewegte. „Sagst du mir jetzt endlich die Wahrheit oder muss ich dich dazu zwingen?" Draco grinste breit. „Ich denke nicht, dass du in der Position bist, mir irgendetwas anzudrohen…" Um seine Worte zu verstärken, presste er sich noch näher an den Gryffindor.
„Malfoy…" „Potter…?" Ihre Worte waren plötzlich nur noch ein Flüstern. Harrys Mund war leicht geöffnet und Draco konnte den warmen Atem an seiner Wange spüren. „Ich gebe dir gerne etwas, zu dem du mich nicht zwingen musst." Bevor Harry irgendetwas erwidern konnte, verschloss Draco die Lippen des Gryffindor mit den Seinen. Draco wusste, dass es ziemlich gewagt war, Potter noch einmal zu küssen und rechnete schon mit einer Faust in seinem Magen oder dergleichen, doch entweder schien der Schwarzhaarige noch unter Schock zu stehen, oder er hatte tatsächlich nichts dagegen. Und Letzteres war wohl wirklich der Fall. Draco merkte, wie sich die Lippen des Anderen ein wenig weiter öffneten und sich geschmeidig an seine schmiegten. Er ging noch einen Schritt weiter und ließ ganz kurz seine Zungenspitze über Harrys Unterlippe streichen, wofür er ein leises Schnurren als Antwort bekam.
Konnte das wirklich sein? Draco kam sich vor, wie in einem seiner vielen Träume. Wie oft schon war er mitten in der Nacht schweißgebadet wach geworden, nur um dann festzustellen, dass der verdammte Held der Zaubererwelt in jeder Phase seines Schlafes erneut in seinen Träumen unterwegs war. Und jedes Mal holte ihn die Realität mit einer immensen Wucht wieder ein, denn für ihn stand fest, dass seine Wünsche wohl nie wahr werden würden. Doch nun stand er tatsächlich mit dem wahrgewordenen Traum vieler Frauen im Eulenmist und knutschte mit diesem rum, wie ein verliebter Teenager. Und ja, das konnte man wirklich Knutschen nennen, denn der Gryffindor stupste ihn zum wiederholten Mal mit der Zunge an und Draco ließ sich nur zu gerne darauf ein.
Harry verstand die Welt nicht mehr. Wie zur Hölle war er in diese Situation gekommen? Gerade eben war er noch mehr als wütend auf den Slytherin und sein intrigantes Gehabe und jetzt stand er hier mit eben jenem und küsste ihn, was das Zeug hielt. Das durfte doch alles nicht wahr sein. Und warum hatte der Blonde das Ganze überhaupt erst angefangen? Draco Malfoy war, ist und würde auch immer ein Slytherin sein und denen konnte man nicht über den Weg trauen. Sicherlich war das nur eine ganz neue Möglichkeit ihn wieder zu demütigen und Harry war offensichtlich darauf reingefallen.
Von neuem Zorn gepackt stieß er den Blonden von sich los und zückte augenblicklich seinen Zauberstab. „Hattest du jetzt deinen Spaß, Malfoy? Dann kannst du jetzt endlich zur Sache kommen." Harry funkelte den Slytherin feindselig an. Sollte dieser seinen Zauberstab auch nur annähernd zücken wollen, wäre der erstbeste Fluch schon unterwegs.
„Potter, was soll das? Wieso tickst du jetzt so aus?" Der Blonde sah ziemlich irritiert aus und schien keine Ahnung zu haben, wovon Harry sprach. „Ich weiß nicht was du vorhast, aber hier ist jetzt Schluss. Ich lass mich nicht von dir verarschen. Entweder du redest jetzt oder es wird dir verdammt leidtun."
Harry erwartete auch von Seiten des Slytherins eine Kampfansage, doch die blieb wider Erwarten aus. Im Gegenteil sogar, der Blonde schien nicht zu begreifen, was er gerade gehört hatte, seine sonst so kontrollierten Gesichtszüge entgleisten ihm, sein Ausdruck spiegelte fast schon Schmerz wider. „Du verstehst auch gar nichts, Potter." Perplex starrte Harry den Anderen an und musste zusehen, wie dieser, ohne ihn eines weiteren Blickes zu würdigen, die Eulerei verließ. Harry war wie paralysiert. Was war DAS denn jetzt gewesen? Sein Blick fiel automatisch auf das Vergissmeinnicht, das halb zertreten zwischen dem ganzen Stroh auf dem Boden lag.
