Present
„We're living underneath the land of sorrow."
"Ka..kakashi... Jetzt mach mal nicht so einen Aufstand... Ich will doch nur noch..." „Ich begleite dich nach Hause." sprach mein bester Freund mit Entschlossenheit und stellte sich vor mir hin. Ich ignorierte seine Worte und ließ mit einem Seufzen erneut meine Begleitung, den wunderbaren Sake in meinen Hals fließen. Ich meine wer sollte schon etwas gegen eine Auszeit von den ganzen Missionen der A und S Klasse haben? „Ich will aber nicht nach Hause, du Idiot. Ich will noch etwas Spaß haben." murrte ich genervt und griff nach dem nächsten Sake, um den erneuten Kick in meinen Venen zu spüren, wurde aber strikt aufgehalten. „Zuerst würde ich dir empfehlen, dein Kleid mal zurecht zu rücken. Und dann können wir weiter reden, Prinzessin." sagte er seufzend und half mir auf die Beine. Tatsächlich war ein blöder Spaghetti Träger von meinem schwarzen Cocktailkleid runtergerutscht, aber mein Kopf war einfach zu benebelt, sodass ich nicht mal daran kam. „Steh doch nicht so blöd rum und hilf mir mal." stöhnte ich gereizt und stellte mich auf Zehenspitzen vor ihm hin, um in seine ausdruckslosen Augen blicken zu können. Seine zögerliche Berührung an meinem Schlüsselbein ließ mich leicht zusammenzucken und ich wendete abrupt meinen Blick ab: „Warum bist du überhaupt hier. Ich dachte du wolltest heute noch Bericht bei Tsunade erstatten." Ich spürte anhand von seiner Bauchmuskulatur sein sanftes Lachen an meinem Rücken, als er mich aus der Bar auf die Straße schob. „Ich muss doch schließlich auf meine Prinzessin aufpassen." Ich seufzte unüberhörbar und stalkste orientierungslos durch die leere Straße. Diese scheiß Schuhe! Grimmig blieb ich plötzlich stehen und knallte mit dem Rücken an meinem besten Freund, der immer noch hinter mir war. „Oh, tut mir Leid. Ich habe nicht damit gerechnet, dass du so urplötzlich entschieden hast abrupt stehen zu bleiben." sagte er seelenruhig und wich meinem Rücken nicht aus. „Du musst deine Zeit nicht an mir verschwenden, Kakashi." keuchte ich, ohne mich auch nach hinten zu wenden und zog meine High Heels von meinen Füßen. Na endlich. Meine Füße spürten wieder Freiheit, aber auf einmal drohte ich umzukippen, wurde aber von zwei festen Armen aufgefangen. Oh man, zum einem spielte mein benebelter Verstand nicht mehr mit, und zum anderen meine blöden Füße auch nicht. „Ich verschwende nie meine Zeit nicht an dir, ich trage dich erst mal nach Hause." sagte er fest entschlossen und hob mich mit Leichtigkeit in seine Arme, an seinem warmen Körper. Bei mir angekommen legte er mich sanft auf meinem Bett und deckte mich zu. Mein Herz pochte so laut, dass ich sicher war, dass er es auch hören konnte. Er lächelte leicht, als ob er Gedanken lesen konnte und dann bemerkte ich, dass ich es laut heraus gesprochen hatte, da mein Verstand schon längst abgedankt hatte. Ich spürte das Blut und die Hitze in mein Gesicht schießen und würde jetzt am liebsten einfach nur sterben wollen, aber er lächelte immer noch auf eine unbeschreibliche schöne Art, sodass ich einfach alles um mir vergaß. Wie konnte er immer nur so ruhig sein? „Schlaf gut und erhol' dich, Prinzessin." „Bleibst du jetzt wieder länger in Konoha?" Er seufzte und küsste zärtlich meine Stirn. „Ich hoffe es." „Ich bin keine Prinzessin." murmelte ich noch in den Schlaf eindösend und spürte, wie eine kühle Luft meine offenen Schulterblätter streifte. „Du wirst immer meine Prinzessin bleiben." flüsterte eine leise Stimme fast unhörbar und dann fiel ich in den Schlaf, mich mental auf den morgigen Kater vorbereitend.
