Eine Stunde nachdem ich das Mittagessen verlassen hatte, lief ich mit schmerzenden Armen und verweinten Augen zu Zauberkunst. Umbridge's Feder hatte mal wieder ganze Arbeit geleistet, sodass auf meinen kompletten Handrücken - auf beiden - Wörter eingeritzt waren, die nun wie Hölle bluteten. Es tat weh, aber ich hatte immer wieder den Gedanken im Hinterkopf, dass es für das größere Wohl war. Für die Schülerschaft von Hogwarts, die ich schützen wollte.

Langsam bog ich um die Ecke zum Zauberkunstraum und kam gerade noch rechtzeitig, da Flitwick die Tür schon fast geschlossen hatte, als ich noch schnell hinein huschte. Ron und Hermine hatten sich bereits ihre Plätze gesucht, und, da ich so spät war, gab es nur noch einen Einzelplatz in der hintersten Reihe, wo ich mich nun hinsetzte. Ron und Hermine waren zwar seit Anbeginn meiner Hogwartszeit meine besten Freunde, jedoch hatte ich mir dieses Mal geschworen, sie nicht wieder in die Sache hinein zu ziehen, da sie dadurch nur noch mehr Schwierigkeiten bekommen würden. Sie würden womöglich versuchen, mir das auszureden, doch ich blieb standhaft. So konnte das einfach nicht weitergehen.

Unmittelbar musste ich mich fragen, wie das alles zustande gekommen war - dem Unterricht schenkte ich überhaupt keine Aufmerksamkeit.

Alles hatte eigentlich schon vor vierzehn Jahren begonnen, als ich gerademal fünfzehn Monate alt gewesen war. An Halloween im Jahre 1981 hatte der schlimmste Schwarzmagier aller Gezeiten - Voldemort oder wie er früher hieß: Tom Vorlost Riddle - so zu sagen eine Mission erfüllen wollen: die Vernichtung meiner Selbst. Meine Eltern Lily - von der ich so zu sagen mein Aussehen hatte; manche hatten schon gemeint, wir könnten Zwillinge sein - und James Potter - von dem ich einzig und allein die schwarzen, glatten Haare hatte, die ich schon immer sehr lang, fast bis zur Hüfte, trug und die ich auch nie zu einem Zopf zusammen machte - hatten tapfer gegen ihn gekämpft, jedoch hat er sie kurzerhand getötet. Der nächste Todesfluch, der wiederum auf mich abgefeuert worden war, prallte aus unerfindlichen Gründen jedoch ab und war auf seinen Aussender - Voldemort – zurückgeworfen worden, sodass dieser starb.

Eins kam zum anderen: Ich wurde zu der Schwester und dem Schwager meiner Mutter - Vernon und Petunia Dursley - gegeben, die ihrerseits auch noch ein Kind hatten - meinen widerlichen Cousin Dudley; deshalb wuchs ich bei Muggeln auf und hatte an meinem elften Geburtstag endlich das Vergnügen meinen Retter Hagrid zu treffen. Er holte mich aus der Hölle - dem Lingusterweg - heraus und brachte mich hier nach Hogwarts. Dafür war ich ihm ewige Treue und Sklavenarbeit schuldig. Jedoch musste ich jede Sommerferien mindestens ein oder zwei Wochen in erwähnte Hölle zurück. Es war wirklich jede Ferien das Gleiche: ich musste in ein viel zu kleine Zimmer ziehen, in das gerade einmal mein Bett und ein kleiner Schrank hineinpassten - manchmal sperrten die Dursleys mich auch noch in den Wandschrank unter der Treppe, wo ich bin zu meinem elften Geburtstag gelebt hatte, das machten sie immer, wenn ich ihnen auf die Nerven ging, Menschen mich komisch ansahen, die Nachbarn Fragen über mich stellten oder gerade so aus Lust und Laune heraus -, Onkel Vernon und Tante Petunia sperrten meine sämtlichen Schul- und Zaubersachen weg und mein überaus dummer Cousin Dudley machte mir mit seinen Gang jeden Tag zum schlimmsten meines Lebens.

