1. Kapitel

Elisabeth konnte sich immer noch nicht erinnern, was passiert war.

Nur eines wusste sie, sie war tot.

Ihr langgehegter Wunsch war wahr geworden.

Endlich konnte sie dem Leben entfliehen. Wie verhasst ihr Wien doch immer gewesen war. Wie fremd ihr Mann ihr immer war. Das einzige was sie zuletzt verband war die Freundschaft zur Schratt. Sie hatte diese Freundschaft gefördert.

Doch sie war seit der Hochzeit ihrer „Einzigen" alleine.

Verlassen, von allen die sie je geliebt hatte.

Nein. Einer hatte immer zu ihr gehalten.

Ihr Freund in der Nacht, er der sie mehr als einmal aufgefordert hatte ihm zu folgen.

Er konnte ihr das geben, was sie immer wollte.

Freiheit.

Wie Franz-Joseph liebe er sie über alles. Doch Franz-Joseph war Kaiser, er war nicht frei, so konnte sie an seiner Seite auch nie frei sein.

Wäre er doch kein Kaiser gewesen, vielleicht wären sie dann glücklich geworden und sie hätte alle ihre Kinder lieben können.

Sophie, sie war so jung als sie starb.

Gisela, sie war ihr immer so fremd gewesen.

Rudolph, er war ihr einziger Sohn, so ähnlich und doch so fremd.

Valerie, ihre „Einzige", ihr Geschenk an Ungarn.

Sie hätten eine glückliche Familie werden können ohne all denn Prunk und den Tratsch.

Immer war sie davor geflohen.

Nie fühlte sie sich stark genug.

Nur ein einziges Mal mischte sie sich in die Politik ein, als es um ihr geliebtes Ungarn ging.

Hätte sie Ungarn genauso geliebt, wäre Franz-Joseph nur ein Schneider gewesen?

Mit diesen Gedanken legte sie sich in ein Himmelbett, welches auf einer Wiese stand.

Dorthin hatte man sie gebracht, als sie sich bewusst wurde, dass sie tot war.

Nun konnte sie frei sein und den Tod lieben.