McGonagalls Enttäuschung

Warum es ihr bei dem Gedanken schlecht ging, dass die Elben zu ihnen gekommen waren um sie zu beschützen, wusste sie selbst nicht. Natürlich keimten alte Erinnerungen auf, bei den Gedanken von Mittelerde und Angband.

Aber darauf nahm er keine Rücksicht wie auch, er kannte sie noch weniger als sie ihn. Professor McGonagall saß in einem Lehnstuhl im Büro hinter dem Wasserspeier und schaute in die flackernden Flammen.

Eigentlich war es nicht mehr ihr Arbeitszimmer, aber Dumbledore war im Moment noch nicht da und sie fühlte sich in ihrem Büro, als ob die Wände auf sie zukämen. Sie saß regungslos in ihrem Stuhl vor dem Kamin und starrte vor sich hin. Warum hatte er sie geholt? Warum waren gerade sie hier? Er hätte genauso gut in anderen Dimensionen nach Helfenden suchen können.

Die Flammen tanzten und warfen lange Schatten in den Raum. Minerva rieb sich ihre Augen, sie war müde, so müde. Wie oft hatte sie gehofft, gefleht, dass Albus nicht gestorben sei. Jetzt war er wieder da, von den Toten auferstanden. Er hatte ihr weder gesagt wie er dies angestellt hatte, noch hatte er ihr gesagt, aus welchem Grund.

Nach all den Jahren hatte er ihr nicht vertraut, nach all den Jahren hatte er sie in Unwissenheit gelassen.

Es hatte lange gedauert bis sie akzeptiert hatte, dass er nicht wiederkehren würde. Doch nun war er wieder da und sie hatte den Schmerz umsonst ertragen müssen. Doch sie war auf Albus nicht sauer, denn sie hatte noch nie seine Absichten richtig durchschauen können.

Und während sie noch ihren Gedanken hinterher hing, öffnete sich die Tür und Professor Dumbledore trat ein, er war allein. Während er noch die Tür geöffnet hatte, war ihm Minerva in die Augen gefallen, welche gedankenverloren in das Kaminfeuer gestarrt hatte.

Was sie wohl gerade dachte? Minerva McGonagall war die einzige Person, bei der ihm das Gedankenlesen nicht gelang. Sie umgab eine zu große Barriere aus Diskretion und Introvertiertheit.

Er ging auf sie zu und setzte sich neben sie auf einen weiteren Sessel. Lange Zeit sagte keiner ein Wort. Dumbledore war froh sie wieder als Beraterin an seiner Seite zu haben, denn ihr vertraute er restlos. Zeitweise blickte er zu ihr hinüber und beobachtete sie.

Schließlich sagte sie: „Ich habe um dich geweint, Albus." Dieser nickte. „Ich weiß…!" Sie blickte ihn an.

„Und die Beerdigung, der Sturz vom Turm, war das alles geplant?" Er nickte. Minerva McGonagall schüttelte den Kopf.

„Sie haben mir nicht vertraut. Sie ließen mich in Unwissenheit, warum? Nach all den Jahren!" Er schaute sie kühl an.

„Ich gab ihnen nicht meine Pläne preis, weil sie mir von diesen Plänen abgeraten hätten und weil sie die Lage in der ich mich befand nicht verstanden hätten."

Sie schaute ihn ungläubig an. So hatte er noch nie mit ihr geredet. Minerva schluckte und setzte sich auf. „Das heißt, es war ihnen egal wie ich mich dabei fühlte?" Albus wollte keine Antwort auf diese Frage geben, aber er musste. Denn er durfte sie in diese Angelegenheit nicht hinein ziehen. Er durfte und wollte es nicht, er wollte sie nicht verlieren.

„Ihre Gefühle waren in dieser Situation nicht von größerem Belang als der Zweck, der mich dazu veranlasst hat." Er schluckte, tief im Innern seines Herzens wusste er, dass er von nun an nicht mehr vertraut mit ihr sprechen konnte.

Minerva McGonagolls Mund wurde zu einem kleinen Schlitz und ihre Augen wurden kalt. „So wichtig sind ihnen also meine Gefühle! Das war sehr aufschlussreich, vielen Dank. Einen schönen Abend, Herr Direktor!" Albus schluckte, das letzte Wort hatte in hart getroffen.

Sie war die einzige gewesen, die ihn bei seinem Vornamen hatte nennen dürfen und nun tat auch sie es nicht mehr. Professor McGonagall setzte sich in ihrem Stuhl auf und betrachtete Albus mit glasigen Augen.

Weinte sie etwa? Sie stand von ihrem Platz auf, drehte sich um. Doch plötzlich wendete sie sich noch einmal.

„Weißt du, ich dachte in all den Jahren sei es klar gewesen. Ich dachte sie…gäben etwas auf mich." Nun drehte sie sich endgültig um und verließ das Büro ohne ein weiteres Wort zu sagen.

Albus schluckte abermals und schaute ihr hinterher. „Es war doch nur zu deinem Besten, Minerva!", flüsterte er leise.