Lord Voldemort's nächster Angriff auf mich ließ jedoch nicht lange auf sich warten: Schon in meinem ersten Jahr in Hogwarts versuchte er, durch den Körper unseres damaligen Verteidigungslehrers Professor Quirinus Quirrel, mich im Keller von Hogwarts umzubringen, als er herausfand, dass ich den Stein der Weisen besaß. Dieser Stein konnte jedem Menschen ewiges Leben schenken - Voldemort hatte es bereits mit Einhornblut versucht, jedoch hatte es anscheinend mit der ewigen Jugend nicht so geklappt. Ich überlebte mit ein paar Verletzungen und durch die tatkräftige Hilfe unserer Heilerin Madam Pomfrey - und natürlich durch Berty Bott's Bohnen sämtlicher Geschmacksrichtungen, die mir haufenweise zur Genesung geschickt worden und seitdem wie eine Droge für mich waren.

Im darauffolgenden zweiten Jahr war Chaos in Hogwarts ausgebrochen, da alle Muggelstämmigen von einem Monster versteinert worden waren. Die Kammer des Schreckens, die von einem der Hogwarts-Gründer Salazar Slytherin gebaut worden war, war geöffnet worden. Das Monster, das darin jahrelang gelebt hatte, ist damit freigekommen und hat Salazar Slytherin's Werk eines reinblütigen Hogwarts' beinah vollendet gehabt, jedoch gab es ja immer noch mich - das Wunderkind - und meinen besten Freund Ron - Hermine war leider außer Gefecht gesetzt worden, da sie auch muggelstämmig und nach einem Angriff des Monsters steif wie ein Brett war. Ron und ich hatten uns auf in die Kammer gemacht - mit meinen pseudo-coolen Superkräften Parsel, also Schlangensprache, zu sprechen. Ein zweiter Tom Riddle, der irgendwie von seinem alten Tagebuch erschaffen worden war, hatte Besitz von Rons kleiner Schwester Ginny ergriffen und somit hat sie die Kammer wieder geöffnet und das Monster freigelassen. Ein Kampf war in der Kammer zwischen dem zweiten Tom Riddle und mir ausgebrochen. Leider hatte er einen Vorteil, da er einen zwanzig Meter langen Basilisken hatte, bei dessen Augenkontakt man sterben und bei dessen indirektem Augenkontakt man versteinert werden konnte. Dumbledore's Phönix Fawkes und Godric Gryffindor's Schwert konnten mir nur helfen, ihn zu besiegen - und … na ja, ein Basiliskenzahn war auch nicht ganz unnötig gewesen, da ich mit ihm das Tagebuch durchstochen habe und somit auch den zweiten Tom Riddle tötete. Auch dieses Mal hatte ich mit einigen Verletzungen überlebt. Unser damaliger Verteidigungslehrer Professor Gilderoy Lockhart hatte es allerdings viel härter als mich erwischt: Er liegt seither im St. Mungo Hospital für Zauberkrankheiten und -unfälle und ist bis jetzt auch nicht mehr herausgekommen, da er versehentlich Ron's kaputten Zauberstab dazu verwenden wollte, Ron und mir einen Vergessenszauber aufzulegen. Der Zauber hatte sich nicht auf uns, sondern auf ihn selbst gelegt und seitdem ist er etwas wirr im Kopf. Ich wünsche ihm heute noch keine gute Besserung. Er war mit unter einer unserer schrecklichsten Lehrer und seine Selbstverliebtheit half da nicht wirklich.

