Bellas POV

Ich freute mich so sehr auf ihn. Er war jetzt 3 Tage weg, jagen. Wieso konnte einem die Zeit so lang werden? War so voller Sehnsucht.

Ich fühlte mich automatisch wieder an die Zeit zurückerinnert, wo er mich verlassen hatte und ich denke, dass es für ihn jedesmal ein schwerer Schritt ist, mich einfach hier zurückzulassen, auch wenn es nur relativ kurz ist.

Er macht sich immer noch Vorwürfe, hat immer noch Schuldgefühle. Das merkt man an seinem Verhalten. Aber andererseits habe ich manchmal das Gefühl, als ließe er mich nicht richtig an sich heran.

Also emotional schon, er würde für mich durch das Feuer gehen und ich ebenso für ihn, aber körperlich gesehen was das eine gänzlich andere Sache.

Ich habe schließlich Bedürfnisse und diese Bedürfnisse übersteigen leider den zaghaften Kuss, den wir immer noch austauschen. Wie ein ganz normaler Teenager wollte ich herumknutschen, lachend herumtollen und ihn vielleicht irgendwann ohne T-Shirt sehen. Ach, wenn ich jetzt schon darum denke, bekomme ich eine unendliche Sehnsucht nach ihm. Eine Gänsehaut läuft mir den Rücken herunter, erfasst meinen gesamten Körper.

Das Verlangen meinerseits ihn zu küssen, richtig zu küssen, mit Zunge, wurde bei mir langsam schon etwas übermächtig. Und auch deshalb meine Bedingung.

Natürlich würde ich ihn auch ohne diese Abmachung zum Mann nehmen, doch es versüßt es mir definitiv mehr. Wie oft habe ich ihn mir schon vorgestellt, wie ich seine eiskalten Lippen mit den meinigen umschließe, langsam mit meiner Zunge seine Oberlippe entlang fahre, seinen Duft in mir aufnehme (und diesmal daran denke, fortlaufend zu atmen), mich ihn entgegenstrecke, meine Hand seine Haare durchwühlend, er vor lauter Schreck, unfähig mich wegzustoßen, wie er es sonst immer direkt macht, seinen Mund öffnet und ich zaghaft mit meiner Zunge seine an stupse, sie umkreise, wieder über seine Lippen fahre, leicht hineinbeiße, nur ganz sanft…

Aber ich glaube, das wird nichts, bevor wir heiraten. Aber dennoch ich wünsche es mir so sehr. Zweifelsfrei ist es sehr komisch, das es mir ebenso wünsche, ihn nicht nur auf den Mund zu küssen.

Wenn er sich nur ein einziges Mal fallen lassen könnte… Ich seinen Nacken mit kleinen, hauchzarten Küssen bedecke, meine Hände sachte über sein Schlüsselbein wandern lasse, an den Schultern entlang, so viel „nackte" Haut erwischend, wie ich nur kriegen kann…. Anschließend meine Hände an seiner Seite entlang fahre, während er vor lauter Genuss den Kopf in den Nacken legt, tief durchatmet, die Augen schließt und entspannt, während ich den Gedanken in mir, sein T-Shirt hochzustreifen, wenigstens nur für ein paar Zentimeter, in die Tat umsetze, meine warmen Hände an seine eiskalten Seiten legen, ihn zaghaft streicheln, anschließend meinen Mund darauf senke…..

Nun, ich glaube, dass ich mir diese Gedanken schleunigst aus dem Kopf schlagen sollte, jedenfalls für die nächsten paar Wochen und dann ist es immer noch nicht gesagt, ob er sein Versprechen halten kann… Er hat gesagt, er könne es versuchen, das wir ES tun, aber er könne mir nicht versprechen, das es ohne „Zwischenfälle", dass heißt ohne Verletzungen für mich vonstatten gehen wird… Irgendwie weiß ich gar nicht, ob ich schon bereit bin, ES direkt zu tun, vielleicht wäre es besser, definitiv besser, für uns beide, wenn wir vorher ein wenig, wie soll man es sagen, „üben" würden? Es natürlich nicht bis zum Äußersten treiben…

Aber ich will es doch so sehr, kann es fast nicht mehr ertragen, ihn nur auf eine kurze, fast schon unpersönliche Weise berühren zu dürfen.

