Annuket: Da sind die Weihnachtsfeiertage bei den deutschen Yugioh-Fanfics ohne Update vorbeigegangen... Dank Magicians harter Arbeit gibt es jetzt wenigstens am Tag danach etwas. Auch wenn diese Geschichte nicht ganz so oft wie 'Schattenmagier' gelesen wurde. Aber da das Kapitel ja schon seit Ewigkeiten fertig ist, war Weihnachten eine gute Gelegenheit. Zunächst möchte ich aber Heavenfly danken, dass sie mir für 'Meister der Schatten' gereviewt hat. Zu der Dornenhecke... Ich mag theatralisch, aber was es damit wirklich auf sich hatte, wirst du in diesem Kapitel erfahren. Die Geschichte ist an das Manga und an die erste Serie angelehnt, doch ich hatte vor, auch Dinge anders zu machen, besonders später. Dieses Mal gibt es einen Einblick in Yamis (Gefühls-)Welt. Ich hoffe, dass es dir auch so wie Magician gefallen wird, weil sie meint, dass ich sogar mal einen Yami habe, der ihr gefällt (und hier gibt es ja keinen Benu).
Magician 'hebt mühsam den Kopf vom Tisch': ...Ruhe... ...will schlafen... 'schläft ein'
Annuket: Magician hatte heute nur etwa zwei Stunden Schlaf. Daher ist sie nicht ganz zurechnungsfähig. Aber andererseits stört mich dann heute keiner beim Disclaimer. Mir gehört Yugioh nicht. Weder das Manga, noch das Kartenspiel, noch irgendeine der Serien (Ok, bei GX kann ich darüber froh sein...)
Magician 'schreckt bei dem Wort GX hoch, schüttelt sich unbewusst': ...scheußliche Serie... 'guckt sich einen Moment verwirrt um und schläft wieder ein'
Annuket 'tätschelt Magician den Kopf': Jetzt darfst du ein bisschen schlafen. Und euch wünsche ich viel Spaß mit dem neuen Kapitel.

((...)) Anmerkungen von Annuket und Magician
„..." Gespräch
‚...' Gedanken, Schrift lesen bzw. in Gespräch wörtliche Rede wiedergeben

Kapitel 2: Der Geist des Puzzles erwacht

Dunkelheit. Endlose Dunkelheit… und zwischendurch huschten Schatten hin und her. Das war alles, was er kannte, so weit er sich zurückerinnern konnte. Doch manchmal fühlte er sich wie ein seltsamer Fremdkörper in dieser dunklen Welt, denn er war anders als seine Umgebung, anders als die ihn umgebenden Schatten. Aber immer, wenn er sich so fühlte, als Außenseiter, als Störenfried, umgaben die Schatten ihn mit ihrer besonderen Wärme, und er wusste, dass er trotz seiner… ‚Andersheit' von ihnen in ihrer Mitte als ein Gleichgestellter oder fast eher noch als ein Schatz angesehen wurde. So war es immer gewesen. Er kannte nichts anderes.

Ja, so war es immer gewesen. Die Schatten umsorgten ihn, gaben ihm, was er brauchte, kümmerten sich um ihn. Niemals hatte es ihm an irgendetwas gefehlt. Stets hatten die Schatten ihm gegeben, was er wünschte… nicht dass er viel gebraucht hätte, denn er hatte stets, was er benötigte, ohne es die Schatten wissen zu lassen. Seine gesamte Existenz war harmonisch, sorglos und gleichförmig. Jedoch... langsam aber sicher änderte sich das. Er konnte spüren, dass die Schatten um ihn herum unruhiger wurden, … dass sie aus irgendeinem Grund aufgewühlt waren. Weil sie nur mittels Wünschen und Emotionen miteinander kommunizierten, konnte er allerdings nicht herausfinden, was ihre Aufregung verursachte.

Diese Aufregung hinterließ für ihn weder ein positives noch ein negatives Gefühl. Es war beides gleichzeitig und doch keins von beiden. Vorfreude und Neugier auf das Kommende, aber auch Sorge und Furcht konnte er von den Schatten um ihn herum wahrnehmen.

Und schließlich begannen die Träume. Vorher hatte er nie Träume während seiner Ruhephasen gehabt, doch plötzlich begann er, ihm fremde Dinge zu sehen. In diesen Träumen zog es ihn jedes Mal an die Grenze der Schattenwelt. Dort sah er etwas für ihn Ungewöhnliches. Tief in seinem Inneren erinnerte er sich, dies schon einmal gesehen zu haben und dass es damals für ihn etwas Gewöhnliches gewesen war. Daher kannte er auch die Bezeichnung für diese Erscheinung: Licht.

Mit der Zeit, die für ihn vorher überhaupt keine Bedeutung besessen hatte, veränderte sich der Traum. Er wollte sehen, was hinter dem Licht war. Aus diesem Grund wagte er sich an jenen von dem Licht erleuchteten Ort. Inmitten dieses Lichtes waren auch Lebensformen, von denen er meinte, dass sie ‚Pflanzen' genannt wurden. Schließlich sah er etwas auf dem Boden glänzen, wo diese Lebensformen ihren Ursprung zu haben schienen. Er wollte sich bücken, um das Objekt näher in Augenschein nehmen zu können, aber die Pflanzen bewegten sich und fesselten ihn, bevor er irgendetwas tun konnte. Von diesem Augenblick an war er in jeder seiner Ruhephasen in seinem Traum gefesselt an diesem Ort.