Mein drittes Jahr lief zwar nicht ganz ohne Voldemort, jedoch hatte er mal für eine kleine Weile Sendepause: Sirius Black war aus Askaban - dem Zaubereigefängnis - geflohen, um mich vermeintlich zu töten, da ich seinen vermeintlichen früheren Meister Voldemort auf dem Gewissen hatte und weil er immer noch ein vermeintlicher Todesser war. Die Dementoren, - die Wächter von Askaban -, die Hogwarts vermeintlich beschützen sollten, waren jedoch bei der Wahrheitsfindung nicht gerade hilfreich, da sie sich nicht von menschlicher Nahrung ernähren, sondern von den glücklichen Momenten, die ein Mensch hatte. Sie saugen alles Glück aus einem Mensch und hinterlassen nur Trübsinn und eine Art Depression. Nur unser damaliger Verteidigungslehrer Professor Remus Lupin hatte mir dabei helfen können, einen perfekten Patronus in Form eines Hirsches heraufbeschwören zu können, um mich gegen die Dementoren zur Wehr setzen zu können. Am Ende des Jahres stellte sich heraus, dass Remus und Sirius Black zu Schulzeiten beste Freunde mit meinem Vater gewesen waren. Sirius war unschuldig, da ein anderer die Tat begangen hatte: Peter Pettigrew, der auch damals mit meinem Vater, Remus und Sirius befreundet gewesen war. Sirius hatte Pettigrew zur Rede stellen wollen, kurz nachdem meine Eltern von Voldemort getötet worden waren, weil Pettigrew diese an ihren Mörder verraten hatte. Pettigrew hatte Panik bekommen und hatte es so aussehen lassen, als ob Sirius ihn und dazu ein dutzend Muggel hat in die Luft gehen lassen. Offiziell war es Pettigrew selber gewesen, der die Muggel getötet und sich selbst dann in seine Animagusform - nämlich eine Ratte - verwandelt hat. Denn alle vier Rumtreiber - also mein Vater, Sirius, Remus und Pettigrew, so hatten sie sich früher genannt - waren Animagi - also Leute, die sich in Tiere verwandeln konnten, deswegen auch die Spitznamen Krone, Tatze, Moony und Wurmschwanz. Nur Remus war ein Werwolf, deswegen auch die Animagi - Freundschaftsloyalität und so weiter… Und zur Krönung der Verwirrung war Pettigrew fast zwölf Jahre lang unentdeckt geblieben, da er sich die ganze Zeit als Ron's Ratte Krätze ausgegeben hatte. Am Ende meines dritten Jahres war ich an einem Tag mindestens fünf Mal dem Tod entgangen: einmal dem Tod durch einen Werwolfbiss, einmal dem Tod durch die Dementoren, einmal dem Tod durch einen Hippogreif, wieder den Tod durch die Dementoren und dann noch den Tod durch allgemeine Verwirrung. Hermine und ich hatte dann irgendwie mit Hilfe eines Zeitumkehrers alles so weit es geht wieder ins Lot bringen können. Pettigrew konnte allerdings entkommen. Sirius war zwar frei - und als seine Patentochter war ich auch mehr als froh darüber -, aber seither lebt er versteckt in seinem alten Haus am Grimmauldplace und Pettigrew ist wieder zu Voldemort zurückgekrochen.

