Er blickte in ihre strahlenden, hübschen Augen, so schwarz, wie
sie bei einem Saiyajins üblich waren, doch wie ein Spiegel. Sie gönnten
ihm keinen Blick in ihre Seele, doch faszinierten sie ihn. Ihre Freude
verschwand langsam, machte einer abweisenden Miene platz. Verschreckt wich
der Prinz zurück.
Wortlos stand sie auf und watete allein in die Dunkelheit. Panik ergriff
ihn. Allein kam er hier doch nicht mehr raus? Er würde jämmerlich
zu Grunde gehen!
"Warte!", rief er ihr hinterher, sprang auf und stolperte zu ihr hinüber.
Er versuchte sie zu ergreifen, doch traf er sie nicht, da er nichts sah.
Ihre Hand schnappte die seine und zog seinen angespannten Körper
hinter sich her. Unzählige Pfützen und Steine, die ihnen beim
Hineinlaufen unbemerkt geblieben waren, zwangen sie zu Umwegen und kleinen
Schwimmtouren, denn Fliegen ging hier absolut nicht. Sie würden wohl
im nächsten Moment an einen Stalaktit stoßen und sich blaue
Flecken am Köpfchen holen. Nun denn, wateten sie weiter.
"Ich hoffe du weißt wie wir hier wieder rauskommen?", fragte
Vegeta nach 10 Minuten. Sie brauchten immerhin schon doppelt so lange,
wie auf der Flucht in die Höhle.
"Ich bring uns schon hier raus, du Angsthase!"
Er wollte schon kontern, als er einen blendenden Lichtstrahl vernahm.
"Shit!", entfuhr es ihr leise. Sie drängte ihn gegen die nächstbeste
Wand und hielt ihm nicht gerade sanft den Mund zu. Er versuchte sich zu
wehren, gab es nach erfolglosen Aktionen aber auf und blieb ruhig. Daraufhin
lies sie ihn los. "Psst...", flüsterte sie noch und dann vernahm er
auch schon die Schritte und Worte der Soldaten.
"Sie sind hier, das steht fest!", sagte der Eine.
"Irgendwo...", erweiterte ein Zweiter. Mit Taschenlampen durchleuchteten
sie jeden Winkel der Höhle. Aufgeschreckte Fledermäuse säuselten
durch die Dunkelheit.
"Komm!", flüsterte sie und krabbelte geduckt an der Wand entlang
zur nächsten Deckung. Nach einer gezielten Pause marschierten sie
weiter. Nun waren sie direkt neben den Soldaten. Hier war es hell genug,
sodass Vegeta die Geste von ihr gut sehen konnte. Sie hatte sich den Finger
vor den Mund gepresst, ein eindeutiges Zeichen, dass absolute Ruhe notwendig
war.
Ihr Umhang war etwas verrutscht und er konnte erstmals ihren schlanken,
nicht schlecht bemuskelten Körper sehen. Doch als sie seine Blicke
bemerkte, zog sie sich das Ding wieder zurecht.
Enttäuscht krabbelte er näher zu ihr heran. Dochmals presste
sie ihren Finger auf die Lippen.
Danach richtete sie ihre Aufmerksamkeit wieder den Soldaten zu. Sie
drückten sich auf ein ungegebenes Zeichen gleichzeitig an die Wand,
was ihr ein Schmunzeln abforderte. Doch gleich packte sie wieder ihr Stolz
und der pure Ernst der Lage.
Die Feinde begannen nun damit auch hinter Felsen zu beleuchten. Sie
mussten hier weg!
Ihre Hand deutete ihm an, näher zu kommen und auf ein Nicken,
das er kaum bemerkte, krabbelten sie sorgsam darauf achtend, keinen lockeren
Stein zu berühren, weiter. Hinter dem nächsten Felsvorsprung
hielten sie erneut inne.
"Ich hab das blöde Gefühl, dass die Beiden in unserer Nähe
sind!", äußerte sich einer der Fremden.