Zuerst störte es ihn und er versuchte, länger wach zu bleiben, um dem Traum zu entrinnen, doch das änderte sich schlagartig, als er eines Nachts ‚es' sah. ‚Es' war das schönste Wesen, das er je gesehen hatte. Der Körperbau des Wesens schien dem seinen gleich zu sein, auch wenn es etwas kleiner war. Alles von dem Kleinen hatte sich in sein Gedächtnis eingebrannt: Die elegante Art, wie er sich bewegte, die weiße Haut, die im Licht zu strahlen schien, die bunte, merkwürdige Kleidung, die sich öfter änderte, die Haare in beruhigendem Schwarz, das von blonden Strähnen und violetten Spitzen abgerundet wurde und natürlich die Augen. Diese großen, wunderschönen, amethystfarbenen((1)) Augen.

Am liebsten hätte er diesen Jungen die ganze Zeit betrachtet, ihn berührt, ihn angefasst. Aber er wusste, dass dies nicht möglich war, und der Gedanke betrübte ihn. Es veranlasste ihn aber auch, seine Existenz zu hinterfragen. War er wirklich immer hier gewesen? Hatte er nur alles, was vorher war, vergessen? Durch seine geträumten Treffen mit dem Jungen begannen winzigkleine Fragmente von Ereignissen, die er scheinbar früher einmal erlebt hatte, an die Oberfläche seines Bewusstseins zu treten. Es waren nur kurze Bilder, die zusammen keinen Sinn ergaben. Es war mal ein Gesicht, das ihn liebevoll anlächelte, mal ein seltsames Tier, von dem er glaubte, dass es Stier genannt wurde, mal ein riesiges Objekt, an dem viele Menschen bauten und das, wenn ihn nicht alles täuschte, Tempel hieß.

Zeit verging und wie ein Kind, das die Welt entdeckt, erkundete auch er sein Umfeld, als wäre es das erste Mal. Vage erinnerte er sich, dass die goldenen Stückchen, die am Boden lagen, zusammen ein Ganzes ergeben würden. Er wusste, dass er es schon gesehen hatte, oft sogar. Es war ihm vertraut, das spürte er. Lange Zeit überlegte er, welche Form sie zusammengesetzt ergeben sollten. Diese Frage quälte ihn, denn er war sich sicher, dass die Antwort darauf in seinem Geist verborgen lag. Er konnte sie spüren, erahnen, dass das Wissen dort war, doch wenn er versuchte, danach zu greifen, entzog es sich ihm sofort und verschwand wieder in der Finsternis. So oft er es auch probierte, stets entwischte ihm die Erinnerung um Haaresbreite, als wolle sie ihm sein Unvermögen vor Augen halten, und das trieb ihn fast in den Wahnsinn.

Es schien eine Ewigkeit vergangen zu sein, während er so vor sich hin grübelte. Und manchmal, in seinen Ruhepausen, wenn der bezaubernde Junge nicht da war, sah er, wie sich einige der goldenen Teile zusammenfügten, nur um früher oder später wieder auseinander zu fallen. Dennoch konnte er sich einfach nicht daran erinnern, wie es fertig aussah, was sehr an ihm nagte. Sein einziger Trost war bei jedem Auseinanderfallen der Teile allerdings, dass der Junge dann für gewöhnlich relativ bald kommen würde.

So verging die Zeit, ohne dass er sich dessen wirklich bewusst war. Der Traum ließ ihn einfach nicht los, und er schlief immer mehr, auch in der Hoffnung, den Jungen öfter zu sehen. Und dann, eines Tages, veränderte sich etwas. Eigentlich war der Traum wie immer; er fand sich, von Ranken gefesselt, inmitten all der goldenen Teile wieder, doch diesmal beschlich ihn ein merkwürdiges Gefühl. Etwas in ihm verkrampfte sich, jedoch nicht aus Furcht, es war mehr Vorfreude, und er ahnte, dass etwas geschehen würde… etwas Wichtiges, etwas Bedeutendes. Und plötzlich, ohne Vorwarnung, begannen die Teile, die sich wieder einmal wie von Geisterhand zusammenfügten, leicht zu glühen, und auf einmal fiel es ihm wieder ein.