Was mich gleich zu meinem vierten Jahr bringt: das Trimagische Turnier war nach Hogwarts gekommen und mit ihm die Schüler aus der Beauxbatons-Akademie aus Frankreich und dem Durmstrang-Institut aus Bulgarien. Es hatte eine Altersbegrenzung für das lebensgefährliche Turnier gegeben - alle, die die Volljährigkeit, die in der Zaubererwelt bei siebzehn Jahren war, erreicht hatten, durften mitmachen -, aber klar: Ms Potter hat natürlich mal wieder mehr Aufmerksamkeit gebraucht und hat aus unerfindlichen Gründen gleich mitmachen können. Irgendwie war da nämlich ein Zettel mit meinem Namen in den Feuerkelch gekommen und der musste mich natürlich gleich als vierten Champion auswählen. Viel Gerede … blah blah blah … drei Aufgaben: die erste war ein goldenes Ei einem Drachen abluchsen, die zweite einen Freund aus dem Schwarzen See befreien und die dritte: Finde in einem Labyrinth den Trimagischen Pokal und werde dabei nicht von Dementoren, Teufelschlingen, Acromantulas, Sphinxen, wildgewordenen Hecken, Irrwichten oder verhexten Mitstreitern getötet! Was für ein bescheuertes Turnier! Und da hat mir Ron noch gesagt, ich wollte mehr Aufmerksamkeit. Na ja, egal, auf jeden Fall waren Cedric Diggory - also mein Mitstreiter aus Hogwarts - und ich so weit ins Labyrinth vorgedrungen, dass wir den Trimagischen Pokal erreichen konnten, jedoch war der Pokal ein Portschlüssel gewesen. Dieser hatte uns auf einen Friedhof gebracht, wo Peter Pettigrew und Lord Voldemort schon bereits auf uns gewartet hatten, um uns an Voldemort's Wiederauferstehung teilhaben zu lassen. Jedoch hatte Pettigrew Cedric getötet und mich beinah mit, jedoch hatte ich mit dem Priori Incantatem meiner Eltern entkommen können. Danach hatte sich herausgestellt, dass unser damaliger Verteidungunslehrer Alistor "Mad-Eye" Moody gar nicht er selbst war, sondern einfach der ehemalige Todesser Barty Crouch Jr., der Vielsaftstrank genommen hatte, um Mad-Eye zu werden und das Trimagische Turnier zu sabotieren, sodass ich ins Finale und somit auf den Friedhof kam. So langsam konnte ich selbst gar nicht mehr glauben, wie unglaublich verwirrend und verrückt mein Leben war.

Mein fünftes Jahr hatte bereits als das schrecklichste aller Zeiten angefangen: Wenn man wegen eines Patronuses vor das Zaubereigamot geordert und im Tagespropheten als Lügnerin bezeichnet wird, dann kann die Zeit in Hogwarts nicht viel besser werden. Keiner hatte mir glauben wollen, dass Voldemort wirklich zurück war und, da Dumbledore meine Theorie betatkräftigte, hatte man ihn als verwirrt eingestuft, ihm den Merlinsorden abgesprochen, den Hexenmeistertitel und den Platz im Gamot ebenfalls und als Schulleiter von Hogwarts entlassen - mich hatte man kurioserweise kurzerhand freigesprochen. Dolores Umbridge war als unsere neue Schulleiterin und Verteidugungslehrerin an die Schule gekommen und hatte den Laden kräftig aufgemischt. Sie hatte auch diese neuen Strafen eingeführt, weil ich sie irgendwie schon provoziert hatte. Ich hatte laut in der Großen Halle herumgeschrien, dass der Dunkle Lord zurückgekehrt war, als sie mich mal wieder zurechtweisen wollte.

Umbridge hatte Hogwarts komplett umgekrempelt. Die Zustände waren zurzeit schlimmer denn je. Jungen und Mädchen durften sich nur auf dreißig Zentimeter nahekommen, Zauberstäbe wurden konfisziert, das Inquisitionskommando, das Umbridge aus den Slytherins gebildet hatte, terrorisierte und traktierte die Schülerschaft, die Lehrer musste Angst um ihren Job haben … Umbridge war sogar schon so weit gegangen und hatte einige Lehrer gefeuert, darunter Professor Trelawney, die Lehrerin für Wahrsagen, und am allerschlimmsten: Sie hatte Hagrid gefeuert! Es hatte den Lehrer getroffen, der nicht nur der Lehrer für Pflege magischer Geschöpfe, sondern auch ein wirklich guter Freund von Ron, Hermine und mir war. Ich vermisste Hagrid schrecklich! Er würde mich wahrscheinlich etwas besser durch diese schwere Zeit bringen.

