So.. ich habe jetzt doch tatsächlich mehr als zwei Wochen gebraucht, um mich an Kapitel 2 zu wagen. Soo früh am Anfang und schon ein Kreativ-Tief xD Naja, jetzt ist es ja fertig, und ich werde mich, denke ich, auch gleich an Part 3 machen, weil ich nicht will, dass mich meine Ideen gleich wieder verlassen

Viel Action ist am Anfang ja nicht gerade zu erwarten, weil ich mich an diese Sache langsam ranwagen möchte, ohne Schrott zu fabrizieren ) Wie gesagt, es ist meine erste Fanfic überhaupt.

An meine erste Reviewerin: Danke vielmals für deinen netten Kommentar, ich war erfreut, dass sich am Anfang überhaupt jemand meldet ;) Ja, ich weiß, dass ich zu einem ungünstigen Zeitpunkt aufgehört habe, aber man muss ja die Spannung wahren, nicht? xD Keine Sorge, ich werde das alles noch aufklären, vorrausgesetzt, ich komme mit der Geschichte voran. Ich würde mich übrigens sehr freuen, wenn du auch mein zweites Kapitel liest, und mir sagst, wie es dir gefallen hat:D Liebe Grüße,

Djousie

Kapitel 2

Nachdem Artemis geduscht und sich angezogen hatte, machte sie sich auf den Weg in die große Halle. Sie war früh dran, die Halle war noch nicht sehr voll. Der Ravenclaw-Tisch war nur von fünf Personen besetzt: zwei Siebtklässler, eine Erstklässlerin und zwei drittklässler.

Das war Artemis ganz recht so. Sie hatte Kopfschmerzen und ihr stand nicht der Sinn nach Unterhaltung. Nachdem sie sich Pudding und Müsli aufgeschlagen hatte, ließ sie ihren Blick erst einmal durch die Halle schweifen und musterte die wenigen Schüler, die sich schon in ihr versammelt hatten.

Sie wanderte mit ihren Augen zum Lehrertisch. Dort saßen nur Professor Dumbledore und Professor Sprout. Der Schulleiter war immer der erste, der die Halle betrat, und der letzte, der sie verließ. Professor Sprout war einfach eine Frühaufsteherin, die es nicht erwarten konnte, sich in ihre Gewächshäuser zu flüchten.

Nachdem sie aufgegessen hatte, erhob sie sich, und bewegte sich auf die Bibliothek zu. Sie hatte noch fast eine Stunde Zeit bis Unterrichtsbeginn, also beschloss sie, dem gewachsenen Berg an Hausaufgaben etwas an Höhe zu nehmen.

Als sie die Bibliothek betrat, schlug ihr sofort der wohlbekannte Geruch staubiger, alter Bücher entgegen, den sie so liebte. Es war sogar noch stiller als sonst, denn es war noch niemand da. Für ein paar Minuten, bis die ersten Schüler kamen, um ihre Hausaufgaben noch kurz vor Unterrichtsbeginn zu erledigen -oder abzuschreiben- hatte sie den friedlichen Ort ganz für sich alleine.

Sie schlenderte durch die Regalreihen, die fast bis an die Decke reichten. Dünne Bücher, dicke Bücher, rote Bücher, braune Bücher, neue Bücher, alte Bücher, Schullektüre, wertvolle Bände... es war ihr ganz persönliches Paradies. Sie ließ die ersten Sonnenstrahlen, die durch die kleinen Fenster fielen, ihr Gesicht kitzeln und atmete noch einmal die staubige, unverwechselbare Note der Bibliothek ein. Für einen Moment lauschte sie der Stille. Einfach himmlisch...

Artemis wurde von einem Geräusch ganz in ihrer Nähe aus ihrer verträumten Phase herausgerissen. Das musste wohl Madam Pince sein. Doch als sie um die Ecke bog, um der alten Bibliothekarin einen schönen, guten Tag zu wünschen erstarrte sie.

Das Geräusch wurde nicht von Madam Pince ausgelöst. Einige Meter von ihr entfernt stand Draco Malfoy, dieser Siebtklässler aus Slytherin, und musterte ein dickes, in dunkelbraunes Leder gebundenes Buch, welches er in seinen Händen hielt.

