Ashley saß zusammengekauert auf ihrem Bett und sah sich ein Foto von Spencer und ihr an. Es war von dem morgen an dem die Beiden sich entschieden hatten ihrer Liebe noch eine Chance zu geben und all das Vergangene hinter sich zu lassen. Auf dem Bild war noch alles perfekt gewesen. Spencer hatte ihr endlich verziehen, dass sie sie in der schwierigsten Zeit ihres Lebens alleine gelassen hatte und zu allem Übel nach ihrer Trennung direkt zu Aiden lief. Sie wollten bei Null anfangen und alles besser machen als beim letzen mal.
Und jetzt das. Spencer hatte sie betrogen und Ashley wusste nicht was sie darüber denken sollte. In ihrem Kopf überschlug sich alles und immer wieder sah sie das Bild von Spencer und der Blonden vor sich. Wie konnte sie nur? Wie konnte sie mir das antun?
Ihre Gedanken wurden wieder einmal von dem Klingeln ihres Handys unterbrochen. Seit der letzen Stunde hatte Spencer fünf mal versucht Ashley zu erreichen, aber die Brünette war nie ran gegangen. Was sollte sie Spencer sagen, wenn sie selbst nicht wusste wie es jetzt weiter gehen würde? Konnte sie Spencer verzeihen? Wollte sie das überhaupt?
Natürlich wollte sie das. Spencer war die Liebe ihres Lebens und nie hätte sie damit gerechnet, dass Spencer etwas tun würde, was ihre Beziehung gefährden könnte. Ashley war immer fest der Meinung, dass sie die Jenige war die Fehler macht, ob extra oder unbewusst. Aber jetzt war es Spencer und Ashley wusste einfach nicht wie sie damit umgehen sollte.
Sie wollte mit dieser Frau glücklich werden. Heiraten, eine Familie gründen und zusammen alt werden. Sachen an die sie zuvor nie gedacht hatte, aber all das stand jetzt auf der Kippe.
Ihr Handy klingelte erneut und diesmal ging sie ran. Sie musste Spencer sagen, dass sie einfach nicht wusste wie es weiter gehen würde.
„Ashley?", fragte Spencer am anderen Ende. Ashley konnte an ihrer Stimme hören, dass sie immer noch am Weinen war.
„Ja.", sagte sie kurz und versuchte so stark wie möglich zu klingen. Spencer sollte nicht hören wie verletzt sie war.
„Oh Gott sei dank du bist ran gegangen. Hör zu Ashley es tut mir Leid. Es tut mir so wahnsinnig Leid." Die Blonde redete immer schneller, um all das zu sagen was sie loswerden wollte bevor die Brünette wieder auflegte. Die Verzweiflung in ihrer Stimme war nicht zu überhören. „Ich wollte das nicht. Du musst mir glauben, dass ich das nicht wollte. Ich weiß nicht was in mich gefahren ist. Ich-."
„Spencer." Unterbrach sie die Blonde. „Ich brauche Zeit. Ich weiß nicht was ich von der ganzen Sache halten soll. Du hast mich betrogen und ich... ich weiß nicht ob ich so weiter machen kann."
„Ashley bitte. Gib mir ein Chance. Bitte gib mir eine Chance.", flehte sie.
„Ich weiß nicht ob ich das kann... Ich brauch Zeit um über alles nach zudenken. Um über uns nach zudenken..."
„Okay.", sagte sie bitter. „Ich warte Ashley, aber bitte glaub mir, dass ich dir nie weh tun wollte-."
„Hast du aber."
„Ich weiß und es tut mir unendlich leid."
„Ich leg jetzt besser auf.", sagte Ashley bevor Spencer noch weiter redete. Es machte alles nur schlimmer.
„Ich liebe dich Ashley.", hörte sie Spencer sagen bevor sie ihr Handy schloss.
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Zwei Woche waren vergangen seit dem Telefonat zwischen den Beiden. Spencer hatte seit dem nichts mehr von Ashley gehört und so sehr sie auch einfach nur ihr Handy nehmen und bei Ashley anrufen wollte, konnte sie es nicht, denn sie hatte ihr versprochen ihr so viel Zeit zu geben wie sie brauchen würde.
Sie wollte Ashley nicht unter Druck setzen und damit alles nur noch schlimmer machen. Es lag in Ashleys Händen und Spencer hatte akzeptiert die Konsequenzen ihres Fehlers zu tragen. Irgendwann würde Ashley sich melden und sie in ihre Entscheidung einweihen.
Die zwei Wochen ohne Ashley waren die Hölle für Spencer und sie wollte sich gar nicht vorstellen wie lange sie es noch ohne die Brünette aushalten müsste. Sie war süchtig nach ihr, süchtig nach ihrer Berührung, ihrem Duft und ihrer Stimme. Nach einfach allem.
Der Gedanke, dass Ashley sich vielleicht von ihr trennen würde nahm ihr jegliche Luft zu atmen. Sie konnte nicht essen, nicht schlafen und ihre Familie machte sich bereits Sorgen um ihren Zustand, doch alles war nichts mehr Wert ohne Ashley. Nichts machte mehr Spaß und so saß sie Tag ein Tag aus in ihrem Zimmer und wartete auf Ashleys Anruf.
Gerade als sie aus dem Fenster sah und sich an ihren ersten Kuss mit Ashley erinnerte klopfte es an der Tür. „Lass mich in Ruhe. Ich hab kein Hunger.", rief sie demjenigen hinter der Tür entgegen in der Vorstellung es sei einer ihrer Eltern.