»Kopf hoch, Kleines, das wird schon wieder. Die Kröte kann uns doch ma' sonst wo. Hast doch sonst immer alles so gut gemeistert, hm?«, würde er wahrscheinlich sagen und meine Schulter mit seiner bulligen Hand beinah zerquetschen, bei dem Versuch, sie zu tätscheln. Dann hätte er bestimmt angefangen von irgendwelchen Drache oder sonstigen ach so zahmen Monstern zu reden, nur um mich abzulenken.

Zu sehen, wie er durch das große Portal hinaus getrottet war, sein Saurüde Fang neben ihm herschwenzelnd und eine riesige Reisetasche aus zottigem Fell in der Hand, hatte mehr geschmerzt, als jedes Nachsitzen. Er hatte sich keine großen Hoffnungen gemacht, zurückkommen zu dürfen, also war uns der Abschied noch umso schwerer gefallen. Der Geruch von Hagrid's golfballgroßen Tränen hing heute noch an der Schuluniform, die ich damals getragen hatte.

Es war komisch zu wissen, dass ich ihn wahrscheinlich nie wieder sehen würde. Einen Plan gegen Umbridge zu schmieden oder auch nur den Versuch zu machen, Dumbledore wieder zum Hogwartsschulleiter zu machen, wäre bestimmt tausend Mal effektiver, wenn unser bärtiger Freund bei uns wäre. Er hatte mehr Erfahrung, als wir, er hatte in seinem Leben schon einiges durchgemacht. Außerdem war er auch immer eine gute Hilfe gewesen, wenn es um Pläne gegen Voldemort ging, da Hagrid zusammen mit ihm in Hogwarts gewesen war und Voldemort's Charakter einschätzen konnte. Vielleicht hätten wir uns auch einen Plan gegen Voldemort überlegen können, denn die Präsenz des Dunklen Lords wurde von Tag zu Tag drückender, ja schon fast erstickender. Man konnte meinen, dass man seine Anwesenheit direkt in der Luft schmecken konnte, während diese tödliche Luft versuchte, einem die Luft abzuquetschen, wie es Voldemort's eigene Hand nur zu gerne tun würde.
Seit Voldemorts Auferstehung geistert dieser mir jedoch jede Nacht in meinen Träumen herum. Es gab wenige Nächte, in denen ich nicht seine Stimme hörte oder in denen ich nicht einen kalten dunkeln Korridor entlangging. Am Ende dieses Korridors war immer eine Tür und das Verlangen, sie zu öffnen und das zu sehen, was sich dahinter verbarg, nahm mich jedes Mal aufs Neue gefangen. Hermine hatte mich schon oft aus dem Schlaf schreien müssen, da ich fast nicht mehr los kam von diesem Gang.

Die Schulklingel ließ mich kurz zusammenfahren und aus meinem Tagtraum herausschrecken. Hatte ich wirklich die ganze Zauberkunststunde an dieses eine Thema gedacht?

Ich seufzte kurz, sammelte meine Sachen, die ich diese Stunde kein einziges Mal angerührt hatte, zusammen, stopfte sie in meine Tasche und sah mich nach Ron und Hermine um. Gerade mal nach einer Sekunde entdeckte ich sie, da eine vor Zorn bebende Hermine wütend auf mich zugestapft kam.

»Was hast du dir nur dabei gedacht?«, fuhr sie mich sofort an. Verwundert sah ich sie an.

»Wobei soll ich mir was gedacht haben?«, fragte ich, während wir drei aus dem Klassenzimmer liefen und die Gänge sich langsam mit plappernden Schülern füllten.

»Spiel hier nicht die Unwissende, Hailey«, mahnte sie mich. Ron hatte Probleme mit uns Schritt zu halten, da ich mich an Hermine's Schritttempo anpasste, das mehr Hasten als Gehen war. »Wir wissen von Kendall Deverill, was du Umbridge gesagt hast!«

»Dieser kleinen, dreckigen Petze dreh ich irgendwann noch den Hals rum«, grummelte ich wütend vor mich hin.

