2. Valor
Zusätzliche Pairings: Karamel, Overarcher
Zusätzliche Warnings: Extremer Rassismus, Sexismus, Manipulative Kara-X, Erw. von Gehirnwäsche
Als er die Erde erreichte, erfuhr er, dass seine Welt vernichtet worden war. Alle, die er gekannt hatte, waren tot. Zumindest mit sehr großer Wahrscheinlichkeit.
Zuerst deprimierte ihn dieses Wissen. Bald schon fühlte er sich aber auf seltsame Weise befreit. Wenn es Daxam nicht mehr gab, dann musste er sich nicht mehr ständig Sorgen um den schwelenden Konflikt mit Krypton machen. Oder um den Großen Husten. Oder darum, dass seine Eltern niemals mit den Maßnahmen einverstanden sein würden, die er setzen wollte, wenn er erst König wäre.
Ein Leben ohne all diese Sorgen war ein besseres Leben. Und außerdem war da immer noch der kryptonische Omega. Als sie sich kennenlernten, waren sie sich nicht besonders zugeneigt, aber das änderte sich schnell. Zum ersten Mal in seinem Leben war Mon-El, der Prinz von Daxam, verliebt, und das ausgerechnet in die letzte Tochter des Hauses El.
Für sie, das wusste er, wollte er sich ändern. Er wollte der Mann sein, der ihrer würdig war. Er wollte ein besserer Alpha werden. Nur für sie. Und er wollte den gleichen Idealen dienen wie sie.
Also schloss er sich den größten herrschenden Regime auf der Erde an, dem sein angebeteter Omega als General vorstand: Dem nationalsozialistischen Regime.
Es war eine kryptonische Kapsel, die auf der Erde landete. Und für einen kurzen Moment gab das Kara Hoffnung. Hoffnung nicht die letzte Überlebende ihrer Heimat zu sein. Hoffnung auf eine Zukunft für Krypton. Doch es stellte sich heraus, dass der Alpha in dieser Kapsel kein Kyptonier war, er war ein Daxamit. Schlimmer noch, er war nicht irgendein Daxamit, er war der Prinz von Daxam!
Kara wurde von Wut erfüllt, als sie die Zusammenhänge verstand. Dieser Alpha war vor der Zerstörung Daxams geflohen – in einer kryptonischen Kapsel des Hauses El. Was hatte er mit dem Boten des Hauses El gemacht, dem diese Kapsel eigentlich gehört hatte?
Voller gerechtfertigter Wut schlug sie dem Daxamiten ins Gesicht. Er, der noch nichts von den Kräften wusste, die ihnen die gelbe Sonne der Erde verlieh, taumelte überrascht zurück. „Wieso … wieso kannst du mich so hart schlagen?", wunderte er sich, und er musterte sie genau, schien nach Armmuskeln zu suchen, die nicht da waren, nach irgendeiner Erklärung für ihre Kräfte, und sie nicht zu finden.
„Hier auf der Erde ist einiges anders als zu Hause", erklärte Kara kühl. Immerhin hatte er nicht gefragt, warum sie ihn schlug, er schien zu wissen, dass er es verdient hatte, und das rechnete sie ihm an. Jemand der etwas falsch gemacht hatte und die Strafe dafür akzeptierte, der verdiente ihren Respekt.
„Zu Hause, ja. Ich muss eine Nachricht schicken. Nach Daxam. Sie sollen wissen, dass ich überlebt habe. Sie können mich abholen", fiel dem Prinzen von Daxam ein.
Kara schüttelte mitleidig den Kopf. „Daxam gibt es nicht mehr", erklärte sie, „Als Krypton explodiert ist, stürzten die Trümmer auf Daxam und haben den Planeten unbewohnbar gemacht. Wie es aussieht, bist du der letzte männliche Daxamit, so wie ich die letzte weibliche Kryptonierin bin."
Der Prinz blickte sie mit großen Augen an. Staunen und Unglauben spiegelte sich in seiner Miene und in seinen Augen Trauer, aber nur kurz. Dann verschloss sich seine Miene wieder. Offenbar wollte er ihr seine Gefühle nicht zeigen, seine Schwäche nicht zulassen. Auch das weckte widerwilligen Respekt in Kara. Jemand, der keine Schwäche zeigte, gehörte zu denen, die am Ende überleben würden.