Minerva stieg langsam die Treppe hinab. Sie war so aufgewühlt wie schon lange nicht mehr. Sie wischte ihre Tränen weg und schluckte laut. Sie wollte Dumbledore niemals wieder sehen. Was unmöglich war, natürlich.

Sie nahm die letzten beiden Stufen in einem Satz und lief schweren Schrittes den langen Korridor entlang. Im Halbdunkel und mit glasigen Augen, sah sie die drei Gestalten erst als sie schon fast an ihnen vorbei gegangen war.

Minerva hob den Kopf. Eine Frau und zwei Männer liefen in Richtung Wasserspeier. Die Frau, eine Elbin, mit langen, lockigen blonden Haaren und grauen Augen und einem grünen Kleid. Der Mann, ein Elb, mit langen, glatten braunen Haaren und einem missmutigen Gesichtsausdruck, liefen vorne weg, gefolgt von einem Mann in einem weißen Wams, weißen Stiefeln und weißen Umhang. Er hatte einen langen weißen Bart und lange weiße Haare.

Im ersten Moment hatte sie geglaubt, es war Dumbledore, doch dann stockte sie. Sie blickt ihm nach, er drehte sich noch einmal zu ihr um. Ihre Blicke trafen sich. Und für den Bruchteil einer Sekunde glaubte Minerva, der Boden unter ihren Füßen bräche zusammen.

Und nun sah sie einmal mehr, dass das Leben nicht nachsichtig mit einem war, sondern unberechenbar und hinterhältig. So schnell sie gehen konnte ohne aufzufallen, hastete sie in den nächsten verlassenen Raum. Verschwor sich alles gegen sie?

„…die sind nicht wegen dem Austausch hier!"

Der nächste Morgen war sonnig und warm. Harry hatte sehr gut geschlafen und erwachte schon früher als die anderen durch lautes Vogelgezwitscher. Er war auch einer der ersten in der großen Halle und beim Frühstück.

Die Sonne schien durch die riesigen Fenster und erfüllte die Halle mit staubigem Lichtschein. Langsam füllte sich die Halle und es wurde laut und Harry merkte langsam wie er das vermisst hatte, denn wie schwer die Zeiten auch sein mochten, während der Mahlzeiten hier merkte man es nicht. Er schloss seine Augen und atmete tief ein und aus.

Plötzlich wurde es still und während er noch die Augen geschlossen hielt, fragte er sich, was diese Stille ausgelöst haben mochte. Langsam öffnete er seine Lider und während er sich noch an das Licht gewöhnte, sah er wie die Elben hineingingen.

Angeführt von einem Mann in einem dunkelgrünen Umhang und mit dunkelbraunen Haaren. Er schaute ein wenig missmutig drein. Die Elben setzten sich leise auf die vordersten Bänke und begannen zu frühstücken.

Harry fing Hermines Blick auf, welche missmutig die Elben betrachtete. „Was ist los, Hermine?", fragte er besorgt. Hermine schüttelte den Kopf. „Ich weiß nicht, ich kann mir nicht helfen, aber ich habe den Eindruck, dass die nicht zum Austausch hier sind."

Ron, der gerade auf einem Würstchen kaute, schaute sie fragend an und fragte mit vollem Mund: „Warum sollten die wegen etwas anderem hier sein?" Hermine verzog angewidert das Gesicht und beugte sich nach vorne.

„Siehst du die Schwerter an ihren Gürteln? Außerdem tragen sie keine Zauberstäbe mit sich. Sie sprechen mit niemandem und sind auch sonst sehr eigenartig." Harry versicherte Hermine, dass sie sich irren müsste, denn Dumbledore hätte niemals ein anderes Volk um Hilfe gebeten.

Hermine nickte. „Vielleicht hast du ja Recht.", sagte sie seufzend. „Welches Fach haben wir gleich?", fragte Ron. „Verwandlungen und zwar bei der McGonagall.", warf Harry ein. Er blickte sich um. „Wo ist sie eigentlich?", fragte er, als er sah, dass sie, gegen ihre Gewohnheiten, nicht am Frühstück teilnahm. Hermine und Ron zuckten mit den Schultern.

Auch gegen ihre Gewohnheiten kam Professor McGonagall zu spät und Harry wäre fast rückwärts wieder aus dem Verwandlungsraum hinaus gegangen, als er sie sah. Minerva sah noch schrecklicher aus als gestern.

Auch wenn sie die gleiche Kleidung trug wie sonst und auch wenn sie die gleiche Frisur hatte, sah sie älter aus. Sie hatte große Ringe unter den Augen und ein noch faltigeres Gesicht. Zudem war sie auch noch durcheinander.

Im Laufe der Stunde wiederholte sie sich mehr als fünf Mal und Harry wusste nun auswendig, wer Charles Buckley gewesen war, nämlich ein fabelhafter Hutmacher, der seine Stücke aus echten Krokodilen machte.