Die Antwort auf die Frage, nach der er so lange gesucht hatte, nämlich welche Gestalt das Objekt hatte, war klar in Form eines Bildes in seinem Geist: Eine Pyramide, eine umgekehrte Pyramide mit einem eingravierten Auge, um genau zu sein, und auf ihrer Grundfläche eine goldene Schlaufe, um die ein Strick gebunden gewesen war. Nein… es war kein Strick, sondern eine dünne goldene Kette. Er hatte sie selbst getragen, und die Pyramide hatte ihn dadurch stets begleitet… was auch immer er gewesen war, was auch immer er getan hatte. Weitere kleine Erinnerungsfetzen traten in sein Bewusstsein, meist darüber, wie man Dinge tat. Wie man Schatten für sich nutzte und Derartiges… Sachen, die, wie er sich jetzt erinnerte, als Magie bezeichnet wurden. Sein Herzschlag beschleunigte sich, und er spürte ihn das erste Mal bewusst seit… er konnte sich nicht daran erinnern, aber es war sehr, sehr lange her. Er hörte ihn außerdem… ebenso wie leise ‚Klick'-Geräusche, die ihm aber trotzdem furchtbar laut erschienen, weil er sich auch nicht erinnern konnte, wann er das letzte Mal gehört hatte.

Wissen und Informationen((2)) erfüllten seinen Geist, während er zusah, wie die Stücke des Puzzles sich weiter zusammenfügten, und das Licht, das das größer werdende Stück aussandte, immer heller wurde. Er konnte seine Augen nicht abwenden. Sein Geist war völlig überlastet und fühlte sich an, als würde er gleich platzen wegen all der Informationen, die plötzlich auf ihn eindrangen. Nach einer kurzen Zeit nahm er nur noch verschwommen wahr, dass sich die Stücke ineinander schoben, und das helle Licht blendete ihn. Doch er erahnte, dass es nun fast vollständig gelöst war. Irgendwie wusste er, dass nur noch ein einziger Stein fehlte. Doch aus irgendeinem Grund ließ er sich Zeit, seinen angestammten Platz in der Seite des Puzzles einzunehmen.

Er wusste nicht genau, was passieren würde, wenn das Puzzle, das vor ihm schwebte, gelöst wurde, aber er wusste, dass es komplett sein musste. Dann würde alles anders… alles richtig werden. Vielleicht würde er sogar den Jungen nicht nur sehen, sondern ihn berühren… mit ihm sprechen können. Plötzlich durchzuckte ihn ein furchtbarer Gedanke: ‚Was ist, wenn er nicht da ist?' Der Gedanke ließ eine furchtbare Panik in ihm aufsteigen und gleichzeitig große Trauer. Schließlich hielt er es nicht mehr aus und schloss die Augen. Eine einsame Träne quoll unter einem seiner Augenlider hervor und machte sich auf den Weg über seine Wangen. Doch kurz bevor sie unten angekommen war, spürte er einen gewaltigen Energieschub und er wusste, dass was auch immer das letzte Teil aufgehalten hatte, nun keine Rolle mehr spielte, denn es hatte seinen Platz eingenommen. Blinzelnd versuchte er, seine Augen zu öffnen, doch das Licht des vollständigen Puzzles war zu hell, so dass er sie gleich wieder schließen musste.

Plötzlich war alles vorbei. Eben noch hatte er das Licht durch seine Augenlider sehen können, aber nun herrschte um ihn scheinbar nur noch Dunkelheit. Zögerlich öffnete er seine Augen. War er etwa aufgewacht und jetzt doch wieder in der vertrauten Umarmung der Schatten? Ja, die Schatten waren um ihn. Er spürte sie, sah sie, doch irgendetwas war anders. Er blickte sich um und plötzlich fiel ihm auf, dass er sich scheinbar in einem Gebäude befand. Um ihn herum konnte er Wände sehen, die aus dunklen Steinen gemauert waren. Vor ihm war eine Tür. Er öffnete sie und trat nach draußen. Sein Blick wanderte über ein riesiges Labyrinth. Viele Türen waren zu sehen, doch er spürte, dass diese erst einmal unwichtig waren. Ein wenig neugierig machte er sich auf den Weg durch den steinernen Irrgarten((3)), der ihm sehr vertraut vorkam, auch wenn er sich nicht genau erinnern konnte, warum.

Nach nur wenigen Abzweigungen gelangte er zu einer Tür. Sie sah aus wie jede der anderen Türen, aber irgendetwas zog ihn dorthin. Er folgte diesem Drang und öffnete sie. Auf der anderen Seite war ein weiterer Gang, aber dieser fühlte sich anders an… irgendwie wärmer… freundlicher… sicher. Yami betrat ihn und blieb einen Moment vor der Tür stehen, die sich direkt gegenüber der befand, aus der er gerade gekommen war. Diese Tür war ihm nicht vertraut. Die Schatten, die ihn begleiteten, schienen ihm zuzuflüstern, dass ihm der Raum dahinter nicht gehörte.

Das warf für ihn neue Fragen auf. Wer oder was befand sich dort? Er erinnerte sich an das Material, aus dem die Tür war: Holz. ‚Ein wertvoller Importartikel', war sein erster Gedanke, als er über die Tür strich. Wem auch immer dieser Ort gehörte, musste sicher zur gehobenen Klasse gehören. Ein Bauer oder einfacher Handwerker hätte sich solch ein edles Holz wie dieses gar nicht leisten können.