»Was hast du zu deiner Verteidigung zu sagen?«, fragte Hermine mich aufgebracht. Wenn Hermine auf hundertachtzig war, dann dauerte es meistens nicht lange, bis ich mich von ihrer Gemütslage anstecken ließ und ebenfalls durchdrehte. So waren schon einige unserer Streitereien fast böse eskaliert. Und gerade hatte ich das Gefühl, dass wir nicht mehr weit von einem dieser Meinungsverschiedenheiten entfernt waren.

»Ich habe das alles für euch getan, Hermine. Umbridge hat wegen mir diese Nachsitzmethode eingeführt, also sollte auch nur ich diejenige sein, die das ausbaden muss. Ihr habt damit nichts zu tun, also solltet ihr euch auch da raushalten. Das ist eine Sache zwischen mir und Umbridge.«

»Das ist es verdammt noch mal nicht!«, zischte sie. »Wir sind deine besten Freunde. Das kannst du nicht machen! Das kann Umbridge nicht machen! Wenn das die Eltern wüss-«

»Tja, aber, wie du weißt, hab ich keine Eltern, Hermine«, unterbrach ich sie und warf ihr einen warnenden Blick zu, dass sie jetzt ja nicht weitermachen sollte.

»Wechsel nicht das Thema, du solltest jetzt auf der Stelle zu Umbridge gehen und ihr sagen, dass du dieses bescheuerte Angebot zurückziehst.«

»Das werde ich nicht!«, sagte ich entschieden und blieb an der Ecke stehen, an der sich Hermine's und mein Weg trennten, da ich nun Wahrsagen bei Firenze und sie Alte Runen bei Professor Babbling hatte. »Umbridge würde es so oder so nicht zulassen und außerdem werde ich euch nicht wieder diese Strafen durchstehen lassen. Und ich werde darüber nicht mehr diskutieren. Wenn du nicht mit meiner Entscheidung klarkommst, dann halt dich gefälligst von mir fern und lass mich in Ruhe.«

»Das kann doch nicht dein Ernst sein!«, rief sie aus und senkte sofort ihre Stimme wieder, da einige Schüler sie schon erschrocken anstarrten. »Ich versuche doch nur, dir zu helfen.«

»Aber dabei kannst du mir nicht helfen; ihr beide nicht«, sagte ich in einem etwas sanfteren Ton und sah von Hermine zu Ron, der die ganze Zeit nur zugehört hatte, deswegen fragte ich jetzt: »Wie siehst du das, Ron?« Seine Augen weiteten sich kurz , bevor er überlegend auf den Boden sah und von einer Stelle auf die andere tippelte.

»Na ja, weißt du … ähm … ich finde … es auch nicht so … ähm … angebracht, wenn nur du … zu Umbridge gehst«, gab er schließlich betreten zu. Ich seufzte genervt.

»Hört zu, Leute, ihr habt nichts damit zu tun, also halten euch da raus; was passiert ist, ist passiert und damit fertig.«

»Dein Beschützerinstinkt ist jetzt aber komplett fehl am Platz«, erwiderte Hermine. »Du wirst daran zu Grunde gehen. Mensch, sei doch nicht so stur! Lass uns dir helfen.«

»Nein«, sagte ich abschließend und mehr als entschlossen, drehte mich um und lief zum Wahrsageraum, Ron immer neben mir. Als er den Mund aufmachte und anscheinend noch etwas zu der Diskussion beitragen wollte, hielt ich ihn jedoch schon mittendrin auf.

»Das Thema ist durch, Ron, du kannst mich nicht mehr umstimmen. Man muss zu seinen Entscheidungen stehen und das tue ich hiermit.«

Hey Leute,
ich hoffe, euch gefällt meine Geschichte und ihr gebt mir ein bisschen Feedback, wäre zumindest nett. ;)
Ich habe versucht, dieses Kapitel ein wenig lustig zu gestalten - wenigstens am Anfang - und ich hoffe, es ist mir auch ein bisschen gelungen.
Wenn ihr Kritik oder Lob habt, dann wisst ihr ja, wie's geht. ;)
lg Clarysse