Und somit verging die Stunde nur schleppend und jeder freute sich auf die nächste. Als sie nun vorbei war und McGonagall sich hinter ihren Tisch gesetzt hatte, die Schüler entlassen hatte und ihre Unterlagen zurecht gerückt hatte, seufzte sie laut auf und erkannte Harry, der besorgt im Eingang des Klassenraums stand.

„Ja, Mr. Potter?" Er schritt auf sie zu. „Ist etwas Professor?", sie schaute ihn verwirrt an. „Nein, was sollte sein? Ich habe nur eine äußerst wichtige Stunde über Verwandlungen von Adlern gehalten." Harry zog eine Augenbraue hoch und betrachtete seine Lehrerin skeptisch.

„Mhm….wir sprachen nicht über Alder, Professor!" Sie schaute ihn ungläubig an. „Machen sie sich nicht lächerlich, Potter. Natürlich haben wir das, sie waren doch dabei."

Harry schüttelte den Kopf. „Nein, Professor McGonagall, wir sprachen über den Hutmacher Charles Buckley." Porfessor McGonagall schaute ihn entgeistert an. „Haben wir nicht?"

„Doch." Sie vergrub ihren Kopf in ihre Hände. „Oh nein." Harry tätschelte ihr vorsichtig die Schulter.

Das Medaillon

Es gab Mittagessen. Harry steuerte gerade einen Tisch an, an dem Hermine, Ginny und Ron saßen. Plötzlich ging neben ihm jemand hoch und er rempelte ihn an. Das Ganze ging so schnell, dass Harry gar nicht reagieren konnte.

Dem Jungen fiel etwas zu Boden. Harry erkannte, dass es ein Medaillon war. Ein goldenes mit einem verzierten „S". Ihm stockte der Atem und er bertachtete den Jungen, der es hatte fallen lassen.

Blonde, glatte Haare und ein erboster Gesichtsausdruck: Draco Malfoy. „Potter? Warum rempelst du mich an?", machte er ihn an. „Wieso, du hast mich doch angerempelt!", rief Harry. Plötzlich brauste Draco Malfoy auf.

„Wolltest mir wohl etwas klauen? Oder mich vielleicht sogar umbringen durch irgendeinem Fluch? Na warte!" Er zückte seinen Zauberstab. Einige Schüler schrien auf, andere hatten sich erhoben und liefen nun auf die Beiden zu.

„Sag mal, spinnst du? Er hat doch gar nichts getan.", rief Ron und zückte ebenfalls seinen Zauberstab. Draco begann Harry zu schubsen. Sodass er stolperte und unsanft auf den Boden fiel.

Draco lachte auf. „Na, Potter, liegst du am Boden?" Draco trat ihn und hielt seinen Zauberstab auf ihn.

„Lass ihn in Frieden!", rief eine ruhige Stimme. Die drei Elben in Weiß drängten sich durch die Menge. „Wer hat das gesagt?", fragte Draco boshaft. „Ich.", sagte einer der drei Elben.

Er war der Größte, muskulös gebaut und mit dunklen Haaren. Er überragte Draco um fast eine Armlänge. „Wie willst du mich denn bitte aufhalten?" Draco hob seinen Zauberstab und wollte gerade einen Fluch aussprechen, als der Elb einmal seine Hand hob und sie weit ausstreckte, seinen Arm ausbreitete und in Dracos Richtung hielt.

Ein Windstoß fegte durch die große Halle. Harry meinte, mit dem Wind auch Musik zu hören, eine Geige spielte ein Lied. Es klang nach Freiheit und Steppe und plötzlich sah er eine weite Ebene vor sich. Mit kargen Felsen und in weiter Ferne hohen und dunkel wirkenden Bergen und Hängen.

Er brauchte nicht zweimal darüber nachzudenken, was er gerade sah. Doch nun verstummte die Melodie und der Windstoß fegte an den Elben und den umherirrenden Schülern vorbei und im Bruchteil einer Sekunde wirbelte Draco durch die Luft, flog einen hohen Bogen meterhoch über dem Boden und prallte auf den steinernen Fliesen auf.

Er blieb liegen ohne sich zu bewegen. Der Elb drehte sich um und hielt Harry die Hand hin, damit dieser leichter aufstehen konnte. Harry wollte sie dankbar ergreifen, doch da hörten sie Draco plötzlich rufen:

„Crucio…".

Der Fluch peitschte auf den Elben zu. Er kam immer näher. Die Elbin neben dem anderen trat vor, wurde allerdings von dem Dritten weggeschubst und jählings wurde der Fluch abgeblockt.

Er prallte zu Boden und versagte. Eine Totenstille machte sich breit. Alle Blicke auf denjenigen gerichtet, der den Elben vor dem grässlichen Fluch gerettet hatte.

Der Mann hatte sich durch die Menge gedrängt. Im ersten Moment dachte Harry, es sei Dumbledore, aber da sah er, dass der Mann einen langen weißen Stab mit sich führte.

Mit diesem wehrte er auch den Angriff ab, sodass Draco der Zauberstab aus der Hand fiel und er ihn somit Verteidigungsunfähig machte. Draco rappelte sich auf und lief mit Panik im Blick davon.