Noch einmal war ein zaghaftes Klopfen zu hören. Spencer war es satt. Sie wollte doch nichts mehr als nur alleine gelassen werden, aber ständig musste jemand aus ihrer Familie sie wegen unwichtigem wie Essen nerven. Sie stand auf und riss die Tür auf, hinter der eine etwas erschrockene Ashley stand.
„Ashley!", rief sie erfreut und sprang der Brünetten entgegen, um sie in eine feste Umarmung zu schließen, doch die erwiderte dies nicht.
„Spencer... vielleicht hörst du mir erst mal zu. Ich glaub nicht, dass du auch nur das kleinste bisschen nett zu mir sein willst nachdem ich dir das hier gesagt habe.", sagte sie leise und sah auf den Boden. Ashley wusste nicht wie sie Spencer behutsam beibringen konnte was sie zu sagen hatte. Sie war ihr immer noch wichtig und sie wollte sie nicht verletzen, aber es ging nicht anders.
„Oh Gott Ashley. Du machst mit mir Schluss. Bitte tu das nicht.", flehte Spencer in Panik und nahm Ashleys Hand.
„Spencer mach es mir nicht so schwer."
„Ich wollte das nicht. Es tut mir Leid. Die ganze Sache mit Jonica war ein riesen Fehler. Ich liebe dich doch Ashley. Bitte verlass mich nicht." Tränen liefen ihr übers ganze Gesicht und Ashley bereute jetzt schon was sie gleich tun müsste. Spencer sah schrecklich aus und sie wusste, dass es ihre Schuld war. Total abgemagert und riesige Augenringe. Aber das schlimmste war, dass ihre blauen Augen ihr Leuchten verloren hatten. Sie waren nicht mehr so lebensfroh und voller Hoffnung wie zuvor, sondern waren überzogen von einen seltsamen Schleier und Ashley wusste, dass sie jetzt nur noch alles schlimmer machen würde, aber sie musste.
„Spencer hör mir zu-."
„Nein Ashley. Bitte lass mich erst meine Seite erzählen. Du weißt nicht wie es dazu kam-."
„Das macht keinen Unterschied. Spencer du hast mich betrogen-."
„Ich weiß und dafür gibt es keine Entschuldigung...Ich wollte es nicht.", sagte sie beschämt.
„Und das glaub ich dir auch, aber es ändert nichts mehr. Ich weiß ich bin keine Heilige wegen der Sache nach Prom und Aiden, aber-."
„Es hatte nichts damit zu tun. Das ist vorbei. Ich weiß, dass du dich geändert hast."
„Ja... Spencer bitte setz dich mit mir hin.", sagte die Brünette, nahm Spencers Hand und führte sie zum Bett. Beide saßen sich gegenüber und sahen sich an. Spencers Gesicht war voller Tränen und auch Ashley war kurz davor, aber sie riss sich zusammen, um das ganze nicht noch schwerer zu machen.
„Spencer ich liebe dich. Bitte zweifel da nicht dran, aber wir Beide haben das schlechteste Timing was es gibt. Erst war ich nicht so weit mich voll und ganz an eine Person zu binden und jetzt brauchst du noch Zeit, um Sachen auszuprobieren, alles kennen zulernen. Du bist neugierig und ich kann das nicht ändern. Ich war deine erste Freundin, aber ich bin nun mal nicht die einzige Frau auf Erden-."
„Aber die einzige für mich. Wie oft soll ich mich noch entschuldigen? Was kann ich tun damit du mir verzeihst? Ich machs sofort Ashley."
„Spencer das geht nicht so einfach. Ich weiß, dass du mich nicht verletzen wolltest, dass das alles nicht extra war, aber du hast es getan und ich brauch einfach etwas... etwas Abstand von dir. Wir brauchen eine Pause.", sagte Ashley ehrlich und drückte Spencers Hand. „Irgendwann kommt die richtige Zeit für uns Beide, aber jetzt funktioniert es einfach nicht."
„Tu das nicht.", sagte Spencer als Ashley aufstand und versuchte ihre Hand zu lösen.
„Spencer bitte. Du musst mich gehen lassen."
„Ich kann nicht. Du bist mein Leben.", sagte sie verzweifelt und ein weiterer Schwall Tränen lief ihr übers Gesicht.
Ashley ging zurück zu ihr, legte beide Hände auf Spencers Wangen und zwang sie in ihre Augen zu sehen. „Hör mir zu. Du bist der stärkste Mensch, den ich kenne und du schaffst das.", sagte sie und wischte Spencer ein Träne von der Backe. So sollte das alles nicht laufen. Spencer hatte den Fehler begangen und doch tröstete Ashley sie. Sie konnte einfach nicht anders. Spencer hatte sie verletzt, aber dies war bestimmt nicht weniger schmerzlich für die Blonde und Ashley wollte sie nicht im Streit verlassen.
„Werde ich dich je wieder sehen?", fragte Spencer mit gebrochener Stimme.
„Natürlich Spence. Wir beide finden einander immer wieder. Da kannst du sicher sein.", sagte sie ehrlich, küsste Spencer auf die Stirn und ging. Sie warf noch einen letzen Blick auf die Liebe ihres Lebens und schloss die Zimmertür hinter sich.
Sie hörte das wimmern aus dem Inneren des Zimmers und zog vorsichtig einen Brief aus ihrer Jackentasche, auf dem in schönster Handschrift Spencer stand. Sie drückte einen sanften Kuss auf den Umschlag und sagte: „Spencer Carlin du wirst immer ein Teil meines Lebens sein.", bevor sie ihn an die Zimmertür lehnte und verschwand.