"Stimmt, kommt mir auch so vor....Moment, ist das nicht seine Aura?"
Alle drehten sich in Richtung der Flüchtlinge.
Vegeta schluckte hart, wieder ermahnte sie ihn zur Ruhe. 'Da hilft
nichts mehr, wir sind geliefert! Die erwischen uns doch mit links! Aber
ich hatte meine Aura doch gesenkt, warum können sie sie dann spüren?'
Vegeta verzweifelte innerlich. Wie sollten sie hier nur unbemerkt rauskommen?
Klar, er könnte sich ihnen stellen und ihm würde nichts passieren...dann
aber verriet er sie. Und das wollte er nicht. 'Warum? Warum ist sie mir
nicht egal, wie jeder andere auch?', fragte er sich. Um niemanden hatte
er sich bis jetzt geschert, nur sie, sie erweckte Gefühle in ihm,
sowas wie Zuneigung, Geborgenheit und Sicherheit. Wie kam das nur zu Stande?
Sie war so eigenartig, interessierte sich nicht im Geringsten für
ihn...Was wäre, wenn sie erführe wer er war? Würde sie ihn
hassen, wie seinen Vater? Sicherlich...
Genervt zupfte sie an seinem Gewand. Wie aus einer Trance erwachte
er und starrte sie verwirrt an. Ihre Geste war eindeutig...immer zügig
weiter. Es war purer Wahnsinn, was sie sich da zutraute. Hier kamen sie
niemals heil raus!
Trotzdem folgte er ihr, vorsichtig und doch rasch, immerhin legte sie
ein nicht zu unterschätzendes Tempo vor. Wieder stoppte sie. Schweiß
trat auf Vegetas Stirn, kalt und erschütterlich. Panik machte sich
in ihm breit, als er erneut die Stimme eines Soldaten vernahm.
"Da! Das sind sie!", rief einer und alle stürmten zur angedeuteten
Stelle. Vegetas Herz raste, sein Atem jagte und peitschte die Luft. Wieder
ermahnte sie ihn zur Ruhe. Immer und immer wieder. Wie konnte sie nur so
still und gelassen bleiben? Da erblickte er eine Schweißperle, die
ihre Nase hinabglitt, gemächlich und warnend. So ruhig war sie also
doch nicht. Ihr konzentrierter, angespannter Blick lies ihn erschaudern.
Er schloss die Augen, wissend, was nun kam.
"Idiot! Das ist nur ein Felsen! So blöd wie du muss man sein!",
fauchte der Kommandant. Die anderen stöhnten und der Versager verkroch
sich weiter in die Höhle.
Erleichterung machte sich in ihm breit. Vorerst war alles in Ordnung,
doch nun kam eine extreme Hürde. Sie mussten ca. 50 um eine innere
Biegung ohne Deckung absolvieren, ohne gesehen zu werden. Vegeta ergriff
die Angst. Soviel Panik hatte er in seinem gesammten Leben noch nicht gehabt.
Dieses Mädchen zog das Unheil ja auch förmlich an. Vielleicht
sollte er sich lieber von ihr fernhalten...'Nein!', jagte es ihm sofort
durch den Kopf. 'Niemals!'
Sie verharrte immer noch im selben Zustand, rührte sich nicht.
Man erkannte lediglich und dafür doch recht deutlich ihre Pulsadern,
die nicht mehr *pulsierten* sondern hämmerten und ihre schnelle Atmung.
Trotz dessen hatte sie ihren Mund geschlossen, doch ihre Nasenwinkel weiteten
sich im Sekundentakt, wodurch Vegeta lächeln musste. Niedlich...eigenartig
aber lieblich...Jeder hat eben seine eigene Art zu atmen.