„Meine Güte, was war das?", fragte Ron in die Stille hinein.

Mit einem Mal teilte sich die Menge und Lumiel erschien. Sie würdigte Harry, den Elben und auch den alten Mann keines Blickes. Sie schritt an ihnen vorbei und hob das Medaillon auf, sie verzog ihre Augenbrauen.

Dann drehte sie sich wieder um und ging wortlos an Harry vorbei. Doch während sie an ihm vorbei ging, blickte sie ihn einmal kurz und teilnahmslos an und verschwand dann wieder in der Menge.

Der alte Mann drehte sich zu Harry um und half ihm auf. „Sehr launisch, dein Freund.", sagte er stirnrunzelnd. „Deshalb ist er auch nicht mein Freund!", sagte Harry bestimmt.

Plötzlich machte er große Augen. Der Mann vor ihm, war kein anderer als der Mann aus der Winkelgasse. „Ich kenne sie. Sie kamen gerade mit Arya aus dem Laden in der Winkelgasse, als wir sie trafen.", sagte Harry erstaunt. „Was machen sie hier?", fragte er.

„Ich bin hier, weil meine Schüler und Schülerinnen hier sind.", sagte der alte Mann lächelnd. „Mein Name ist Gandalf. Und das…", er zeigte auf den Elb neben ihm. „Das ist dein Retter, Sandor. Seine Schwester Ilanda und sein Bruder Andil, stehen hinter dir." Harry drehte sich um. Die Beiden nickten ihm zu. Ilanda lächelte freundlich.

Unterricht bei Arya

Die drei Elben drehten sich um und verschwanden wortlos in der Menge. Auch Gandalf verabschiedete sich, aber nicht bevor er noch einmal Harry, Ron und Hermine freundlich angelächelt hatte. Hermine trat zu Harry, der den Vieren nach sah.

„Harry, kommst? Wir müssen zum Unterricht.", sagte sie. „Ja, aber wartet mal. Habt ihr nicht auch das Medaillon gesehen? Das, was diese Lumiel aufgehoben hat?", fragte Harry.

Hermine sah ihn erstaunt an und Ron fragte: „Welches Medaillon? Das Lumiel etwas aufgehoben hat, haben wir alle gesehen, aber was es war, hat, glaube ich, keiner erkannt." Harry zog eine Augenbraue hoch.

„Aber es hat doch offen dagelegen, dieses goldene Medaillon mit dem „S" darauf.", er erstarrte. „Aber, das ist nicht möglich. Das kann nicht das echte sein.", flüsterte er erstaunt.

Aber ehe er seine Überlegung Ron und Hermine mitteilen konnte, hatten sie die Tür zum Kerker geöffnet und Professor Arya hatte die Schüler hinein gerufen. Kaum dass sie alle eingetreten waren, legte sich Stille über die Schüler.

Erstaunt sahen sie sich um, denn der Kerker sah nicht mehr so aus wie sie es gewohnt waren. Von Snape oder Slughorn, der allerdings den Kerker auch nicht verändert hatte.

Professor Arya wartete geduldig, bis alle sich gesetzt hatten und begann:

„Nun, wie sie alle sehen können, habe ich diesen Raum ein wenig verändert." Hermine schnaubte leise: „Ein wenig?" Sie sah sich um.

Man konnte keine Lichtquelle erkennen, dennoch war der Raum hell erleuchtet. An den Wänden standen Flaschen und Phiolen aller Art und mit den seltsamsten Flüssigkeiten, doch das allein wäre nicht unnormal gewesen.

Besonders Snape hatte diesen Brauch gepflegt. Doch diese Flüssigkeiten in den Flaschen Aryas waren bunt, die ganze Farbenpalette hinauf und hinunter. Somit sah der Kerker nicht mehr bedrückend und dunkel aus, sondern eher einladend wie im Honigtopf.

„Ich hoffe, es wird sie nicht allzu sehr von meinem Unterricht ablenken.", fuhr Professor Arya fort und alle Blicke wandten sich wieder ihr zu. „In der heutigen Stunde werden wir uns mit dem Schutz vor Flüchen beschäftigen und…Ja, Miss Granger?", abwartend sah sie Hermine an, die sich gemeldet hatte.

„Verzeihung Professor, aber wie kann man sich denn mit Zaubertränken vor Flüchen schützen?", fragte sie. „Laut Richard Eckings ist es doch so gut wie unmöglich, sich durch Zaubertränke vor magischer Einwirkung von außen zu schützen."

Arya lächelte. „Das ist richtig, Miss Granger, dass Mr. Erckings dieser Ansicht ist, aber meine Auffassung davon ist anders. Sie werden heute einen Trank brauen, der, richtig hergestellt, vor fast allen Flüchen schützt…bis zu einem gewissen Maße, natürlich. Allerdings werden sie feststellen, dass es ein keineswegs einfacher Trank ist, ich denke, er liegt außerhalb jeder Klassifikation, aber ich erwarte auch nicht, dass er ihnen gelingt. Ich möchte nur einen Einblick in Ihre Fähigkeiten erhalten und dazu ist dieser Trank auch zu gebrauchen."