Ich fasse einen „Plan". Es wäre doch wirklich nicht zu viel verlangt, wenn ich ihn dazu bringen könnte, mich richtig, wie ein Mann es bei einer Frau tun sollte, zu küssen, oder?

Edwards POV

Drei Tage können unheimlich lang sein. Die Zeit zog sich, anstatt zu vergehen. Wusste gar nicht, dass sie sogar für einen Unsterblichen so lang sein kann. Doch, ich glaube, ich weiß es, weiß es sogar ganz genau! Nachdem ich sie verließ… NEIN, ich sollte nicht wieder daran denke, das führt nur wieder dazu, dass ich in Selbstekel ertrinke… Mir nur wieder Vorwürfe mache. In Folge dessen, bin ich in letzter Zeit noch fürsorglicher geworden, vielleicht etwas zu sehr, wie ich mich gerade selbst erinnere.

Ich sollte an meine wunderschöne Bella denken, die jetzt gewiss in ihren kleinen Zimmer auf ihren wirklich kleinen Bett sitzt, auf mich wartet… Vielleicht hört sie Musik, vielleicht schreibt sie mit ihrer Mutter Emails oder telefoniert mit eben dieser, oder eventuell auch mit Angela. Das Gefühl der Sehnsucht ist ebenso wie andere Gefühle, die mit Liebe einhergehen, ziemlich, fast schon übermäßig stark und ich halt es daher nicht mehr länger ohne sie aus. Will sie wieder in meinen Armen halten, ihren Geruch einatmen, gegen den ich mittlerweise erstaunlich desensibilisiert bin, aber das Bukett…

Ich fühle mich wie ein Alkoholiker, der sich freiwillig dem besten und unbezahlbarsten Wein der Welt aussetzt, sich masochistischer Weise über das Glas beugt, diesen Duft in sich aufsaugt, der seine Sinne vernebelt….

Möchte sie dieses Wochenende ganz besonders überraschen. Ich mag es so sehr, es gibt mir auf irgendeine Weise eine Art „Kick", wenn ich sie überraschen kann und sie das hasst, wie die sprichwörtliche Pest.

Ich mag ihr Gesicht, kurz bevor sie an die Decke geht, ihren kleinen, süßen Mund zu einem Schmollmund verzieht, aber sie sie meistens ganz schnell wieder beruhigt, wenn sie sieht, wie viel Mühe ich mir für sie mache. Ich finde es einfach nur herrlich. Hatte extra die Schule „geschwänzt", sodass wir am Wochenende etwas zusammen unternehmen können. Dachte eventuell an unsere Lichtung, ein kleines Picknick, nur wir zwei

Und der See, der an die Lichtung angrenzt, lädt ja gerade zu ein zum Baden. Allerdings glaube ich, dass es keine so gute Idee ist, das sollten wir vielleicht doch besser bleiben lassen, ich weiß nämlich noch nicht genau, wie ich, speziell wie mein Körper auf ihren Anblick im Bikini reagieren würde.

Wenn sie dann aus dem Wasser steigt, die Wassertropfen spiegeln sich in der warmen Sonne, während sie schimmernd, durchsichtig von ihrem Bauch, ihren Beinen, ihren perfekt geformten Rundungen abperlen…

Diese Vorstellung raubt mir definitiv meinem Atem und ich weiß, dass meine Selbstbeherrschung noch nicht so weit ausgereift ist, so etwas zu „ertragen". Aber irgendwann sollte ich es wohl können, spätestens in unseren Flitterwochen… Ich hatte mir schon öfters Bella in etwas knapperen Sachen, wie Shorts oder einem Bikini vorgestellt. An Unterwäsche, selbst in meiner Phantasie reicht es noch nicht ganz heran…

Obwohl diese Vorstellung, dass sie für mich diese entzückende, schwarze Spitzenunterwäsche trägt, doch sehr verlockend ist. Zu verlockend, wie ich in diesem Moment bemerke. Ein mir, bis jetzt, eher unbekanntes Gefühl fängt an, sich in meinem Bauch auszubreiten. Es ist wie das Gefühl, wenn wir uns küssen, süß, traumhaft, süchtig machend, doch dieses ist noch eine Spur weit intensiver. Es breitet sich weiter aus, wie ein Feuer, das mit keinem Wasser der Welt zu löschen ist. Es kriecht meinen Bauch abwärts, fährt mir in Regionen, von denen ich weiß, das wenn man es jetzt sehen würde, mir peinlich werden könnten… Wie soll ich mich bei Bella verhalten, wenn genau dieser Fall eintreten sollte?