„Du wirst auf diesen Planeten hier besondere Kräfte haben. So wie ich", meinte sie, „Und von nun an wird er deine Heimat sein. Willkommen auf der Erde." Sie nickte den Soldaten, die sie zur Fundstelle der Kapsel begleitet hatten, zu. „Komm mit uns, und wir werden dir helfen dich in deiner neuen Heimat zurecht zu finden."
Der Prinz von Daxam nickte und machte eine unterwürfige Geste. Kara nahm das mit Zufriedenheit zur Kenntnis. Ob er sich ihr unterwarf oder den bewaffeneten Soldaten, die ihr dienten, spielte keine Rolle. Er suchte keinen überflüssigen Kampf, und nur darauf kam es an. Wenn der Daxamit Kräfte entwickeln würde, die ihren ähnelten, dann könnte er überaus nützlich für sie sein. Eine Verstärkung für ihre Truppen. Auf jeden Fall durfte sie nicht zulassen, dass der nutzlose Widerstand ihn in die Hände bekam und seinen Kopf mit Lügen füllte.
Ich frage mich, was Oliver zu unserem neuen Gast sagen wird.
Hier auf der Erde hatte Mon-El Superkräfte. Das war neu und beunruhigend und aufregende zugleich. Die Kryptonierin half ihm dabei sie zu kontrollieren zu lernen und trainierte mit ihm gemeinsam.
Sie war stark, schön, und überaus beeindruckend. Eine wahre Omega-Kriegerin. Der Alpha in Mon-El fühlte mehr als nur Bewunderung für sie. Doch sie war auch kühl. Nichts schien ihr ein Lächeln entlocken zu können, und ihre Augen waren ständig kalt. Das stand zwischen ihnen, das und die Tatsache, dass sie von Krypton stammte und er von Daxam – sie beide könnten niemals zusammen sein, soviel war klar.
Trotzdem, sie war beeindruckend. Mon-El konnte viel von ihr lernen. Sie war der oberste General ihrer Erden-Truppen, wie es schien. Und sie war in irgendeine Art Krieg verwickelt.
„Gegen wen kämpft ihr?", fragte Mon-El sie schließlich.
Sie musterte ihn mit diesem kühlen abwägenden Blick, den er so oft an ihr bemerkte. Dann sagte sie: „Es sind Terroristen, die die bestehende Ordnung nicht akzeptieren wollen und sich gegen die gewählte Führung unseres Nationenbundes stellen. Es sind Mörder und Feiglinge, die Anschläge auf zivile Ziele durchführen und Leute aus ihren Häusern verschleppen. Erst gestern haben sie eine Bombe im Hauptquartier der Hitler-Jugend in Metropolis hochgehen lassen. Und sie haben Kal-Els Sohn entführt."
Kal-El war Karas Cousin und der einzige andere überlebende Kryptonier. Die Menschen nannten ihn Overman, so wie sie Kara Overgirl nannten. Mon-El hatte ihn bisher nicht kennengelernt, sondern nur von ihm gehört. Und er hatte nicht gewusst, dass er einen Sohn besaß.
„Dann gibt es schon eine neue Generation Kryptonier?", fragte er.
Kara schüttelte den Kopf. „Connor ist kein Sohn von Kal im eigentlichen Sinne. Er ist im Labor entstanden. Ein verrückter Wissenschaftler namens Lex Luthor hat ihn aus Kals DNS erschaffen. Und aus seiner eigenen", sagte sie, „Luthor war besessen von Kal und dachte wohl ein gemeinsames Kind könnte Kal an ihn binden, aber … das war ein Irrtum. Kal hat das Kind trotzdem als das seine angenommen und aufgezogen. Aber Luthors Schwester gehört zum Widerstand und will ihren Neffen nun für ihre Sache indoktrinieren."
Mon-El dachte über das alles nach. „Dann müssen wir ihn finden und befreien", stellte er fest.
Kara mustere ihn wieder mit diesem kühlen Blick. „Wir?", vergewisserte sie sich.