Sie hielt einen Moment inne wie um ihnen Zeit zu geben Einspruch zu erheben. Aber keiner kam, selbst von Hermine nicht, die wie gebannt auf Aryas Lippen starrte. Harry und Ron wechselten einen Blick, denn sie hatten beide nicht den Kern von Aryas Aussage begriffen.

Diese hatte währenddessen mit einem leichten Schwenk ihres Zauberstabes die Zubereitung auf der Tafel erscheinen lassen. „Sie haben die restliche Stunde Zeit. Je nachdem wie ihre Arbeit war, werde ich sie nächstes Mal weitermachen lassen. Und nun, fangen sie an."

Ein geschäftiges Treiben begann. Hermine hatte schon längst ihren Kessel aufgesetzt und begann nun Bärenwurz hinein zu geben, ehe die anderen auch nur die erste Zeile der Rezeptur hatten lesen können.

Aber nach kurzer Zeit brodelten mehr als ein Duzend Kessel und die Luft war von Dampfschwaden erfüllt. Die Besucher aus Angband saßen schweigend an einem Tisch und beobachteten alles genau.

Arya trat auf sie zu, nachdem sie sich alle Arbeiten ihrer Schüler angesehen hatte. „Ich weiß, dass Sie nur Gäste auf dem Schloss sind, aber wenn Sie schon einmal in meinem Unterricht sind, erwarte ich auch, dass sie sich aktiv daran beteiligen.", forderte sie sie mit ruhiger Stimme auf.

Keiner zeigte eine Regung und Arya hob eine Augenbraue. Doch da blickte einer der weißgekleideten Elben auf und erwiderte Aryas Blick. „Verzeihen Sie, aber die Zubereitung jeglicher Tränke liegt uns fern. Wir lernen derartige Dinge nicht, aber wenn es euer Wunsch ist, werden wir unser Bestes versuchen.", antwortete er äußerst höflich und in einer kräftigen aber dennoch ruhigen Stimme.

Arya ließ ihren Blick über die Elben streifen, die ihrem Kurs zugeteilt waren.

Die Männer unter ihnen trugen Wamse mit feinen Stickereien auf der Brust und an den Ärmeln. An der Brust schien es extra gepolstert zu sein, das Material glänzte leicht und sie erkannte, dass es ein feines Kettenhemd zu sein schien. An den Beinen zeigten sich Stoffhosen, Arya wusste aber, dass darunter noch eine weitere Panzerung war. Als Abschluss trugen sie braune Lederstiefel mit weißen Einkerbungen und wieder unterschied sich die Kleidung in fünf unterschiedlichen Farbtönen: weiß, hellblau, dunkelblau, hellrot und hellgrün.

Die Frauen trugen Kleider, welche bis zu den Knien reichten. Sie hatten ein mit feinem Stoff ausgepolstertes Dekoltée, was in ein kleines Leibchen überlief, welches ebenfalls, genau wie bei den Männern verziert und aus feinem Metall bestand. Dies wiederrum lief in einen dichten Rock über, der durch Knöpfe zusammengehalten wurde.

Severus hatte ihr am Morgen noch erzählt, dass er von Dumbledore erfahren hatten, dass wenn man die Knöpfe öffnen würde, man sie zu einer Hose zusammen zurren könne, sodass die Schülerinnen im Falle eines Kampfes Beinfreiheit hatten. Auch hier unterschieden sie sich nur in den Farben, der Rest war identisch. Arya musterte nun den Elb, der mit ihr gesprochen hatte genauer. Heute trug er kein Diadem und keinen Dolch am Gürtel. Dennoch hatte sie das bedrängende Gefühl, ihm schon einmal begegnet zu sein.

Doch das müsste warten. Sie raffte sich auf und lächelte ihn an. „Gut, dann kann ich davon ausgehen, dass Sie keinen Kessel besitzen. Nun, in diesem Falle…", sie schwang ihren Zauberstab und einige Kessel erschienen. „…können sie diese benutzen. Zutaten finden sie im Zutatenschrank." Sie deutete auf einen Schrank, dann drehte sie sich um und ging bei den anderen Schülern gucken.

Am Ende der Stunde füllte jeder eine Probe seines Trankes ab, auch die Gäste. Nur Hermines Trank sah dem Erforderten ähnlich, er war zwar weiß, statt silbern, aber im Vergleich zu den Anderen, die eine braune Suppe wie Ron, eine leicht gelbe wie Harry oder sogar etwas Pechschwarzes wie Malfoy ablieferten, war sie eindeutig die Beste.

„Schön, als Hausaufgabe möchte ich zwei Rollen Pergament über Richard Eckings' Sicht zu Flüchen und Tränken und ihre eigene Meinung dazu. Abgabe ist Donnerstag.", sagte Arya noch zum Schluss, ehe alle den Kerker verließen.

