Chakotay lag in völliger Dunkelheit. Er wusste nicht, wo er war, wie er hierhergekommen war und was man von ihm wollte. Er hatte jegliches Zeitgefühl verloren.

War er Stunden hier? Oder Tage? Er konnte es nicht sagen. Er hatte auch noch niemanden gesehen, niemand sprach mit ihm.

Dann hörte er Geräusche, wie von einer Tür, die geöffnet wurde. Hände packten ihn plötzlich und er wurde durch die Dunkelheit gezerrt.

Irgendwo war die Reise dann zu Ende, die Hände ließen ihn los und wieder hörte er eine Tür zugehen.

Es wurde fast unmerklich heller und er erkannte, dass dies hier eine Art Badezimmer sein musste, wo er sich erleichtern und waschen konnte. Bevor seine Entführer wieder hereinkommen würden machte er von der Möglichkeit schnell Gebrauch. Keine Sekunde zu spät, denn kaum hatte er die Hände unter den spärlichen Wasserstrahl gehalten wurde es auch schon wieder komplett dunkel, die Tür ging auf und wieder ergriffen ihn die Hände und zerrten ihn weiter durch die Dunkelheit.

„Was wollen Sie von mir?", versuchte er es noch einmal, doch aus jetzt kam keine Antwort.

Diesmal schienen sie ihn in einen anderen Raum zu bringen, denn die Schritte hallten jetzt etwas wider, es musste also größer als sein Gefängnis sein.

Plötzlich packten ihn die Hände fester, seine Beine wurden angehoben und Sekunden später wurde er hochgehoben und abgelegt. Seine Arme berührten rechts und links eine kalte, glatte Fläche und seine Füße stießen auch an eine Begrenzung.

Etwas wurde über ihn gelegt und hastig tastete er nach oben. Er lag in einer Kiste. Und dann spürte er das Wasser, das in sein Gefängnis hereinströmte. In Sekunden waren seine Beine und seine Schultern schon unter Wasser und über ihm war der Deckel fest verschlossen.

„Lasst mich raus!", rief er jetzt panisch und versuchte mit aller Macht, den Deckel aufzustemmen. Doch er rührte sich keinen Millimeter.

Das kann doch nicht mein Ende sein, dachte er und musste an Kathryn denken. Das Wasser stand ihm jetzt schon bis zum Kinn und immer noch stieg es an. Er reckte sich so weit es ging zum Deckel hin, so dass er noch atmen konnte. Er wusste, ihm blieben nur noch Sekunden bis er komplett vom Wasser eingeschlossen war und spätestens nach anderthalb Minuten würde er die Luft nicht mehr länger anhalten können.

„Bitte!", rief er noch einmal verzweifelt, dann spürte er das Wasser an seinen Lippen. Er nahm einen verzweifelten letzten und tiefen Atemzug und war dann komplett unter Wasser.

Sein Herz hämmerte gegen seine Rippen und noch einmal verdoppelte er seine Anstrengungen den Deckel zu öffnen. Doch es nützte nichts. Inzwischen schrien seine Lungen nach Luft und schließlich gab er auf. Er musste atmen. Kaltes Wasser strömte in seinen Mund, stach in seine Lungen und seine Gedanken klammerten sich an das Gesicht von Kathryn. Dann spürte er seinen Körper nicht mehr und vor seinen Augen glänzten Sterne.

Das ist also der Tod, dachte er noch und ließ sich dann treiben. Er fühlte sich leicht, sicher, sogar warm und die Angst war gewichen. Eigentlich war es ganz angenehm und er lächelte.