Wir lebten jetzt in einer kleinen Stadt namens Pickerington ganz in der Nähe von Columbus in Ohio. Edward Carlisle und ich wohnten in einer belebten Straße, es war immer wieder schwer den Durst zu zügeln, nicht zu zu beißen, wenn sich ein Kind beim Spielen das Knie aufschlug oder wenn sich jemand an den Rosen an den Nachbarhäusern stach, der Geruch des frischen Blutes war unwahrscheinlich gut, Carlisle musste uns oft zurück halten, auch mal auf kosten der Möbel. In der Nachtbarschaft waren wir als Familie Cullen bekannt, da wir aber alle unterschiedlich aussahen, wurden wir die Ziehkinder von Carlisle, was in gewisser Hinsicht ja auch stimmte, auf die Frage was mit unserer Ziehmutter sei verzogen wir alle immer das Gesicht, zu einem leidvollen Blick, so das die Leute die Fragten meinten es wäre uns unangenehm war darüber zu reden. Da wir im Oktober umgezogen waren, verbrachte ich die kühlen Tage am liebsten in meinem Zimmer. Es war für damals ziemlich perfekt, es besaß alles was man brauchte ein großes Regal in dem die meisten Werke stammten von Berühmtheiten, so wie von Goethe und Schiller, außerdem hatte ich ein Himmelbett, einen kleinen Schminktisch und was das beste an dem Zimmer war, es besaß einen Erker. Ich hatte mir einen Sessel hinein gestellt, so das ich durch die großen Fenster auf die belebte Straße, vor dem Haus sehen konnte.
Ich öffnete die Tür und ging aus meinem Zimmer, ich ging den kleinen Flur entlang und die Treppen hinunter, unten warteten bereits Carlisle und Edward, es war Sonntag und wir machten unseren Sonntäglichen Spaziergang durch die Stadt. Ich zog meinen Wintermantel an und ging aus der Tür. "Es wird Täglich kälter, findet ihr nicht auch? Man merkt das es November wird." Ich ging zwischen Carlisle und Edward. "Die Soldaten in Europa haben es kälter." brummelte Edward, er war nie sonderlich gesprächig. "Edward hat recht, der Krieg dauert nun schon zu lange. Es wird Zeit das die Soldaten wieder nach Hause kehren." Carlisle war ein klarer Gegner des Krieges, er meinte es sei Unmenschlich wenn sich Menschen gegenseitig mit Gewehren erschossen. Carlisle hatte schon viele Kriege mit bekommen, er wurde am Ende des 30 jährigen Krieg geboren und seither gab es immer wieder kleine Streitigkeiten allerdings meist nur in Europa unter den Europäern. Das war das erste mal das Amerika Eingriff. Der Sonntägliche Spaziergang führte uns in den Park, wo wir einen von Carlisles Kollegen, mit Frau trafen, "Guten Tag Dr. White, Mrs White." "Dr. Cullen schön sie zu sehen. Wie geht es Ihnen?" "Gut danke." "Nanu, wer sind denn ihre zwei reizenden Begleiter?" fragte Dr. White und sah Edward und mich prüfend an. "Nun das sind meine Ziehkinder, Serena und Edward." Carlisle trat ein Schritt zurück um uns in den Vordergrund zu stellen. "Reizende zwei." meldete sich nun Frau White, "wo ist denn die Mutter der beiden? Zuhause?" Carlisle sah Frau White betroffen an. "Sie ist letzteres Jahr verstorben." Frau White erschrak und sah betroffen erst zu Edward und mir und dann zu Carlisle, wir wussten natürlich das es keine Ziehmutter je gegeben hat aber Frau White schien sich zu schämen. "Bitte entschuldigen sie meine Tacktlosigkeit, ich... mein Beileid." Frau White trat hinter ihren Ehemann, es machte fast den Eindruck das sie sich verstecken wollte. Man hörte wie ihr Herz schneller schlug. Carlisle reagierte betroffen, denn noch gelassen. "Danke, Sie sind übrigens nicht die einzige die in diese Unangenehme Situation geraten ist, nun ich denke wir werden unseren Spaziergang fortsetzen. Auf Wiedersehen." Damit ging Carlisle an den beiden mit Kopfnicken vorbei "Auf Wiedersehen, schön sie kennen gelernt zu haben." meinten Edward und ich und folgten Carlisle.