Hermine seufzte. „Das war wirklich ein komplizierter Trank.", meinte sie. Harry und Ron starrte sie an. „Der war nicht nur kompliziert, der war einfach, na ja, wir haben ihn doch alle nicht geschafft zu mixen.", beschwerte sich Ron.

Eigentlich wollte er noch etwas hinzufügen, aber Harry unterbrach ihn: „Lasst uns irgendwohin gehen, wo wir ungestört sind, ich muss euch etwas erzählen."

Gemeinsam betraten sie ein leeres Klassenzimmer und Harry berichtete ihnen flüsternd von seinem Verdacht, dass das Medaillon, welches ja nun Lumiel hatte, der Horkrux war, weswegen er, Harry und Dumbledore letztes Schuljahr zu der Höhle appariert waren.

Alte Bilder aus vergangener Zeit

Lumiel öffnete die Tür und trat ein. Als Dumbledore sie hinter seinem Schreibtisch sah, begann er zu lächeln. „Ah….Lumiel. Wie geht es dir?"

Sein Lächeln verschwand jäh, als hinter ihr Minerva eintrat, gefolgt von zwei elbischen Lehrern. Er blickte beunruhigt auf Lumiel. „Ist etwas passiert?", flüchtig warf er einen Blick auf Minerva, doch in dem Moment, als sie seinen Blick bemerkte, blickte sie zu Boden.

Lumiel ging auf seinen Schreibtisch zu und holte etwas aus ihrem Umhang hervor. Sie legte ein goldenes Medaillon auf die Tischplatte und schaute Dumbledore gespannt an. Dieser wollte seinen Augen nicht trauen.

„Wer hatte es?", fragte er leise.

Plötzlich erhellte sich ein wenig der Raum und alle Köpfe drehten sich zur Tür. Gandalf trat in Dumbledores Büro ein. Er lächelte ein wenig. „Ein Junge namens Draco Malfoy war so töricht es mit sich zu tragen."

Albus Dumbledore stand auf, er begann zu strahlen. „Gandalf der Weiße! Welch eine schöne Überraschung." Er schritt auf ihn zu und schloss ihn in seine Arme. Gandalfs Blick glitt zu Minerva, die in sich zusammen gesackt war, schwer atmete und sie an einen Stuhl abstützte.

„Für einige scheint es eine sehr schlechte Überraschung zu sein.", sagte Gandalf mit einem Blick auf sie. Minerva verzog ihr Gesicht, es war aschfahl. Und ehe sich alle versahen, sackte sie noch weiter in sich zusammen und fiel zu Boden, bewusstlos.

„Minerva!", schrie Albus auf. Er lief zu ihr und kauerte sich zu ihr nieder. Vom Nahen betrachtet, sah sie ziemlich mitgenommen aus. Sie hatte nicht übertrieben, als sie ihm gesagt hatte, dass sie um ihn getrauert hätte. Gandalf lief nun auch zu ihr, blieb aber stehen.

„Minerva, Minerva. Komm' wieder zu dir!", flüsterte Dumbledore und berührte sie an der Schulter. Ein Blitz zuckte durch diese Berührung und alte Bilder erschienen wieder in seinem Bewusstsein: Der Ball, auf dem sie sich kennen lernten, sein Geburtstag, das Ministerium. Er schloss die Augen. „Al…Albus? Könntest du mir aufhelfen, sonst schaffe ich es nicht, nicht mehr.", flüsterte ihre Stimme in einem eher kalten Ton.

Früher war sie so sanft gewesen, was hatte er, Albus, ihr angetan? Er hob sie hoch, sie war unvorstellbar leicht und setzte sie auf einen Stuhl. Dumbledore war beunruhigt. Vorsichtig strich er ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Schon lange hatte er diese Bilder, ihre Bilder, nicht mehr gesehen.

Und mit diesen Anzeichen vergingen einige Wochen. Die Tage wurden kühler und der Herbst hatte unweigerlich begonnen.

Ilanda und das Gesetz der Realität

Harry schlug seine Augen auf. Regen peitschte gegen die Fensterscheiben und draußen zogen dunkle Wolken vorbei. Er setzte seine Brille auf und betrachtete die Betten der anderen. Sie alle schliefen noch. Es war auch noch nicht Zeit um aufzustehen. Aber warum war er dann wach geworden?

Es war höchstens sechs Uhr und noch sehr dunkel. Harry stieg aus seinem Bett und zog sich an. Ging die Wendeltreppe hinab und schritt aus dem Gemeinschaftsraum. Er stieg die Treppen hinab und ging durch das große Tor, hinaus in die Dunkelheit.

Regen tropfte am alten Stein herunter und er beeilte sich unter die Bogengänge zu gelangen. Auch dort war es nicht minder unangenehm, denn Wind blies durch alle Ritzen und Fugen.

Harry ging bis fast zum Ende, als er jemanden sah. Sie stand an einem der Fensterbögen und starrte hinaus auf den See. Ihr Haar, welches sie offen trug und ihr langes Kleid, flatterten im Wind. Harry ging näher an das Mädchen heran und erkannte, dass es Ilanda war, welche angestrengt auf den See starrte.