Sanft klopfte er an der Tür. Da es still blieb, überlegte er kurz, aber schließlich siegte die Neugier über die Höflichkeit, und er öffnete auch diese Tür. Der Raum war erfüllt von Licht, aber was ihm sofort auffiel war, dass es ein sehr sanftes Licht war, das gleichzeitig auch warm und einfach nur angenehm war. Er schaute sich um. Viele Figuren und Gegenstände, von denen die meisten aussahen wie Spielzeug, waren auf dem Boden verteilt. Interessiert bückte er sich und besah sich kleine Klötzchen, die zu einem kleinen Bauwerk zusammengesteckt waren. Schließlich berührte er es und sofort strömten erneut viele Informationen auf ihn ein. Wie man die Klötzchen nannte, eine andere Sprache, andere Schriftzeichen, Erinnerungen, wie die kleinen Klötzchen zusammengesteckt wurden und vieles mehr. Erstaunt ließ er sie los und ihm war jetzt klar, wo er sich befand. Durch das Wissen, das er durch das Puzzle wiederbekommen hatte, wurde ihm bewusst, dass er sich in einem Seelenraum befand. Anscheinend hatte jemand das Puzzle gelöst, und dadurch waren ihre Seelen verbunden worden, so dass er den Seelenraum der Person aufsuchen konnte.

Laut seinen Erinnerungen hatte jede Erfahrung, jede Erinnerung ihr Symbol in einem Seelenraum, ganz individuell für den Besitzer. Dadurch war es Personen, die wie er in die Seelenräume anderer eindringen konnten, möglich, Dinge von bzw. über jenen Menschen zu erfahren, selbst ohne dessen Einverständnis.

Er war erstaunt über die Unschuld und Reinheit, die dieser Raum ausstrahlte. Soweit er sich erinnern konnte, waren die meisten Seelenräume schummriger, verschlossener, unfreundlicher und beherbergten auch mehr oder weniger viel Bosheit, Hinterlist und Heimtücke. Entschlossen drang er weiter in den Raum vor. Viele der Gegenstände hob er dabei hoch und lernte durch sie viel über die Zeit, in der er sich nun befand, sowie die Kultur des Puzzlelösers und die Sprache. Das alles war grundverschieden von dem, was er kannte, wie er feststellen musste. Als er schließlich um ein Bücherregal, das mitten im Raum stand, herumtrat, sah er ein großes, weiches Bett unter einem wunderschönen, zierlichen Kristallmobile stehen. Er konnte eine kleine Gestalt sich unter den Decken bewegen sehen und ging um das Bett herum, um sie näher zu betrachten. Als er sie sah, stockte ihm der Atem. Es war der Junge, den er so oft schon in seinen Träumen gesehen hatte. Wie in Trance sank er neben dem Bett auf die Knie und streckte seine Hand langsam zu der schlafenden Gestalt aus. Schließlich erreichten seine Fingerspitzen den Jungen und mit einer leichten Berührung, so leicht, als hätte sie fast nicht stattgefunden, strich er über eine der drei goldenen Strähnen, die dem Kleineren ins runde Gesicht hingen. Ein sanftes und glückliches Lächeln umspielte seine Lippen, da er endlich in der Lage gewesen war, den Jungen zu berühren.

Nachdem er festgestellt hatte, dass sich der Junge trotzdem nicht bewegte, sondern friedlich weiterschlief, wurde er mutiger. Sanft strich er ihm die Strähne aus dem Gesicht. Yugi… Das war der Name seines Angebeteten, das erfuhr er aus dieser zarten Berührung. Der Name der Person war das einzige, was er von dem Abbild der Seele im Seelenraum durch Berührung in Erfahrung bringen konnte. Dennoch wollte er Yugi mehr berühren. Ein drittes Mal streckte er seine Hand nach ihm aus und dieses Mal streichelte er sanft über die samtweiche Wange des Jungen. Erschrocken zog er seine Hand zurück, als er sah, wie sich die Augenbrauen des Kleinen kurz irritiert zusammenzogen und er sich leicht unter seiner Decke bewegte. Aufwecken wollte er ihn eigentlich nicht, obwohl es ihn danach dürstete, erneut in diese wunderschönen Amethyste zu blicken.

Sein Blick fiel auf das Kristallmobile, das über dem Bett hing, sich langsam drehte und dabei verschiedene Lichtpunkte überall hinzauberte. Fasziniert betrachtete er es etwas länger und bemerkte, dass er plötzlich Dinge darin sah. Nach einem kurzen Moment war ihm klar, dass dies die Erinnerungen des letzten Tages sein mussten, den Yugi erlebt hatte, und die nun bereit waren, im Traum verarbeitet zu werden. Er richtete sich auf und streckte seine Hand voller Neugier nach dem Kristall aus, der ihm am nächsten war, um zu erfahren, was der Junge wohl getan hatte. Glücklich sah er, dass dem Jüngeren das Puzzle so viel bedeutete und dass Yugi scheinbar an ihm genauso interessiert war wie er umgekehrt auch an ihm. Schockiert beobachtete er dann die Hänseleien in der Schule, und dem Schock folgte blanke Wut, als er die Erinnerungen weiter ansah und hilflos miterleben musste, wie der riesige ältere Schüler, Ushio mit Namen, Yugi behandelt hatte. Die Hänseleien konnten in seinen Augen verziehen werden -vor allem, da die ‚Übeltäter' nun scheinbar mit dem jungen Yugi befreundet waren-, aber nicht das Verhalten dieses groben Sempai. Er sollte keine Gnade bekommen.