Es vergingen Wochen, es wurde kälter und kälter, zu mindest schien es mir so, nach der Verwandlung war mein Gefühl für Kälte und Wärme nicht mehr das beste, ich merkte es daran, dass die Leute auf den Straßen immer wärmer in Winterkleidung eingepackt waren, und dann war es so weit. Ich ging allein umher, als mir ein Zeitungsjunge entgegen rannte und schrie, Extrablatt, Extrablatt, der Krieg ist gewonnen, wir haben den Krieg gewonnen!" Er blieb vor mir stehen. "Miss wir haben den Krieg gewonnen!" "Ich nehme ein Extrablatt." Er gab mir eins und ich gab ihm das Geld. Sobald ich mich von dem Jungen entfernte fing er wieder an zu rufen, sofort sammelten sich die Leute um den Jungen und kauften eine Zeitung. Ich ging so schnell es ging nach Hause, die letzten Meter rannte ich sogar. Ich riss die Haustür auf und rannte ins Wohnzimmer, es schneite draußen weshalb mein Mantel von Schnee bedeckt war, so stand ich da also, in dem großen Durchgang zum Wohnzimmer, wo Carlisle und Edward gerade ein Partie Schach spielten, sie sahen hoch, als sie mich bemerkten, blitzartig riss ich die Zeitung in die Luft. "Serena, was ist denn?" Carlisle stand auf. "Der Krieg ist vorbei! Wir haben gewonnen!" Edward stand hinter Carlisle, als er hörte was geschehen war, öffneten sich seine Augen weit, er stieß einen Jubelschrei aus, ging auf mich zu packte meine Hüfte hob mich in die Luft und drehte sich mit mir, als er mich wieder runter ließ umarmte er mich. "Das ist die beste Nachricht seit Jahren, wir haben gewonnen!" Das war das erste mal wo Edward wirklich redete. Ich war überrascht.
Es war einer der Glücklichsten Momente in der Geschichte die ich mit erleben durfte, es vergingen Tage, Wochen, Monate, Jahre... die Menschen in der Stadt wurden fröhlicher und fassten neuen Lebensmut, der Krieg war vorbei. Man merkte selbst an der Kleidung, das die Menschen fröhlicher waren, die Kleider der Damen wurden kürzer, die Acessoirs ausgefallener. Es war die Zeit der Goldenen 20er Jahre, mit flotter Musik, und flotten Tanzschritten. Wir lebten nun inzwischen schon drei Jahre in der kleinen Stadt in Ohio. Carlisle arbeitete viel, Edward und ich verbrachten die meiste Zeit Zuhause, wir saßen meinst im Wohnzimmer und spielten Schach, gingen gemeinsame Spaziergänge, hielten uns gegenseitig unterkontrolle, nach dem wir keine Neugeborenen mehr waren, viel es einem leichter zu verzichten, der unerträgliche dauer Durst Zustand hatte sich verflüchtigt, es wurde angenehmer. Eines Abends sah's ich im Erker meines Zimmers als Carlisle nach Hause kam, dennoch nicht alleine.