Andererseits, wie sollte ich auch meine Selbstbeherrschung „trainieren", wenn ich uns beiden nur, mit meinen sehr strikten Regeln erlaube, nur kühle, relativ unpersönliche Küsse auf die Lippen auszutauschen? Wie würde es meiner Selbstbeherrschung und meinen Regionen gefallen, wenn es auf einmal kein normaler Kuss werden würde, sondern ein etwas intensiverer?

Während ich versuchte meine Gedanken wieder zu sammeln, lief ich zu Bellas Haus, konnte gar nicht schnell genug da sein. Hatte sie so sehr vermisst. Ob Charlie schon von der Arbeit zu Hause war? Egal, wir „müssten" uns nicht lange unten im Wohnzimmer aufhalten, könnten direkt in ihr Zimmer, wenn sie nicht schon da saß, wie ich ja vermutete. Ein kleiner Blick auf meine Uhr, den ich vorher nicht getan hatte, verriet mir, das es 21:57 Uhr war. Das bedeutete, dass Charlie spätestens in einer Viertelstunde in sein Bett gehe würde und ich wäre mit Bella praktisch alleine.

Heute wollte ich keinen zaghaften Kuss, ich wollte etwas für uns „neues" ausprobieren. Doch wollte sie das den auch?

Faktisch gesehen, hatte ich mich sogar darauf vorbereitet, indem ich mehr „getrunken" hatte, als unbedingt nötig. Ja nötig war DAS Stichwort. Vielleicht hatte ich es wirklich nötig, zu küssen, geküsst zu werden. Denn unter meiner Oberfläche schimmerten sich geraumer Zeit auch andere Begierden, als nur die Gier nach ihrem Blut.

Art von Begierden, die ich bis jetzt noch nicht kannte, die mir seltsam und doch irgendwie vertraut vorkamen. Seltsamerweise machen sie süchtig. Ich wollte mehr von diesem Gefühl. Genauso, wie sich das anfühlte, als wir uns zum ersten Mal geküsst haben, wollte jeden Augenblick, jeden Tropfen dieses neuen Gefühls auskosten… Sie einfach nur normal zu küssen, wäre diesmal wohl nicht genug… Allerdings war ich, und das musste ich mir ebenfalls eingestehen, wie vieles andere auch, ein Feigling, nicht fähig, den ersten Schritt zu machen.

Wenn sie nicht damit anfinge, ICH würde es definitiv nicht tun. Wollte sie nicht zu etwas zwingen, was sie vielleicht instinktiv gar nicht wollte, doch ein Teil von mir wusste, das war nur die halbe Wahrheit. Ich war egoistisch. Wollte einfach nur genießen, mehr von diesem Gefühl haben, das im Bauch anfängt, wunderbar zu kribbeln, wie tausend Ameisen, anschließend durch den gesamten Körper wandert, das Denken ausschaltet, nicht mehr, als dazu in der Lage zu sein, zu genießen, mich völlig hinzugeben, in ihre vertrauten Hände begeben, völlig vertrauen, alles andere vergessen…

Ein wenig hatte ich noch gewartet, obwohl es mir sehr, sehr schwer fiel, konnte meine Sehnsucht und Ungeduld sie zu sehen, fast nicht mehr ertragen. Ich spitzte die Ohren, Charlie schnarchte, kein Wunder es war 22:20 Uhr und ich sauste an ihr Fenster, öffnete es und war erstaunt, dass ihr Schlafzimmer in ein wunderschönes, zartes Dämmerlicht getaucht war und sie, in einem Schneidersitz sitzend, auf dem Bett auf mich wartete… Sie sah so zart, so zerbrechlich aus, ihr Haar schimmerte, ihre Augen glänzten, als sie sagte: „Ich habe dich vermisst, Edward!" Und mein, eigentlich kaltes, totes Herz, machte einen gewaltigen Sprung….