Zumindest wenn es nach dem Schützling der Schatten ginge. Aber wie konnte er es anfangen? Als Seele oder Geist konnte er nicht viel ausrichten. Wie konnte er an einen Körper kommen, mit dessen Hilfe er an dem Menschen Rache nehmen konnte, der Yugi wehgetan hatte? Ob er es wagen konnte, den Körper des Kleineren auszuborgen? Würde er es ihm übel nehmen und ihn hassen? Er wollte nicht die Freundschaft oder vielleicht auch mehr zwischen sich und dem Jungen gefährden, ohne jemals ein Wort mit ihm gesprochen zu haben. Leise seufzte er. Es schien nicht so, als hätte er eine Wahl. Eine andere Möglichkeit, den Schläger von dem zierlichen Jungen fernzuhalten, sah er nicht. Den schlafenden Yugi noch einmal zärtlich und entschuldigend anlächelnd, ging er zurück zur Tür des Seelenraumes.

Er schloss sie leise hinter sich. Im Gang hatten ein paar wenige Schatten auf ihn gewartet, und umschlangen ihn nun liebevoll. Er sandte ihnen seine Dankbarkeit und signalisierte ihnen, dass er ihre Hilfe brauchte. Nachdem sie ihm ihre Unterstützung zugesichert hatten, huschten sie zurück in das Labyrinth, von dem er nun vermutete, dass es sein Seelenraum sein musste, während er dem Gang in den Körper folgte.

Amethystfarbene Augen, gemischt mit ein wenig rot((4)), öffneten sich langsam. Er richtete sich von dem Schreibtisch auf, auf dem der Körper des Jungen zusammengebrochen war, als er das Puzzle gelöst und dessen Energie ihn in seinem Seelenraum eingeschläfert hatte. Nachdem er sich kurz etwas desorientiert im Zimmer umgesehen hatte, fiel sein Blick auf das gelöste Puzzle, dass nun friedlich und mit leicht pulsierender Magie in seinen Händen lag. Seine Freude, dass er wieder alle menschlichen Sinne erleben und die Welt des in der Sicherheit seines Seelenraumes schlafenden Jungen entdecken konnte, währte nicht lange. Sofort bei dem Gedanken an die amethystäugige Schönheit erinnerte er sich wieder, warum er überhaupt erst Besitz von dem Körper ergriffen hatte.

Wütend erhob er sich. Sofort spürte er den Schmerz, der von den Wunden herrührte, die Ushio Yugi zugefügt hatte. Er spürte die Unruhe der Schatten im Zimmer. Sie wollten ihm eindeutig helfen, so gut es ging. Vorsichtig entfernte er die Pflaster und Verbände. Er war sehr glücklich, dass er sich nun, nachdem das Puzzle gelöst worden war, daran erinnerte, wie man Magie einsetzte, denn das würde nicht nur die Rache erleichtern, sondern er konnte auch leichte Verletzungen wie die vorhandenen heilen.

Um sich besser konzentrieren zu können, schloss er seine Augen und setzte den Zauber in Bewegung. Nachdem er das angenehme Gefühl, das die verheilenden Wunden hinterließen, genossen hatte und nun kein einziger Kratzer mehr die glatte, weiche Haut des Jungen verunstaltete, nutzte er auch gleich die Magie der Schatten dazu, die Kleidung, die der Junge getragen hatte, zu verändern. Durch seine Übernahme des Körpers war dieser ein kleines Stück gewachsen und daher waren die Kleidungstücke etwas kurz geworden. Bereitwillig halfen die Schatten ihm auch bei diesem Problem und legten sich um ihn. Als sie sich zurückzogen, trug er eine schwarze Lederhose mit passendem ärmellosem Oberteil, einen kurzen schwarzen Ledermantel((5)) und schwarze Lederstiefel. Außerdem entstand durch die Magie ein Lederriemen, der das Puzzle sicher am Hals des Jungen befestigte.

Nach einem kritischen Blick in den großen Spiegel, der in der Ecke des Zimmers stand, entschied er, dass sein Erscheinungsbild so durchaus zufriedenstellend war. Er erinnerte sich dunkel an die Kleidung, die er früher getragen hatte und daran, dass diese völlig anders gewesen war als die, die er jetzt trug. Ein wenig merkwürdig fühlte sich das fremde Material auf seiner Haut an und an die ‚Hose' würde er sich erst noch gewöhnen müssen. Doch laut Yugis Erinnerungen war dies genau das, was man hier trug, so wenig er das auch glauben konnte. Aber Mode und Tragekomfort waren im Moment für ihn zweitrangig, denn die Bestrafung des Schlägers war eindeutig wichtiger. Auf dem Weg durch das Zimmer stieß sein Fuß gegen etwas Kleines, und er schaute zu Boden. Grinsend hob er die kleine Box auf, die laut Yugis Gedächtnis Romee-Karten enthielt. Um Rache nehmen zu können, musste er ein Spiel mit dem Übeltäter spielen und diese Karten konnten ihm dabei sehr gut helfen. Leise öffnete er das Fenster und sprang mit Hilfe der Schattenmagie auf das nächste Dach.

