hier folgt schon das nächste Kapitel zu dem ich euch viel Vergnügen wünsche, eure Severina

„Er hat meinen Namen genannt.", flüsterte Dianea fassungslos. „Er weiß, dass ich hier bin."

Gilmore trat an die Medihexe heran und strich sanft über ihre Schultern.

„Er kann dich nicht erkannt haben, Dianea. Nicht in seinem jetzigen Zustand. Es kam wohl eher aus seinem Unterbewusstsein. Du scheinst noch eine wichtige Rolle in seinem Leben zu spielen.", leise sprach der Heiler auf sie ein.

Dianea schluchzte auf und legte Severus Hand fast zärtlich zurück auf die Decke.

Ein leicht rasselnder Atem verriet, dass der Anfall des Patienten vorbei war.

„Lange wird es sein Körper nicht mehr mitmachen.", murmelte Gilmore teilnahmsvoll.

„Er wird nicht sterben, falls du das damit ausdrücken willst.", fauchte Dianea ihn an und nur die Anwesenheit des Patienten hielt sie zurück, nicht hysterisch laut zu schreien.

Der Heiler wollte etwas erwidern, doch der warnende Blick Mirnas und ihr unmerkliches Kopfschütteln ließen ihn verstummen.

Wortlos verließ er das Krankenzimmer.

„Nimm es ihm bitte nicht übel, Dianea.", bat die zierliche Krankenschwester leise. „Es nimmt ihn auch ziemlich mit. Du weißt doch, Gilmore gibt nicht gerne auf, doch hier sieht er keine Hoffnung mehr. Der Grind verbreitet sich rasend schnell, wächst wie ein giftiger Pilz und schließt seinen Körper ein wie ein Parasit sein Opfer. Sieh es realistisch, Severus Snape ist schon fast tot. Keine Ahnung was ihn solange am Leben hält, oder ob ein langes Siechtum beabsichtigt war."

Mirna wirkte zerknirscht und traurig. Dem Patienten nicht helfen zu können war schon schlimm genug, doch die Freundin und Kollegin leiden zu sehen und nur hilflos daneben stehen, ging schon fast an ihre Grenzen.

„Ich weiß, wie du leidest, Dianea und glaube mir keiner würde dir lieber helfen und ein Wunder herbeizaubern wie Gilmore und ich. Aber es gibt keine Wunder, jedenfalls hier nicht mehr. Wir sollten ihn vielleicht nicht mehr leiden lassen. Dianea..." und ein unmissverständlicher Blick traf die Medihexe.

Dianea erbleichte und wurde kurz darauf zornesrot.

„Seid ihr denn völlig wahnsinnig, mir überhaupt so einen Vorschlag zu unterbreiten. Ich soll ihn sterben lassen, obwohl wir noch nicht alles versucht und probiert haben. Er wird wieder gesund, das weiß ich und außerdem habe ich es jemandem versprochen, nichts unversucht zu lassen, um Severus Snape zu retten.", ihre Stimme glitt in ein Flüstern über, aus dem man ihre eigene Ratlosigkeit und Verzweiflung hören konnte.

Ohne Vorwarnung ließ sich die junge Frau in die Arme der Krankenschwester fallen und weinte hemmungslos.

„Mirna, ich kann ihn nicht sterben lassen, ich muss weitersuchen nach einer Lösung. Verdammt, ich will ihn nicht verlieren!!"

Sanft streichelte Mirna der jungen Frau über den Rücken und versuchte, ihre eigenen Tränen zu verbergen.

„Bitte geh jetzt, Mirna. Lass mich allein."

Verstehend wandte sich die Krankenschwester um und verließ auf leisen Sohlen das Krankenzimmer.

Dianea trat vorsichtig an das Bett heran und griff sacht nach der Hand auf der Bettdecke.

„Weißt du wirklich nicht, dass ich hier bin?", flüsterte sie Severus Snape zu.

„Ich gebe dir all meine Kraft, halte durch, bitte. Wir werden etwas finden und dich zurückholen, das schwöre ich dir."

Sie hauchte einen leichten Kuss auf die durch den schwarzen Grind entstellte Hand und hielt sie an ihre Wange. Tränen tropften auf die wie verbrannt aussehende Haut, doch Dianea bemerkte es nicht. Verzweiflung spiegelte sich ihn ihrem Blick und ihre Augen ruhten auf seinem Gesicht, das der Grind schon wie mit einer schwarzen Maske überzogen hatte.