Es klopfte an meiner Tür. "Herein." Ich hob meinen Kopf. Edward stand in der Tür. "Carlisle ist nach Hause gekommen, er möchte mit uns reden, und er ist nicht alleine." mehr sagte er nicht, drehte sich um, ließ die Tür offen. Ich hörte das knarren der Treppe und die Stimmen von Carlisle und Edward. Ich schloss mein Buch und legte es auf den kleinen Beistelltisch neben dem Sessel. Ich verließ mein Zimmer, und ging die knarrende Treppe hinunter, aus dem Wohnzimmer drangen Stimmen. Als ich das Wohnzimmer betrat, sah ich Edward in einem der Sessel sitzen und Carlisle auf dem Sofa, neben ihm eine Frau. "Schön das du da bist Serena. Das ist Esme, sie ist unser neues Familienmitglied." Carlisle sah mich an und wendete sich schließlich auch zu Edward. Wir beide sagten nichts. Ich ließ mich auf dem zweiten Sessel nieder und sah Carlisle und Esme an, ich wartete auf eine Erklärung. "Ihr wisst bereits was ich mit euch besprechen möchte, nicht war?" Carlisle sah erst Edward an und dann mich. "Carlisle, wieso müssen wir schon wieder Umziehen, es wurde gerade gemütlich." Edward stand mit diesen Worten auf und verließ den Raum. "Edward." Carlisles stimme war tief und unheimlich. "Ich packe." grummelte Edward und verschwand nach oben. Ich war ebenfalls aufgestanden und die Treppen hinauf gegangen. Am Oberen Treppenende blieb ich stehen. Man konnte die Umterhaltung der beiden zurückgebliebenen Hören. "Für normal sind die beiden, höflich und zuvorkommend, vor allem Serena. Wir haben sie wohl heute auf dem Falschen Füß erwischt." Carlisle klang verlegen. "Wir werden uns bestimmt bald verstehen, mach dir keine Sorgen." Esmes Stimme klang ruhig, und dennoch wie die einer besorgten Mutter. Ich holte ein paar Katons aus einem Wandschrank und verschwand hinter meiner Zimmertür. Seufzend machte ich mich an die Arbeit, in einen Karton kam der Gesamte Inhalt des Regales, Bücher, meine alten Familienbilder, in einen anderen Karton Schuhe, Mäntel, Hüte und einige Kleider. Ich wollte gerade meinen Lesesessel hoch heben als es an der Zimmertür klopfte. "Ja?" Die Tür schwang vorsichtig auf und Carlisle kuckte herein. "Komm rein." ich musste schmunzeln, er bewegte sich wie ein Kind das etwas ausheckte. "Du hast schon gepackt?" fragte er überrascht. "Ja, es war nicht viel." seufzte ich. "Carlisle? Wo wollen wir hin?" Meine Verzweiflung war mir anzuhören. "In die Nähe von Washington DC." Ich wandte mich ab, ging zu den Erkerfenstern, in Betrachtete die Straße vor dem Haus, dann drehte ich mich zurück zu Carlisle. "Ich werde mit Edward reden. Er ist nicht gerade gut auf dich zu sprechen." Carlisle sah mich an, er schmunzelte. "Danke." er drehte sich um und verließ das Zimmer, ich ließ mich in den Sessel fallen. Nach einigen Minuten stand ich auf, verließ das Zimmer und ging zur nächsten Tür, ich klopfte. Edward öffnete sofort. Ich trat ein, ich war nicht häufig hier, nur dann wenn Carlisle und Edward Streit hatten, was immer öfter der Fall war, da Edward, Carlisle übel nahm das er seinen Durst zügelte, während ich mich damit abgefunden hatte, war es für Edward die reinste Qual. "Wo will er hinziehen?" raunte Edward, er flitze durchs Zimmer und räumte einige Dinge in Kartons. "In die Nähe von Washington DC." Ich hielt kurz inne, "Edward? Geht's dir gut? Du weißt du kannst mit mir reden." zwischen Edward und mir war ein Geschwisterlichesband, auch wenn wir keine Geschwister waren, konnten wir uns alles anvertrauen, er war in jener Hinsicht mein Bruder. "Mir geht's gut. Danke." Ich nickte und ging hinaus, ich wusste Edward belastete etwas, aber was konnte ich nicht sagen.
Nach unserem Umzug ins Umland von Washington D.C., in ein hübsches Haus mit Garten, verging etwas Zeit. 1921 heirateten Carlisle und Esme, es war eine wundervolle Hochzeit, von da an waren wir eine Familie. Carlisle bekam einen Job als Hausarzt des Präsidenten. Wir waren oft auf Empfänge eingeladen, die nur so vor Freude sprudelten. Überall glückliche Gesichter, ohne eine Ahnung was Morgen geschehen mag. Mit der Zeit fand ich heraus, was Edward bedrückte, er war nicht gut auf Carlisle zu sprechen, da er Edwards Durst zügelte. Edward viel es schwer, auf das menschliche Blut zu verzichten. Um sich abzulenken spielte Edward oft Klavier. Er spielte schon seit dem er ein kleiner Junge war, so wie ich Violine seit meinem 5. Lebensjahr spielte. Oft stimmte ich mit meiner Violine in das Stück von Edward ein. Es klang herrlich. Wir vertrieben einen Haufen Zeit damit, bis es wieder so weit war, das Carlisle jünger aussah als er sein sollte, und wir wieder umziehen mussten. So haben wir bereits in Seattle (Washington) und Dartmouth (Massachusetts) gewohnt und nun stand der nächste Umzug an nach Rochester im Bundesstaat New York...