Mon-El nickte überzeugt. „Ja, wir. Es ist ein Kind in Gefahr, oder nicht? Und ich besitze diese Kräfte. Wozu lerne ich mit ihnen umzugehen, wenn ich sie nicht einsetze?"
Zum ersten Mal, seit er sie kannte, lächelte die Kryptonierin ihn nun doch an. „Ja", meinte sie leise, „Wozu sonst?"
Gemeinsam mit ihren Truppen stürmten Kara und Mon-El das Widerstandsnest von Lena Luthor. Kara tötete die meisten Widerstandskämpfer, die ihr unterkamen, persönlich. Mon-El, musste sie feststellen, schien gewisse Skrupel zu haben, was das Töten anging. Er machte seine Gegner nur kampfunfähig und verzichtete darauf sie zu töten.
Daran müssen wir noch arbeiten.
Schließlich drangen sie bis zu Lena Luthor persönlich vor, die sich in einem leerstehenden Büro verschanzt hatte und sie mit einer Kryptonitwaffe begrüßte.
„Wo ist Connor?", wollte Kara von ihr wissen.
„An einem Ort, an dem du ihn niemals finden wirst, Overgirl. Das kann ich dir versprechen", meinte Lena, „Bleib zurück!" Sie hielt ihr Krpytonit entgegen. Dann fiel ihr Blick auf Mon-El. „Du bist der Neue, nicht wahr? Der mit der Kapsel vom Himmel gefallen ist", stellte sie fest, „Hör nicht auf das, was sie dir sagt. Sie lügt und täuscht und-"
„Sie tut mir weh, tötet sie!", befahl Kara ihren Truppen, die auf Luthor zu schießen begannen, woraufhin der Beta in Deckung sprang.
„Ihr habt Connor geraubt, aber ihr werdet nicht damit durchkommen!", verkündete sie von hinter ihren Schreibtisch hervor, „Ihr könnt ihn seinem Omega nicht einfach wegnehmen, nur weil der anderer Meinung ist als ihr!"
Mon-El wandte sich Kara zu. „Lex Luthor ist ein Omega?", wunderte er sich.
„Ein verrückter Omega, der vorgegeben hat ein Beta zu sein. Er ist besessen von Kal, obwohl dieser ein Beta ist und kein Alpha. Sagt dir das nicht alles?", erwiderte Kara nur, „Und seine Schwester ist nicht besser. Sie sind soweit gegangen Leute zu töten nur um ein Kind zu entführen – ein Kind, auf das Kal genauso viel Recht hat wie Lex Luthor."
„Hör nicht auf sie. Sie und ihr Cousin haben Lex zu Grunde gerichtet und ihm sein Kind gestohlen! Sie sind diejenigen, die hier im Unrecht sind, nicht wir!", rief Lena.
Mon-El schien alles, was er hörte, abzuwiegen. Dann fragte er: „Als ihr den Jungen geholt habt, habt ihr ein Haus, in dem sich Kinder treffen, in die Luft gesprengt?"
„Ja, aber….", begann Lena, doch sie kam nicht weiter, da Mon-El neben sie gesprungen war und ihr ihre Waffe und das Kryptonit aus der Hand riss.
„Damit seid wohl eindeutig ihr diejenigen, die hier um Unrecht sind", verkündete er und zerrte den Beta auf die Beine und präsentierte sie Kara und ihren Truppen, „Sie ist wehrlos. Ihr könnt sie nun befragen um herauszufinden, wo der Junge ist."
Kara gestattete sich ein zufriedenes Lächeln. Sie hatte ja gleich gewusst, dass der Daxamit nützlich sein würde. Es war nur gut, dass er nicht danach gefragt hatte, welche Mitteln Kara und Kal eingesetzt hatten, als sie Connor damals von Lex Luthor getrennt hatten.
„Ich habe dir ja gleich gesagt, dass er nützlich sein wird", sagte Kara zu ihrem Ehemann, dem Führer des Nationalsozialistischen Welt, Oliver Queen.
Oliver schnaubte. „Es gefällt mir trotzdem nicht, dass du so viel Zeit mit ihm verbringst", meinte er, „Weiß er zumindest, dass du verheiratet bist?"