Nun zog sie deutlich Luft ein und stand langsam, den Blick auf die
Soldaten gerichtet, auf. Sie wandte den Feinden die dunkle Seite ihres
Anzugs entgegen, wodurch sie regelrecht mit der Wand verschmolz. Langsam,
ja schon fast elend langsam, bewegte sie sich seitwärts, die Augen
geschlossen und den Blick gegen die Wand gerichtet. Leise schlich sie am
Gestein entlang, bedacht auf Geräuschlosigkeit.
Recht schnell war sie hinter der Biegung verschwunden.
Nun war er dran. Langsam erhob er sich, tat ihr alles gleich. Er drückte
sich mit dem Bauch gegen das Gestein und schritt so geräuschlos wie
möglich voran. Schritt...für Schritt...und noch einer...
Und da geschah es. Seine Fußspitze schob einen kleinen, winzigen,
losen Stein voran, was ein leises Ratzen verursachte. Reflxartig blieb
er still und steif stehen. Sein Herz pochte heftig, seine Schläfe
an die Wand gedrückt auch.
"War da nicht eben was?", fragte einer. Vegeta schluckte, hoffte das
wenigstens die Fremde schon in Sicherheit war.
"Sicher? Bestimmt hast du dich verhört oder es war nur ein Tropfen
Wasser...", meinte ein anderer.
"Nagut." Damit war das Thema beendet und sie suchten in einer anderen
Ecke weiter.
Vegeta schluckte. Das war knapp. Er musste unbedingt besser auf seine
Füße aufpassen. Langsam bewegte er sich weiter. Die Kurve der
Biegung meisterte er schnell, doch traf er dann auf etwas, mit dem er nicht
gerechnet hatte.
Zischend starrte das riesige Ungetüm ihn an. Mit Mühe unterdrückte
er einen Schrei. Mit Schlangen kannte er sich partout nicht aus, und was
wär, wenn sie giftig ist? Er würde doch dann bei einem Biss gleich
draufgehen. Das hatte ihm sein Vater immer untergejubelt. Wie sollte er
sich jetzt nur verhalten?
Der Prinz kannte sich nicht mehr, schon seitdem er sie zum ersten Mal
gesehen hatte. Sie war so seltsam, hatte ihn verändert ohne das sie
etwas Großartiges dazu beigetragen hatte. Ihre Schönheit machte
ihn fast verrückt, außerdem war ihm ihr rebellischer Charakter
bis dahin fremd gewesen, hatte ihn gereizt, gegen dieses starke Wesen anzutreten,
doch konnte er es nun nicht mehr. Zu sehr faszinierte sie ihn. Sie war
einerseits so ein zartes Geschöpf, dem man nichts antun konnte, andererseits
war sie gefährlich, stark eben und sie hasste eindeutig die Königsfamilie.
Was wohl noch kam?
Ein ungewöhnlicher Druck an der Kehle wurde bemerkbar, wollte
ihm die Luft abschnüren. Verschreckt sah er nach hinten, bereit dem
Verursacher eine Lehre zu erteilen. Doch da war niemand. Das Zischen der
Schlange lies ihn zusammenzucken.
Schnell war sein Blick wieder zu diesem 3 Meter langen Ungetüm
gewandert. Er erkannte auch schon die nächste Deckung, dort wo das
Mädchen bereits hockte und sein Problem bereits erkannt hatte.
Vegeta atmete hastiger, wobei sie ihn deutete ruhiger zu werden. Sie
begann nun am Boden vor sich zu kratzen, was leider in der ganzen Höhle
zu hören war. Unbeirrt scharrte sie weiter. Die Aufmerksamkeit der
Riesenschlange wandt sich dem Geräusch zu, das das Mädchen fabrizierte.
Leider nicht nur die Schlange...
"Hört ihr das?", hallte die tiefe Stimme des Anführers.
"Ja, aber sicher nur einer dieser Schlangen, die hier leben.", beruhigte
einer.
"Hmm...trotzdem, sehen wir nach! Dann erledigen wir eben dieses Urviech!
Abmarsch!", lautete der Befehl.