Er überlegte ob er sich neben sie stellen könnte. Warum eigentlich nicht? Harry ging noch das kurze Stück und stellte sich neben sie. Auch er blickte nun auf den See hinaus, konnte aber nicht sonderlich viel erkennen, außer, dass einige Lichter am Ufer des Sees hin und her tanzten. Grelles und kaltes Licht.

Er blickte zu Ilanda hinüber, warum ignorierte sie ihn? Vorsichtig berührte er sie an ihrer Schulter. Schlief sie etwa? Plötzlich, im selben Augenblick da er sie berührte, drehte sich ihr Kopf langsam in seine Richtung. Trotz des langsamen Drehens, erschrak Harry.

Als sie merkte, dass er erschrak, lächelte sie leicht. „Bin ich denn so fürchterlich?" Harry lächelte ein wenig eingeschüchtert. Es fröstelte ihn und er zog seine Jacke enger um sich. Ilanda blickte ihn erst in sein Gesicht, dann auf seine verkrampften Arme und schließlich hinauf zu den verhangenen Wolken.

„Mir scheint, du magst keinen Regen." Harry schüttelte zitternd den Kopf. Als er den Blick sengte, meinte er sich versehen zu haben, aber als er einen zweiten Blick auf Ilandas Füße warf, sah er, dass diese nackt auf dem kalten Steinboden standen. Zitternd begann er zu fragen:

„W…wie hältst du das nur aus? Es ist doch viel zu kalt." Sie blickte ihn ein wenig gedankenverloren an. Als sie schließlich verstand, was er meinte, schmunzelte sie.

„Nun", sagte sie mit einem Blick auf den See. „Jeder Umstand ist so, wie du ihn dir vorstellst." Harry blickte sie fragend an. „Schau dir einmal diese Wolken an. Es regnet, nicht wahr?" Harry nickte.

Ilanda hob die Hand und ein weißer Blitz trat aus ihr. „Bist du dir sicher, dass es regnet?" Harry schaute sie skeptisch an. Er hielt die Hand aus dem Fensterbogen und wartete. Doch er spürte keine Regentropfen auf seine Hand fallen. Nichts Nasses und Kaltes tropfte auf seine Haut. Er blickte Ilanda erstaunt an. „Wie, wie hast du das gemacht?" Sie lächelte.

„Nun, ich benutzte meine Kräfte, ebenso wie du deine benutzten könntest um es aufhören zu lassen. Den Regen, meine ich." Er nickte und betrachtete ihr Gesicht. Sie sah recht wach aus, viel wacher als er. Hatte sie etwa nicht geschlafen? Er betrachtete sie näher.

Ihr schmales Gesicht wies keine Müdigkeit auf, obwohl sie immer ein wenig krank aussah, wegen ihrer fast schon weißen Haut. Ihre dunkelgrünen Augen beobachteten wachsam ihre Umgebung. Sie waren am Rand der Pupille mit hellgrünen Punkten umrahmt und gaben den Augen eine gewisse Denkwürdigkeit. Ihre Wangenknochen stachen leicht hervor, was man hätte als Makel betrachten können, wären sie nicht in fast schon rosige Wangen übergegangen. Ihre schmalen, aber doch vollen Lippen wurden von einer kleinen Nase und einem unausgeprägten Kinn umrahmt.

Sie lächelte ihn an. Es gab keinen Zweifel, dass sie eine Elbin war. „Warum stehst du hier eigentlich? Kannst du nicht schlafen?", fragte Harry. Sie betrachtete ihn. „Hier ganz gewiss nicht." Sie lachte auf und Harry blickte zu Boden. „Ich meine ja auch nicht hier unter den Rundbögen, ich meine in der Schule." Ilanda nickte.

„Ich hatte dich verstanden. Ich konnte nur nicht umhin dich in diese Falle zu locken. Verzeih!" Er nickte. „Um deine Frage zu beantworten. Elben schlafen nur sehr selten, wir sind reine Nachtgeschöpfe, deshalb lieben wir auch die Sterne so sehr."

Sie deutete gen Himmel, doch die Sterne waren in dieser Nacht von dichten Wolken verhangen und keiner der blitzenden Himmelskörper war zu sehen, nicht einmal ein Mondstrahl. Als Ilanda Harrys Blick bemerkte, schaute sie ebenfalls abwägend gen Himmel.

Doch schließlich nickte sie, als spräche sie mit jemandem und hob abermals ihre dünne Hand. Doch diesmal trat kein Blitz aus ihr hervor.

Ein kleiner Lichtpunkt bildete sich in ihrer Hand und stieg langsam zu einem grellen Ball an. Sie nahm nun beide Hände und drückte sie von sich weg. Ein starker Wind kam auf, verdorrte Blätter wehten plötzlich in den Gang, Harry begann abermals zu zittern und Ilandas Haare und ihr Kleid kräuselten sich.