Mit einem Schlenker ihres Zauberstabes beförderte sie den Stuhl in die richtige Position und ließ sich nieder, die Hand immer noch fest in der ihren. Dianea beugte sich herab und strich unendlich zärtlich über das ehemals eigenwillig schöne Gesicht.

„Severus, bitte gib nicht auf, bleib bei mir, denn ich brauche dich."

Und ohne lange nachzudenken beugte sich Dianea noch weiter herab und flüsterte:

„Severus, ich liebe dich so sehr.", dann legte sie ihre Lippen in unendlicher Zartheit auf seinen Mund und küsste ihn.

Ein Beben ging durch den Körper in den Laken und Dianea schaute angstvoll auf.

Hatte sie sich das nur eingebildet, oder bewegten sich die Finger in ihrer Hand ein bisschen?

Nein, seine Hand war noch genauso steif und unbeweglich wie vorher. Enttäuschung fraß sich tief in ihr Inneres und die Hoffnung, welche sich kurz aufgerichtet hatte, fiel wie ein Kartenhaus zusammen.

„Ich lass dich nicht allein.", murmelte die Medihexe und fuhr über sein schwarz-glänzendes Haar.

Mit einem Seufzer kuschelte sich Dianea an seine Schulter, ohne die Hand loszulassen und war kurz darauf eingeschlafen.

„Dianea, wach auf."

Jemand rüttelte sie unsanft an der Schulter. Schlaftrunken öffnete sie die Augen und sah sich um. Ihr Kopf ruhte noch immer auf dem Bett des Patienten, der Rücken schmerzte und der Nacken war steif.

Widerwillig hob sie ihren Kopf und schaute direkt in das Gesicht des Heilers Gilmore.

„Was ist los?", maulte Dianea.

„Sieh es dir selbst an, Mädchen.", meinte der Mann euphorisch. „Du wolltest doch ein Wunder und nun verschläfst du es auch noch."

Dianea hatte sich gänzlich erhoben und schüttelte verständnislos den Kopf.

„Könntest du mal klarer werden? Welches Wunder?"

Gilmore grinste noch immer und deutete auf das Bett.

Zuerst fiel der Medihexe nichts Neues auf und sie ließ ihren Blick über das Bett wandern. Da plötzlich – ein Staunen lag auf ihrem Gesicht, ungläubig aber langsam begreifend.

Die Hand – seine Hand!!

Dianea griff zu und hob seine Hand ihrem Gesicht entgegen, um auch sicher zu sein, dass sie nicht träumte. Immer und immer wieder starrte sie auf diese Hand und anschließend auf Gilmore, der ihr lächelnd zunickte.

Da endlich erfasste ihr Verstand die Wahrheit und eine Woge Glückseligkeit durchströmte ihren Körper wie eine Droge.

Sanft streichelte Dianea die Hand, von der ein nicht geringer Teil des schwarzen Grinds einfach verschwunden war. Leicht rosa schimmerte neue gesunde Haut und strahlte Hoffnung aus.

Wie von tausend Lasten befreit, ließ sich Dianea auf den Stuhl zurück fallen.

„Ja, aber...ich verstehe nicht...wie konnte plötzlich...", stammelte Dianea fassungslos.

„Das ist etwas, das ich auch noch nicht verstehe. Aber auf alle Fälle gibt es Hoffnung, endlich Hoffnung auf eine Heilung, denke ich jedenfalls.", gab Gilmore zu und lächelte der Medihexe aufmunternd zu.

„Hast du ihm irgend etwas gegeben, irgend etwas gemacht?", fragte der Heiler weiter, doch Dianea schüttelte stumm den Kopf.

Mirna stand ebenfalls mit leuchtenden Augen neben dem Bett und schaute abwechselnd auf Dianea und den Patienten.

„Dianea, es scheint wirklich ein Wunder zu sein. Gestern noch hatten wir keinerlei Hoffnungen mehr und heute... Aber du musst doch irgendeine Medizin angewendet haben?"

Die Medihexe schüttelte noch immer den Kopf.

„Ich habe Prof. Snape nichts gegeben. Ich verstehe es ja selbst nicht...", leise sinnierte Dianea vor sich hin. „Die Tränen... meine Tränen...nein unmöglich."

„Denk nach, Dianea.", drängte der Heiler. „Willst du mir etwas sagen, irgend etwas erzählen?"

„Nein, das ist zu verrückt und wahrscheinlich auch nur reiner Zufall.", murmelte sie.

„Komm erzähl schon, auch wenn es dir vielleicht verrückt erscheint. Du weißt, manchmal liegt die Lösung wirklich im Absurden."