Er schien sie nicht zu bemerken. Artemis war einigermaßen erstaunt. Sie hatte nie wirklich viel mit Malfoy zu tun gehabt, aber er war ihr nie wie der Typ Schüler vorgekommen, der übermäßig viel Zeit in Bücher steckte -und das noch aus eigenem Interesse!

Sie war nie über die Maßen neugierig gewesen, was die Angelegenheiten anderer Menschen anbelangte. Und doch musste sie sich innerlich eingestehen, dass es sie interessierte, was diesen Slytherin in aller Frühe in die Bibliothek trieb.

Draco schien sie immernoch nicht zu bemerken, so eingenommen schien er von dem Buch. Allerdings hatte artemis auch keinen Laut verursacht, seitdem sie ihn da stehen sah. Sie nahm all ihren Mut zusammen und bewegte sich auf ihn zu. Ihr war etwas kribbelig im Magen, schließ wusste sie nicht, wie der blonde reagieren würde. Sie war schon immer eher schüchtern gewesen, und fühlte sich allein am wohlsten. Endlich sah Draco hoch. Als er sie erkannte, hob er eine Augenbraue hoch, sagte aber nichts. Artemis kam hinter ihm zum stehen und blickte auf die Bücher vor sich.

" 'Verschlussflüche und wie man sie knackt' oho! 'Schlüsselzauber' , glaub mir, das ist ein richtig interessantes Buch, nur wird es dir nichts nützen, weil nach dem Privatsphärengesetz von 1950 circa die Hälfte der wirklich nützlichen Zauber verboten ist." Das war ziemlich mutig, wenn nicht sogar außergewöhnlich unverschämt für die schüchterne Ravenclaw, und sie befürchtete schon, zu weit gegangen zu sein. Draco sah sie von der Seite an. "Ich kann mich nicht erinnern, dich nach deiner Meinung gefragt zu haben, außerdem habe ich mich bereits für ein anderes Buch entschieden. "

Artemis versuchte, einen Blick auf das Buch in Dracos Händen zu werfen. Das blieb dem Jungen nicht verborgen, und so drehte er das Deckblatt weg, bevor sie den Titel lesen konnte. Er grinste spöttisch. "Das geht dich nichts an" sagte er überheblich, "aber was interessiert es dich eigentlich? Hast du nicht genug anderes zu tun? Hausaufgaben machen? Dutzende Bücher auswendig lernen? Zaubersprüche üben? Eben Dinge, die sich für eine Ravenclaw gehören?" Sie runzelte die Stirn. Sein Spott ging nicht komplett an ihr vorbei und traf sie ein wenig, auch, wenn sie das nie zugegeben hätte. "Wo du Recht hast, hast du Recht. Es gehört sich für Ravenclaws, sich in aller Frühe in die Bibliotheken zu begeben, um ein wenig zu arbeiten. Deshalb ist es auch so unheimlich interessant, zu erfahren, was ausgerechnet ein Slytherin hier sucht."

Draco sah genervt aus. "Kleine, das geht dich einen feuchten Dreck an. Aber wenn du es doch so genau wissen willst-" "Das tu ich nicht!" warf sie ein bisschen beleidigt ein. Draco grinste erneut, und seine Stimme nahm einen übermütig ironischen Ton an. "..aber wenn du es so genau wissen willst, ich habe vor in sämtliche Verliese -Gringotts eingenommen- einzubrechen, um mir Dinge anzueignen, die mir die Weltherrschaft sichern" Artemis fühlte sich entsetzlich dämlich und ertappt. Er war unweigerlich genau mit dem Ruf der Slytherins vertraut -wie sollte er auch nicht- und sie fragte sich, ob sie ihm nicht ein wenig Unrecht täte. Sie hatte erwartet, dass er etwas ausheckte. Ihr wurde klar, wie unverschämt und neugierig dieses ganze Manöver gewesen ist, und sie verfluchte sich innerlich. Diese Neugierde hätte eher zu einer Gryffindor gepasst.