„Dieses Detail habe ich bis jetzt noch nicht erwähnt", gestand Kara, „Was auch besser so ist. Glaub mir. Er ist mir jetzt schon verfallen und damit viel leichter von unserer Sache zu überzeugen."
„Das ist es ja, was mir nicht gefällt", murmelte Oliver.
„Es gibt keinen Grund zur Eifersucht", erinnerte ihn Kara, „Du weißt, was ich von Alphas halte." Und von Daxamiten. Der Prinz sah zwar gut aus, aber Kara hatte bereits einen Gefährten, und sie wusste, was man auf dieser Welt von Polygamie hielt. Und ganz abgesehen davon, sich mit einem Daxamiten einzulassen wäre fast so als würde man es mit einem Tier treiben.
Nein, Mon-El war nützlich, aber er war keine romantische Alternative für sie.
„Hat Lena Luthor schon geredet?", wollte Oliver wissen.
„Noch nicht. Aber das wird sie noch", versicherte ihm Kara, „Meine Leute werden schon dafür sorgen. Und dann werden wir endlich wissen, wo sie Connor versteckt hat."
Oliver wirkte nachdenklich. „Du weißt, dass wir ihn töten müssen, oder? Connor, meine ich. Wir können uns keinen Kryptonier auf der Seite des Widerstands leisten. Und all unsere Umerziehungsversuche sind gescheitert. Er ist eindeutig auf der Seite der Resistance", sagte er dann.
Kara seufzte. „Ja, ich weiß", meinte sie, „Es ist schade. Ich mochte Overboy immer. Aber die Luthors haben seinen Kopf mit zu viel Progaganda vollgestopft. … Da kann man wohl nichts machen. Mon-El gegenüber sollten wir es aber liebe als Unfall darstellen. Er hat ein Problem mit toten Kindern. Und genaugegenommen ist Connor erst drei Jahre alt, auch wenn er aussieht wie 15."
Oliver zog eine düstere Miene. „Ich war von Anfang an gegen dieses Projekt, und ich wusste warum. Geklonte Kryptonier, das konnte ja nur schiefgehen", meinte er.
Kara zuckte die Schultern. „Kal und ich konnten nicht ahnen, dass Luthor seine eigene DNS dazumischen würde, oder das er Gefühle für den Klon entwickeln würde. Nun, wie auch immer, wir haben daraus gelernt. Wir wissen jetzt, dass es so nicht funktioniert. Aber wir haben jetzt Mon-El, einen natürlich geborenen außerirdischen Kämpfer für unsere Sache", meinte sie, „Und sobald wir den Widerstand zerquetscht haben, können du und ich vielleicht damit beginnen daran zu arbeiten weitere Kryptonier auf natürlichen Weg zu Stande zu bringen."
Olivers Miene wurde noch düsterer. „Spätestens dann hast du den Daxamiten hoffentlich gesagt, dass du bereits einen Gefährten hast", sagte er.
Kara lächelte. „Keine Sorge. Sobald wir Connor haben und ich ihn fertig ausgebildet habe, werde ich diese Information wie nebenbei fallen lassen. Du weißt doch, wie Alphas sind. Wenn sie einen Omega erst einmal lieben, dann tun sie alles für ihn, egal wie unerreichbar er ist. Sie wollen sich trotzdem allem in seinen Augen beweisen. So wie die Ritter in euren alten Geschichten ihren auserwählten Omega Ehre verschafft haben, so wird Mon-El meine Ehre vermehren. Er braucht noch einen Codenamen. Was hältst du von Valor?"
Anstatt zu antworten seufzte Oliver nur.
Fin.
A/N: So kam es also dazu, dass Mon-El-X Kara-X verfallen ist.
In diesem Kapitel gab es einige DC-Comicreferenzen.
Zu allerst: Ja, „Injustice" ist für meine Version von Erde-X immer ein sehr großes Vorbild bzw. ein großer Einfluss.
Zweitens: Superboy, alias Clarks Klon Connor, ist ein Character der vor New 52 relativ beliebt und umtriebig war, und das hier war meine Version von ihm.
Und drittens: Ja, Lex Luthor ist ein Omega. … Überraschung!
Und zuletzt: Valor ist Mon-Els Codename, den er in der Serie (bis jetzt) aber noch nicht verwendet hat.
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