2. Kapitel

Reges Treiben herrschte in Hogwarts Fluren. Eben erst waren ihre neuen Verbündeten angekommen und die Mitglieder des Phoenixordens beeilten sich, in die Große Halle zu kommen.

Seit Sirius Black's Tod war das ehemalige Hauptquartier des Ordens des Phoenix, Grimmauldplatz 12, für seine Mitglieder unauffindbar geworden. Die immer dringlicheren Treffen wurden jetzt in Hogwarts abgehalten.

Seit des offiziellen Kriegsbeginns hatten, aufgrund der zunehmenden öffentlichen Angriffe Voldemorts, immer mehr Menschen Zuflucht gesucht.

Die Schule war geschlossen und in einen Zufluchtsort umfunktioniert worden. Gleichzeitig war sie eine der wenigen Bastionen der Lichtzauberer, die noch übrig waren.

Ein fröhliches Lachen hallte nach langer Zeit wieder durch die Gänge des Schlosses, denn mit jedem dazugekommenen Krieger fühlten die Bewohner wieder Hoffnung auf einen guten Ausgang des Krieges.

Es war zu lange her, dass man an eine friedliche Zukunft auch nur hatte denken können, so dass man jetzt die Gelegenheit wieder etwas Freude zu empfinden fest umklammerte, denn solche Gelegenheiten gab es in diesen dunklen Zeiten nur selten.

In der hellen Aufregung bemerkte jedoch niemand die in schwarz gehüllte Gestalt, die auf das Schloss zueilte.

Mit einem Donner flogen die Türen der Großen Halle auf und sicherten der eintretenden Person die Aufmerksamkeit der Anwesenden.

Das Gesicht der eher zierlich, doch unübersehbar männlichen Person war unter einer schwarzen Robenkapuze versteckt.

Sofort richteten alle Ordensmitglieder ihre Zauberstäbe auf den Unbekannten, denn schwarz war die Farbe des Feindes und seiner Anhänger, doch der Fluch auf ihren Lippen erstarb als Dumbledor mit hallender Stimme das Wort erhob: „Wer bist du und was willst du? Nicht einmal die dümmsten Todesser würden sich nach Hogwarts wagen."

„Aber, aber Albus, du hast mich doch gerufen. Werden hier alle Gäste hier so begrüßt" spottete der Fremde.

„ Harry?" überrascht trat Nymphadora Tonks vor. Nur zögernd nahmen die Ordensmitglieder ihre Zauberstäbe runter und nur die wenigsten stecken sie weg.

Sich der allgemeinen Anspannung bewusst bat Dumbledor: „ Harry, wenn du in meinem Büro warten würdest."

Der Angesprochene ignorierte den verschleierten Befehl und schaute sich entspannt um. Es war offensichtlich, das er in den Ordensmitgliedern keine Gefahr sah, denn er hatte während des Austauschs kein einziges Mal seinen Zauberstab gezückt.

Die „neuen Verbündeten" von denen er auf seinem Weg zu Großen Halle schon so viel gehört hatte, waren unübersehbar.

Sie saßen ganz am Rand der Halle an einem langen Tisch, der den nun durch kleinere Tischen ersetzten Haustischen ähnelte und hatten das sich vor ihnen abspielende Spektakel ruhig beobachtet.

Er musterte sie etwas genauer, viele von ihnen waren offensichtlich nicht menschlich. Wenn er nicht gewusst hätte, dass es Wesen aus einer anderen Welt waren, hätte er sie für etwas zu groß geratene Elfen ohne Flügel gehalten.

Die spitzen Ohren und das Leuchten, dass im Dunkeln des anbrechenden Abends nur noch mehr hervorstach, sprach jedenfalls für seine Theorie.

Bei einem zweiten Blick vielen ihm jedoch auch andere Wesen auf, wenn man sie so nennen konnte, denn diese waren eindeutig menschlich.

Einer von ihnen war offensichtlich ein Zauberer, der lange weiße Stab, die Robe und der lange Bart bestätigten ohne Zweifel jedes Klischee.

Er erkannte auch mehrere „normale" Menschen, manche der Anwesenden trugen Kronen.

Wenn man die Kleidung und Waffen hinzunahm und die dazwischen gesprenkelten Zwerge, die offensichtlich versucht waren Abstand von den leuchten Wesen zu halten, konnte er sich schon denken, aus welcher Welt diese Verbündeten stammten.

Wortlos beendete er seine Musterung, drehte sich auf dem Absatz um und verließ die Halle in Richtung Dumbledors Büro.