Die Sonne schien erbarmungslos auf die Erde runter und selbst im Schatten gab es keine Abkühlung für dir Menschen die sich in ihren Häusern verschanzten um ihr zu entkommen. Die sauberen und an sonst schönen Vorgärten vom Lingusterweg waren blass und die Autos vom trockenen Staub des Sommers bedeckt. Niemand machte sich die Mühe die Wagen zu säubern, da man sich inzwischen damit abgefunden hatte, dass sie spätestens am nächsten Morgen schon wieder eine Wäsche bräuchten. Außerdem sollte man mit dem Wasser sparsam umgehen weshalb die Gärten nicht mehr gewässert wurden.
Nur ein Garten war halbwegs ansehnlich und zwar der von Lingusterweg Nummer 4, was allerdings daran lag das der Neffe der Familie Dursley, ein von der ganzen Nachbarschaft gefürchteter Harry Potter wie ein besessner von Morgens bis Abends im Garten arbeitet und die Blumen von Hand mit Wasser feucht hielt.
Harry war nun zu seinem letzten Sommer zu den Dursleys zurück gekehrt, auch wenn er es eigentlich nicht wirklich wollte, so wehrte er sich nicht mehr davor den Sommer dort zu verbringen. Er sah nun ein, dass es eine traurige Notwendigkeit war, die nur seinem Schutz diente. Das letzte Jahr war wie ein wahr gewordener Albtraum gewesen, nichts und niemand war mehr sicher, selbst die Winkelgasse war nur von denen besucht die unbedingt etwas besorgen mussten und wenn man den Schutz der eigenen vier Wände verlies, so war man immer in einer Gruppe von Menschen unterwegs denen man mit seinem Leben vertrauen konnte. Hogwarts und Hogsmeade waren zu Zufluchtsorten für Zauberer geworden, die meistens Muggelgeborene oder Halbblüter waren, sie hatten keine alten Familienstammhäuser die von Zaubern geschützt wurden die seit dem Mittelalter auf ihnen lagen.
Die Situation im Schloss war nicht unbedingt unerträglich, da es eben sehr viele Räume gab die ansonsten unbenutzt waren brauchte man sich keinerlei sorgen über ungenügend Schlafplätze zu machen. Tagsüber konnte man dann aber erst wirklich sehen, dass es einen eindeutigen zu wachs an Bewohnern gab, besonders an Kindern die weit unter dem Eintrittsalter für die Schule waren. Jedoch beschwerte sich niemand auch nicht die Slytherins, was manche anfangs verwundert hatte.
Jedoch waren alle die das Schloss über die Ferien verlassen konnten, so wie Harry, auch dazu gezwungen es zu verlassen. Die Weasleys waren alle in das Hauptquartier des Orden des Phönix gezogen, nachdem der Fuchsbau während der Frühlingsferien angegriffen worden war und niedergebrannt wurde. Glücklicherweise war niemand verletzt worden. Ron und Hermine waren zusammen über die Ferien im Grimmauldplatz 12, wie der Rest der Familie.
Hermine Granger hatte ein besonders schweres Jahr gehabt, trotz aller versuche hatte sie es nicht geschafft ihre Eltern dazu zu überreden England zu verlassen. Sie wurden am 31 Oktober mit fünf weitern Muggelfamilien mit Zaubererkindern ermordet, sie hatte lange gebraucht um wieder auf die Beine zu kommen.
Jetzt waren alle die Harry am Herzen lagen im Hauptquartier und in Sicherheit, während er selbst im Lingusterweg unter der heißen Sonne dahin schmolz, der Kosmos hasste ihn eben dachte Harry und zog wie ein Ochse an einer eingetrockneten Pflanze, die einfach nicht aus der Erde wollte. Er war müde, ihm war heiß und er war durstig, aber er brauchte nur noch drei Tage bis zu seinem Geburtstag zuwarten, dann konnte er endlich für immer dem Lingusterweg Lebewohl sagen. Als er endlich die Pflanze heraus gezogen hatte richtete er sich auf und ging endlich, durch die Küchentür ins Haus. Leise ging er zum Wasserhahn und holte sich ein Glas. Nachdem er seinen durst gestillt hatte ging er hinauf in das bad um sich das Gesicht, den Nacken und die Arme zukühlen. – Merlin sei dank, dass mir Hermine die Salbe gegen Sonnenbrand gegeben hat, ansonsten wäre ich schon rot wie ein gekochter Loppster – dachte Harry und schaute sich im Spiegel an.