Die Schlange wankte mit ihrem Kopf und war sichtlich im Begriff der
Anspielung der Fremden zu folgen. Langsam schob sich das Reptil weiter
nach vorne, skeptisch zur nächsten Deckung hin. Die Fremde begann
leise zu schnalzen, versucht zu flüstern, besudelte sie das Tier mit
Geräuschen. Die Schlange kam ihr immer näher und kroch auf ihren
Arm, über die Schulter und blieb dort liegen, wobei sie ein paar Streicheleinheiten
genoss.
Das Mädchen lockte Vegeta zu sich, der Ausgang war nicht mehr
weit. Der Prinz fühlte sich schon in Sicherheit und schritt gemächlich,
bis das Mädchen plötzlich einen Sprint hinlegte. Vorsichtshalber
tat er es ihr gleich. Dass sie dabei einen Höllenlärm verursachten
schien ihr egal zu sein. Draußen zog sie ihn zur Seite und sprang
rittlinks in einen Busch. Kriechend bewegten sie sich von dem unsicheren
Ort weg. Vegeta betrachtete die ganze Zeit über misstrauisch das Reptil
auf ihren Schultern. Wieso hatte sie keinen Respekt vor dem Tier?
Als sie sich einigermaßen in Sicherheit wiegten sprangen sie
auf und rannten in die Dichte des Waldes...immer weiter von der Hauptstadt
weg.
"Wohin willst du?", fragte er hastig.
"Dorthin wo mich meine Beine hintragen!", lachte sie kurz auf, rannte
dann aber ernst weiter.
"Du musst doch irgendwo hinwollen!"
"Naja, schon, aber das hat noch ein wenig Zeit!", röchelte sie.
Auf einer Lichtung fiel die Fremde in den gemächlichen Schritt über
und lies sich schließlich auf die Knie sinken.
"Und wohin willst du?", fragte Vegeta erneut.
"Wozu möchtest du das wissen?"
"Interessiert mich halt." Vegeta hatte sich dafür am liebsten
grün und blau geschlagen. Seid wann interessierte ihn der Weg eines
fast Unbekannten?
"Tz..." Wieder wurde sie abweisend, wie in der Höhle. Auch sie
schien ihre Launen zu haben, die ständig zu wechseln schienen. Mal
war sie fröhlich und aufgequirlt, dann wieder stolz und Entfernung
suchend. Sie war eine Welt für sich...war das das Faszinierende an
ihr?
Er wusste es nicht. Gefallen tat sie ihm jedenfalls und eine Frau würde
er eh noch brauchen. Egal ob sie älter war als er...so schlimm würde
es schon nicht sein. Schwieriger würde es werden, seinem Vater das
beizubringen... Immerhin hatte sie ihn vor versammelten Publikum bis in
die tiefsten Tiefen blamiert!
Sie blickte zum Himmel. Die Dämmerung übernahm vorerst die
Herrschaft der Naturgewalten und der Viertelmond wurde immer deutlicher
erkennbar. Der Wind jagte friedlich durch die Äste und Zweige der
alten, teilweise morschen Bäume und lies die Blätter rascheln...
Sie schloss ihre Augen und lies den Wind mit sich spielen. Sie genoss einfach
die Freiheit, denn die hatte sie. Vegeta war jetzt schon klar, dass sie
stets für ihre Freiheit kämpfen würde und einen Drang besaß,
der sie immer wieder dazu aufrufen würde. Konnte man sie überhaupt
in ein Schloss sperren? Egal wie groß es war?
Oder würde sie wie eine Pflanze aus mangelnden Platz zu grunde
gehen, würde die zarte Blüte welken? Fragen und nochmals Fragen,
aber keine Antwort. Nur Vermutungen aber die Versicherung fehlte. 'Probieren
geht über studieren!', machte er sich Hoffnungen.
Er ließ sich in das Gras fallen und schloss ebenfalls die Augen.
Doch die riss er gleich wieder auf. Das Zischen des Reptils wurde lauter.