Doch wohin sollte er sich nun wenden? Die von ihm gesehen Erinnerungen und Wissenstückchen des bezaubernden Jungen gaben auf diese Frage keine Antwort. Kurzerhand entschied er sich, einfach in Richtung der Schule zu gehen. Kurz bevor er die Schule, von Dach zu Dach hüpfend, erreichte, sah er den großen Schüler. Er beobachtete, wie Ushio sich gerade von den anderen Jungen, mit denen er unterwegs gewesen war, trennte und dann, wahrscheinlich auf seinem Weg nach Hause, um eine Ecke bog.

Zufrieden grinsend sprang er vom Dach und wartete bei der kleinen Brücke über den Kanal, über den Ushio nun kommen musste. Der Schläger näherte sich, scheinbar ohne auf seinen Weg zu achten. Doch als er an ihm vorbeigehen wollte, sprach er ihn an: „Hallo, Ushio-sempai. Es ist schön, dich zu sehen. Ich hatte schon befürchtet, ich müsste länger nach dir suchen oder es vielleicht sogar auf morgen verschieben."

Der Schläger drehte sich abrupt um und starrte ihn an. „Yugi!" rief er überrascht, doch sofort verzog sich sein Gesicht wieder zu einem fiesen Grinsen. „Du hast wohl Angst, ich würde morgen früh gleich bei dir ankommen oder dir sofort auflauern und willst deswegen lieber gleich deine Schulden begleichen, was? Braver Junge."

„In der Tat will ich eine Schuld begleichen. Aber um zu bekommen, was du willst, musst du mit mir spielen", sagte der Geist in Yugis Körper.

„Was?" fragte Ushio missgelaunt. „Her mit der Kohle. Gib mir doch gleich die 20.000 Yen."

„Aber, aber, Ushio-sempai", erwiderte der Geist kopfschüttelnd. „Du hast doch nicht etwa Angst vor einem kleinen Spiel? Es wird auch nicht länger als eine Viertelstunde dauern. "

„Na gut, aber mach hin. Ich will schnell mein Geld haben!"

Der Geist in Yugis Körper grinste breit. „Dann mach dich bereit für ein Yami-no-Game((6))!"

Ehe der Schläger fragen konnte, was das bedeutete, wurden die beiden plötzlich von Schatten verschluckt. Als Ushio seine Augen wieder öffnete, sah er, dass er an einem Strick von einen Kuppeldach über dem kleinen Kanal hing((7)), und als er nach oben schaute, sah er den noch immer grinsenden ‚Yugi' gerade ein Päckchen an dem Pfahl anbringen, der die Spitze des Daches krönte. Auch er hatte ein Seil um sich gebunden. Als er das Päckchen befestigt hatte, zog er etwas aus seiner Tasche, das wie Spielkarten aussah. Anschließend schlitterte er zu Ushio hin das Dach hinunter, wobei er dabei eine Spur in Form der Karten legt, die aus irgendeinem Grund nicht weiterrutschten oder vom Dach fielen. Der Schläger wurde weiter hochgezogen, während ‚Yugi' herunterrutschte. „Also, hier sind die Regeln", begann der Kleinere. „Wir ziehen abwechselnd Karten und gehen Tip-Top-Schritte entsprechend dem Wert der Karte nach oben. Wer zuerst oben ist, der hat gewonnen. Der Verlierer wird bestraft und wer schummelt, den erwartet die Strafe des Schicksals."

„Was auch immer", sagte Ushio. „Ich will schnell nach oben und mir mein Geld holen. Also fange ich an." Er zog die Karte, die vor ihm lag. „Ha", sagte er triumphierend, „Karo zehn", und ging zehn Schritte nach oben. „Yeah, ich werde in Null-komma-nichts oben sein."

„Nicht so schnell", grinste der Geist. „Nun bin ich dran. Ich habe Karo König", informierte er seinen Gegenspieler, zeigte ihm die Karte und kletterte 13 Schritte nach oben, was ihm einen kleinen Vorsprung verschaffte.

Grummelnd zog Ushio seine nächste Karte. „Pik zwei", sagte er und kletterte nun seinerseits wieder etwas nach oben, was den Geist natürlich wieder etwas nach unten sinken ließ, so dass sie nun fast auf gleicher Höhe waren. „Wart's nur ab, gleich bin ich wieder vorne."

„Pik Dame", erwiderte der Geist triumphierend grinsend, wissend, dass die zwölf Schritte, die er nach oben machte, mehr sagten als alle Worte.

Ushio knirschte wütend mit den Zähnen. „Karo drei", sagte er und kletterte wieder etwas nach oben, nur um wieder abzusinken, nachdem der Geist seine nächste Karte zeigte, Herz neun, und den Abstand zwischen den beiden weiter vergrößerte.