Gilmore strich ihr aufmunternd über die Schultern.

„Ich weiß nicht.", seufzte die Medihexe. „Aber gut, ich erzähle euch alles. Als ihr Beide gegangen wart, habe ich noch einmal seine Hand ergriffen und... na ja ich habe geheult wie ein Schlosshund und seine Hand wohl mit meinen Tränen fast durchweicht. Und ich habe mit ihm geredet, ziemlich einseitig wohl, und ihm geschworen, dass wir eine Lösung finden werden, habe gesagt, wie sehr ich ihn liebe und dann habe ich ihn geküsst. Das war eigentlich schon alles. Muss wohl eingeschlafen sein."

Auf Gilmores Gesicht zauberte sich ein Lächeln.

„Kannst du dich noch erinnern, was du in Bezug auf seine Verletzungen sagtest, Dianea?"

„Ich verstehe nicht ganz...", zuckte Dianea die Schultern.

„Als du seine Verletzungen sahst, hattest du einen ganz bestimmten Verdacht, weißt du noch?"

„Ja, ich sagte, es scheint dunkle Magie im Spiel gewesen zu sein. Böse, schwarze Magie.", flüsterte sie leise. „Du meinst..."

„Ja, es war sicherlich ein Fluch aus der schwarzen Magie. Und deine Tränen, geweint aus tiefstem Schmerz und der Kuss, gegeben mit bedingungsloser Liebe, haben wohl den Ring des Fluches gesprengt. In der dunklen Magie gibt es keine Liebe, aber es gibt auch kein Mittel gegen dieses stärkste Gefühl auf der Welt. Derjenige, der ihm das zugefügt hatte..."

„Voldemort!", rief Dianea dazwischen.

„... rechnete wohl nicht damit, dass Severus Snape trotz seiner furchtbaren Entstellungen noch geliebt wird, dass sich noch jemand bereitwillig seinen Lippen nähert und ihm Liebe schenkt."

„Grundgütiger!!!", hörten sie eine Stimme und fuhren erschreckt herum.

Niemand hatte die Frau bemerkt, die nun fassungslos vor dem Bett stand und immer wieder kopfschüttelnd auf den Mann starrte.

„Prof. Mc Gonagall.", rief Dianea und eilte zu ihr. Gerade noch rechtzeitig konnte sie der älteren Hexe den Stuhl zurecht schieben, auf dem sie kraftlos nieder sackte.

„Dianea, wie haben Sie das nur geschafft?", wisperte sie und wischte sich verstohlen eine Träne aus den Augenwinkeln.

„Ich weiß nicht..."

„Mit Liebe, gute Frau. Mit unerschütterlicher Liebe.", antwortete Gilmore und strahlte, als hätte er dieses Wunder vollbracht.

Ein Stöhnen drang aus den Kissen und alles eilte an die Seite des Patienten.

Unglaube stand in den Gesichtern und die stumme Frage nach dem „wie?", als die Anwesenden das Gesicht des Professors sahen. Ja, das Gesicht!!!

An großen Stellen war auch dort der schwarze Grind zurückgegangen und hinterließ rosa Haut.

Die Atmung ging ruhig, fest und gleichmäßig und als Gilmore das vorn offene Krankenhemd zurückschlug, da erkannte man auch auf der Brust, das sich der riesige Parasit langsam auflöste.

„Nun können wir endlich auch die inneren Verletzungen heilen und der Lunge Erleichterung verschaffen. Ab jetzt kann es nur noch aufwärts gehen.", jubelte der Heiler euphorisch.

„Ja, ich denke eine durchblutungsfördernde Salbe und ein Aufbautrank müssten reichen. Vielleicht noch einige Sauerstoffbäder und natürlich eine permanente Beobachtung. Wir wollen schließlich sicher gehen.", ordnete Dianea an und Mirna nickte.

„Schon notiert."

„Ich werde gleich mit der Behandlung beginnen und du machst dich auf den Weg nach Hause, Dianea. Sonst habe ich bald einen Patienten mehr. Du kannst dich kaum noch auf den Beinen halten, hast dir hier genug Nächte um die Ohren geschlagen. Für dich gibt es im Moment nichts zu tun, also ab." Und er schob die Medihexe energisch zur Tür hinaus.

Dianea warf einen letzten, erleichterten Blick zurück zum Bett.

„Schlaf dich gesund, Severus.", murmelte sie, dann fiel die Tür endgültig zu.

nach einem Review frage ich wohl besser nicht, habt sicherlich alle die "Buttonphobie" :-D