Er war wie jedes Jahr wieder etwas gewachsen und war nun so groß wie Hermine die 1,72m groß war, seine Haare waren gewachsen und reichten ihm jetzt sogar so weit, dass sie ihm den Nacken bedeckten, was bei der Hitze nur noch mehr störte. Während des letzten Jahres war es Professor Snape endlich gelungen einen Trank zu brauen, der die Augen der Zauberer und Hexen korrigierte, die eine zu starke Sehschwäche hatten, als dass sie ohne Brille weiter kämpfen könnten, weshalb Harry jetzt keine Brille mehr brauchte, was seine Augen mehr zum Vorschein brachte und ihm allgemein mehr wie seine Mutter aussehen lies. Im Großen und Ganzen musste er zugeben sah Harry nicht schlecht aus, etwas zierlich und schlank aber dennoch maskulin genug um die Augen der Mädchen auf sich zu ziehen, wenn er einen Raum betrat. Leider interessierten ihn die Mädchen nicht und das war es was ihm heut zu tage schlaflose Nächte bescherte.
Er wusste schon seit geraumer Zeit das er schwul war, jedoch konnte er mit niemanden darüber reden. Er hatte angst, dass seine Freunde wie seine Tante, Onkel und Kusine darüber dachten, dass es für sie etwas ist, was widerwärtig, unnatürlich und hassenswertes ist, etwas für das er nichts kann, für das sie ihn aber hassen würden. Am meisten Angst machte ihm Rons Reaktion darauf, da er wie ein Bruder für Harry war und ach noch ein männlicher Freund war. Kaum Angst machte ihm Hermines Reaktion darauf, da er ihre Rede über die Freiheit von Liebe und Gleichheit fühlenden Lebewesen bereits auswendig aufsagen konnte. Außerdem hatte er die Befürchtung, dass sie es bereits wusste, es würde erklären, warum sie ständig diese Rede hielt und ihn nicht zu verkuppeln versuchte, wie Ron es mindestens einmal pro Quartal tat. Es hatte wohl etwas mit dem sechsten Sinn der Frau zu tun, oder er war einfach zu blöd sich zu verstellen und sie hat ihn erwischt wie er einen der Ravenclaws angestarrt hatte.
Harry lag erschöpft auf dem Bett und versuchte seine schmerzenden Muskeln zu entspannen, als er einen kleinen Kneul aus Federn gefolgt von seiner geliebten Eulenfreundin Hedwig durch das offene Fenster herein schweben sah.
Er richtete sich mühevoll auf und machte erst den Brief von dem Kneul namens Pig ab, bevor er Hedwig ihren abnahm.
Der erste Brief war in der kaum entzifferbaren Schrift von Ron und bedeutend leichter, als der sauber geschrieben Brief von Hermine, den ihm Hedwig gebracht hatte. Also entschied er sich erst mir der leichten Prosa von Ron anzufangen, da diese leichter zu verdauen schien, als die umfangreichen und detaillierte Epen die Hermine als Briefe tarnte.
Hey Harry,
ich hoffe dass es Pig geschafft hat den Brief unbeschadet zu dir zubringen.
Bei uns gibt es vieles was sich verändert, am meisten nervt mich aber, dass Bill und Charlie bei uns scheinbar dauerhaft eingezogen sind.
Es ist nicht so, dass ich mich nicht freue sie hier zuhaben, aber es ist unglaublich beengt geworden, wenn du endlich zu uns kommst werden wir uns ein Zimmer mit den Zwillingen teilen müssen was ich echt unfaire finde. Merlin ich bin beinahe so weit mir zu wünschen ein Mädchen zu sein, da müsste ich mit mein Zimmer und Bad nur mit zwei weitern Personen teilen und nicht mit vier.
Wie dem auch sei ich schreibe dir um dir zu sagen, dass du morgen früh um vier Uhr abgeholt wirst, der Orden hat alles bereits vor bereitet, du musst also alle deine Sachen zusammen packen.