Der Schläger zog seine nächste Karte. „Na bitte, wenigstens etwas besser", sagte er selbstzufrieden. „Kreuz sechs", verkündete er, zeigte die Karte und stapfte wieder etwas nach oben.

Der Geist zog ruhig seine nächste Karte. „Pik Bube", sagte er und machte seine 11 Schritte.

Wütend und besorgt sah Ushio, dass ‚Yugi' nun fast oben angekommen war. Nur noch ein oder maximal zwei Schritte trennten den Zwerg von der Stange, und er würde gewinnen. ‚Ich muss jetzt was Gutes ziehen. Ich kann doch nicht gegen den verlieren, obwohl ich zugeben muss, er wirkt jetzt selbstbewusster und stärker als vorhin.' Mit zitternden Finger nahm der Schläger die Karte, die direkt vor ihm lag, auf und schaute sie an. „Joker…", sagte er entgeistert.

„Zu schade", stellte ‚Yugi' fest. „Ein Joker hat gar keinen Wert, also bin ich dran." Er nahm ebenfalls die Karte direkt vor ihm und drehte sie um. „Karo Ass", verkündete er. „Ich habe gewonnen."

„Du glaubst doch nicht, dass ich das zulasse?" fragte Ushio vor Wut schnaubend und kletterte das Kuppeldach wieder hoch. „Ich werde mir das Geld trotzdem nehmen, und es gibt nichts, was du dagegen tun könntest."

„Tz tz tz", machte ‚Yugi'. „Verlieren und deshalb schummeln, um den Sieg des anderen im letzten Moment zu verhindern… Das verlangt zweifache Strafe. Zuerst wirst du den Tod erleben, was die Strafe für den Verlierer ist", sagte er. Das Puzzle leuchtete auf, und ein drittes Auge erschien auf seiner Stirn. Sofort versank Ushio in eine Halluzination, die ihn seinen Tod erleben ließ. Nachdem das geschehen war und der große Schläger wimmernd auf der Straße lag, auf die der Geist sie wieder mit Hilfe seiner Magie gebracht hatte, leuchtete das dritte Auge ein zweites Mal. „Und wenn du dadurch genug gelitten hast, dann darfst du als Belohnung das sehen, was dir so wichtig ist: Geld. Nur leider wirst du Geld in Dingen sehen, die kein Geld sind. Das ist die Schicksalsstrafe ‚Illusion der Gier'. Gute Nacht, Ushio-sempai…"

Nachdem er das voller Verachtung und Hass gesagt hatte, kehrte der Geist in das Zuhause des in seinen Augen wunderschönen Jungen zurück, dessen Körper er geborgt hatte. Leise betrat er das Zimmer Yugis wieder durch das Fenster. In der Erinnerung des jungen Menschen hatte er gesehen, dass dieser sich üblicherweise umzog, bevor er sich zum Schlafen in sein Bett legte. Trotz seiner Erschöpfung, die durch die Müdigkeit des Körpers, seine geistige Ermüdung aufgrund der vielen für ihn neuen Erinnerungen und Erfahrungen, sowie die Benutzung von so viel Magie entstanden war, legte er die Kleidung ab, die er trug und die wieder zu den Sachen des Jungen wurde, nachdem sie den Körper verließ, und zog das zweitteilige Nachtgewand Yugis an. Nicht beachtend, dass es etwas zu kurz für die Größe des Körpers unter seiner Kontrolle war, legte er sich in das Bett und deckte sich zu. Zufrieden mit der Rache und erschöpft schloss er die Augen. Anschließend ging er in Yugis Seelenraum.

Er kniete sich neben das Bett des Jüngeren und strich ihm liebevoll die Strähne aus dem Gesicht, da sie schon wieder heruntergerutscht war. „Schlaf ruhig und friedlich, mein teurer Yugi", hauchte er ihm ins Ohr. „Um Ushio musst du dir keine Sorgen mehr machen. Er wird dich nicht mehr belästigen." Während er das sagte, nahm er die Hand seiner kleinen schlafenden Schönheit, die unter der Decke hervorlugte, und küsste sie zärtlich.

Er zuckte wieder zusammen, als Yugi sich bewegte, da er befürchtete, er hätte ihn geweckt, aber dieser umfasste nur leicht die Hand des Älteren, die die seine immer noch sanft hielt, und kuschelte sein Gesicht an sie. Der Geist überlegte kurz, ob er hier ihm Seelenraum des Jungen bleiben sollte, entschied dann aber, dass das unhöflich wäre. Er kam zu dem Schluss, dass es das Beste wäre, wenn Yugi ihn erst einmal so kennenlernen würde. Schweren Herzens entzog er dem Jungen vorsichtig seine Hand und kehrte in sein Labyrinth zurück. Lieber würde er diese Nacht von dem Jungen getrennt verbringen, als von diesem gefürchtet oder gar gehasst zu werden, weil er dessen Privatsphäre derart verletzt hatte. Für das Vertrauen der schlafenden Schönheit war das ein geringer Preis. Mit diesem Gedanken sank er sanft auf das Bett mit den vielen Kissen((8)), das in seinem Seelenraum auf ihn gewartet hatte. Bereits ein paar Sekunden später schlief er tief und fest.