Das Getier kroch auf ihn zu! Vegeta schluckte hart. Wenn es zubiss!
Er versuchte nach hinten wegzukrabbeln, ein kichern entwich dem Mädchen
nicht weit von ihm entfernt.
"Er tut dir nichts solange du dich ihm nicht anbietest. Lass dich nicht
von ihm umschlingen!", schmunzelte sie hervor.
"Oh..." Vegeta wurde rot. Wie peinlich. Was sie doch alles wusste.
Ein männliches Tier war es also. Irgendwie hübsch und friedlich...wie
sie...doch war er sich bewusst, dass das Tier jeden Moment zuschnappen
konnte.
Vorsichtshalber kroch er zu ihr. "Sicher das dieses Biest ungefährlich
ist?"
"Das hab ich nicht gesagt...", meinte sie unter grinsen. "Er tut dir
nur nichts, wenn du dich ruhig verhälst. Er hat keinen Hunger."
"Hoffentlich!" Wieder erstarrte der Prinz. Er verweicheilichte hier!
Das ging doch nicht an! Sie schien einen schlechten Einfluss auf ihn zu
haben...einen sehr schlechten Einfluss...
Er sah sie von der Seite her an. Einfach hübsch. Zarte Haut schien
sie zu haben, kein Gramm Fett...von Babyspeck keine Rede. Ihre blonden
*Zotteln*, geschmeidig und glänzend, hingen ihr bis zur Mitte des
Rückens und verschönerten ihr Anklitz noch mehr. Sie hatte kaum
Lippen, doch sah dies gerade toll aus. Hätte sie dickere, sähe
es schon fast bescheuert aus. Bei diesem Gedanken musste er schmunzeln.
"Was ist so lustig?", fragte sie neugierig, obwohl sie hätte gar
nicht mitbekommen können, dass er geschmunzelt hatte, starrte sie
doch die ganze Zeit mit geschlossenen Augen in den Himmel!
Verlegen drehte er seinen Kopf nach unten, leicht von ihr weg. "Nichts."
"Dieses Nichts scheint aber amüsant zu sein. Sag, was ist los?"
"Egal, unwichtig, uninteressant..."
"Jaja...ach, auch egal."
Erleichtert sah er wieder zu ihr hoch. "Mir ist nur gerade aufgefallen,
wie hübsch du bist..." Er glich nun einer Tomate, versuchte es sie
nicht merken zu lassen und drehte den Kopf weg.
Sie blickte ihn eindringlich an, wie ein Bücherwurm, der vor einer
Mahlzeit stand. "So?", fragte sie leicht erstaunt.
Verlegen nickte er.
"Noch so jung und denkt nur an das eine...", kopfschüttelnd wandt
sie sich dem Nachthimmel zu. "Schön nicht?"
Er folgte ihrem Blick. Ja, recht hatte sie. Doch wirschte ihre Aussage
in seinem Gehirn. Sie schien Männer nicht ausstehen zu können.
Gut zu wissen, aber vielleicht schaffte er es auch, sie für sich zu
gewinnen. Nur er hatte sie verdient. Er war der Prinz und nur er durfte
eine so brilliante Frau heiraten!
Ihre Pupillen wanderten zur Seite, betrachteten das Gesicht Vegetas,
der das nicht mit bekam. Er war nun auch in den Himmel versunken.
"Der Palast...", sprach sie aufeinmal, stand auf und ging zu einem
Baum um sich an ihn zu schmiegen und kurz darauf einzunicken.
Verwirrt dachte der Prinz nach, sie anstarrend. Die zwei Worte hatten
keinen Zusammenhang zu dem vorangegangenen Gespräch. Naja, so konnte
man es eigentlich nicht nennen, trotzdem. Warum erwähnte sie sein
Geburthaus?
Schlagartig fiel ihm seine Frage bei der Flucht ein. Wo wollte sie
hin? Zum Palast... Eigenartig. Warum scherten sie dann in die andere Richtung
aus? Das war doch reiner Humbuck!
