Hi!
So hier die überarbeitete Version, vielen Dank nochmal an
Inja Morgan.
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„Elizabeth?", flüsterte Will leise. Elizabeth war eigentlich wach, hielt die Augen aber geschlossen. Sie wollte nicht antworten. Sie wusste genau, was Will wollte. Schon seit ein paar Tagen versuchte Will immer wieder, sich ihr zu nähern. Elizabeth wusste genau was er wollte, doch konnte es ihm nicht geben. Jedes mal wenn Will sie anfasste, spürte sie Panik in sich aufsteigen.
Denn immer wenn Will sie anfasste, hörte sie eine Stimme in ihrem Kopf, die wieder und wieder die gleichen Sätze flüsterte:
„Ihr werdet auf meine Seite wechseln, das weiß ich!"
„Ein Wort, Liebes: Neugierde!"
„Ihr sehnt euch nach Freiheit, ihr sehnt euch danach zu tun was ihr wollt, weil ihr es wollt!"
„Ihr wollt sehen wie das ist!"
„Eines Tages werdet ihr nicht mehr widerstehen können!"
Das ging solange, bis sie höllische Kopfschmerzen bekam.
Seitdem wich Elizabeth jeder Berührung aus. Will hatte schon lange gemerkt, dass etwas nicht stimmte, aber immer wenn er Elizabeth darauf ansprach, wechselte sie das Thema oder schwieg ihn an. Sie konnte Will schlecht sagen, dass sie immer wieder an Jack denken musste, wenn er sie berührte. Nein, das konnte sie Will nun wirklich nicht antun. Sie liebte ihn.
Oder doch nicht?
Natürlich liebte sie Will. Das geht schon wieder vorbei. Bald ist alles besser. Das ist bestimmt nur eine Phase.
Es war wie ein Mantra, das sie in Gedanken immer wieder aufsagte, immer wieder, wenn sie wach neben Will lag.
Dieser hatte sich, nachdem Elizabeth nicht reagiert hatte, umgedreht und atmete nun wieder gleichmäßig. Er schlief tief und fest.
Nach gefühlten Stunden schaffte Elizabeth es auch, einzuschlafen und glitt in die Dunkelheit hinter ihren Augenlidern.
Der Mond schien hell über den Strand. Er beleuchtet zwei Menschen, fest umschlungen.
„Isch wuschte es Lischy. Neugierde!" Darauf war nur ein Kichern zu hören. Die zwei Gestalten streichelten sich gegenseitig am Oberkörper. Wieder war ein Kichern zu hören, bevor es endgültig verstummte.
Schweißgebadet wachte Elizabeth auf.
Was war das denn? Es war eindeutig Jacks Stimme gewesen. Aber warum träumte sie so etwas? Sie kannte den Strand. Sie waren dort gewesen, alle zusammen, die Crew, Jack, Will und sie. Das war noch nicht allzu lange her.
Aber DAS war nicht passiert.
Obwohl ... sie hatten viel getrunken damals, aber DAS war definitiv nicht passiert ... Hoffte sie zumindest.
Nein, unmöglich! Das konnte sie einfach nicht getan haben!
Elizabeth wurde regelrecht panisch, sie stand hastig auf und stürmte an Deck. Aber erst da bemerkte sie, dass es schon Tag war und sie sehr lange geschlafen haben musste.
Die Crew und Will arbeiteten schon, um ihre kleine Brigg auf Kurs zu halten.
Als Will vom Heck aus Elizabeth mit Morgenrock draußen stehen sah, kam er sofort zu ihr geeilt.
Doch was er sah, brachte ihn zum stutzen. Elizabeth war leichenblass und sah völlig verstört aus.
„Elizabeth, was ist denn los? Geht's dir gut?", fragte er sie beunruhigt.
Elizabeth nickte steif. Als Will sie durchdringend ansah, seufzte sie und sagte:
„Tut mir Leid. Ich habe nur schlecht geträumt".
Will sah sie verstehend an und strich ihr über die blasse Wange.
„Willst du darüber reden?"
„Nein ... Ich hab nur schlecht geträumt. Nichts weiter. Aber es war eklig und ich möchte es schnell vergessen."
Will nickte und nahm sie zärtlich in die Arme.
In dem Moment, in dem Will seine Arme um Elizabeth geschlossen hatte, hörte sie wieder diese Stimme in ihrem Kopf. Diesmal waren aber auch Bilder dabei, die diese Stimmen begleiteten. Stöhnend hielt sich Elizabeth den Kopf. Alles begann sich zu drehen und sie hörte nur verschwommen wie Will sie etwas fragte.
Die Kopfschmerzen wurden immer stärker und die Stimme lauter. Sie hörte noch, wie jemand ihren Namen rief, bevor sie endgültig in die erlösende Schwärze fiel.
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Ich hoffe das es euch gefallen habt und ihr mir Kritik, Lob und Vorschläge schreibt