Fortsetzung folgt…

Anmerkungen

((1)) Ok, ich bin nicht ganz sicher, ob es Amethyste in Ägypten gab… Auf Anhieb fällt mir jetzt kein ägyptisches Schmuckstück ein, auf dem ich diese Steine gesehen hätte, oder ein Text, in dem ich von ihnen gelesen hätte. Aber da es in meinem Wörterbuch eine Bezeichnung dafür gibt, nämlich (in etwa) Hesem ((das, was von mir hier als he wiedergegeben ist, ist in der Umschrift ein h mit einem Punkt, noch mal als Bemerkung: also in Aussprache bin ich genauso schlecht, wenn nicht noch schlechter als beim Hören). Allerdings hat auch der Autor des Wörterbuches scheinbar Zweifel an der Bedeutung, denn er schreibt dahinter in Klammern: „wahrscheinlich fehlerhaft"

((2)) Nur wie man Dinge tut. Zum Beispiel Lesen und Schreiben (natürlich Hieroglyphen und auch Hieratisch), Magie, kulturelle Dinge seiner Heimat usw.

((3)) Magician: Ich möchte hier mal darauf hinweisen, dass ‚Labyrinth' und ‚Irrgarten' eigentlich nicht dasselbe ist. Ursprünglich war ein Labyrinth eine geometrische Form (meist ein Kreis), die man in Gärten auf den Boden ‚zeichnete' mit einem langen, verschlungenen Weg darin, der vom Außenrand in die Mitte führte. Von oben betrachtet sah das sehr verwirrend aus, so als könne man sich darin verlaufen, doch es gab eben nur einen einzigen Weg, den man ablaufen konnte, immer ‚geradeaus' ohne Abzweigungen oder gar Sackgassen. Also in keinster Weise das, was man heutzutage unter einem Labyrinth versteht. Äh... ja... das war jetzt eigentlich völlig überflüssig, aber das habe ich auch erst vor kurzem erfahren und ich mag auch mal ein bisschen mit meinem Wissen angeben... ‚verlegen lach' Sorry.

((4)) Noch mal zu den Augen Yamis. Ich dachte mir, dass er, wie gesagt, als Pharao amethystfarbene hatte und als Yami rubinrote. Aber solange er Yugis Körper benutzt, sind seine Augen amethystfarben mit etwas Rubinrot drin. Er ist dann auch ein bisschen kleiner, weil es Yugis Körper ist (wobei er schon ein bisschen wächst, wenn Yami übernimmt, aber wirklich nur ein bisschen). Alles klar?

((5)) Der Mantel geht nur bis zu den Oberschenkeln und sieht fast aus wie die Schuljacke, nur wie gesagt eine kleines bisschen länger.

((6)) Ich habe mich hier dazu entschlossen, die japanische Bezeichnung zu lassen. ‚Spiel der Schatten' kommt dem meiner Meinung nach nicht ganz gleich. Die völlige Übersetzung ins Deutsche wäre ‚Spiel der Dunkelheit' ((Magician aus dem Hintergrund: Oder noch besser ‚Spiel der Finsternis')), aber da ja auch im Japanischen ‚Game' benutzt wird, müsste es ‚Game der Dunkelheit' heißen. Da ich das alles doof finde, lasse ich wie gesagt die japanische Bezeichnung.
Magician: Das Problem an der Sache ist, dass die Japaner einfach einen Knall haben, was die Übernahme englischer Wörter angeht. Selbst wenn es ein japanisches Wort gibt, benutzen sie lieber das englische. Vielleicht finden sie, dass das cooler klingt oder so... Das muss man nicht verstehen, denke ich.

((7)) Für alle, die es nicht mitbekommen haben, ich richte mich bei dem Spiel mit Ushio lieber nach der Fernsehserie. Das fand ich besser.

((8)) Annuket: Kissen… Soweit ich weiß, gab es Kissen, wie wir sie kennen, im Alten Ägypten nicht. Da gab es nur Kopfstützen. Aber ich finde nicht, dass die sehr gemütlich aussehen, und deshalb habe ich mir die Freiheit genommen, Yami Kissen zu geben.
Magician: Außerdem... er hat jetzt Yugis Wissen und Erinnerungen, da war sicher auch was über Kissen dabei und da kann man ja Anpassungen vornehmen, nicht wahr? ‚lach' Ich meine, wenn er die Wahl hat zwischen einer Kopfstütze und einem Kissen...
Annuket: Ich weiß nicht. Es ist auch Gewöhnungssache. Wenn du an Kopfstützen gewöhnt bist, kommt dir ein weiches Kissen vielleicht unbequem vor.
Magician: Auch wieder wahr.

Annuket: Na gut, ich wünsche euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr. 'sieht, dass Magician noch immer schläft' Von Magician auch. Bis zum nächsten Mal.