„Amaya! Hörst du mir überhaupt zu?!" schrie eine wütende Stimme und trieb meine Kopfschmerzen zum Spitzpunkt. „Yuugao, ich höre dich, aber ich war abgelenkt." beklagte ich, hielt meinen schmerzenden Kopf fest und versuchte die Balance meines Chakras zu halten. „Amaya, wie oft soll ich dir denn noch sagen, dass du nicht so viel trinken sollst?" stöhnte sie und rollte ihre hellbraunen Augen, als sie meinen Zustand bemerkt hatte. „Ist es denn schon wieder wegen..." „Wie läufts denn so mit Hayate?" sprach ich schnell dazwischen, um das Thema umzulenken und hoffte. Sie seufzte: „Bist du nicht etwas jung dafür?" „Bitte, Yuugao, ich bin 22 und du nur DREI Jahre älter!" rief ich empört, immer noch auf dem Wasser stehend. „Nunja, er ist jetzt, wie immer auf Missionen und seine Hustenanfälle werden nicht besser, aber ich habe von Tsunade erfahren, dass er bald zurück sein wird." „Das sind doch gute Nachrichten." lächelte ich nun und lief übers Wasser zum Ufer, um nichts zu riskieren. „Hier, trag dieses Pfefferminzöl auf deine Schläfen und deine Stirn auf und geh jetzt mal etwas anständiges essen." seufzte sie erneut und drückte eine kleine Dose in meine Hand, bevor sie endgültig im Schatten der Bäume verschwand. Ich grinste. Yuugao war also doch noch für etwas nützlich. Ich machte mich sofort auf den Weg nach Hause und rubbte mir das weiße schmierige Zeug ins ganze Gesicht. Schon nach einiger Zeit spürte ich, dass mein ganzer Körper sich entspannte und abkühlte. Yuugao, du bist schon immer meine Retterin gewesen. Nachdem meine Kopfschmerzen endgültig verflogen waren, nahm ich ein langes Bad und schlüpfte in meine grauen Trainingsklamotten. Meine schwarzen Haare knotete ich zusammen in einen Messy Bun und schnappte mir noch eine Mandarine, bevor ich mich wieder energiegeladen auf dem Weg zum versteckten Trainingslager der Anbu machte. „Na, Amaya.. wohin geht's denn so eilig?" fragte plötzlich eine Stimme hinter mir und ich drehte mich nicht um, bereits wissend, wer mich schon seit dem Morgen verfolgte. „Ich bin auf dem Weg zum Trainingslager. Willst du mitkommen, Genma?" „Natürlich begleite ich dich zum Training. Ich war auch gerade auf dem Weg..." „Amaya!" Vor mir erschien plötzlich ein maskierter Anbu und ich hielt an, um seiner Bitte nachzugehen. „Tsunade schickt mich, du sollst sofort in ihr Büro." Ich nickte dankend und schaute meinem Kollegen hinterher, bis mich eine andere Stimme unterbrach. „Das war's dann wohl mit dem Training, schätze ich..." Ich legte meinen Kopf schief und schnitt eine Grimasse: „Nun, Genma ich darf wieder auf eine Mission!" Er schob seine Hände in die Hosentaschen und fing an zu lachen: „Freu' dich bloß nicht zu früh, vielleicht will Tsunade ja nur eine Lektion über dein Trinkverhalten halten." Ich verdrehte meine Augen und schritt näher zu ihm. Langsam legte ich meine rechte Hand auf seine Wange und blickte in seine warmen braunen Augen. Eine Spannung bildete sich zwischen unseren Körpern, ich atmete flacher als zuvor. Als ich spürte, dass sich sein Gesicht meinem näherte, zog ich ihm unerwartet sein Senbon aus dem Mund, drehte mich blitzschnell in die entgegengesetzte Richtung und fing an, um mein Leben zu rennen. Vor Lachen meinen Bauch haltend rann ich mit Genmas Senbon über die Dächer Konohagures und bemerkte nach einiger Zeit, dass er sich vom Schock erholt hatte. „Na warte Amaya! Wenn ich dich kriege...!" schrie seine aufgebrachte Stimme irgendwo hinter mir und ich beschleunigte vor Angst, sowie voller Schadenfreunde meine Geschwindigkeit. Meine Seele aus dem Leib lachend sprang ich über die Dächerkanten, versuchte mich nicht fangen zu lassen. Ich stoppte schließlich als ich am Waldrand angekommen war und sah mich schnell