Bis Morgen dann Mann und guten Nacht, Ron
P.S. Hermine scheint unter irgendwelchen Hormonen zu leiden sie lächelt die ganze Zeit und summt vor sich hin, wenn sie einen von uns sicht, ich wollte dich nur vor warnen
Harrys Herz klopfte ganz schnell, Charlie war zurück. Er war schon seit langem in den großen Bruder seines besten Freundes verliebt, auch wenn er wusste, dass es eine hoffnungslose Liebe war, so war es schön Charlie wieder zu sehen und man sollte sich über jede Gelegenheit seinen Schwarm anzuhimmeln, wenn auch versteckt freuen.
Hallo Harry,
ich muss dir so viel in einem einzigen Brief schreiben das es mich beinahe wahnsinnig macht, da ich keinerlei guten Anfang habe also schreibe ich dir diese Zeilen.
Ron treibt mich in den Wahnsinn, nicht in irgend einer verdrehten romantischen Weise, nein. Sondern durch sein ständiges jammern darüber wie eng es ist und das er sich ein Bad mit seinen Brüdern teilen muss. Merlin, der einzige Grund warum ich ihm bisher nicht den Hals umgedreht habe ist der, dass es eben wirklich momentan eng ist und heiß und ich nicht die Kraft oder den Willen aufbringen kann, mich auf ihn zustürzten und seinen 1,83m großen Körper (ja er ist wieder gewachsen!) zu boden zuringen.
Ansonsten ist das Leben herrlich!
Hat Ron dir bereits geschrieben das Charlie und Bill wieder da sind? Den sie sind wieder da und sehen besser aus als je zuvor, und ich danke allen Mächten auf der Erde und im Kosmos, dass ich eines der wenigen mit glück beschenkten Mädchen bin die in einem Raum mit diesen Beiden Adonis bin, während eine Hitzewelle über der Stadt ist, die es sogar geschafft hat durch den Zauber zu gelangen, der auf Grimmauldplatz 12 liegt und die männlichen Bewohner dazu zwingt sich zu entblößen.
Ja ich Hermine Granger, dass Mauerblümchen der Schule und die größte Leserate habe ein neues Hobby und das ist, früh morgens den Kaffee zu machen und zu warten bis Bill und Charlie oben ohne aus ihrem Zimmer kommen, es macht den Tag gleich angenehmer und auch die Zwillinge und Ron sind gleich leichter zu ertragen, wenn man nicht hinhört, sondern hinsieht.
Ich kann dir nicht sagen warum Bill hier ist, da er erst vor zwei Tagen hergekommen ist und ich noch keinerlei Gelegenheit hatte mit ihm alleine zu sprechen oder das Gesprächs Thema in diese Richtung zuführen. Allerdings kann ich dir sagen das Charlie hier ist um abstand zu seinem Ex - Lover zu haben und ja ich sagte Ex – Lover wie in männlich, wie ihn Mann. Ich muss dir unbedingt etwas sagen, wenn du hier bist, dass ich selbst erst vor kurzem erfahren habe und dich sicherlich besonders interessiert, nur so viel es betrifft dich und zu einem gewissen Grad auch Charlie.
Wie dem auch sei, ich bin ihm Paradies einer jeden heterosexuellen Frau und wollte nur sagen mein verhalten darauf zurück zu führen ist und nicht irgend einer Droge wie Moody das alte Schlachtross meint.
Zum Schluss will ich dir auch noch sagen, dass du morgen um vier in der frühe abgeholt wirst also pack alles ein und versuch wenigstens etwas zu schlafen, alles wird gut werden und wenn du nicht schlafen kannst, dann denk an tiefe hypnotische dunkelblaue Augen, dass sollte dir zumindest positive Gefühle für morgen geben.
Alles Liebe und bis bald Hermine
- Sie weis es also -, dachte Harry als er den Brief von Hermine lass und lächelte, sie hatte keinerlei Probleme mit dem was er war, zumindest würde einer seiner beiden besten Freunde auf alle Fälle zu ihm stehen. Er seufzte und fing an eine Sachen in die Truhe am Fußende seines Bettes zu räumen, was nicht länger als fünf Minuten dauerte, er stellte den Wecker und legte sich ins Bett erschöpft und glücklich, weil die Dursleys morgen ein hässliches erwachen erleben würden.