Und so wie sie ihre Hände von sich wegdrückte, schoben sich die riesigen Wolkenberge von ihr weg und gaben einen Sternenklaren Himmel frei. Die Wolken wurden durch Ilandas Hände in weite Ferne gerückt und verharrten dort. Harry blickte ungläubig auf die nun mehr als hundert Meilen entfernten Wolkentürme und lächelte.

Er hatte geahnt, dass Ilanda stark war. Diese ließ ihre Hände sinken, der Wind flachte ab und das Licht in ihren Handflächen verschwand. „Wir zaubern mit der Kraft der Elemente, wir manipulieren sie und nutzen sie für uns. Eine sehr alte Art zu zaubern. Deshalb brauchen wir keinen Zauberstab." Harry blickte sie von der Seite an.

„Und was tut ihr, wenn ihr nicht schlafen müsst?" Ilanda deutete auf den See. „Siehst du die Lichter?", Harry nickte. „Das sind meine Mitschüler, oder wenigstens ein Teil von ihnen. In den Nachtstunden finden wir uns immer in Gruppen zusammen und eilen an die Stelle, an der wir unserem Element nah sein können."

Harry schaute fragend drein. „Wie meinst du das? Ich dachte ihr zaubert mit allen Elementen…" Er schwieg. Doch nun verstand er. Die verschieden farbenden Kleider, hellblau, dunkelblau, rot und grün.

„Seid ihr auf verschiedene Elemente aufgeteilt?", fragte er. Ilanda nickte.

„Die Lichter, die du dort unten siehst, sind die Laternen der Wasserelementarier. Sie warten auf den Beginn des Morgens, an ihrem Element Wasser. Wenn du in den Wald gingest, sähest du die Naturelementarier auf Bäumen sitzen. Die Luftelementarier wirst du, nun, ich denke du wirst sie nirgendwo sehen, denn sie fliegen irgendwo durch die Lüfte." Harry schaute sie an.

„Du meinst, dass sie mit Besen fliegen, oder?" Ilanda bewegte ihre Hand auf und ab. Sie nahm Harry bei der Hand und zog ihn auf den Vorplatz. Sie zwinkerte ihm zu und ließ ihn los. Dann ging sie ganz leicht in die Hocke und stieß sich ebenso leicht ab.

Und plötzlich schwebte sie und stieg in den Himmel hinauf. Durch das dämmrige Licht sah Harry eine Frau fliegen, ohne einen Besen, ohne ein Fluggeschöpf.

Ilanda drehte sich, flog Spiralen und Loopings und landete schließlich ohne ein einziges Geräusch auf dem Boden.

Harry hatte es die Sprache verschlagen. Er konnte fliegen, auf einem Besen. Sie konnte fliegen, einfach so. Sie lachte sanft als sie sein Gesicht sah und blickte gen Himmel.

„Schau, sie kommen wieder, der Morgen beginnt." Und tatsächlich. Plötzlich flogen über das Schloss drei Gestalten. Zwei Elben und eine Elbin. Hätte Ilanda ihn nicht darauf aufmerksam gemacht, hätte er es gar nicht bemerkt, denn sie flogen ohne jedes Geräusch, ohne jeden Windstoß. Er blickte wieder zu Ilanda.

„Gehörst du auch zu den Luftelementariern?" Sie schüttelte den Kopf. „Aber du kannst doch fliegen, können die anderen das denn auch?" Sie schüttelte abermals den Kopf. Harry verstand nicht.

„Kannst du mir das erklären?" fragte er. „Nun ja…", sagte sie. „Ich und meine Brüder werden in allen Elementen unterrichtet." Sie starrte auf ihre Füße. Harry merkte, dass es ihr ein wenig unangenehm zu sein schien, ihm etwas über sich zu erzählen.

„Die Sonne geht auf.", flüsterte er. Noch nie hatte er ihren Aufgang so ersehnt wie zuvor. Ilanda seufzte.

„Ich denke, du solltest zum Frühstück gehen." Sie schaute zum Hauptportal. Die Türen glitten geräuschvoll auf. „Ich denke, es…es ist wirklich besser, wenn du jetzt zum Frühstück gehst.", zischte sie beunruhigt.

„Warum?", fragte Harry aufgewühlt.

Zwei Gestalten kamen aus dem Schloss. Die zwei elbischen Lehrer traten auf den Vorplatz.

„Wer sind die? Was passiert jetzt?", fragte Harry. Ilanda stieß ihn zum Schloss. „Das sind Herr Malian und Herrin Valir. Beides Lehrer unserer Schule, und jetzt geh, du wirst noch früh genug erfahren, was jetzt gleich passiert." Sie stieß ihn in die Vorhalle des Schlosses.

„Los, geh schon." Ihre Hand deutete auf die große Halle. Das Letzte was Harry sah, war, dass Professor Malian einmal laut Pfiff und sich alle Elben vor ihm versammelten. Dann gingen die großen Türen zu.

Und Stille trat ein, so als läge das Schloss in einer anderen Zeit.


Sooooooooooooo, ein nettes kleines Kapitelchen :D!!! Wir haben noch mehr, würde es euch interessieren? LG, Gondolia