Ein Reiz übermannte ihn und gähnend beschloss er, sich auch
hinzulegen. Er wählte sich den Baum neben ihr aus und lehnte sich
an. Knurrend versuchte er einzuschlafen, doch wollte es ihm nicht so recht
gelingen. Es war halt kein weiches himmliches Bett, sondern eben nur ein
Baum! Was konnte man da schon erwarten? Ein Kissen aus Blättern?
Sein Blick wanderte zu ihr. Shock. Sie sah ihn an und grinste leicht.
Schon wieder machte sie sich über ihn lustig. Wütend zwang er
sich gekonnt von ihr wegzusehen und mit einem "Pah", so zu tun, als schliefe
er.
Sie musste nun breiter grinsen. Unbemerkt stand sie auf...
Vegeta ergriff nun endlich die Müdigkeit. Langsam glitt er in
die Welt der Träume. Das Mädchen hockte sich zu ihm hinunter
und hauchte ihm einen leichten Kuss auf die Stirn. "Schalf gut...mein Prinz..."
Danach verschwand sie.
Vegeta schluckte, als sie sich entfernt hatte. Was sollte das? Da war
sie einfach so frech und gab dem Prinzen einen Kuss! Er wurde unwillkürlich
rot. Ihre Männerfeindlichkeit schien nur Tarnung zu sein...oder doch
nicht? Wusste sie denn, das er der Prinz war? Oder nannte sie ihn nur aus
Lieblichkeit so?
Sie war so geheimnisvoll und er wollte unbedingt ihre Geheimnisse lüften.
Lächelnd schlief er ein.
Das Mädchen stand auf der Lichtung, lies sich vom Mond bestrahlen
und genoss die frische Luft. Der Ernst war ihr ins Gesicht geschrieben.
Gähnend und streckend erhob er sich. Beim Umschauen erblickte er
seine *Geliebte* , wie sie gerade einen riesigen Fisch über einem
Lagerfeuer bruzelte.
"Na, wach?", fragte sie, wie ein Unschuldsengel.
"Ja, Blindfisch!" Vegeta erschrak. Würde sie jetzt böse werden?
Würde sie ihn jetzt verlassen?
Ihr Blick hatte sich sogleich verfinstert, lockerte sich jetzt aber
krampfhaft. "Hier, Mahlzeit!", kam es recht schroff über ihre Lippen.
'Mist. Schöner Morgen! Habs mir gleich mit ihr versaut! Argh...',
dachte er und laut sprach er: "Sorry, ist mir so rausgerutscht..." Seine
Hand zuckte. Am liebsten hätte er sich jetzt für seine Feigheit
eine gescheuert. Er war ja völlig plemplem wegen ihr! Jetzt begann
er sich auch noch zu entschuldigen! Sein Vater würde ihm das nie verzeihen...
Schweigend saßen sie vorm Feuer und während sich die Fremde
lediglich mit einem kleinen Stück zufrieden gab, schlug sich Vegeta
den Magen voll. Schmunzelnd wurde er betrachtet, doch merkte er es nicht.
Nach dem Essen seufzte Vegeta kurz. "War lecker...", gab er zu.
"Es gehört ja nicht viel dazu einen Fisch zu braten..." Ihre Miene
zeugte den Sinn von *Gott-ist-der-doof* oder *Auch-schon-gewusst-?*.
Vegeta schluckte. Der Morgen verlief etwas anders als gewünscht...
"Auf gehts!", rief sie plötzlich und sprang auf.
"Wohin?"
"Gestern nicht zugehört?", fragte sie genervt.
"Doch..", flüsterte er. "Zum Palast..."
"Hast du Probleme dahin zu gehen?"
"Was willst du denn da?"
"Kaffee trinken!", alberte sie. Andere Angaben machte sie nicht. Sie
ging mit munteren Schritt durch den Wald, gefolgt vom Prinzen...