Er sah sie fragend an. Artemis legte die Stirn in nachdenkliche Falten, die so gar nicht zu ihrem jungen Gesicht passen wollten. "Ich weiß nicht, was mit mir los war. Du hast Recht, es kann mir egal sein, was du machst. Das ist es auch. Ich wollte dich nicht bedrängen, geschweige denn mich sonst irgendwie in deine Angelegenheiten einmischen. Viel Spaß noch mit deinem Buch -welches auch immer es ist." Sie drehte um und schlängelte sich durch die Regalreihen hindurch aus der Bibliothek. Die Hausaufgaben musste sie wohl doch am Nachmittag erledigen.

Draco sah ihr nach, sichtlich verwirrt.

Peinlich, dachte sie, ich konnte meine Klappe ein einziges Mal nicht halten, weil ich so erstaunt war. Hoffentlich bildet sich dieser schmierige Typ jetzt nicht ein, dass mich interessiert, was er macht...

Sie verwarf den Gedanken daran, und mit ihm die peinliche Situation in die sie sich selbst gestürzt hatte. Gemütlichen Schrittes machte sie sich auf den Weg in die Kerker, denn ihre erste Stunde hatte sie im Verband des Leistungskurses Zaubertränke. Mittlerweile waren die Gänge überfüllt und die Schüler begaben sich langsam in ihre Unterrichtsräume.

"Hey, Arty! Das ich dich hier treffe!" Artemis wirbelte herum und ihre kleine Schwester kam ihr entgegen gerannt. "Hey, Polly.. musst du nicht zum Unterricht? Mit wem hast du jetzt?" Apollas Gesicht verfinsterte sich ein wenig. "Ich habe jetzt Zaubereigeschichte. Es ist nicht mehr weit zu Professor Binns' Raum, ich habe also Zeit." Apolla war im dritten Jahr auf Hogwarts und eine Hufflepuff.

Artemis galt als vielversprechende Schülerin, da sie großes Talent hatte und ausgezeichnete Noten. Ihre Schwester konnte da nicht mithalten, sie war im höchsten Maße mittelmäßig. Allerdings hatte sie ein Talent für Pflege magischer Geschöpfe und gab auch auf dem Besen eine gute Figur ab, weshalb sie auch Jägerin im Hufflepuff-Quidditch-Team war.

Doch damit war es noch nicht vorbei mit den Unterschieden der beiden Schwestern. Während Artemis lange, dunkle Haare und eine zarte, blasse Haut mit hellen Sommersprossen hatte, die ihr ein ebenso mystisches wie gebrechliches Äußeres verliehen, war ihre Schwester braun gebrannt. Ihre blonden, kaum schulterlangen Haare fielen ihr frech ins Gesicht und sie strahlte einen aus ihren warmen, schokobraunen Augen an. Apolla war extrovertiert, hatte viele Freunde und hatte eine positive Ausstrahlung. Artemis hingegen... wirkte porzellanartig und distanziert. Sie hatte nur wenige Freunde, war oft und gerne allein unterwegs. Zwei Schwestern wie Tag und Nacht.

"Sag mal, Artemis.. du weißt ja, dass wir am Samstag -das ist morgen!- gegen Gryffindor spielen." fing Apolla an. Artemis' Augen weiteten sich. Das hatte sie ganz vergessen! "Das ist ein sehr wichtiges Spiel für uns, und ich hätte dich gerne als Zuschauerin. Als moralische Unterstützung oder so etwas, denn ich hab wirklich Bammel!" Sie lachte. "Jedenfalls hoffe ich, du kannst die Lernerei einmal ausfallen lassen, und dich wie neunzig Prozent aller anderen Hogwarts-Schüler zum Spiel begeben. Einfach mal rauskommen, verstehst du? Machst dus?"

Eigentlich hatte Artemis überhaupt keine Lust auf diesen Schülerauflauf, denn eigentlich genoss sie während den Quidditch-Spielen immer die Ruhe im Schloss. Doch sie beschloss, ihrer Schwester diesen Gefallen zu tun.

t.b.c