um. Mist. Eine Sackgasse, ohne Erlaubnis dufte ich hier nicht weiter. Schnell drehte ich mich um und hielt meinem Atem an. Genma... er war weg. War er mir überhaupt bis hierhin gefolgt? Während ich grübelte, bemerkte ich nicht, wie eine Hand meine Taille griff und mich zu Boden schmiss. Aufschreiend folgen meine Fäuste durch die Luft, aber seine Hände hielten meine Arme zu sehr fest und seine Knie drückten meine Beine gegen das weiche Gras. „Jetzt habe ich dich." grinste Genma siegessicher und löste seinen Senbon aus meiner Hand, bevor er es behutsam ins Gras neben uns legte. Ich erwartete das Schlimmste. Doch anstatt seine Lippen zu spüren, fing er an mich zu kitzeln. Oh nein, er wusste, dass ich unheimlich sensibel war. „GENMA! ICH BEKOMME KEINE LUFT MEHR!" lachte ich hilflos und unter ihm und verkrampfte mich, um seinen geübten Fingern zu entweichen, doch ohne Erfolg. Ich begann zu treten und zu strampeln, und mir blieb nichts anderes übrig, als zu hoffen, dass diese Quälerei irgendwann ein Ende finden würde. Plötzlich hörten wir einen Husten hinter uns und ich blickte mit Tränen in meinen Augen hoch. Hayate war anscheinend gerade von einer Mission zurückgekehrt und beobachte uns nun mit einem verlegten, doch amüsierten Gesichtsausdruck. „Hayate! Hilf mir!" formte ich unbeholfen mit Lippen und hoffte, dass Yuugaos Freund mich irgendwie retten würde. Meine Lachtränen fielen nun quer übers Gesicht in meine nun aufgegenagen Haare und ich zuckte bei jeder Berührung zusammen. Genma störte Hayates Anwesenheit nicht. Meine Lachen formten sich nach einiger Zeit in quälende Schreie um Hilfe und ich schwor, dass ich Genma und Hayate den Hals umdrehen würde, nachdem ich hiermit fertig war. „Genma, nun lass sie doch los. Sie bekommt keine Luft mehr." lachte Hayate und zerrte Genma von mir weg. Ich keuchte und setzte mich auf. „Ihr könnt was erleben.." schwor ich tief nach Luft schnappend und wollte meine Fingerzeichen bilden, als mich eine andere Stimme davon abhielt: „Amaya, Tsunade wird nicht lange auf dich warten. Mach dich jetzt lieber auf dem Weg und du kannst dann später deine Rachepläne ausüben." Izumo stand mit den Armen vor dem Oberkörper gekreuzt vor uns und legte seinen Kopf schief, als er meinen Zustand sah. „Das werde ich, ganz bestimmt." knurrte ich, schenkte den grinsenden Jonins einen Todesblick und machte mich aus dem Staub, nachdem ich meine Kleidung zurecht gerichtet hatte. In Tsunades Büro angekommen, erwarteten mich schon eine sehr verärgerte Tsunade und ein ausgelassener, doch angespannter Raido. „Was fällt dir nur ein! Weißt du eigentlich WIE LANGE WIR HIER SCHON AUF DICH WARTEN?" Ich zuckte bei Tsunades Stimme zusammen und richtete meinen Blick auf Tonton, die nun aus ihrem Schlaf aufgeweckt wurde und sich duckte, als Tsunade ein Buch nach mir warf, welches ich aber mit Leichtigkeit abfing und sie somit noch saurer machte. Eigentlich mochte ich Tsunade, aber... bevor sie mit noch mehr Gegenständen auf mich werfen konnte, unterbrach Raido die brenzlige Situation zum Glück: „Lady Tsunade, wenn wir noch mehr Zeit verlieren, werden wir zu spät kommen." Sie stellte sich auf die Beine und sah uns durch ihre zusammengepressten Augenschlitzen an. „Amaya..." fing sie drohend an... wurde aber erneut von dem ungeduldigen Raido unterbrochen: „Lady Tsunade..." „WAS?" ihre Augen durchbohrten ihn und wandten sich dann zu mir. Ich schluckte und ballte meine Hände zu Fäusten, um das Zittern zu vermeiden. „Raido, du wirst ihr die Mission auf dem Weg erklären und Amaya..." Sie hielt kurz inne, setzte sich dann wieder zurück auf ihrem Stuhl: „Du wirst um Punkt 13 Uhr am Tor mit deinem Gepäck da sein. Die Mission wird Zeit und euer Können beanspruchen. Wegtreten!"
